Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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S-Sätze

S-Sätze sind Sicherheitsratschläge. Sie sind in der EG-Grundrichtlinie festgelegt und müssen auf der Kennzeichnung von Gefahrstoffen genannt werden.

Sachkundige, Sachverständige

Auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit haben Sachkundige und Sachverständige die Aufgabe, bestimmte Einrichtungen, technische Arbeitsmittel und Geräte auf Einhaltung der Schutzvorschriften zu prüfen (Einzelprüfungen, Stückprüfungen). Sie gehören laut Betriebssicherheitsverordnung zu den Befähigten Personen.

 

Sachkundiger ist, wer auf Grund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet der zu prüfenden Einrichtung hat und mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und allgemein anerkannten Regeln der Technik (z. B. DIN-Normen, VDE-Bestimmungen, technische Regeln der EU-Staaten oder anderer Vertragstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum) so weit vertraut ist, dass er den arbeitssicheren Zustand der Einrichtung beurteilen kann. Sachkundige können z. B. Betriebsingenieure, Meister, Fachkräfte oder Monteure sein.

 

Sachverständiger ist, wer auf Grund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der zu prüfenden Einrichtung hat und mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und allgemein anerkannten Regeln der Technik vertraut ist. Er muss die Einrichtung prüfen und gutachtlich beurteilen können. Als Sachverständige kommen Angehörige von zugelassenen Überwachungsstellen nach Geräte- und Produktsicherheitsgesetz oder andere anerkannte Fachkräfte in Frage. Zugelassene Überwachungsstellen sind die dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) von den zuständigen Landesbehörden benannten Stellen, wenn diese ein Akkreditierungsverfahren erfolgreich bestanden haben.

Salpetersäure

Chemische Formel: HNO~3. Salpetersäure ist eine mit Wasser mischbare, zunächst farblose, unter Lichteinwirkung gelb-rotbraune, stark ätzende Flüssigkeit, aus der stechend riechende Stickoxide entweichen. Für Gebinde besteht Berstgefahr durch Druckanstieg infolge fortschreitenden Selbstzerfalls der Säure. Salpetersäure ist ein sehr starkes Oxidationsmittel und reagiert unter Bildung giftiger nitroser Gase. Bei Berührung mit brennbaren Stoffen besteht Feuergefahr. Salpetersäure kann Nitrate oder Polynitrate bilden, die explosiv sein können. Sie hat brandfördernde Wirkung bei Konzentrationen über 70 %.

 

Salpetersäure wird verwendet zur Herstellung von Düngemitteln, Explosivstoffen, Lacken und Farbstoffen sowie allgemein in der chemischen und pharmazeutischen Industrie.

Sanierung von Altlasten

Bei der Altlastensanierung geht es üblicherweise um die Beseitigung von Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen aus Standorten, baulichen Anlagen, Gegenständen, Boden, Wasser und Luft (kontaminierte Bereiche). In diesem Sinne handelt es sich um Bauarbeiten.

Sanitäre Einrichtungen

Zu den sanitären Einrichtungen in den Betrieben zählen Waschräume, Waschgelegenheiten (z. B. Waschbecken, Duschen) und Toiletten.

Sauerstoff

Chemische Formel: O~2. Sauerstoff ist etwas schwerer als Luft und kann bei Berührung mit organischen Stoffen explosionsartig reagieren. Es ist farb- und geruchlos. Sauerstoff ist nicht brennbar, ermöglicht und fördert aber die Verbrennung. Die meisten Oxidationsprozesse verlaufen sehr langsam und ohne Feuererscheinung (z. B. Atmung, Fäulnis, Vermodern des Holzes oder Rosten des Eisens). Die atmosphärische Luft enthält 21 Vol.-% Sauerstoff. Jeder Verbrennungsvorgang läuft bei Sauerstoffanreicherung schneller, heißer und heller ab. Sauerstoff kann eine Selbstentzündung von Öl, Fett oder damit verunreinigten Textilien bewirken. Die Umsetzung von Sauerstoff und Wasserstoff zu Wasser verläuft explosionsartig: Knallgasreaktion.

 

Sauerstoff wird verwendet als Atemgas in der Medizin, Luft- und Raumfahrt, für Verbrennungsprozesse und als Oxidationsmittel. Industriell eingesetzt wird Sauerstoff hauptsächlich in der Metallurgie bei der Roheisen- und Stahlherstellung sowie bei der Kupfer-Raffination, in chemischen Prozessen, z. B. bei der Olefin-Oxidation (Ethylenoxid), bei der partiellen Oxidation von Kohle und Schweröl zur Wasserstoff- und Synthesegaserzeugung, bei der Erzeugung von Schwefel- und Salpetersäure, von Acetylen, Acetaldehyd, Essigsäure, Vinylacetat und Chlor; außerdem in der Autogentechnik beim Schweißen, Schneiden, Flammstrahlen, beim thermischen Trennen (z. B. von Beton), in der Raketentechnik, beim Schmelzen in der Glasindustrie, bei der Aufbereitung von Trink- und Abwasser und für die Ozonerzeugung. Weitere bedeutende Einsatzgebiete sind die Messtechnik, die Halbleitertechnik und biologische Prozesse.

