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Glossar zu den Themen Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitsicherheit

Das kostenlose Glossar rund um den Erfolgsfaktor Arbeitsschutz. Finden Sie über 400 Begriffserklärungen und mehr als 1200 Schlagwörter zu den Themen Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebsarzt, Brandschutz, Gefährdungsberurteilung, Betriebsanweisung, Gesundheitsförderung und vieles mehr.

 
Buchstabe A
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Sehr häufig werden Abbeizmittel z. B. bei Renovierungsarbeiten sowie im Behälter- und Apparatebau verwendet. Allerdings können nur verseifbare Anstriche, z. B. Alkydharzlacke oder Ölfarben, abgelaugt werden. Als Beizmittel zum Reinigen von Metalloberflächen werden auch Salz-, Schwefel-, Salpeter-, Fluss-, Phosphor- oder Ameisensäure verwendet.

 

Bei Tätigkeiten mit Abbeizmitteln sind vergleichbare Schutzmaßnahmen zu beachten wie bei Arbeiten mit Säuren und Laugen bzw. Lösemitteln. Eine Ausnahme bilden allerdings die dichlormethanhaltigen Abbeizmittel. Hier sind erheblich umfangreichere Maßnahmen zu ergreifen. Als persönliche Schutzmaßnahmen eignen sich Handschuhe aus Fluorkautschuk und als Atemschutz bei Grenzwertüberschreitung ausschließlich umgebungsluftunabhängige Atemschutzgeräte. Arbeitsplatzmessungen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft zeigen, dass beim Abbeizen mit dichlormethanhaltigen Produkten die Arbeitsplatzgrenzwerte von Dichlormethan grundsätzlich überschritten sind.

 

Darüber hinaus existieren aus Gründen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes Einschränkungen bzw. Verbote u. a. bei der Verwendung dichlormethanhaltiger Abbeizmittel.

 

Bei zu entfernenden Anstrichen bzw. Beschichtungen sollte die Auswahl der Entschichtungstechniken in dieser Reihenfolge erfolgen:

  • mechanisches Entschichten, z. B. unter Verwendung von Flüssigkeitsstrahlern (Wasserhochdruckstrahlgeräten)
  • thermisches Entschichten
  • Ablaugen
  • Abbeizen mit dichlormethanfreien Abbeizern.

 

Die 2006 vom Ausschuss für Gefahrstoffe verabschiedete TRGS 612 zum Ersatz dichlormethanhaltiger Abbeizmittel lässt den Einsatz von Dichlormethan nur noch in wenigen begründeten Ausnahmefällen zu. Sie verlangt u. a., zunächst mehrere Probeflächen mit dichlormethanfreien Abbeizern anzulegen, um zu dokumentieren, dass die Altbeschichtungen tatsächlich nicht abgelöst werden. Erst danach darf - als ultima ratio - auf dichlormethanhaltige Produkte unter Einhaltung sehr aufwändiger Schutzmaßnahmen zurückgegriffen werden.

 

Auf EU-Ebene wird darüber hinaus eine Beschränkungsrichtlinie vorbereitet, in der Tätigkeiten mit dichlormethanhaltigen Abbeizern in Innenräumen verboten werden sollen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • TRGS 612 Ersatzstoffe, Ersatzverfahren und Verwendungsbeschränkungen für dichlormethanhaltige Abbeizmittel
  • Reizende Stoffe - Ätzende Stoffe (BGI 595)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Für Abbrucharbeiten ist in der Regel eine bauaufsichtliche Genehmigung einzuholen. An der Baustelle muss eine schriftliche Abbruchanweisung (Abbildung) vorliegen, die alle erforderlichen sicherheitstechnischen Angaben enthält. Auf die Schriftform kann verzichtet werden, wenn besondere sicherheitstechnische Angaben nicht erforderlich sind. Abbrucharbeiten müssen von fachlich geeigneten Vorgesetzten geleitet und von weisungsbefugten Personen (Aufsichtführende) beaufsichtigt werden, die ausreichende Kenntnisse für die arbeitssichere Durchführung besitzen.

 

Vor Beginn der Abbrucharbeiten sind die abzubrechenden und die daran angrenzenden Bauteile auf ihren baulichen Zustand zu untersuchen. Dies gilt insbesondere für Standsicherheit, konstruktive Gegebenheiten, statische Verhältnisse sowie Art und Zustand der Bauteile und Baustoffe. Entsprechend dem Ergebnis dieser Untersuchung ist von dem Leiter der Abbrucharbeiten deren Ablauf in der Abbruchanweisung festzulegen. Die Standsicherheit aller Bauteile muss während der Abbrucharbeiten jederzeit gewährleistet sein.

 

Man unterscheidet u. a. folgende Abbruchmethoden:

  • Einreißen
  • maschineller Abbruch, z. B. mit Baggern
  • Abbruch durch Sprengen
  • Abtragen von Hand
  • Abbruch durch Demontieren
  • Abbruch durch thermisches Trennen
  • Abbruch durch Bohren und Sägen.

 

Bauliche Anlagen oder Teile davon dürfen nicht durch Unterhöhlen oder Einschlitzen umgelegt werden. Hier gilt allerdings die Ausnahme, dass beim Umlegen von Schornsteinen das Einschlitzen unter besonderen Bedingungen mit der Genehmigung des Unfallversicherungsträgers (Berufsgenossenschaft, Gemeindeunfallversicherungsverband) zulässig ist.

