Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

Das kostenlose Glossar rund um den Erfolgsfaktor Arbeitsschutz. Finden Sie über 400 Begriffsklärungen und mehr als 1.200 Schlagwörter zu den Themen Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebsanweisung, Betriebsarzt, Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Gesundheitsförderung und vieles mehr.

Effizienz des Arbeitsschutzes

Effizienz bezeichnet das Verhältnis zwischen dem Aufwand bzw. den Kosten einer Maßnahme einerseits und ihrer Wirkung bzw. ihrem Nutzen andererseits. Je günstiger diese Relation, desto größer die Effizienz.

 

Von der Effizienz einer Maßnahme deutlich abzugrenzen ist ihre Effektivität. Sie bezeichnet das Verhältnis zwischen den angestrebten Wirkungen zu den tatsächlich erreichten. Hohe Maßnahme-Effektivität ist also nicht automatisch gleichbedeutend mit hoher Maßnahme-Effizienz und umgekehrt.

Einsatzzeiten

Unter Einsatzzeiten versteht man die Arbeitszeit, die den Fachkräften für Arbeitssicherheit und den Betriebsärzten gemäß der UVV "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A 2) zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Betrieb je Jahr und Arbeitnehmer mindestens zur Verfügung stehen muss. Diese Einsatzzeit wird von jedem Unfallversicherungsträger entsprechend der Gefährdung in der jeweiligen Branche festgesetzt. Sie gilt nur für Betriebe, die im Sinne der BGV A 2 der so genannten Regelbetreuung unterliegen und mehr als 10 beschäftigte Arbeitnehmer haben. Dabei wird zusätzlich unterschieden nach der Betriebsart (Betriebsgefahr) und der Zahl der durchschnittlich im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer (Betriebsgröße).

Eintreibgeräte

Mit Eintreibgeräten (Abbildung) werden Stifte, Nägel, Klammern, Dübel, Muffen usw. in Gegenstände oder Materialien eingetrieben, um diese zusammenzuhalten oder andere an ihnen zu befestigen. Die Geräte werden elektrisch, mit Druckluft oder mit gespannter Feder betrieben.

Einweiser

Einweiser sind Personen, deren Aufgabe darin besteht, z. B. Fahrzeug- oder Kranführer, die keine ausreichende Sicht auf den Fahr- oder Transportweg haben, so mit Informationen zu versorgen, dass die Fahrbewegungen ohne Gefahr für Sachen oder Personen durchgeführt werden können. Zu dieser Tätigkeit gehört ggf. auch die Warnung Dritter.

Einweisung von Fremdpersonal

Einweisung ist eine Tätigkeit, deren Zweck darin besteht, Personen z. B. mit den Besonderheiten einer Einrichtung, Anlage, Maschine, Umgebung oder Tätigkeit so vertraut zu machen, dass sie alle damit verbundenen Handlungen fehlerfrei und effektiv ausführen können.

Einzelarbeitsplätze

Unter Einzelarbeitsplätzen versteht man Arbeitsplätze mit Tätigkeiten, die von einem Beschäftigten allein, d. h. ohne Anwesenheit weiterer Personen und außerhalb der Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen ausgeführt werden.

Eisenbahnen

Eisenbahnen sind schienengebundene Verkehrsmittel, mit denen Personen oder Waren transportiert werden. Die meist in Zügen zusammengekuppelten Wagen werden von Lokomotiven gezogen, sofern sie nicht über einen eigenen Antrieb verfügen.

Elektrische Anlagen und Betriebsmittel

Elektrische Betriebsmittel sind alle Gegenstände, die als Ganzes oder in Teilen elektrische Energie anwenden (z. B. erzeugen, verteilen, verbrauchen) oder der Übertragung, Verteilung und Verarbeitung von Informationen (z. B. Fernmelde- und Informationstechnik) dienen. Elektrische Anlagen werden durch Zusammenschluss elektrischer Betriebsmittel gebildet.