Scheren

Scheren sind Einrichtungen mit zwei aneinander vorbeischerenden Schneidkanten. Zumindest eine der beiden Schneidkanten ist beweglich. Die hauptsächlich verwendeten Scheren sind: Handhebelscheren, Schlagscheren, Rundscheren (Kreis- und Rollenscheren) und Tafelscheren.

 

Für die sichere Bereitstellung und Benutzung von Scheren hat der Unternehmer die notwendigen Maßnahmen im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Zur Bekämpfung von Lärm bieten sich technische Maßnahmen an, z. B. die Auskleidung der Schurren oder der Einsatz von Rutschen, die die Fallhöhe des Schnittguts verringern.

Schienenbahnen

Schienenbahnen sind Transportsysteme, deren Fahrzeuge in fester Spur laufen. Hierzu zählen insbesondere Eisenbahnen, Straßenbahnen und Materialbahnen.

 

Zur Verhütung von Unfällen muss der Unternehmer Betriebsanweisungen erstellen und den Beschäftigten bekannt geben. Der Umfang der Unterweisung richtet sich nach den Gefahren, die von dem Bahnbetrieb ausgehen.

 

Beschäftigte, die bei Eisenbahnen und Straßenbahnen selbstständig Fahrzeugbewegungen durchführen oder sichern, müssen mindestens 18 Jahre alt, zuverlässig, ausgebildet und für die Tätigkeit tauglich sein. Triebfahrzeuge von Materialbahnen darf nur führen, wer vom Unternehmer unterwiesen und beauftragt ist. Für den Bereich der Eisenbahnen sind die Tauglichkeitsanforderungen in den Betriebsordnungen EBO, ESBO und EBOA festgelegt; für den Bereich Straßenbahnen in den Richtlinien des Verbandes öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV). Die untersuchenden Ärzte erhalten allgemeine Anhaltspunkte durch die Berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 25 "Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten".

Schleifen

Schleifen ist ein Verfahren der spanenden Formung zur Erzeugung von Oberflächen mit großer Maßgenauigkeit und hoher Oberflächengüte. Man unterscheidet ortsfeste und ortsveränderliche Schleifmaschinen bzw. Trennschleifmaschinen (Abbildung). Ortsfeste Maschinen sind an ihren Aufstellungsort gebunden, ortsveränderliche Maschinen werden während des Schleifens mit der Hand geführt.

Schornsteinfegerarbeiten

Nach der Begriffsbestimmung der UVV "Bauarbeiten" dienen Schornsteinfegerarbeiten der Instandhaltung baulicher Anlagen.

Schülerunfallversicherung

Seit 1.4.1971 sind Schüler in Schulen, Studenten sowie Kinder in Kindergärten wie Arbeitnehmer kraft Gesetzes unfallversichert. Seit 1.1.1997 sind auch Kinder in Kindertageseinrichtungen (Krippen, Tagesstätten und Horten) gesetzlich unfallversichert. Eltern müssen keinen Beitrag für die gesetzliche Unfallversicherung zahlen . Das zwischen Unternehmer und Versicherten bestehende Haftungsprivileg gilt auch für Schüler untereinander. Versichert ist auch der Weg zur Einrichtung und wieder nach Hause.

Schulung

Der Begriff Schulung bezeichnet (ähnlich wie Unterweisung) eine besondere Form beruflicher Fortbildung. Wie jede andere Maßnahme beruflicher Fortbildung dient auch sie dazu, berufsbezogene Kenntnisse und Fähigkeiten zu erweitern und neuen Entwicklungen und Anforderungen des Arbeitsplatzes anzupassen. Häufig sollen den Beschäftigten durch Schulungsmaßnahmen auch betriebliche Aufstiegsmöglichkeiten eröffnet werden.

Schussapparate

Tragbare und nicht tragbare Geräte, aus denen durch Munition angetriebene feste Körper begrenzt oder ganz austreten, bezeichnet man als Schussapparate.

Schutzalterbestimmungen

In zahlreichen Arbeitsschutzverordnungen und Unfallverhütungsvorschriften sind Schutzalterbestimmungen enthalten, die ein Mindestalter für Beschäftigte festlegen. Sie besagen zumeist, dass Jugendliche unter 18 Jahren mit bestimmten Arbeiten nicht beschäftigt werden dürfen. Jugendliche über 16 Jahre dürfen jedoch z. T. solche Arbeiten verrichten, wenn dies für ihre Berufsausbildung erforderlich ist und sie unter der Aufsicht eines Fachkundigen stehen. Andererseits ist das Mindestalter beim Umgang und Verkehr mit explosionsgefährlichen Stoffen sowie beim Einsatz als Sicherungsposten bei Arbeiten im Bereich von Gleisen, für die die Deutsche Bahn zuständig ist, auf 21 Jahre hinaufgesetzt.

