Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Teamarbeit, Gruppenarbeit

Die Produktivität eines Unternehmens wird nicht allein durch das "Sachvermögen" (z. B. die Produktionsanlagen), sondern besonders auch durch das "Humanvermögen", also die Fähigkeiten, Fertigkeiten und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter bestimmt. Neuere Managementstrategien setzen deshalb verstärkt auf die Erschließung dieser Potenziale. Dabei wird vor allem unterschiedlichen Formen der Gruppen- bzw. Teamarbeit eine zentrale Bedeutung beigemessen. Für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz ist diese Entwicklung aus unterschiedlichen Gründen sehr wichtig:

  • Teamarbeit kann zusätzliche Belastungen hervorrufen (sowohl eine steigende Arbeitsintensität als auch psychische Belastungen wie Gruppendruck, Mobbing)
  • Teamarbeit hat Einfluss auf Gruppennormen (beispielsweise Umgang mit Risiken)
  • Teamarbeit fördert aber auch die Eigenverantwortung und kann ein Instrument zur Förderung des Arbeitsschutzes sein.

 

Kennzeichen:

 

Allerdings ist nicht jedes Neben- und Miteinanderarbeiten, das in einer Gruppe erfolgt, als Gruppenarbeit einzustufen. Unter Gruppenarbeit kann allgemein die Zusammenarbeit (Erfüllung einer Aufgabe) einer begrenzten Anzahl von Mitarbeitern zur gemeinsamen Erreichung eines Ziels mit Ergebnisverantwortung der Gruppe verstanden werden. Wesentliche Kennzeichen von Gruppenarbeit sind:

  • Selbstorganisation der Gruppe (z. B. Planungs- und Gestaltungsspielraum sowie -kompetenz, partizipative Gruppenleitung, Methodenkompetenzen)
  • integratives Aufgabenverständnis
  • hohes Problembewusstsein
  • hohe Ergebnis- und Prozessverantwortung
  • Integrationsbereitschaft und Konsensfähigkeit
  • unmittelbares Interagieren (z. B. direkter Kontakt, vernetzte Kommunikation)
  • kooperatives Handeln (gegenseitige Unterstützung, Offenheit)
  • konstruktive Handhabung von Konflikten
  • gemeinsames interaktives Lernen.

Technische Arbeitshilfen

Technische Arbeitshilfen für behinderte Menschen dienen der behinderungsgerechten Arbeitsplatzgestaltung. Sie sollen vorhandene Fähigkeiten des behinderten Menschen fördern, Restfähigkeiten unterstützen und schützen oder ausgefallene Fähigkeiten zumindest teilweise ersetzen.

Technische Arbeitsmittel

Technische Arbeitsmittel sind nach dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) verwendungsfertige Arbeitseinrichtungen, die bestimmungsgemäß ausschließlich bei der Arbeit verwendet werden, weiterhin deren Zubehörteile sowie Schutzausrüstungen, die nicht Teil einer Arbeitseinrichtung sind. Teile von technischen Arbeitsmitteln fallen ebenfalls hierunter, wenn sie in einer Rechtsverordnung zum GPSG erfasst sind (z. B. Maschinenverordnung - 9. GPSGV).

 

Verbraucherprodukte sind Produkte, die für Verbraucher bestimmt sind oder unter vernünftigerweise vorhersehbaren Bedingungen von Verbrauchern benutzt werden können. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie für Verbraucher bestimmt sind oder nicht. Ein großer Teil der bei der Arbeit verwendeten Produkte sind somit Verbraucherprodukte im Sinne des GPSG.

Technische Regelwerke

Die Technischen Regelwerke enthalten Regeln der Technik und beschreiben den Stand der Technik. Sie haben zwar keine formale und unmittelbare Rechtswirksamkeit, in vielen Gesetzen, Verordnungen und Unfallverhütungsvorschriften wird jedoch auf sie Bezug genommen, so dass sie bei den Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu berücksichtigen sind.

 

Folgende Regelwerke sind hier von Bedeutung:

  • Technische Regeln für Acetylenanlagen und Calciumcarbidlager (TRAC)
  • Technische Regeln für Aufzüge (TRA)
  • Technische Regeln für brennbare Flüssigkeiten (TRbF)
  • Technische Regeln für Dampfkessel (TRD)
  • Technische Regeln für Druckbehälter (TRB)
  • Technische Regeln für Druckgase (TRG)
  • Technische Regeln für Rohrleitungen (TRR)
  • Technische Regeln für Gashochdruckleitungen (TRGL)
  • Technische Regeln für gefährliche Stoffe (TRgA und TRGS)
  • Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS)
  • Technische Regeln für Arbeitsstätten
  • Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR) zur Arbeitsstättenverordnung.