Elektrische Freileitungen

Eine elektrische Freileitung ist die Gesamtheit einer Anlage zur oberirdischen Fortleitung von elektrischer Energie, bestehend aus Stützpunkten und Leitungsteilen. Stützpunkte umfassen Maste, deren Gründungen und Erdungen; Leitungsteile umfassen oberirdisch verlegte Leiter und Isolatoren jeweils mit Zubehörteilen.

Elektrohandmaschinen

Elektrohandmaschinen (handgeführte motorbetriebene Elektrowerkzeuge) sind elektromotorisch oder -magnetisch betriebene Werkzeuge für die Arbeit mit der Hand, z. B. Bohrmaschinen, Bohr- und Meißelhämmer, Schrauber, Schleifmaschinen, Sägen, Handfräser (Abbildung) (Abbildung). Die Form des Geräts und des Griffs (der Griffe) ist maßgeblich für die Sicherheit bei der Handhabung, also dem Halten, Führen und Schalten.

Elektrokarren

Elektrokarren sind Flurförderzeuge mit batteriebetriebenem Elektroantrieb, die eine Plattform zum Befördern von Lasten haben.

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

Mit dem Begriff "Elektromagnetische Verträglichkeit" (EMV) wird die Eigenschaft eines Gerätes bezeichnet, bestimmungsgemäß zu arbeiten, ohne Störungen bei anderen Geräten zu verursachen und ohne durch andere Geräte gestört zu werden. Solche Störungen werden durch elektromagnetische Felder verursacht. Die Geräte dürfen keine Störstrahlung in Form eigener elektromagnetischer Felder aussenden, und sie müssen Störfestigkeit gegen die Einwirkung fremder elektromagnetischer Felder besitzen.

Elektrosmog

Elektrosmog ist die umgangssprachliche Bezeichnung für elektromagnetische Felder, die durch technische Einrichtungen entstehen, z. B. der elektrischen Spannungsversorgung, und denen am Arbeitsplatz oder im häuslichen Bereich schädliche Einflüsse zugesprochen werden.

Elektrostatische Aufladungen

Elektrostatische Aufladungen sind elektrische Ladungen, die sich durch mechanische Trennung von Stoffen (z. B. Abheben, Reiben, Ausschütten) auf den getrennten Teilen ansammeln oder infolge Influenz auf anderen leitfähigen Gegenständen oder Personen auftreten. Die Hauptgefahr der elektrostatischen Aufladung liegt im Auftreten zündfähiger Entladungen.

Elektrounfälle

Der elektrische Strom kann Unfälle verursachen durch

  • eine Durchströmung des Körpers (Abbildung) oder einzelner Körperteile
  • die Einwirkung des Lichtbogens
  • Sekundäreinwirkungen.

Emissionsschutz

Emissionsschutz ist der Schutz von Mensch und Umwelt vor der Freisetzung schädlicher chemischer und biologischer Stoffe und physikalischen Ausbreitungen wie Lärm, Vibrationen, elektromagnetischen Feldern. Solche Ausbreitungen bezeichnet man als Emissionen. Emissionsschutz zielt auf die Begrenzung von Emissionen direkt an der Quelle: Schallschutz direkt an der Maschine bzw. Anlage, Absaugung chemischer Stoffe am Entstehungsort (z. B. beim Schweißen oder bei der Verarbeitung lösemittelhaltiger Produkte), Verwendung staubarmer Verfahren (z. B. Einsatz von Pellets statt pulverförmiger Rohstoffe).