Schutzeinrichtungen

Sicherheitsbauteile, die zur Abwehr von Gefahren an Maschinen, anderen Arbeitsmitteln und baulichen Einrichtungen angebracht sind, werden Schutzeinrichtungen oder Schutzvorrichtungen genannt (Abbildung). Solche Gefahren können durch Erreichen von Gefahrstellen (z. B. sich bewegende Maschinenteile) entstehen oder von Gefahrquellen (z. B. wegfliegende Werkzeug-/Werkstückteile) ausgehen. Schutzeinrichtungen müssen eingesetzt werden, wenn Gefahrstellen oder Gefahrquellen nicht vermieden werden können. Sie sollen Personen wirksam vor Verletzungen schützen. Schutzsysteme sind Kombinationen aus Schutzeinrichtungen, die mechanisch, elektrisch, elektronisch oder mittels programmierbarer elektronischer Einrichtungen gekoppelt sind.

Schutzkleidung

Schutzkleidung soll als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) den Rumpf sowie Arme und Beine vor schädigenden Einwirkungen schützen, z. B. mechanischen und thermischen, aber auch gegen Erfasstwerden durch bewegte Teile sowie gegen Nässe, Wind, Stäube, Gase, elektrische Energie, heiße Dämpfe, Flammen, Funken, feuerflüssige Massen, Mikroorganismen, radioaktive Stoffe, Strahlung und Gefährdung durch Fahrzeugverkehr. Das Gebotszeichen (Abbildung) "Schutzkleidung benutzen" weist auf die Gefährdungen sowie die Tragepflicht der PSA hin.

Schutznetze

Schutznetze sind Netze, die dazu dienen, Personen oder Gegenstände vor dem Absturz zu bewahren (Haltenetze) oder bei einem Absturz sicher, d. h. ohne größere Verletzungsgefahr, aufzufangen (Schutznetze (Abbildung)). Auflegenetze sind Netze mit einer Maschenweite von höchstens 20 mm. In Verbindung mit Halte- und Schutznetzen sollen sie das Hindurchfallen größerer Gegenstände verhindern.

Schutztrennung und Schutzkleinspannung

Die Benutzung elektrischer Betriebsmittel in leitfähiger Umgebung, bei begrenzter Raumgröße oder bei arbeitsbedingter Zwangshaltung kann für die beschäftigten Personen mit einer erhöhten elektrischen Gefährdung verbunden sein. Erhöhte elektrische Gefährdung liegt immer dann vor, wenn elektrische Anlagen und Betriebsmittel in leitfähigen Bereichen mit begrenzter Bewegungsfreiheit betrieben werden. Beispiele für solche Tätigkeiten sind

  • Arbeiten in kleinen Kesseln, Tanks usw.
  • Reparaturarbeiten und Montage in engen Bereichen
  • Arbeiten in Bohrungen und Rohrleitungen.

Schwefelkohlenstoff (Kohlendisulfid)

Chemische Formel: CS~2. Synonyme: Schwefelalkohol, Carbondisulfid, Kohlenstoffsupersulfid, Kohlenstoffdisulfid. Schwefelkohlenstoff ist in reinem Zustand eine farblose, sonst gelbliche, brennbare Flüssigkeit von widerwärtigem Geruch (wie fauler Rettich), leicht flüchtig, mit Wasser nicht mischbar und schwerer als Wasser. Er lässt sich daher unter Wasser aufbewahren, wodurch ein schnelles Verdampfen verhindert wird. Schwefelkohlenstoff findet Verwendung als Lösemittel, zur Extraktion, zur Schädlingsbekämpfung und in der Kunstseiden- und Zellwollindustrie.

Schwefelwasserstoff

Chemische Formel: H~2S. Synonyme: Monosulfan, Dihydrogensulfid, Schwefelwasserstoffsäure, Wasserstoffsulfid. Schwefelwasserstoff ist ein wasserlösliches, farbloses, nach faulen Eiern riechendes, unter Druck verflüssigtes Gas. Es ist sehr leicht entzündlich und bildet mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch. Bei Bränden entsteht giftiges Schwefeldioxid.

 

Schwefelwasserstoff tritt bei der Produktion und Aufbereitung von sauren Erdgasen und bei der Gewinnung von Erdöl und Erdgas auf. Es dient zur Schwefelgewinnung sowie zur Herstellung von Natriumhydrogensulfid, Natriumsulfid und organischen Schwefelverbindungen wie Thiophenen und Thiolen. Schwefelwasserstoff tritt als Komponente im Faulgas und Sumpfgas von abwassertechnischen Anlagen (Kanalisation) sowie auf Deponien auf.

Schweißen und Schneiden

Schweißen ist ein Verfahren zum Verbinden metallischer Werkstoffe durch Wärme oder Druck und Wärme. Beim Schneiden werden Werkstoffe thermisch getrennt.

 

Die am häufigsten angewandten Schweißverfahren sind das Autogen- und das Lichtbogenschweißverfahren. Bei beiden Verfahren handelt es sich um Schmelzschweißverfahren. Beim Autogenschweißen wird Sauerstoff mit einem Brenngas (z. B. Acetylen, Wasserstoff, Propan) als Flamme zum Schmelzen verwendet. Beim Lichtbogenschweißen dient der Lichtbogen als Wärmequelle zum Abschmelzen der Elektrode bzw. des Drahtes.

Schwerbehindertenvertretung

Die Schwerbehindertenvertretung ist die gewählte Interessenvertretung schwerbehinderter und ihnen gleichgestellter Beschäftigter.