 

Abbruch durch Einreißen darf nur ausgeführt werden, wenn

  • die Zugmittel (Seile oder Ketten) ohne Gefahr für die Beschäftigten an den Bauteilen befestigt werden können
  • die Zugmittel so lang sind, dass sich die Zugvorrichtung, z. B. die Zugmaschine, außerhalb des Gefahrbereichs befindet
  • die Beschäftigten gegen Zurückschlagen des Zugmittels geschützt sind.

 

Mit Baggern oder Ladern dürfen Abbrucharbeiten nur ausgeführt werden, wenn

  • deren Bauart entsprechend der Betriebsanleitung für die Abbruchmethode geeignet ist
  • die Reichhöhe der Arbeitseinrichtung mindestens gleich der Höhe der höchsten abzubrechenden Bauteile ist
  • bei einer Antriebsleistung von mehr als 15 kW der Fahrerplatz (Abbildung) durch ein widerstandsfähiges Schutzdach gesichert ist, soweit die Gefahr herabfallender schwerer Gegenstände besteht
  • bestimmte Sicherheitsabstände zwischen Geräten und abzubrechenden Bauteilen eingehalten werden.

 

Für das Sprengen von Bauwerken oder Bauwerksteilen ist eine behördliche Genehmigung einzuholen. Die Sprengarbeiten dürfen nur von Sprengberechtigten ausgeführt werden, die eine Erlaubnis oder einen Befähigungsschein für Bauwerkssprengungen besitzen.

 

Beim Abtragen von Hand stehen der Arbeitsplatz und die Absturzsicherung (Abbildung)der Beschäftigten im Vordergrund.

 

Unter Demontieren ist das Auseinandernehmen von Konstruktionsteilen einer baulichen Anlage, z. B. einer Industriehalle, zu verstehen. Demontage geschieht in der Regel in der umgekehrten Reihenfolge der Montage durch Lösen der Verbindungen oder Abtrennen durch Sägen oder Brennen. Bei dieser Abbruchmethode ist, wie beim Abtragen von Hand, vor allem auf die statischen Gegebenheiten, auf den Arbeitsplatz und die Absturzsicherung der Beschäftigten zu achten.

 

Beim thermischen Trennen wird zwischen dem Brennbohren mit Sauerstofflanzen (Kernlanzen oder Pulverlanzen) sowie dem Metallpulver-Schmelzschneiden unterschieden. In beiden Fällen wird durch die erzeugten hohen Temperaturen Beton, Gestein, Stahl und anderes Material zum Schmelzen gebracht.

 

Gefahren bei dieser Methode sind Brände, Brandverletzungen und Gesundheitsschäden durch Strahlungen, Gase und Stäube. Daher sind neben technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen auch geeignete persönliche Schutzmaßnahmen (Abbildung)zu treffen.

 

Die beim thermischen Trennen frei werdenden Teile müssen gegen Umfallen oder Wegrutschen gesichert werden.

 

Der Abbruch durch Bohren und Sägen erfolgt mit Hilfe von diamantbestückten Werkzeugen. Beim Bohren werden die abzubrechenden Teile so perforiert, beim Sägen so geteilt, dass sie mit den zur Verfügung stehenden Transportmitteln sicher entfernt werden können. Die verwendeten Werkzeuge müssen technisch einwandfrei sein und sicher geführt werden.

 

Die getrennten Teile müssen gegen Umkippen und Wegrutschen gesichert werden.

 

Bei Abbrucharbeiten gelten die Bereiche, in die Abbruchstoffe oder Bauwerksteile abstürzen oder abgeworfen werden können bzw. in denen bei Einreißarbeiten das Zugseil wegschleudern kann, als Gefahrbereiche. Ebenso gilt auch der jeweilige Sicherheitsabstand zuzüglich 4,0 m nach allen Seiten um das Abbruchgerät als Gefahrbereich. Diese Bereiche müssen z. B. durch Absperrung (Abbildung) und Warn- bzw. Verbotszeichen (Abbildung) oder durch Warnposten, die erforderlichenfalls mit Signalgeräten ausgerüstet sind, so abgesichert werden, dass unbefugtes Betreten verhindert wird.

 

Entsteht während des Abbruches durch Beeinträchtigung der Standsicherheit von Gebäudeteilen Gefahr für die Beschäftigten, hat der Aufsichtführende die Arbeiten zu unterbrechen. Sie dürfen nur nach Weisung der die Arbeit leitenden Person wieder aufgenommen werden.

 

Enthalten die zum Abbruch oder Abwracken bestimmten Bauwerks- und Geräteteile Asbest, Mineralwolle (KMF) oder andere Gefahrstoffe, so sind besondere Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

 