Entfernungsrecht

Zu den Rechten der Beschäftigten gehört das Recht, sich vom Arbeitsplatz zu entfernen, wofür der Arbeitgeber entsprechende Vorkehrungen zu treffen hat (§ 9 Abs. 3 ArbSchG). Das allgemeine Entfernungsrecht bezieht sich auf alle arbeitsschutzrelevanten Tätigkeiten, bei denen es zu unmittelbaren erheblichen Gefahren kommen kann. Dazu zählen Tätigkeiten mit Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen und die Benutzung von gefährlichen Arbeitsmitteln. Mit unmittelbarer erheblicher Gefahr wird eine Sachlage bezeichnet, bei der der Eintritt des Schadens sehr wahrscheinlich ist oder sein Eintritt nicht mehr abgewendet werden kann und der Schaden nach Art oder Umfang besonders schwer ist. Das Entfernungsrecht gilt gleichermaßen für Beschäftigte der Privatwirtschaft wie des öffentlichen Dienstes.

Epoxidharze

Epoxidharze sind härtbare Kunstharze, die häufig als wesentliche Bestandteile aus zwei Komponenten, einer Harz- und einer Härterkomponente, bestehen. Als Harz wird meist ein Kondensationsprodukt aus Epichlorhydrin und Bisphenol A oder anderen ein- oder mehrwertigen Alkoholen verwendet. Die Härterkomponente besteht in der Regel aus Aminen. Epoxidharze haben hervorragende Eigenschaften und werden demzufolge äußerst vielseitig eingesetzt, z. B. als Klebstoffe, Korrosionsschutzmittel, Betonsanierungsprodukte und Beschichtungsstoffe (u. a. für Industriefußböden oder Gieß- und Laminierharze).

Erdbaumaschinen

Erdbaumaschinen sind Bagger, Lader, Planiergeräte, Schürfgeräte, Rohrverleger (Pipelayer) und Spezialmaschinen des Erdbaus, mit deren Hilfe Erdbewegungen oder Arbeiten im Boden durchgeführt werden können.

Ergonomie

Der Begriff Ergonomie ist abgeleitet von den beiden griechischen Wörtern "ergon" für Arbeit und "nomos" für Gesetz oder Regel. Erstmals wurde der Begriff Ergonomie von dem polnischen Naturwissenschaftler Jastrzebowski im Jahre 1857 benutzt; eine breite Verwendung ergab sich nach 1950 mit der Gründung der "Ergonomics Research Society". In Deutschland sind Praktiker und Wissenschaftler aus den Bereichen Ergonomie/Arbeitswissenschaft in der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft vertreten.

 

Unter Ergonomie wird ein interdisziplinäres Wissenschaftsgebiet verstanden, das sich mit dem Zusammenwirken von Mensch, Arbeit und Technik beschäftigt. Unter Einbeziehung von Erkenntnissen von Wissenschaftsgebieten wie Medizin, Biologie, Arbeitsphysiologie, Arbeitspsychologie und Ingenieur- und Sozialwissenschaften strebt die Ergonomie die menschengerechte Gestaltung der Arbeit bzw. von Arbeitssystemen an. Hierbei steht die Wechselbeziehung zwischen Technik und Mensch und eine aus der Arbeitsaufgabe resultierende, ausgewogene, optimale Belastung und Beanspruchung des arbeitenden Menschen im Vordergrund (DIN EN ISO 6385:2004).

 

Die Begriffe Ergonomie und Arbeitswissenschaft werden häufig synonym verwendet. Die Arbeitswissenschaft umfasst jedoch neben der (klassischen) Ergonomie weitere Gebiete, wie z. B. Aus- und Weiterbildung, Zeitwirtschaft, Entgeltsysteme.

Erprobung von Einrichtungen

Im Versuchsfeld oder bei der Fehlersuche im Störfall kann es erforderlich sein, eine Maschine oder Anlage probeweise in Betrieb zu nehmen, ohne dass die für den Normalbetrieb erforderlichen Sicherheits- und Schutzmaßnahmen getroffen werden können.

Ersatzstoffe, Ersatzverfahren

Ersatzstoffe sind Stoffe/Produkte, die das gewollte (technische) Wirkungsspektrum eines anderen Stoffes in gleicher oder ähnlicher Weise erbringen, gleichzeitig aber ein geringeres Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt aufweisen.