Seitenschutz

Der Seitenschutz ist eine feste Einrichtung, die an Absturzkanten angebracht wird und den Zweck hat, Personen und/oder Gegenstände gegen Absturz zu sichern. Er wird z. B. bei Montage- und Bauarbeiten oder an Arbeitsböden von Gerüsten an Stelle von Geländern als Absturzsicherung gefordert. Der Seitenschutz (Abbildung) besteht aus Geländer- und Zwischenholm sowie einem Bordbrett.

Selbstentzündung

Von Selbstentzündung spricht man, wenn sich ein Stoff bei gewöhnlicher Temperatur ohne Zündquelle oder Wärmezufuhr an der Luft selbst entzündet. Ursache dafür ist ein Oxidationsvorgang. Dieser kann, je nach Art und Zustand des Stoffs, rasch oder allmählich verlaufen.

Selbststeuernde Arbeitsgruppen/Teams

In starkem Umfang werden heute betriebliche Aufgaben in Arbeitsgruppen/Teams erledigt. Eine besondere Form stellen selbststeuernde Arbeitsgruppen/Teams dar. Hierunter versteht man das Zusammenwirken mehrerer Mitarbeiter zur gemeinsamen Erledigung der täglichen Arbeitsaufgaben und - in begrenztem Umfang - auch indirekter Aufgaben.

Sexismus am Arbeitsplatz

Unter "Sexismus" wird jede Art der Diskriminierung und Benachteiligung von Menschen auf Grund ihres Geschlechts verstanden. Der Begriff wird erst in neuerer Zeit im Zusammenhang mit Fragen des Arbeitsschutzes gebraucht. Die Begriffe "Sexismus" und "Diskriminierung auf Grund des Geschlechts" können synonym verwendet werden.

Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung

Unfallverhütungsvorschriften, Verordnungen und andere Bestimmungen fordern, dass auf Gefahren, Verbote und Gebote sowie auf Rettungseinrichtungen am Arbeitsplatz deutlich erkennbar hingewiesen wird. Diesem Zweck dienen die Sicherheits- und Gesundheitsschutzzeichen. Hierzu zählen Warnzeichen (Abbildung), Verbotszeichen (Abbildung), Gebotszeichen (Abbildung), Rettungszeichen (Abbildung) und Brandschutzzeichen (Abbildung) sowie Hinweiszeichen.

Sicherheits-Certifikat-Contraktoren (SCC) / Sicherheits-Certifikat-Personaldienstleister (SCP)

Das SCC- bzw. SCP-System beschreibt ein allgemeines Verfahren zur Zertifizierung eines Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutz-Managementsystems (SGU). Es ist demnach kein Leitfaden für ein Managementsystem im eigentlichen Sinne, sondern eher ein Fragenkatalog im Rahmen eines Auditierungssystems, dem jedoch ein entsprechender Managementsystemansatz zu Grunde liegt. SCC ist das in Deutschland am weitesten verbreitete Arbeitsschutzmanagementsystem.

Sicherheitsbeauftragte

Sicherheitsbeauftragte sind Beschäftigte, die den Unternehmer bei der Durchführung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit unterstützen. Insbesondere sollen sie die Arbeitsplätze und das Arbeitsumfeld beobachten, ob die vorgeschriebenen Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten werden. Sicherheitsbeauftragte sind ehrenamtlich tätig. Sie haben keine Weisungsbefugnis oder Aufsichtsfunktion; sie sollen kollegial auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einwirken. Sie tragen auch keine größere Verantwortung als andere Beschäftigte im Betrieb.

Sicherheitsbeleuchtung

Die Sicherheitsbeleuchtung ist eine Notbeleuchtung. Sie soll bei Ausfall der normalen Beleuchtung dafür sorgen, dass in Arbeitsräumen - insbesondere an Arbeitsplätzen mit besonderen Gefahren - und auf Rettungswegen eine allgemeine Orientierung möglich ist und keine Unfälle passieren.

Sicherheitsbericht

Fällt ein Betriebsbereich unter die erweiterten Pflichten der Störfallverordnung, muss der Betreiber einen Sicherheitsbericht erstellen.

 

Der Sicherheitsbericht ist eine Dokumentation, in der alle für die Sicherheit der Anlage(n) und ihres Betriebes bedeutsamen Umstände zusammengefasst und bewertet werden. Dabei ist der gesamte Betriebsbereich zu betrachten. Im Anhang II der Störfallverordnung, der die Mindestangaben auflistet, wird eine Gliederung vorgegeben.

Sicherheitsgeschirre

Sicherheitsgeschirre sind Persönliche Schutzausrüstungen, die bei Arbeiten, bei denen Absturzgefahr besteht und für die ein weitergehender Schutz nicht möglich oder unzweckmäßig ist, verwendet werden müssen. Mit ihnen werden Personen so an einer Anschlageinrichtung befestigt, dass sie je nach Länge des Seiles am Absturz gehindert oder vor tieferem Absturz bewahrt werden.