Zum Schutz der Beschäftigten und der Umgebung lässt sich der entstehende Staub durch Benetzen mit Wasser (Abbildung) niederschlagen. In sensiblen Bereichen kann eine Einhausung abzubrechender Bauteile z. B. durch das Verhängen von Gerüsten mit Planen erforderlich werden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Bauarbeiten (BGV C 22) / (GUV-V C22)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • UVV Seilschwebebahnen und Schlepplifte (BGV D 31)
  • UVV Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (BGV A 8) / (GUV-V A8) / (VSG 1.5)
  • UVV Sprengarbeiten (BGV C 24)
  • UVV Eigenbauarbeiten (LBG 2.7)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Kontaminierte Bereiche (BGR 128)
  • Sicherheitsregeln für staubemittierende handgeführte Maschinen und Geräte zur Bearbeitung von Asbestzement-Erzeugnissen (ZH 1/616)
  • TRGS 519 Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten
  • TRGS 524 Sanierung und Arbeiten in kontaminierten Bereichen
  • ATV DIN 18459 Abbruch- und Rückbauarbeiten
  • Abbrucharbeiten (BGI 665)
  • Turm- und Schornsteinbauarbeiten (BGI 778)
  • Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (BGI 664)
  • Broschüre: Abbruch und Asbest, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)
  • Broschüre: Selektiver Abbruch und verwendungsorientierter Rückbau - Checklisten zum präventiven Arbeitsschutz für die am Abbruch Beteiligten, hrsg. v. der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
  • Handlungsanleitung "Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffen (Glaswolle, Steinwolle)" (auch als GUV-I 8593)
  • Albracht, G./Schwerdtfeger, O. (Hrsg.): Herausforderung Asbest, Universum Verlag, Wiesbaden 1991 (Link)
  • Deutscher Abbruchverband (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Dabei ist auf Folgendes zu achten:

  • Die verwendeten Deckel, Bleche, Bohlen, Roste u. dgl. müssen ausreichend tragfähig sein, damit sie der Belastung beim Begehen oder Befahren standhalten.
  • Sie dürfen nicht verschiebbar sein, also nicht lose aufliegen.
  • Sie müssen möglichst bündig aufliegen, damit sie keine Stolperstellen bilden.
  • Klappbare Abdeckungen einschließlich der Angeln müssen im Fußboden eingelassen und aufgeklappt gegen unbeabsichtigtes Zuschlagen gesichert sein, möglichst durch selbsttätig wirkende Sicherungen, z. B. durch Fallriegel oder andere selbsttätig einrastende Sicherungen.
  • Auf Baustellen müssen vorübergehend aufgebrachte Abdeckungen begehbar, je nach Situation auch befahrbar sein. Außerdem sind sie unverschiebbar (z. B. durch Anschießen, Annageln, Zwangsleisten) zu befestigen; nicht durchtrittsichere Bauteile müssen durch entsprechende Einrichtungen gegen das Hineintreten, Hineinfallen oder Abstürzen von Personen gesichert werden (Absturzsicherungen).

 

Wenn Abdeckungen vorübergehend entfernt werden müssen, sind die Öffnungen oder Vertiefungen besonders zu sichern, z. B. durch auffällige allseitige Absperrungen in ausreichendem Abstand oder durch Umwehrungen.

 

Abdeckungen müssen nach Erfordernis auf einwandfreie Beschaffenheit überprüft werden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • UVV Bauarbeiten (BGV C 22) / (GUV-V C22)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • UVV Arbeitsstätten, bauliche Anlagen und Einrichtungen (VSG 2.1)
  • UVV Güllelagerung, Gruben, Kanäle und Brunnen (VSG 2.8)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 12/1-3 Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände
  • TRBS 2121 Gefährdung von Personen durch Absturz - Allgemeine Anforderungen
  • Hochbauarbeiten (BGI 530)
  • Metallroste (BGI 588) / (GUV-I 588)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Während im althergebrachten Sinne das Beseitigen von Abfällen stets im Vordergrund stand, ergibt sich aus einem modernen Umweltverständnis im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz folgende Reihenfolge:

 

1. Vermeiden

 

2. Verwerten (auch energetische Verwertung)

 

3. Beseitigen von Abfällen.

 

Spezielle Anforderungen in der Kreislaufwirtschaft, z. B. getrennte Sammelsysteme, Hinweis- und Kennzeichnungspflichten, Überprüfungsverfahren usw. werden in Verordnungen nach § 7 KrW-/AbfG geregelt.

 

Abfälle, die nicht verwertet werden, sind so zu beseitigen, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird, z. B.

  • darf die Gesundheit der Menschen nicht beeinträchtigt werden
  • dürfen Tiere und Pflanzen nicht gefährdet werden
  • dürfen Gewässer und Boden nicht schädlich beeinflusst werden
  • dürfen keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen oder Lärm herbeigeführt werden.

 

Hieraus ist u. a. erkennbar, dass beim Umgang mit Abfällen auch die Arbeitsschutzvorschriften zu beachten sind, z. B. die Umgangsvorschriften der Gefahrstoffverordnung.

 

Für die Entsorgung sind nach Landesrecht öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger zuständig. Zudem können Abfallerzeuger aus gewerblichen sowie sonstigen wirtschaftlichen Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen Verbände bilden, die mit der Erfüllung ihrer Verwertungs- und Beseitigungspflichten beauftragt werden.

 

Bereits bei der Produktherstellung sieht das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz Verantwortlichkeiten vor: Erzeugnisse sind möglichst so zu gestalten, dass bei deren Herstellung und Gebrauch das Entstehen von Abfällen vermindert wird und die umweltverträgliche Verwertung und Beseitigung der nach Gebrauch entstandenen Abfälle sichergestellt ist. Das Gesetz ermächtigt die Bundesregierung, Rücknahme- und Rückgabepflichten per Verordnung zu regeln (siehe z. B. Batterieverordnung, Altölverordnung).

 

Die ordnungsgemäße Entsorgung gefährlicher Abfälle unterliegt einer grundsätzlichen Nachweispflicht. Gefährliche Abfälle sind im Europäischen Abfallverzeichnis mit einem Stern * gekennzeichnet (bislang 405 Schlüsselnummern).