 

Diese Regeln werden in besonderen Ausschüssen erarbeitet, in denen Vertreter des Bundes und der Arbeitsschutzbehörden der Länder, der Unfallversicherungen, der öffentlichen und privaten Arbeitgeber, der Gewerkschaften, der Wissenschaft und der zugelassenen Überwachungsstellen angemessen vertreten sind. Anschließend werden sie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bekannt gemacht.

Technische Überwachungsorganisationen

In den Technischen Überwachungsorganisationen sind die amtlichen oder amtlich anerkannten Sachverständigen zusammengefasst, die z. B. die Prüfungen der überwachungsbedürftigen Anlagen nach dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) und der Betriebssicherheitsverordnung vornehmen sollen.

Teer

Teer ist ein flüssiges bis halbfestes, schwarzes oder braunes, stark riechendes Produkt, das bei der trockenen Destillation von Steinkohle, Braunkohle, Holz, Torf u. a. fossilen Brennstoffen entsteht und hauptsächlich aus Kohlenwasserstoff-Gemischen besteht. Für die Verarbeitung wird Teer durch Erhitzen flüssig gemacht.

Teilzeitarbeit

Teilzeitbeschäftigt ist ein Arbeitnehmer, dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers ist. Bei unregelmäßiger Wochenarbeitszeit ist auf den Jahresdurchschnitt abzustellen. Die Teilzeitarbeit ist geregelt durch das Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (TzBfG).

Telearbeit

Telearbeit ist eine seit über 20 Jahren bekannte Arbeitsform. Unter Telearbeit versteht man jede auf Informations- und Kommunikationstechnik gestützte Tätigkeit, die ausschließlich oder zeitweise an einem außerhalb der zentralen Betriebsstätte liegenden Arbeitsplatz verrichtet wird. Dieser Arbeitsplatz ist mit der zentralen Betriebsstätte durch elektronische Kommunikationsmittel verbunden.

 

Telearbeit tritt in unterschiedlichen Formen auf:

  • Teleheimarbeit: Alle Formen der Telearbeit am häuslichen PC-Arbeitsplatz des Mitarbeiters als ausschließliche Telearbeit zu Hause (Teleheimarbeit) oder als alternierende Telearbeit (teilweise in der Firma und teilweise als Teleheimarbeit).
  • Mobile Telearbeit: Ortsunabhängiges Arbeiten mit mobiler Kommunikationstechnik. Das "mobile Büro" wird hauptsächlich von Außendienstmitarbeitern und Servicetechnikern genutzt. Mittels moderner Informations- und Kommunikationstechnik ist es möglich, sich ortsungebunden online in das IT-Netz des Unternehmens einzuwählen, Daten abzufragen sowie Daten zu übertragen.
  • Telearbeit im Telecenter: Telearbeit in speziellen mit moderner Kommunikationstechnik ausgestatteten Satellitenbüros (speziell ausgelagerte Büros eines Unternehmens in Wohnortnähe der Mitarbeiter) oder Nachbarschaftsbüros (ähnlich den Satellitenbüros, die Büronutzung erfolgt jedoch durch mehrere Unternehmen).
  • On-site-Telearbeit: Telearbeit vor Ort beim Kunden oder Lieferanten, wobei die Telearbeiter zusätzlich ständig mit der eigenen Firma über stationäre Telearbeitsplätze in enger Verbindung stehen (vgl. Ueberschär/Ueberschär 2001).

Tierhaltung

Unter Tierhaltung ist die Haltung von Nutztieren zur Erzeugung von Fleisch, Milch oder anderen vom Tier stammenden Produkten zu verstehen.

Tischfräsmaschinen

Tischfräsmaschinen sind Maschinen, bei denen ein sich drehender senkrechter Werkzeugträger (Fräserdorn oder -spindel) innerhalb des Werkstückauflagetisches angeordnet ist. Der Werkzeugträger wird von unten her angetrieben. Werkzeugträger oder Werkstückauflagetisch können verstellbar sein.

Toleranzgrenzen

Toleranzgrenzen bestimmen in der Regel den Bereich, in dem die tolerierbaren Ist-Werte, Ist-Zustände oder das Normalverhalten liegen. Die Toleranzgrenze bezeichnet dann z. B. die höchstduldbare Abweichung von einem festgelegten Richtwert. In vielen Anwendungsfällen werden zwei Toleranzgrenzen definiert, die obere und die untere. Der Sollwert liegt zwischen diesen beiden Grenzen. Toleranzgrenzen dürfen nicht überschritten werden.

Toluol

Chemische Formel: C~7H~8. Synonyme: Methylbenzol, Anisen, Toluen. Toluol ist eine farblose, flüchtige, fast wasserunlösliche, leichtentzündliche, aromatisch riechende Flüssigkeit. Sie ist leichter als Wasser. Ihre Dämpfe sind aber schwerer als Luft und bilden mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch. Toluol findet als Grundchemikalie in der chemischen Synthese und als Lösemittel (z. B. in Lacken, Klebstoffen und Möbelpflegemitteln) breite Anwendung.