 

Sicherheitsgeschirre bestehen aus einem Auffanggurt und zusätzlichen Bestandteilen, z. B. Seil mit Falldämpfer, Seilkürzer, Höhensicherungsgerät (Abbildung).

Sicherheitskurzgespräche

Sicherheitskurzgespräche (Abbildung) stellen wie moderierte Sicherheitsbesprechungen eine dialogorientierte Form der Sicherheitsunterweisung dar. Sie ersetzen nicht die Unterweisungen, sondern ergänzen diese. Unter Anleitung des direkten Vorgesetzten untersuchen hier Mitarbeiter den eigenen Arbeitsbereich auf mögliche Gefahren, Gesundheitsbeeinträchtigungen, notwendige Verhaltensweisen zur Vermeidung von Risiken, Störungen sowie Verschwendung und benennen erste Ideen für mögliche Verbesserungen insbesondere im Verhaltensbereich. Sicherheitsregeln werden vereinbart.

Sicherheitstechnische Dienste

Nach dem Arbeitssicherheitsgesetz kann der Unternehmer die sicherheitstechnische Betreuung seines Betriebs außer durch Bestellung von eigenen Fachkräften für Arbeitssicherheit (Sicherheitsingenieur, Sicherheitstechniker oder Sicherheitsmeister) auch sicherstellen, indem er einen überbetrieblichen sicherheitstechnischen Dienst beauftragt. Dies sollte durch Abschluss eines längerfristigen Vertrags geschehen, um Kontinuität bei der Betreuung der Beschäftigten zu gewährleisten. Insbesondere für kleinere Unternehmen ist die Beauftragung eines überbetrieblichen sicherheitstechnischen Dienstes oft mit organisatorischen und wirtschaftlichen Vorteilen verbunden.

Sicherheitstechnische und betriebsärztliche Qualitätssicherung

Zur Steigerung der Qualität der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung wurden folgende Grundforderungen erhoben und durch den Verordnungsgeber publiziert:

  • Die freiwillige Gütegemeinschaft hat Vorrang vor einem System auf der Basis staatlicher Anerkennung.
  • Das Qualitätssicherungssystem muss für alle Anbieter grundsätzlich offen sein ("anbieterneutral").
  • Das Qualitätssicherungssystem muss für alle Betreuungsformen anwendbar sein und soll sich nicht nur auf die externen Dienste beschränken.
  • Das Qualitätssicherungssystem bedarf einer Legitimation durch die Aufsichtsinstitutionen.

Sicherheitstraining

Sicherheitstrainings dienen dazu, die für die sichere Erledigung einer (komplexen) Arbeitsaufgabe erforderlichen Kenntnisse, Fertigkeiten, Verhaltensweisen und Handlungsabläufe zu vermitteln und einzuüben. Im Unterschied zur Unterweisung werden bei Trainings meist Lernziele und Verhaltensweisen mit höherem Komplexitätsgrad angestrebt. Trainings sind u. a. deshalb von großer Bedeutung, weil sich die Anforderungen der Arbeitswelt rasch ändern (neue Technologien, Arbeits- und Sozialformen) und eine ständige Weiterqualifikation der Beschäftigten erfordern.

Sicherheitszirkel

Sicherheitszirkel, auch Sicherheitsgruppen oder Safety Teams genannt, sind eine spezielle Form der bekannten und bewährten problemlösungsorientierten Kleingruppenarbeit (Teamarbeit, Gruppenarbeit).

Sick-Building-Syndrom

Das Sick-Building-Syndrom (SBS) ist eine Bezeichnung für gesundheitliche Beschwerden an Arbeitsplätzen in Innenräumen. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass die Ursachen für die Beschwerden in Einflüssen des Gebäudes vermutet werden. Das SBS setzt sich aus einer Reihe verschiedener Behaglichkeits- und Befindlichkeitsstörungen zusammen, die in modernen, insbesondere klimatisierten Gebäuden auftreten können (Klimaanlagen-Syndrom). Symptome sind Schleimhautbeschwerden, Brennen und Trockenheit der Augen, Neigung zu Erkältungskrankheiten, rheumatische Beschwerden, Kopfschmerzen, rasche Ermüdung oder Benommenheit. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Befindlichkeitsstörungen regelmäßig stärker ausgeprägt sind, wenn die Lüftungsanlagen nach einer Pause (z. B. über das Wochenende) wieder eingeschaltet werden. Kennzeichnend für das SBS ist auch, dass die Beschwerden beim Verlassen des Gebäudes verschwinden.

Silos

Silos sind fest installierte bzw. mit oder auf Fahrzeugen bewegliche Einrichtungen und Behälter zur Lagerung von Füllgut/Schüttgut.

Sitzgelegenheiten

Sitzgelegenheiten sollen bei Arbeiten, die ganz oder teilweise im Sitzen verrichtet werden können, die Arbeit erleichtern. Als Sitzgelegenheiten kommen in erster Linie Stühle in Betracht. Sind auf Grund des Arbeitsablaufs oder der Arbeitseinrichtungen andere Formen von Sitzgelegenheiten üblich oder erforderlich (z. B. Hochstühle mit Fußstützen, Hocker, Stehsitze, Stehhilfen), so sind diese ebenso als geeignet anzusehen.