 

Abfälle zur Beseitigung dürfen gewerbsmäßig nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde eingesammelt oder befördert werden. Dies gilt nicht für die oben genannten Entsorgungsträger sowie das Einsammeln oder Befördern von Erdaushub, Straßenaufbruch und Bauschutt, soweit diese nicht durch Schadstoffe verunreinigt sind.

 

Auch kann die zuständige Behörde von Amts wegen oder auf Antrag das Einsammeln oder Befördern geringfügiger Abfallmengen im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmen von der Genehmigungspflicht freistellen.

 

Soweit eine Genehmigungspflicht besteht, müssen Fahrzeuge, die Abfälle auf öffentlichen Straßen befördern, mit zwei rechteckigen, rückstrahlenden weißen Warntafeln (Abbildung) versehen werden, die in schwarzer Farbe die Aufschrift "A" tragen.

 

In bestimmten Industriezweigen sind in den Unternehmen Betriebsbeauftragte für Abfall zu bestellen, die den Betreiber und die Betriebsangehörigen beraten und die Erfüllung der abfallrechtlichen Vorgaben kontrollieren. Sie haben z. B.

  • den Weg der Abfälle von ihrer Entstehung oder Anlieferung bis zu ihrer Entsorgung zu überwachen
  • die Betriebsangehörigen über schädliche Wirkungen von Abfällen aufzuklären
  • auf die Entwicklung und Einführung umweltfreundlicher und abfallarmer Verfahren hinzuwirken.

 

Die Zuordnung der Abfälle zu Schlüsselnummern ist inzwischen in der Europäischen Union harmonisiert. Für die grenzüberschreitende Verbringung von Abfällen gilt das Abfallverbringungsgesetz.

 

Oft bergen gerade Abfälle besondere Gefährdungen für die Beschäftigten, z. B. weil gefährliche Inhaltsstoffe bzw. Eigenschaften nicht bekannt sind. Die folgenden Hinweise helfen bereits bei der Entstehung des Abfalls, spätere Gefährdungen zu vermeiden:

 

Abfälle jeglicher Art sind möglichst umgehend in Abfallbehältern zu sammeln. Überall dort, wo Abfälle anfallen, müssen geeignete Behälter in ausreichender Größe und Anzahl zur Verfügung stehen. Die Behälter müssen verschließbar sein, wenn die Abfälle leichtentzündlich, unangenehm riechend oder unhygienisch sind. Bei leichtentzündlichen Abfällen müssen die Behälter aus nicht brennbarem Material bestehen. Fallen Abfälle verschiedener Art an, sollen sie getrennt in Behältern gesammelt werden.

 

Scherben und andere scharfkantige Abfälle gehören für sich allein in besondere Behälter; in Behältern mit anderen Abfällen oder in Papierkörben können sie zu Schnittverletzungen führen. Holzstücke mit hervorstehenden Nägeln dürfen nicht achtlos beiseite geworfen und liegen gelassen werden; vorstehende Nägel, Bandeisenteile oder Drahtstücke an Brettern, Kisten u. dgl. sind stets sofort zu entfernen oder wenigstens umzuschlagen.

 

Feuergefährliche und zur Selbstentzündung neigende Abfälle sind in den hierfür vorgeschriebenen Behältern (aus unbrennbarem Material mit dicht schließendem Deckel, besonders gekennzeichnet) zu sammeln, die spätestens nach Arbeitsschluss aus den Arbeitsräumen zu entfernen sind. In feuer- und explosionsgefährdeten Räumen dürfen diese Behälter nicht aufgestellt sein.

 

Zur Selbstentzündung neigen z. B. Rückstände von Öl-, Polyester- und Kunstharzlacken, die ölmodifizierte oder ölkombinierte Alkyl- oder Epoxidharze enthalten. Auch gebrauchtes öliges Putzmaterial kann sich durch seine große Oberfläche selbst entzünden.

 

Eisenspäne, die mit Öl benetzt sind, können zum Erglühen kommen. Besonders gefährlich sind Späne und staubförmiger Abfall von Magnesiumlegierungen.

 

Für brennbare Abfälle sollen Sammelplätze oder Sammelräume bestimmt sein, wo die Abfallbehälter nach Arbeitsschluss hinzubringen und evtl. zu entleeren sind; das Verbrennen solcher Abfälle in Feuerungsanlagen ist nicht zulässig und sehr gefährlich (Explosionsgefahr!); nur in nach dem Abfallgesetz zugelassenen Verbrennungsanlagen ist es erlaubt. Der Unternehmer hat anzuordnen, wie diese Abfälle zu beseitigen sind.

 

Brennbare Flüssigkeiten

(Reste, verschmutzte oder sonst nicht verwendbare Stoffe) sowie Stoffe, die mit Wasser, Säuren, Laugen oder anderen Stoffen brennbare oder gesundheitsgefährdende Dämpfe oder Gase entwickeln, dürfen nicht in Abwasserleitungen gegeben werden. Sie sind nach Sorten getrennt in geschlossenen und besonders gekennzeichneten Behältern zu sammeln und dann nach Anweisung zu beseitigen.

 

Natrium, Kalium, Aluminium-, Magnesium- und Zinkpulver, Natrium- und Kaliumsulfid sowie andere Stoffe entwickeln bei Berührung mit Wasser, Säuren oder Laugen brennbare und gesundheitsschädliche Gase.

