Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

Das kostenlose Glossar zum Thema Arbeitsschutz. Finden Sie über 400 Begriffsklärungen und mehr als 1.200 Schlagwörter zu den Themen Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebsanweisung, Betriebsarzt, Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Gesundheitsförderung und vieles mehr.

R-Sätze

R-Sätze sind Hinweise auf besondere Gefahren. Das R steht für Risiko. R-Sätze sind in der EG-Grundrichtlinie festgelegt und müssen auf der Kennzeichnung von Gefahrstoffen angegeben sein.

Radioaktive Stoffe

Radioaktive Stoffe haben die Eigenschaft, spontan und ohne äußere Einwirkung Energie in Form von Strahlung auszusenden und sich dabei, oft über eine Reihe von Zwischenstufen, in andere Stoffe oder Isotope umzuwandeln. Radioaktive Stoffe dürfen nur mit Genehmigung der nach Landesrecht zuständigen Behörde verwendet werden.

Rammen

Rammen sind kraftbetriebene Arbeitseinrichtungen, mit denen Rammelemente in den Boden eingetrieben oder aus ihm gezogen werden. Man unterscheidet das Rammen mit Schlagtechnik und das Rammen mit Vibrationstechnik. Maßgebend für die Wahl der jeweiligen Technik sind u. a. die geologischen Verhältnisse, statische Anforderungen des Rammgutes und mögliche Auswirkungen auf die Umgebung, wie Lärm oder Erschütterungen.

Randsicherungen

Randsicherungen (Abbildung) sind Einrichtungen, die den Absturz von Personen an Decken- und Dachkanten von Flächen mit einem Neigungswinkel £ 20° verhindern. Sie bestehen aus Randsicherungspfosten, Schutznetzen und Seilen.

Rauchen am Arbeitsplatz

Rauchen am Arbeitsplatz kann zu unterschiedlichen Problemen führen:

  • Belästigung und Gefährdung von Nichtrauchern (Passivraucher)
  • eigene Gefährdung durch Hauptstromrauch und Bildung neuer gefährlicher Stoffe aus luftgetragenen Arbeitsstoffbestandteilen (z. B. polycyclische Aromaten, Nitrosamine)
  • Beeinträchtigung der Qualität der hergestellten Produkte
  • Brand- und Explosionsgefährdung.

REACH

REACH steht für Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien). Die EU-Verordnung zu REACH zentralisiert und vereinfacht das Chemikalienrecht europaweit . Sie ist am 1. Juni 2007 in Kraft getreten. Ziel ist, den Wissensstand über die Gefahren und Risiken, die von Chemikalien ausgehen können, zu erhöhen.

Rechte der Beschäftigten

Die im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) öffentlich-rechtlich verankerten Rechte der Beschäftigten bewirken in Verbindung mit ihren Pflichten eine Verstärkung ihrer Eigenverantwortung und eine eigenständige, nicht einfach objektbezogene Rolle im Arbeitsschutz. Die rechtliche Verantwortung des Arbeitgebers für den betrieblichen Arbeitsschutz und die Rechte der betrieblichen Interessenvertretung bleiben davon unberührt.

Recycling

Recycling ist die Aufbereitung gebrauchter Materialien mit dem Ziel der Rückführung in die Stoffkreisläufe, also Wiederverwertung statt Verbrennung (thermische Verwertung) oder Ablagerung auf Deponien. Knappe Ressourcen, schwindender Deponieraum und das verstärkte Umweltbewusstsein führen zu dem Bestreben, Stoffkreisläufe zu erreichen. Auch Stoffe mit gefährlichen Eigenschaften wie Quecksilber oder andere Schwermetalle werden vorzugsweise im Stoffkreislauf gehalten. Durch Sortierung und Zerkleinerung (Shreddern) gebrauchter Materialien bzw. Abfälle sind neue Recyclingmöglichkeiten entstanden.

Regeln der Technik

In vielen Rechtsvorschriften wird hinsichtlich der Ausfüllung der Forderungen auf Regeln der Technik verwiesen, und zwar meistens in der Form, dass die behandelten Einrichtungen oder Verfahren den allgemein anerkannten Regeln der Technik (oder auch: sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln) entsprechen müssen.

 

Solche Regeln sind allgemein anerkannt, wenn sie in der Wissenschaft als theoretisch richtig bewertet und bei entsprechend geschulten Technikern generell bekannt und auf Grund fortdauernder praktischer Erfahrung als richtig und praktikabel erkannt sind. Die jeweilige Regel muss in der Fachpraxis bereits erprobt und bewährt sein. Damit ist eine gewisse Dauerhaftigkeit der gewählten Ausführung einer technischen Einrichtung verbunden, wobei in Kauf genommen wird, dass eine solche Ausführung nicht immer der neuesten technischen Entwicklung entspricht.

Regress

Als Regress wird die Haftung bezeichnet, die Personen bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Herbeiführung eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit gegenüber dem Unfallversicherungsträger hinsichtlich aller seiner Aufwendungen leisten müssen.

Rehabilitation

Rehabilitation ist die Sammelbezeichnung für alle Maßnahmen, die darauf abzielen, körperliche Schäden oder Gesundheitsschäden zu beseitigen bzw. zu mindern und die Betroffenen möglichst dauerhaft wieder ins Arbeitsleben und gesellschaftliche Leben einzugliedern. Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten wird die Rehabilitation vom zuständigen Unfallversicherungsträger übernommen (Steuerung des Verfahrens, Übernahme der Kosten).

