Arbeitsschutz

Schädlicher Lärm im Büro

Arbeitsschutz

Es müssen nicht immer vorbeifahrende Güterzüge, Kreissäge oder Bohrhammer sein, die unser Gehör auf Dauer schädigen. Auch Geräusche im Büro können uns auf Dauer gesundheitlich beeinträchtigen. Telefongespräche, Klingeltöne und ständige Unterhaltungen unter Kollegen: Dies stört eine konzentrierte Tätigkeit und macht langfristig krank.

Geräusche werden als Lärm empfunden, wenn sie unerwünscht sind. Unbestritten ist, dass dauerhafter Lärm über 80 dB(A) das Gehör schädigt. Nun hat sich aber bei der Bewertung der Arbeitsplätze zum Beispiel in Großraumbüros oder Callcentern etwas getan: Die technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 befasst sich jetzt auch mit Geräuschen, deren Schallpegel unter der Schwelle für Gehörgefährdung liegen – also Lärm in Arbeitsstätten, der unter von 80 dB(A) liegt.

"Wir sprechen hier von extra-auralen Wirkungen, also Wirkungen, die primär nicht das Gehör, sondern beispielsweise die Konzentrationsfähigkeit oder das psychische Wohlbefinden betreffen“, erklärt Arbeitsschutzexperte Simon Kraft, B·A·D-Themenverantwortlicher für Schall und Vibration.

Demnach können extra-aurale Lärmwirkungen können sein:

  • Beeinträchtigung der Sprachverständlichkeit und der akustischen Orientierung,
  • Störung der Arbeitsleistung (kognitive Leistung),
  • psychische Wirkung oder
  • physiologische Wirkung (Aktivierung des zentralen und vegetativen Nervensystems).

Unfälle und arbeitsbedingte Gesundheitsgefährdungen können entstehen, wenn Fehlentscheidungen oder -leistungen zu einer Gefährdung des Beschäftigten oder anderer Personen führen. Neben der Beeinträchtigung der Konzentration kann Lärm z. B. die Sprachkommunikation und die Wahrnehmung von akustischen Gefahrensignalen beeinträchtigen, die Fehlerquote erhöhen, die Reaktionsfähigkeit verringern, die Risikobereitschaft erhöhen oder die Sicherheit bei manuellen Tätigkeiten vermindern.

Hintergrund: Akustisch fühlen wir uns im Bereich zwischen 40 und 60 dB(A) am wohlsten. Sehr leise Räume werden als unangenehm empfunden, da hier oft das ungewollte Mithören von Gesprächen zur Ablenkung vom gerade Gedachten führt.

Lärm zählt zu den häufigsten Belastungsfaktoren in der Umwelt, in Betrieb und Büro. Dauerhafter Lärm führt zu physiologischen Reaktionen und Befindlichkeitsstörungen. Kommen weitere Belastungsfaktoren hinzu, führt dies zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen, etwa Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen des Verdauungssystems.

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