 

Die Sitzgelegenheiten sollten möglichst eine Rückenlehne haben. Die Sitzfläche muss glatt sein und über eine Sitztiefe von 38 bis 44 cm verfügen. Beim Sitzen müssen die Füße Kontakt mit dem Fußboden oder einer Fußauflage haben. Sitzgelegenheiten müssen kippsicher sein. Stühle mit Rollen müssen gegen unbeabsichtigtes Wegrollen gesichert sein.

Software-Ergonomie

Innerhalb der Arbeitswissenschaft beschäftigt sich die Software-Ergonomie mit der Fragestellung, wie interaktive Produkte (z. B. PC-Software, aber auch Bedienpulte softwaregesteuerter Maschinen) optimal an die physischen und psychischen Eigenschaften und Fähigkeiten des Menschen angepasst werden können. Dabei stützt sich die Software-Ergonomie auf Erkenntnisse der Kognitionspsychologie (Denk- und Wahrnehmungsprozesse), der Arbeitsphysiologie und der Arbeitspsychologie.

Sozialgesetzbuch

Das gesamte Sozialrecht ist im Sozialgesetzbuch (SGB) zusammengefasst.

Sozialgesetzbuch IX

Das Sozialgesetzbuch (SGB) IX umfasst alle gesetzlichen Regelungen zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen.

Spannung, Arbeiten unter

An unter Spannung stehenden aktiven Teilen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel darf nicht gearbeitet werden. Vor Beginn der Arbeiten muss deshalb der spannungsfreie Zustand entsprechend den fünf Sicherheitsregeln (Abbildung) hergestellt und für die Dauer der Arbeiten sichergestellt werden. Arbeiten unter Spannung sind nur in besonders geregelten Fällen erlaubt, wenn durch die Art der Anlage eine Gefährdung durch Durchströmung oder durch Lichtbogenbildung ausgeschlossen ist (z. B. bei höchstens 50 V Wechselspannung) oder wenn aus zwingenden Gründen der spannungsfreie Zustand nicht hergestellt werden kann.

Spannungsprüfer

Spannungsprüfer sind Nachweisgeräte für elektrische Spannungen. Sie sind mit einer metallischen Tastspitze und einem isolierten Griffteil ausgestattet. Beim Anlegen der Metallspitze an elektrische Leitungen (aktive Teile) wird vorhandene Spannung oder Spannungsfreiheit festgestellt. Es gibt einpolige und zweipolige Spannungsprüfer.

Spanplattenanlagen

Spanplattenanlagen dienen der Herstellung von Spanplatten, Span- und Faserformteilen sowie Faserplatten aus Holz. Einzelne Anlagenteile sind z. B. Zerspaner und Zerhacker, Nassspansilos, Spanaufbereitung, Trockner, Sichter, Mühlen, Trockenspansilos, Streustationen und Dosierkästen, Pressen, Besäum- und Aufteilsägen, Schleifstraßen, Fördereinrichtungen, Zyklone und filternde Abscheider.

Spielgeräte

Spielgeräte sind mechanische Spieleinrichtungen aus Holz oder Metall für Kinder auf Spielplätzen. Beispiele sind statische Geräte wie Reckstange, Klettergerüst, Sandkasten, Rutsche, aber auch bewegliche wie Schaukel, Wippe, Karussell, Drehscheibe.

Sporthallen

Sporthallen sind geschlossene Bauwerke zur Ausübung verschiedener Sportarten. Nach den Bauvorschriften der Länder werden bestimmte Norm- oder Mindestmaße vorgeschrieben oder empfohlen. Ein Sportunfall während des Schulunterrichts ist im rechtlichen Sinne ein Arbeitsunfall.

Sprengarbeiten

Sprengarbeiten sind alle im Zusammenhang mit Sprengungen stehenden Arbeiten wie z. B. das Bohren, Laden und Besetzen der Bohrlöcher mit Sprengstoffen, das Anbringen der Zünd- oder Sprengschnur, das Zünden der Ladung, aber auch Arbeiten wie das Befördern, Aufbewahren und Lagern der Sprengstoffe und die Sicherung des Bereiches, in dem Sprengungen durchgeführt werden.

 

Die Unfallverhütungsvorschrift "Sprengarbeiten" gilt für das Verwenden von Sprengstoffen, Zündmitteln und Zubehör bei Sprengarbeiten

  • zum Gewinnen, Lösen oder Zerkleinern von Gesteinen, anderen Stoffen oder Gegenständen, von heißen Massen und Eis auf Gewässern
  • zum Niederlegen oder Zerkleinern von Bauwerken oder Bauwerksteilen
  • unter Tage
  • zum Beseitigen von Lawinengefahr
  • für geologische und geophysikalische Untersuchungen.

Sprengstoffe

Bei Sprengstoffen (Abbildung)handelt es sich um feste, flüssige oder gelatinöse explosionsfähige Substanzen oder Substanzgemische, die für Sprengarbeiten bestimmt sind oder als Bestandteil von Munition Verwendung finden, z. B. als Spreng- oder Treibladung. Gebräuchlich sind gelatinöse oder pulverförmige Sprengstoffe, Sprengschlämme (Slurries) und Sprengpulver (Schwarzpulver).