 

Auch verschüttete schlüpfrige, ätzende oder brennbare Flüssigkeiten, z. B. Laugen, Säuren, Petroleum, Öl, müssen stets sofort und unter Beachtung der nötigen Vorsichtsmaßnahmen beseitigt werden. Verschüttete oder ausgelaufene Salpetersäure darf nicht mit Sägemehl, Putzwolle, Tüchern o. ä. Mitteln aufgenommen werden, da sonst lebensgefährliche nitrose Gase entstehen können. Steht Wasser nicht zur Verfügung oder darf es nicht verwendet werden, sind Kieselgur oder reiner Sand als Aufsaugmittel zu verwenden.

 

Das Beseitigen ätzender Stoffe ist im Allgemeinen durch Verdünnen mit viel Wasser möglich. Fallen große Mengen an, ist eine Neutralisation mit geeigneten Mitteln unumgänglich. Eine Erfolgskontrolle erfolgt zweckmäßig durch Anwendung von pH- oder anderen Indikator-Papieren.

 

Es ist sicherzustellen, dass Säuren, Laugen und nicht mehr gebrauchsfähige Lösungen, Spülwasser u. Ä. erst nach Passieren entsprechender Abwasserbehandlungssysteme in Abflüsse eingeleitet oder einer besonderen Abfallbeseitigungsanlage zugeführt werden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz - ElektroG)
  • Gesetz zur Ausführung der Verordnung (EG) Nr. 1013/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Juni 2006 über die Verbringung von Abfällen 1) und des Basler Übereinkommens vom 22. März 1989 über die Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung 2) (Abfallverbringungsgesetz - AbfVerBrG)
  • Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz - KrW-/AbfG)
  • Gesetz zur Vereinfachung der abfallrechtlichen Überwachung
  • Altölverordnung (AltölV)
  • Klärschlammverordnung (AbfKlärV)
  • Verordnung über Anforderungen an die Verwertung und Beseitigung von Altholz (Altholzverordnung - AltholzV)
  • Verordnung über Betriebsbeauftragte für Abfall (AbfBeauftrV)
  • Verordnung über das Europäische Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnis-Verordnung - AVV)
  • Verordnung über die Entsorgung gebrauchter halogenierter Lösemittel (HKWAbfV)
  • Verordnung über die Entsorgung polychlorierter Biphenyle, polychlorierter Terphenyle und halogenierter Monomethyldiphenylmethane (PCB/PCT-Abfallverordnung - PCBAbfallV)
  • Verordnung über die Entsorgung von gewerblichen Siedlungsabfällen und von bestimmten Bau- und Abbruchabfällen (Gewerbeabfallverordnung - GewAbfV)
  • Verordnung über die Nachweisführung bei der Entsorgung von Abfällen (Nachweisverordnung - NachwV)
  • Verordnung über die Rücknahme und Entsorgung gebrauchter Batterien und Akkumulatoren (Batterieverordnung - BattV)
  • Verordnung über die Überlassung, Rücknahme und umweltverträgliche Entsorgung von Altfahrzeugen (Altfahrzeug-Verordnung - AltfahrzeugV)
  • Verordnung über die umweltverträgliche Ablagerung von Siedlungsabfällen (Ablagerungsverordnung - AbfAblV)
  • Verordnung über die Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen (Verpackungsverordnung - VerpackV)
  • Verordnung über die Verwertung von Bioabfällen auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Böden (Bioabfallverordnung - BioAbfV)
  • Verordnung über Entsorgungsfachbetriebe (Entsorgungsfachbetriebeverordnung - EfbV)
  • Verordnung zur Transportgenehmigung (Transportgenehmigungsverordnung - TransgV)
  • UVV Müllbeseitigung (BGV C 27) / (GUV-V C27)
  • TRBA 212 Thermische Abfallbehandlung: Schutzmaßnahmen
  • TRBA 213 Abfallsammlung: Schutzmaßnahmen
  • TRBA 214 Abfallbehandlungsanlagen einschließlich Sortieranlagen in der Abfallwirtschaft
  • Gesundheitsschutz, Hygiene und arbeitsmedizinische Vorsorge in Abfallbehandlungsanlagen (BGI 5093)
  • Überwachung von Metallschrott auf radioaktive Bestandteile (BGI 723)
  • Schwager, B.: Altöl und Schmierstoffe. Leitfaden mit Kommentar zur novellierten Altölverordnung, Universum Verlag, Wiesbaden 2002 (Link)
  • Infozentrum UmweltWirtschaft (IZU) am Bayerischen Landesamt für Umwelt (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Während des Abkantvorgangs sind insbesondere die Hände durch Quetsch- und Scherstellen gefährdet. Unfälle sind häufig auf das Arbeiten mit Fußschaltung ohne Handschutz und auf das Führen oder Halten des Werkstückes mit den Händen zurückzuführen (Abbildung).

 

Handschutzmaßnahmen beim Biegen großer Bleche sind ebenso unerlässlich wie beim Verformen, z. B. von kleinen Blechstreifen. Dabei sind geeignete verstellbare Werkstückauflagen erforderlich. Ohne sie ist ein Handschutz nicht zu verwirklichen. Dies gilt entsprechend auch für Werkstückanschläge sowie ggf. für die Benutzung von Haltevorrichtungen.