Erste Hilfe

Unter der Ersten Hilfe ist die sofort einsetzende Hilfe zu verstehen, die einem Unfallverletzten oder akut Erkrankten zuteil wird, bis dass ärztliche Hilfe eintrifft. Jedes Unternehmen hat Vorkehrungen zu treffen, dass nach einem Arbeitsunfall oder bei einer akuten Erkrankung unverzüglich Erste Hilfe (Abbildung)geleistet und eine Behandlung durch einen Arzt veranlasst werden kann. Hierfür müssen nach einer Gefährdungsbeurteilung entsprechende Meldeeinrichtungen, Erste-Hilfe-Material, Rettungsgeräte und -transportmittel in geeigneter Form sowie ausgebildetes Personal zur Verfügung stehen. (Abbildung)

Ether (Diethylether, Schwefelether)

Chemische Formel: C~4H~10O. Synonyme: Diethyloxid, Schwefelether, Ethylether, Schwefelnaphtha, Ethoxyethan, Ethyloxid. Ether ist eine farblose, schwer wasserlösliche, sehr flüchtige Flüssigkeit. Die Dämpfe sind viel schwerer als Luft und bilden mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch. Ether ist leicht elektrostatisch aufladbar. Licht und Luft begünstigen Peroxidbildung. Mit starken Oxidationsmitteln finden explosionsartige Reaktionen statt.

 

Ether ist ein beliebtes Narkotikum und wird darüber hinaus als Lösemittel in der organischen Chemie für Fette, Harze und Öle verwendet. Als Niedrigsieder verdunstet Ether sehr schnell, das heißt es geht schnell in die Luft am Arbeitsplatz über und führt dort zu hohen Gefahrstoffkonzentrationen.

Ethylenoxid

Chemische Formel: C~2H~4O. Synonyme: 1,2-Epoxyethan, Oxiran, Dimethylenoxid, Ethanepoxid, Ethanoxid. Bei Raumtemperatur ist Ethylenoxid ein farbloses, hochentzündliches Gas mit süßlichem, etherartigem Geruch. Es löst sich vollständig in Wasser, Aceton, Methanol, Diethylether, Tetrachlorkohlenstoff und Benzol. Mit Wasser bildet es bei Temperaturen unter ca. 11 °C feste Hydrate.

Europäische Arbeitsschutzagentur

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wurde von der Europäischen Union eingerichtet, um dem Informationsbedarf der Menschen gerecht zu werden, die an Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz interessiert sind. Die Agentur wurde 1994 gegründet und hat ihren Sitz in Bilbao (Spanien).

Europäische Normung

Europäische Normen, die Festlegungen zum Arbeitsschutz enthalten, werden im Wesentlichen von den europäischen Normungsorganisationen "Europäisches Komitee für Normung" (CEN) und "Europäisches Komitee für Elektrotechnische Normung" (CENELEC) erarbeitet. Dabei wird die europäische Normungsarbeit von nationalen Gremien (Spiegelgremien) begleitet, in Deutschland vom DIN und der DKE im DIN.

 

Neue europäische Normungsvorhaben können in Form von Normungsaufträgen (Mandaten) von der Europäischen Kommission initiiert werden, um die in EG-Richtlinien vorgegebenen grundlegenden Anforderungen auszufüllen. Sie können aber auch von jedem CEN- oder CENELEC-Mitglied und -Gremium sowie von europäischen Organisationen vorgeschlagen werden.

