Brenner Basistunnel: TeamPrevent-Mediziner betreuen Beschäftigte

Hohe Anforderungen an den Arbeits- und Gesundheitsschutz

Bonn, Oktober 2017 - „Wenn ich heute durch einen Tunnel fahre, sehe ich ihn mit ganz anderen Augen“, sagt Francesco Ferraro. Seit Anfang 2017 betreut der Arbeitsmediziner zusammen mit seinem Kollegen Cristiano Mirisola und weiteren Mitarbeitern von Team Prevent Italien, einem Tochterunternehmen von B·A·D, die Beschäftigten rund um den Bau des Brenner Basistunnels. Mehr als 700 Menschen aus unterschiedlichen Ländern sind vor Ort: von Verwaltungsangestellten an Bildschirmarbeitsplätzen über Mineure, die im Tunnel arbeiten, bis hin zu Maschinisten, die die Fahrzeuge und Maschinen bedienen. Es ist eines der größten europäischen Bauprojekte. Fertiggestellt in 2026 wird der Tunnel mit 64 Kilometern die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt sein.

Wenn das Signalhorn ertönt jagen 500 Kilogramm Dynamit eine Druckwelle in den Schacht. Alle drei bis sechs Stunden passiert das täglich und lässt die Tunnelbauer minutenlang im Steinstaub und Qualm der Sprenggase verschwinden. Eine echte Herausforderung für die Gesundheit der Arbeiter und gleichermaßen für die Ärzte, die eben diese im Auge behalten sollen. „Im Vergleich zu anderen Branchen ist die Arbeit hier immer noch gefährlich“, so Ferraro und Mirisola. „Auch wenn wir hohe Standards haben.“

Als verantwortliche Arbeitsmediziner überwachen sie gemeinsam in enger Zusammenarbeit mit ihren Kollegen von der Arbeitssicherheit permanent das komplexe Gesundheitsschutz- und Arbeitssicherheitssystem. Nach wie vor sind die Bedingungen unter Tage extrem: tropische Hitze und der infernalische Lärm der Tunnelbohrmaschinen empfängt die Leute ebenso wie immer wieder eindringendes Wasser und schwarzer Staub. Ausgestattet mit Helmen, Staubmasken und Gehörschutz balancieren die Männer auf engen Stegen, stemmen schwere Stahlgitter über ihre Köpfe an die Tunnelwand und fixieren sie im Fels. Das setzt körperliche Gesundheit voraus.

Wegweisende Präventivuntersuchungen

Ob jemand den Job im Tunnel grundsätzlich machen kann wird in einer Vorsorgeuntersuchung gecheckt. Dazu gehört neben einer Befragung die Untersuchung aller wichtigen Organe inklusive einem Elektrokardiogramm in Ruhe und während Belastung auf dem Ergometer. Und auch ein Röntgenbild, eine Blut- und Urinuntersuchung sowie ein Hörtest fallen darunter. Die Fristen für die Untersuchungen schreibt das italienische Gesetz vor. Grundsätzlich gelten für Verwaltungspersonal je nach Alter Kontrollen alle zwei bis fünf Jahre, bei den übrigen Berufsgruppen sind jährliche Untersuchungen die Regel. Eine Ausnahme und in kürzeren Intervallen zum Check-up müssen diejenigen, die den besonderen Belastungen durch Lärm, Gase und Staub ausgesetzt sind.

Doch es sind nicht nur die physischen, sondern auch die mentalen Belastungen, denen die Beschäftigten dort ausgesetzt sind. Schichtarbeit und die Sorge vor Gesteinsniederbrüchen stellen die Menschen auf eine harte Probe. Dazu kommt die Arbeit in einer fremden Umgebung weit weg von Zuhause ebenso wie Sprachbarrieren.

Verstehen, wie die Arbeiten unter welchen Umständen im Tunnel durchgeführt werden, das könne man jedoch nur, wenn man selbst mitgeht, sagen die Arbeitsmediziner unisono. „Erst dann ist es möglich, die richtigen Maßnahmen und Entscheidungen zu treffen.“

Fotomaterial

Foto 1
Bildunterschrift: Durch die extremen Umgebungsbedingungen und die hohen Leistungsanforderungen sind die Tunnelarbeiter hohen Belastungen ausgesetzt.
Quelle: TeamPrevent srl

Foto 2
Bildunterschrift: Speziell entwickelte Leitungen und Schläuche spielen eine Schlüsselrolle im Tunnelbau.
Quelle: BTC-BrennerTunnelConstruction srl

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