 

Zur Sicherstellung des Handschutzes ist durch Verdeckung an den Stirnseiten des Werkzeuges und auf der Rückseite der Maschine ein Zugriff in die Gefahrstellen auszuschließen.

 

Als Handschutzmaßnahmen gegen Verletzungen durch das Pressenwerkzeug kommen bei Arbeiten, bei denen das Werkstück während des Biegevorgangs von Hand geführt werden muss, berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen (BWS) in Betracht in Form einer horizontal distanzierenden BWS mit Fußeinrückung oder einer Kombinationsschaltung BWS/Fuß.

 

Eine andere Form der Kombinationsschaltung ist die Variante Zweihand/Fuß. Weitere Schutzmaßnahmen sind Hubbegrenzungen (8 mm), reduzierte Schließgeschwindigkeit (< 10 mm/s) mit Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung sowie die ortsbindende Befehlseinrichtung (Abbildung).

 

Das Mitführen des zu biegenden Blechs kann auch durch programmierbare Werkstückauflagen erfolgen.

 

BWS dürfen bei Biegearbeiten nur verwendet werden, wenn sie den "Sicherheitsregeln für berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen an kraftbetriebenen Pressen der Metallbearbeitung" entsprechen. Dies gilt auch für distanzierende BWS und für solche, die in Form einer Kombinationsschaltung eingesetzt werden.

 

Bei Verwendung von BWS, Zweihandschaltungen oder Kombinationsschaltungen müssen die Pressensteuerungen den "Sicherheitsregeln für Steuerungen an kraftbetriebenen Pressen der Metallbearbeitung" entsprechen. Darüber hinaus müssen mechanische Gesenkbiegepressen hinsichtlich Kupplung, Bremse und Nachlaufüberwachungseinrichtung der BGR 500 "Betreiben von Arbeitsmitteln"

entsprechen.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Distanzierende BWS werden meist waagerecht vor der Gesenkbiegepresse angebracht, so dass eine Gefahr bringende Bewegung nur erfolgen kann, wenn sich Personen in einem durch die BWS vorgegebenen Abstand von den Gefahrstellen aufhalten. Dem Anbau der berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen kommt große Bedeutung zu, insbesondere auch den Maßnahmen gegen das Eindringen in das Schutzfeld.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Bei einer Kombinationsschaltung werden eine BWS oder eine sichere Zweihandschaltung so mit einer Fußschaltung verknüpft, dass die Schutzeinrichtungen während der Gefahr bringenden Schließbewegung, d. h. bis die zulässige Öffnungsweite von 8 mm erreicht ist, wirksam bleiben. Die Schließbewegung wird dann selbsttätig unterbrochen und kann mit einer Fußschaltung mit selbsttätiger Rückstellung, die den eigentlichen Biegevorgang einleitet, fortgesetzt werden.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Bei der Verarbeitung dicker Bleche ist die Einhaltung einer Öffnungsweite bis 8 mm nicht möglich. Sie darf daher bei Blechen mit einer Dicke &gt; 6 mm max. um das Maß der jeweiligen Blechdicke vergrößert werden, wenn</p>
  • die Breite des Oberwerkzeugs die des Werkstücks nicht überschreitet oder
  • die über die Werkstückbreite hinausgehenden Teile des Werkzeugs ausreichend verdeckt sind.

 

Bei einer Hubbegrenzung muss der Hub so eingestellt werden, dass der Abstand zwischen Unterkante Oberwerkzeug und Oberkante Unterwerkzeug - lotrecht gemessen - 8 mm nicht überschreitet. Ihre Anwendung beschränkt sich auf geringe Blechdicken bis etwa 6 mm. Zur Auslösung des Hubs genügt ein Fußtaster als Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung.

 

Bei der ortsbindenden Befehlseinrichtung wird die i. d. R. verwendete Fußeinrückung mindestens 1 m von der Biegelinie entfernt fest im Boden verankert. Die Schließbewegung muß an jeder Stelle unterbrochen werden können.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Sicherheitsregeln für berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen an kraftbetriebenen Pressen der Metallbearbeitung (ZH 1/281)
  • Sicherheitsregeln für Biegearbeiten auf kraftbetriebenen Gesenkbiegepressen (Abkantpressen) der Metallbearbeitung (ZH 1/387)
  • Sicherheitsregeln für Steuerungen an kraftbetriebenen Pressen der Metallbearbeitung (ZH 1/457)
  • Sicherheitsregeln für Zweihandschaltungen an kraftbetriebenen Pressen der Metallbearbeitung (ZH 1/456)
  • DIN EN 12622 Sicherheit von Werkzeugmaschinen; Hydraulische Gesenkbiegepressen
  • DIN EN 574 Sicherheit von Maschinen; Zweihandschaltungen; Funktionelle Aspekte; Gestaltungsleitsätze
  • DIN EN ISO 12100-1 Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze; Grundsätzliche Terminologie, Methodologie
  • DIN EN ISO 12100-2 Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze; Technische Leitsätze
  • Presseneinrichter (BGI 551)
  • Sicherheit bei der Blechverarbeitung (BGI 604)
  • Gefährdungs- und Belastungskatalog Nr. 02: Metallbe- und -verarbeitung, Verlag Technik & Information e.K., Bochum 2008 (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Ablauger sind geeignet zur Entfernung verseifbarer Beschichtungen wie Ölfarben, Alkydharzlacken u. a. Eine Nachbehandlung zur Neutralisation der abgelaugten Oberflächen mit schwachen Säuren sowie gründliches Abspülen sind erforderlich.