 

Im Auftrag der Europäischen Kommission erarbeitete Normen (sog. mandatierte Normen) werden durch ihre Bekanntmachung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft zu "Harmonisierten Europäischen Normen". Sie regeln die technischen Details im Geltungsbereich von EG-Richtlinien, die der Beseitigung von Beschränkungen des freien Warenverkehrs dienen. Dabei gelten folgende Regeln:

  • Die Harmonisierung der Rechtsvorschriften in der Europäischen Union beschränkt sich auf die Festlegung der grundlegenden Anforderungen in den EG-Richtlinien, denen die in der Gemeinschaft in Verkehr gebrachten Erzeugnisse genügen müssen. Diese Richtlinien müssen in nationales Recht umgesetzt werden.
  • Die technischen Spezifikationen für Produkte, die den in den Richtlinien enthaltenen grundlegenden Anforderungen entsprechen, werden in Harmonisierten Europäischen Normen (EN) festgelegt.
  • Bei Produkten, die nach Harmonisierten Normen hergestellt worden sind, wird davon ausgegangen, dass sie die entsprechenden grundlegenden Anforderungen der Richtlinien erfüllen (Konformitätsvermutung).
  • Die Anwendung der harmonisierten oder sonstigen Normen bleibt freiwillig. Dem Hersteller steht es frei, die in den Richtlinien bzw. deren nationaler Umsetzung festgelegten grundlegenden Anforderungen anders als durch die Beachtung der Normen zu erfüllen; er kann z. B. andere technische Spezifikationen benutzen.

Europäische Richtlinien

Als Formen des Gemeinschaftsrechts innerhalb der Europäischen Union gibt es neben übergreifenden Verträgen und Abkommen die europäischen Verordnungen, Richtlinien, Empfehlungen und Entscheidungen. Auf dem Gebiet des europäischen Arbeitsschutzes haben Richtlinien die größte Bedeutung. Solche Richtlinien richten sich formal immer nur an die Regierungen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und sind für sie verbindlich, überlassen ihnen aber die Wahl der Form und der Mittel, um die gemeinschaftlich festgelegten Ziele im Rahmen der innerstaatlichen Rechtsordnung zu verwirklichen. Sie verpflichten diese Staaten, sie innerhalb vorgegebener Fristen in das nationale Recht umzusetzen, indem sie ihr nationales Recht an die Gemeinschaftsbestimmungen anpassen. Die Richtlinien selbst begründen keine unmittelbare Rechte und Pflichten für und gegen die Betriebe, sondern sie wenden sich ausdrücklich nur an die Mitgliedstaaten. Pflichten für die Betriebe werden erst durch die Umsetzung der Richtlinie durch die zuständigen Stellen der Mitgliedstaaten geschaffen.

Europäischer Arbeitsschutz

Hauptziele der Europäischen Union waren zunächst wirtschaftliche Interessen. Der Aufbau eines europäischen Binnenmarktes mit freiem Warenverkehr stand dabei im Vordergrund. Daher wurde in Artikel 95 EG-Vertrag bestimmt: "Der Rat erlässt ... Maßnahmen zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten, welche die Errichtung und das Funktionieren des Binnenmarktes zum Gegenstand haben."

 

Artikel 95 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG-Vertrag) dient mit Hilfe von einheitlichen Beschaffenheitsforderungen für Bau und Ausrüstung von technischen Arbeitsmitteln und Anlagen allein der Beseitigung von technischen Handelshemmnissen und der Förderung des freien Warenverkehrs. Solche Beschaffenheitsanforderungen haben aber vielfach auch einen sicherheitstechnischen Hintergrund.

Europäisches Netzwerk Aus- und Weiterbildung in Sicherheit und Gesundheitsschutz

Das Europäische Netzwerk Aus- und Weiterbildung in Sicherheit und Gesundheitsschutz (ENETOSH) ist ein transnationales Netzwerk zur Verbreitung und Nutzung von bewährten Praktiken der Integration von Sicherheit und Gesundheitsschutz in Erziehung und Ausbildung. ENETOSH umfasst alle Ebenen des Bildungssystems, vom Kindergarten über die Schule, die berufliche Erstausbildung und die Hochschulausbildung bis zur beruflichen Weiterbildung. Der Schwerpunkt von ENETOSH liegt auf der Qualifizierung von Lehrern und Trainern in innovativen Methoden, die nachhaltig den Aufbau von Sicherheit und Gesundheit fördernden Kompetenzen unterstützen.