Spritzgeräte

Spritzgeräte (Flüssigkeitsstrahler) sind mit Düsen oder anderen geschwindigkeitserhöhenden Öffnungen versehene Geräte, Einrichtungen oder Anlagen, die Flüssigkeiten, auch mit Beimengungen, im freien Strahl austreten lassen.

Spritzgießmaschinen

Spritzgießmaschinen sind Maschinen zur Herstellung von Formteilen aus Thermoplasten, Duroplasten, thermoplastischen Elastomeren oder Kautschuk. Dabei wird plastifizierte Formmasse durch eine Düse in ein Werkzeug mit einem Hohlraum eingespritzt, in dem das Formteil seine Gestalt erhält. Die Ausgangsstoffe liegen meist als Granulat vor, mitunter werden aber auch pulverförmige Kunststoffe verarbeitet.

 

Die wichtigsten Baugruppen einer Spritzgießmaschine sind Schließeinheit und Spritzeinheit; beide sind auf ein Maschinenbett montiert. In der Spritzeinheit wird die Formmasse zunächst gefördert, erwärmt, gemischt und plastifiziert und dann dosiert in das Werkzeug gespritzt. Bei den üblichen Schneckenspritzgießmaschinen übernimmt die Schnecke diese Funktionen. Der gesamte Zyklus gliedert sich wie folgt:

 

1. Zu Beginn des Dosierens rotiert die Schnecke und fördert plastifizierte Formmasse in den Sammelraum vor der Düse; die Schnecke schiebt sich nach hinten.

 

2. Nach dem Dosieren wird die Drehbewegung der Schnecke abgeschaltet.

 

3. Das Werkzeug wird geschlossen.

 

4. Die Spritzeinheit wird nach vorne geschoben und die Schnecke drückt die heiße plastifizierte Masse durch die Düse in das Werkzeug.

 

5. Das Formteil kühlt im Werkzeug ab.

 

6. Während der Abkühlphase wird die Spritzeinheit zurückgezogen und beginnt wieder mit dem Dosieren in Schritt 1.

 

7. Das Werkzeug wird geöffnet und das fertige Formteil fällt aus der Form bzw. wird herausgenommen oder ausgeworfen; inzwischen ist Schritt 2. wieder erreicht.

 

8. Die Steuerung erfolgt entweder vollautomatisch oder halbautomatisch (d. h. jeder neue Spritzvorgang bedarf eines neuen Impulses) oder auch von Hand.

Staatlicher Arbeitsschutz

Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit wird im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland jedem staatlich garantiert (Art. 2). Damit haben auch alle Beschäftigten bei ihrer Arbeit Anspruch auf dieses Grundrecht. Der Staat sorgt für die Einhaltung dieses Grundrechts auf Arbeitsschutz durch Erlass von Vorschriften und deren Kontrolle.

 

Zum Arbeitsschutz im weitesten Sinn gehören sicherheitstechnische, organisatorische, arbeitsmedizinische, arbeitshygienische und betriebspsychologische Maßnahmen sowie der Arbeitszeitschutz, der Kinder- und Jugendarbeitsschutz, der Mutterschutz und der Lohnschutz (sozialer Arbeitsschutz).

Stahlbaumontage

Arbeiten in der Stahlbaumontage umfassen das Errichten, Erweitern, Instandsetzen und Ändern baulicher Anlagen aus Stahl und Leichtmetall.

Stäube

Die Bezeichnung Stäube steht für Verteilungen fester Stoffe in der Luft, die durch mechanische Prozesse entstanden sind. Stäube gehören zusammen mit Rauchen und Nebeln zu den Aerosolen. Sie sind unerwünschte Begleiter vieler technischer Operationen, z. B. Mahlen, Sieben, Fördern und Abfüllen fester Materialien sowie Sägen, Bohren.

Stetigförderer

Stetigförderer sind mechanische oder pneumatische Fördereinrichtungen. Das Fördergut bewegt sich auf einem festgelegten Förderweg von der Aufgabe- zur Abgabestelle stetig, mit wechselnder Geschwindigkeit oder im Takt. Je nach Fördergut und Transportaufgabe gibt es verschiedene Bauarten. Stetigförderer können sowohl selbstständige Einrichtungen als auch Bestandteile von Maschinen oder Anlagen sein. Häufig eingesetzte Stetigförderer sind z. B. Band-, Gliederband- und Kettenförderer, Becherwerke, Kreisförderer, Sackförderer, Schaukel- und Umlaufförderer, Förderschnecken, Rollenbahnen, pneumatische Förderer.

Stolperstellen

Unvermutete Höhenunterschiede von mehr als 4 mm auf begehbaren Flächen sind im Allgemeinen Stolperstellen. Solche Gefahrstellen können z. B. bei Fliesen, Türschwellen, Türmatten, Kabeln oder Kabelkanälen und Teppichansätzen auftreten. Viele zum Teil schwere Unfälle werden durch solche Stolperstellen verursacht. Deswegen dürfen die Fußböden in Arbeits- und Verkehrsbereichen keine Stolperstellen sowie andere Unebenheiten, Löcher oder gefährliche Schrägen aufweisen.