Reinigen von Werkstücken

Alkalische oder neutrale Reinigungslösungen, anorganische Lösemittel, saure Reinigungslösungen und Emulsionsreiniger sind die am häufigsten eingesetzten Mittel zur Reinigung von Werkstücken.

Rettungsgeräte

Rettungsgeräte sind technische Hilfsmittel zur Rettung von Personen aus lebensbedrohlichen oder gefährlichen Situationen. Dazu zählen insbesondere Löschgeräte, Rettungsgurte, Höhentragen, Atemschutz- und Schneidgeräte, aber auch Notduschen, Rettungsboote und -ringe sowie Rettungsleinen und Sprungtücher.

Rettungstransporte

Bei vielen Unfällen, Vergiftungen oder Erkrankungen reichen Erste Hilfe bzw. die Behandlung des Verletzen oder Patienten durch einen Betriebssanitäter oder Arzt vor Ort nicht aus. Der Betroffene muss in ein Krankenhaus transportiert werden.

Rettungswege

Rettungswege sollen gewährleisten, dass Personen im Gefahrfall Räume und Gebäude schnell und sicher verlassen können. Sie führen im Allgemeinen über Treppen, Treppenräume, Gänge, Flure sowie Notabstiege und andere Fluchtwege. Zugleich sollen sie eine Rettung von außen ermöglichen.

Rettungswesten

Rettungswesten sind Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) gegen Ertrinken. Sie bewirken eine stabile, ohnmachtsichere Lage im Wasser. Nach einem Sturz ins Wasser drehen sie den Körper auch ohne eigenes Zutun in die richtige Schwimmlage (Rückenlage), so dass die Atemwege über dem Wasser bleiben. Außerdem erleichtern sie die Rettung des Verunglückten. Das Gebotszeichen (Abbildung) "Rettungsweste benutzen" weist auf die Gefährdungen sowie die Tragepflicht der PSA hin.

Risiko

Es gibt keinen einheitlichen Risikobegriff und keine in sich geschlossene Theorie, die alle vorliegenden Erkenntnisse integrieren könnte. Je nach Perspektive und Fragestellung wird unter Risiko etwas anderes verstanden. Die Begrifflichkeiten, Konzepte und Modelle unterscheiden sich zum Teil sehr deutlich.

 

Dennoch gibt es einen kleinsten gemeinsamen Nenner. Allgemein spricht man von Risiko, wenn die Möglichkeit eines Schadens oder Verlustes besteht, der die Folge eines Ereignisses oder einer Handlung ist. Der Begriff Risiko schließt zwei Komponenten ein. Zum einen die Unsicherheit bezüglich eines zukünftigen Zustands oder Ereignisses, zum zweiten einen Schaden, Verlust oder Nachteil als Folge dieses Ereignisses oder Zustands. Risiko ist also typischerweise dadurch gekennzeichnet, dass man nicht weiß, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmtes Ereignis in der Zukunft eintreten wird. Man weiß ebenso nicht, welchen Schaden (Art und Umfang) das Ereignis bewirken wird.

 

Oft spricht man nur dann von Risiko, wenn das Schaden bewirkende Ereignis eine Folge menschlicher Entscheidungen, Handlungen oder auch Unterlassungen ist. Naturereignisse wie Erdbeben, Meteoriteneinschläge, Überschwemmungen usw. sind in dieser Sichtweise nicht dem Risikobereich zuzurechnen. Hier ließe sich natürlich argumentieren, dass auch solche Phänomene von menschlichen Aktivitäten abhängen können (z. B. Klima) und auch die Schadenshöhe durch menschliches Tun oder Unterlassen direkt mitbestimmt werden kann. Man hätte ja erdbebensichere Gebäude errichten können oder in erdbebengefährdeten Gebieten erst gar nicht siedeln müssen.

Rohrleitungen

Rohrleitungen sind in der Richtlinie 97/23/EG - Druckgeräte-Richtlinie (DGRL) definiert als zur Durchleitung von Fluiden bestimmte Leitungsbauteile, die für den Einbau in ein Drucksystem miteinander verbunden sind. Zu Rohrleitungen zählen insbesondere Rohre oder Rohrsysteme, Rohrformteile, Ausrüstungsteile, Ausdehnungsstücke, Schlauchleitungen oder ggf. andere druckhaltende Teile. Wärmetauscher aus Rohren zum Kühlen oder Erhitzen von Luft sind Rohrleitungen gleichgestellt. Rohrleitungen gehören, wie auch die Druckbehälter und Dampferzeuger zu den Druckgeräten.

Rohrleitungen, Kennzeichnung

Die in Rohrleitungen enthaltenen Durchflussmedien können insbesondere bei Kontroll-, Wartungs- bzw. Reparaturarbeiten zu Gefahren führen. Um Verwechslungen und Gefährdungen durch die enthaltenen Medien zu vermeiden oder um eine wirksame Brandbekämpfung zu ermöglichen, müssen nicht erdverlegte Rohrleitungen nach dem Durchflussstoff gekennzeichnet werden.

Rollenbahnen

Rollenbahnen sind Fördermittel (Stetigförderer), die auf hintereinander liegenden Rollen Güter fördern. Es gibt Rollenbahnen mit und ohne Kraftantrieb. Sie können durch Kraftschluss und auch durch Formschluss die Förderkraft auf die Rollen übertragen. Das Fördergut wird von den Rollen selbst getragen.

Röntgenstrahlen

Röntgenstrahlen sind elektromagnetische Wellen von kleiner Wellenlänge und hoher Energie, die feste Körper zu durchdringen vermögen. Sie sind unsichtbar.