Transport gefährlicher Güter

Der Transport gefährlicher Güter findet grenzüberschreitend mit Kraftfahrzeugen, Bahn, Schiffen und Flugzeugen statt. Für jedes Transportmittel gibt es eigens zugeschnittene Bestimmungen. Um einen reibungslosen Übergang, z. B. von der Bahn auf die Straße zu gewährleisten, sind diese Bestimmungen untereinander abgestimmt. In Deutschland sind die entsprechenden Verordnungen unter dem Gesetz über die Beförderung von gefährlichen Gütern (GGBefG) erlassen. Der grenzüberschreitende Verkehr macht zudem eine weit gehende Harmonisierung der nationalen Vorschriften mit internationalen Abmachungen erforderlich. Informationen zum Transport gefährlicher Güter und Vorschriften im Volltext finden sich im Internet beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Treppen

Eine Treppe ist ein durch Stufen gegliedertes Verbindungsstück zwischen Ebenen unterschiedlicher Höhe. Man unterscheidet die horizontalen und vertikalen Flächen der Treppenstufen in Tritt- bzw. Setzstufen. Treppen werden seitlich durch Handläufe (an Wänden) und Geländer (an freien Seiten) bzw. an Baustellen durch Seitenschutz gesichert. Sie können gerade, gewendelt oder gerundet verlaufen, wobei sich dann die Trittstufen nach einer Seite ihres Grundrisses hin verjüngen.

Trichlorethen (Tri)

Chemische Formel: C~2HCl~3. Synonyme: Trichlorethylen, Tri, Chlorylen, Ethylentrichlorid, Benzinol, Ethylentrichlorid. Tri ist eine flüchtige, farblose, ätherisch riechende Flüssigkeit, unlöslich in Wasser. Die Dämpfe sind viel schwerer als Luft. Tri ist ein chlorierter Kohlenwasserstoff. Bei über 150 °C zersetzt sich Tri unter Bildung von Phosgen und giftigen Chlorverbindungen. In Verbindung mit Sauerstoff besteht Explosionsgefahr.

 

Tri wurde früher vielfach in der Metallentfettung, Chemischreinigung, als Lösemittel und als Bestandteil von Kaltreinigern eingesetzt. Mittlerweile bestehen starke Verwendungsbeschränkungen: Der Einsatz in Chemischreinigungsanlagen, Textilausrüstungsanlagen sowie als Extraktionsmittel ist verboten.

Tritte

Tritte im Sinne der UVV "Leitern und Tritte" sind treppenartige ortsveränderliche Aufstiege. Für geringe Steighöhen werden trag- oder verfahrbare Stufentritte aus Holz oder Metall und/oder Kunststoffen benutzt. Sie sind auf einer oder auf beiden Seiten bis zu einer Höhe von 1,00 m begehbar. Zu Tritten zählen auch Tritthocker mit festen, ausziehbaren oder ausklappbaren Stufen.

Türen, Tore

Türen und Tore sind Bauprodukte im Sinne des Bauproduktengesetzes. Ein Bauprodukt darf nur in Verkehr gebracht und frei gehandelt werden, wenn es brauchbar ist und die Konformitätsbedingungen der EU erfüllt. Ein Bauprodukt ist brauchbar, wenn es solche Merkmale aufweist, dass die bauliche Anlage, für die es verwendet werden soll, bei ordnungsgemäßer Instandhaltung dem Zweck entsprechend während einer angemessenen Zeitdauer und unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit gebrauchstauglich ist. Es muss die wesentlichen Anforderungen der mechanischen Festigkeit und Standsicherheit, des Brandschutzes, der Hygiene, des Gesundheits- und Umweltschutzes, der Nutzungssicherheit, des Schallschutzes sowie der Energieeinsparung und des Wärmeschutzes erfüllen.

 

Lage, Anzahl, Ausführung und Abmessungen von Türen und Toren müssen sich nach der Art und Nutzung der Räume richten. Die Sicherheitsanforderungen an Türen und Tore ergeben sich aus dem jeweiligen Verwendungszweck bzw. der Bauart.

Turmbauarbeiten

Unter Turmbauarbeiten im Sinne der "BG-Regeln beim Turm- und Schornsteinbau" versteht man das Errichten, Instandhalten, Ändern und Abbrechen turmartiger baulicher Anlagen, die im Endzustand mehr als 20 m hoch sind. Dabei handelt es sich um Bauten aus Mauerwerk, Beton oder Betonfertigteilen.

Turmdrehkrane

Unter Turmdrehkranen versteht man Krane, mit deren Hilfe Lasten über einen Ausleger (Nadelausleger, Laufkatzenausleger, Knickausleger), der an einem Turm befestigt ist, vertikal und horizontal transportiert werden können.