Störfall

Ein Störfall bezeichnet ein Ereignis,

  • das sich aus einer Störung des bestimmungsgemäßen Betriebes in einem Betriebsbereich oder einer Anlage ergibt
  • das unmittelbar oder später zu einer ernsten Gefahr oder zu Sachschäden von mindestens 2 Millionen Euro innerhalb (500.000 Euro außerhalb) des Betriebsbereichs führt
  • bei dem ein - im Anhang I der Verordnung aufgeführter - gefährlicher Stoff beteiligt ist.

Strahlarbeiten

Strahlen ist ein Fertigungsverfahren, bei dem Strahlmittel (als Werkzeug) in Strahlgeräten, -maschinen oder -anlagen beschleunigt (z. B. mit Druckluft, mit Wasser, durch Schleuderräder) und mit hoher Geschwindigkeit auf die Oberfläche des Strahlgutes (Werkstück) gebracht wird. Man unterscheidet:

  • Reinigungsstrahlen (Werkstück wird gereinigt)
  • Veredelungsstrahlen (Oberfläche des Werkstücks wird verändert)
  • Strahlspanen (Werkstück wird durch Zerspanen verändert)
  • Verfestigungsstrahlen (Festigkeit der Oberfläche des Werkstücks wird verändert)
  • Umformstrahlen (Werkstück wird durch Umformen verändert).

Strahlung

Unter Strahlung versteht man den freien Energietransport im Raum. Man unterscheidet zwischen Wellen- und Teilchenstrahlung. Bei einer Wellenstrahlung erfolgt die Ausbreitung durch elektromagnetische Felder. Eine Teilchenstrahlung wie etwa die radioaktive Beta- oder Alpha-Strahlung besteht aus schnell bewegten Teilchen, z. B. Elektronen und Ionen. Zur Beschreibung von durch elektromagnetische Wellenstrahlung erzeugten Feldern dienen die elektrische und die magnetische Feldstärke sowie die Leistungsflussdichte/Energie der Strahlung.

Straßenreinigung

Zur Straßenreinigung gehören neben dem Säubern der dem öffentlichen Straßenverkehr dienenden Fahrbahnen, Rad- und Gehwege auch der verkehrssichere Erhalt dieser Verkehrswege, jedoch nicht Straßenbauarbeiten. Das Reinigen der Straßen kann dabei von Hand, z. B. mit Besen, Schaufel und Handkarre, oder mit Kehrfahrzeugen erfolgen. Arbeiten der Straßenreinigung fallen regelmäßig, bei jeder Jahreszeit und unterschiedlichen Witterungsverhältnissen an.

Stress

Stress liegt vor (Lazarus, 1966), wenn bestimmte Reize eine Bedrohung auslösen. Dabei muss es dem Individuum möglich sein, kognitiv den Reiz oder ein Zeichen als Bedrohungsauslöser zu erkennen. Die von Reizen ausgelöste Bedrohung aktiviert Maßnahmen zu ihrer Bewältigung.

 

Alltagssprachlich wird mit dem Begriff Stress eine Vielzahl psychischer und physischer Belastungs- und Beanspruchungsphänomene angesprochen. In der Wissenschaft beschränkte man ursprünglich den Stressbegriff auf einschneidende Ereignisse wie Kampfhandlungen, Störfallsituationen in kritischen Produktionsanlagen (Chemie- und Kernkraftanlagen) oder spezielle Situationen wie Schlafentzug.

 

Im Lauf der Zeit wurde der Stressbegriff fast inflatorisch auf eine Vielzahl von Phänomenen ausgeweitet, z. B.:

  • Routine in automatisierter Produktion
  • belastende Arbeitsbedingungen aller Art
  • Arbeitsverdichtung
  • Umgebungsbedingungen wie Lärm, Klimafaktoren am Arbeitsplatz, Vibrationen
  • Überforderung in breiten Anforderungsbereichen
  • Gefahren
  • Monotonie, Vigilanz.

Systembetrachtung, Systemsicherheit

Die Begriffe Systembetrachtung, Systemanalyse, Denken in Systemen und ganzheitliches Denken sind heute in den verschiedensten Wissenschaften anzutreffen, so etwa in der Physik, der Biologie, der Philosophie und Wissenschaftstheorie, in der Medizin, der Ökologie und den Wirtschaftswissenschaften. Auch in den Aufgabenfeldern Arbeitssicherheit und Gesundheitsförderung gewannen Systemansätze an Bedeutung.

 

Wörtlich übersetzt bedeutet System das aus Einzelteilen gebildete Ganze, das Zusammengesetzte. Die Einzelteile oder Komponenten des Systems stehen in Wechselwirkung zueinander. Veränderungen in einer Komponente können zu (auch unbeabsichtigten und unvorhersehbaren) Änderungen in anderen Komponenten und im ganzen System führen. Ein System ist mehr als die Summe seiner Teile. Systeme haben Merkmale und Eigenschaften, die zu den Merkmalen und Eigenschaften ihrer Teile hinzutreten. So ist eine Maschine mehr als die Summe der in ihr enthaltenen Metall- und Elektronikteile, Schrauben, Drähte usw.