 

Die meisten Ablauger haben eine ätzende Wirkung. Beim Umgang mit diesen Produkten müssen deshalb Schutzbrillen sowie Schutzhandschuhe aus Polychloropren oder Nitrilkautschuk getragen werden. Die Berührung mit Augen, Haut und Kleidung ist zu vermeiden.

 

Ablauger können - bei Beachtung der persönlichen Schutzmaßnahmen - für bestimmte Arbeiten durchaus eine weniger gesundheitsschädliche Alternative zu den stark lösemittelhaltigen Abbeizern sein.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz (BGR 192) / (GUV-R 192)
  • Benutzung von Fuß- und Knieschutz (BGR 191) / (GUV-R 191)
  • Benutzung von Schutzhandschuhen (BGR 195) / (GUV-R 195)
  • Reizende Stoffe - Ätzende Stoffe (BGI 595)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Absturzsicherungen im stationären Betrieb müssen vorhanden sein, wenn an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen Absturzgefahr besteht. Das Gleiche gilt für Arbeitsplätze und Verkehrswege, die an Gefahrbereiche grenzen.

 

Absturzgefahr besteht im Allgemeinen

  • bei einer Absturzhöhe von mehr als 1,00 m über dem Boden oder über einer anderen ausreichend breiten tragfähigen Fläche, z. B. an hoch gelegenen Bedienungsplätzen, Arbeitsplätzen oder anderen Einrichtungen, an Arbeitsbühnen, Galerien, Podesten, Übergängen, Laufbrücken, Rampen und Treppen
  • bei Öffnungen und Vertiefungen, z. B. in Fußböden, Plattformen, Montageöffnungen, Luken und Gruben.

 

Bereiche mit der Gefahr des Hinunterfallens oder Hineinstürzens liegen z. B. vor, wenn Arbeitsplätze und Verkehrswege

  • sich 0,20 bis 1,00 m oberhalb der angrenzenden Bodenfläche befinden, z. B. schmale Laufstege, oder
  • sich an Bottichen, Becken und Behältern befinden, die heiße, ätzende oder giftige Stoffe enthalten oder solche Stoffe, in denen man versinken kann (z. B. Flüssigkeiten, Schlamm, Getreide, breiige Stoffe), oder Rührwerke beherbergen, deren Oberkanten weniger als 0,90 m über der Fußbodenfläche liegen.

 

Absturzsicherungen als ständige Einrichtungen sind:

  • an höher gelegenen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen Geländer (Seitenschutz) bzw. Umwehrungen
  • an Boden- und anderen Öffnungen feste oder bewegliche Abdeckungen bzw. feste oder abnehmbare Geländer
  • an Wandöffnungen (z. B. Wandluken mit weniger als 1,00 m über dem Standort liegender Unterkante), aus denen ein Absturz aus mehr als 1,00 m Höhe möglich ist, je nach den örtlichen Gegebenheiten z. B. Gitterschranken, Brustwehren oder Halbtüren.

 

Lässt die Eigenart des Arbeitsplatzes oder der durchzuführenden Arbeit Sicherungen der genannten Arten nicht zu, muss eine Sicherung gegen Ab- bzw. Hineinstürzen auf andere Weise erfolgen, z. B. durch Fanggerüste, Fangnetze oder Sicherheitsgeschirre (Anseilschutz).

 

Für Baustellen gelten wegen der ständig wechselnden Verhältnisse besondere Regelungen. Unter welchen Umständen Absturzsicherungen auf Baustellen zu treffen sind, richtet sich nach der jeweiligen Situation und der möglichen Absturzhöhe.

 

Unter der Absturzhöhe (Definition (Abbildung)) versteht man den Höhenunterschied zwischen der Absturzkante und der nächst tiefer gelegenen, ausreichend breiten und tragfähigen Fläche. Absturzkanten (Abbildung) sind Kanten, über die Personen mehr als 1,00 m tief abstürzen können. Sind Verkehrswege oder Arbeitsplätze auf Flächen bis einschließlich 60° Neigung vorhanden, wird die Absturzhöhe (Bemessung (Abbildung)) erst ab der Absturzkante gemessen. Im flacher geneigten Bereich spricht man von Abrutschen. Auf mehr als 60° geneigten Flächen ist der Standplatz mit der Absturzkante gleichzusetzen.

 

Absturzsicherungen auf Baustellen sind immer einzurichten:

 

1. unabhängig von der Absturzhöhe an

 

Arbeitsplätzen an und über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann

 

Verkehrswegen über Wasser oder anderen festen oder flüssigen Stoffen, in denen man versinken kann

 

2. bei mehr als 1,00 m Absturzhöhe, soweit nicht nach Nummer 1 zu sichern ist, an

 

freiliegenden Treppenläufen und -absätzen

 

Wandöffnungen

 

Bedienungsständen von Maschinen und deren Zugängen

 

3. bei mehr als 2,00 m Absturzhöhe an allen übrigen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen

 

4. bei mehr als 3,00 m Absturzhöhe abweichend von Nummer 3 an Arbeitsplätzen und Verkehrswegen auf Dächern

 

5. bei mehr als 5,00 m Absturzhöhe abweichend von Nummern 3 und 4 beim Mauern über die Hand und beim Arbeiten an Fenstern.