Europäisches Recht

Am 7. Februar 1992 unterzeichneten die Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft (EG) in Maastricht den Vertrag über die Europäische Union. Mit dem neuen Namen Europäische Union (EU) sollte die Weiterentwicklung der EG von der Wirtschafts- zur politischen Union deutlich werden. Diese neue Union besteht aus drei Säulen: der Europäischen Gemeinschaft, der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik und der Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres.

 

Die Europäische Union sieht als eines ihrer Ziele an, den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt in der Union zu fördern (Art. 2 EU-Vertrag). Die Regelungen hierzu finden sich unter dem Dach der Europäischen Gemeinschaft im EG-Vertrag.

 

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen in der Europäischen Gemeinschaft Handelshemmnisse abgebaut und der freie Warenverkehr gefördert werden (Binnenmarktpolitik). In der Sozialpolitik will die EG die Politik der Mitgliedstaaten ergänzen und unterstützen.

Europäisierung/Internationalisierung

Die Erweiterung der Europäischen Union und die Globalisierung stellen eine große Herausforderung für die Systeme der sozialen Sicherung dar. Dies gilt sowohl für die Anwendung der europäischen Vorschriften zu grenzüberschreitenden Leistungen der sozialen Sicherheit für die neuen EU-Mitgliedstaaten als auch für den Auf- oder Umbau stabiler Systeme der Sozialversicherung weltweit. Wichtige Katalysatoren im Prozess des europäischen bzw. internationalen Erfahrungsaustauschs sind die Europäische Arbeitsschutzagentur, die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO).

Evaluation von Präventionsmaßnahmen

Evaluation (Evaluierung) bedeutet ganz allgemein Bewertung oder Beurteilung von Prozessen, Gegenständen oder Maßnahmen. Evaluation im strengen Sinne ist die explizite und systematische Verwendung wissenschaftlicher Forschungsmethoden zur Beschreibung und Bewertung bestimmter Gegenstände oder Maßnahmen hinsichtlich Zielsetzung und Planung, Einrichtung und Durchführung sowie Wirksamkeit und Effizienz (Westermann, 2002).

Explosionsschutz

Explosionsschutz umfasst alle Maßnahmen zum Schutz vor Gefahren durch Explosionen.

Explosionsschutz-Zonen

Explosionsgefährdete Bereiche sind vom Arbeitgeber bzw. Betreiber nach der Wahrscheinlichkeit des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre in Explosionsschutz-Zonen einzuteilen. Explosionsfähige Atmosphäre ist nach der Betriebssicherheitsverordnung als gefährlich anzusehen, wenn sie in einer "gefahrdrohenden" Menge auftritt, so dass besondere Schutzmaßnahmen für die Aufrechterhaltung des Schutzes von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer oder anderer Personen erforderlich werden. Diese Einteilung hat gemäß Anhang 3 der Betriebssicherheitsverordnung seit Juni 2003 nach folgenden Zonendefinitionen zu erfolgen. Bei bestehenden Zonen ist eine Neueinteilung nicht erforderlich.

Explosionsschutzdokument

Die Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet den Arbeitgeber, eine spezielle Gefährdungsbeurteilung zum Explosionsschutz durchzuführen und ein Explosionsschutzdokument zu erstellen, sobald in einem Arbeitsbereich Explosionsschutz-Zonen festgelegt werden müssen.

 

Aus dem Dokument muss hervorgehen,

  • dass die Explosionsgefährdungen ermittelt und bewertet wurden
  • dass angemessene Vorkehrungen zum Explosionsschutz getroffen wurden
  • welche Bereiche in Zonen eingeteilt wurden und
  • für welche Bereiche die Mindestvorschriften des Anhangs 4 der Betriebssicherheitsverordnung gelten.