 

Nur wenn Absturzsicherungen aus arbeitstechnischen Gründen (z. B. wenn Arbeiten an Absturzkanten ausgeführt werden müssen) nicht angebracht werden können, dürfen statt dessen Auffangeinrichtungen geschaffen werden. Darunter versteht man z. B. Fanggerüste, Dachfanggerüste oder Auffangnetze. Der Höhenunterschied zwischen Absturzkante und der Einrichtung zum Auffangen darf bei Ausleger-, Konsol- und Hängegerüsten als Fanggerüste nicht mehr als 3,00 m betragen, bei Dachfanggerüsten nicht mehr als 1,50 m, bei allen sonstigen Fanggerüsten nicht mehr als 2,00 m und bei Auffangnetzen nicht mehr als 6,00 m.

 

Da der Einsatz kollektiver Schutzmaßnahmen immer Vorrang vor individuellen Maßnahmen hat, darf Anseilschutz als Ersatz für bauliche Maßnahmen nur verwendet werden, wenn Absturzsicherungen oder Auffangeinrichtungen nicht zweckmäßig sind. Voraussetzung für die Verwendung des Anseilschutzes ist außerdem das Vorhandensein geeigneter Anschlageinrichtungen (Anschlagmittel, Anschlagpunkte).

 

Für Arbeiten auf Leitern

gelten besondere Bestimmungen (siehe UVV "Bauarbeiten").

 

An Öffnungen in Böden, Decken und Dachflächen sowie Vertiefungen müssen Einrichtungen vorhanden sein, die ein Abstürzen, Hineinfallen oder Hineintreten von Personen verhindern. Als Öffnungen gelten

  • Öffnungen mit einem Flächenmaß £ 9 m² oder
  • gradlinig begrenzte Öffnungen, bei denen eine Kante £ 3 m lang ist.

 

Öffnungen oder Vertiefungen müssen umwehrt oder begehbar und unverschieblich abgedeckt (Abbildung) oder mit tragfähigem Material verfüllt oder ausgefüttert sein.

 

Absturzsicherungen sind nicht erforderlich, wenn

  • Arbeitsplätze und Verkehrswege auf Flächen mit weniger als 20° Neigung liegen und in mindestens 2,00 m Abstand von den Absturzkanten abgesperrt sind. Absperrungen können durch Geländer, Ketten oder Seile, nicht jedoch durch Flatterleinen oder Flatterbänder erstellt werden.
  • Arbeitsplätze und Verkehrswege höchstens 0,30 m von anderen tragfähigen Flächen entfernt liegen.
  • Arbeitsplätze innerhalb gemauerter Schornsteine oder ähnlicher Bauwerke mindestens 0,25 m unter der Mauerkrone liegen.
  • Ausnahmefälle (Eigenart und Fortgang der Arbeit rechtfertigen eine Sicherheitseinrichtung oder -maßnahme nicht oder noch nicht wie z. B. beim Gerüstbau) vorliegen, bei denen die Arbeiten von fachlich geeigneten Personen nach Unterweisung durchgeführt werden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Bauarbeiten (BGV C 22) / (GUV-V C22)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • UVV Arbeitsstätten, bauliche Anlagen und Einrichtungen (VSG 2.1)
  • UVV Eigenbauarbeiten (LBG 2.7)
  • UVV Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2)
  • UVV Weinberganlagen (VSG 2.5)
  • Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten aus Höhen und Tiefen (BGR 199) / (GUV-R 199)
  • Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz (BGR 198) / (GUV-R 198)
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 12/1-3 Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände
  • TRBS 2121 Gefährdung von Personen durch Absturz - Allgemeine Anforderungen
  • Hochbauarbeiten (BGI 530)
  • Persönliche Schutzausrüstungen (BGI 515)
  • Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz (BGI 748)
  • Seitenschutz, Randsicherungen und Dachschutzwände als Absturzsicherung bei Bauarbeiten (BGI 807)
  • Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 41 Arbeiten mit Absturzgefahr (BGG 904 / G 41)
  • Steiger, Ch.: Arbeitssicherheit auf Baustellen - Arbeitsplätze, Verkehrswege und Gerüste, Expert-Verlag, Renningen-Malmsheim 1994
  • CD-ROM: "BG-INFO - Die CD-ROM der BG BAU", Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) fordert, dass die Gewässer als Bestandteil des Naturhaushaltes so bewirtschaftet werden, dass sie dem Wohl der Allgemeinheit und im Einklang damit dem Nutzen Einzelner dienen. Vermeidbare Beeinträchtigungen der ökologischen Funktionen der Gewässer und der direkt von ihnen abhängigen Landökosysteme und Feuchtgebiete müssen zur Gewährleistung einer nachhaltigen Entwicklung unterbleiben. Gewässer sind alle oberirdischen Gewässer, Küstengewässer sowie das Grundwasser.

 

Grundsätzlich ist jedermann verpflichtet, bei Maßnahmen, mit denen Einwirkungen auf ein Gewässer verbunden sein können, die nach den Umständen erforderliche Sorgfalt anzuwenden, um eine Verunreinigung des Wassers oder eine sonstige nachhaltige Veränderung seiner Eigenschaften zu verhüten und eine sparsame Verwendung des Wassers zu erzielen.

 

Eine Benutzung der Gewässer bedarf in der Regel der behördlichen Erlaubnis oder Bewilligung. Als Benutzung gilt auch das Einbringen und Einleiten von Abwasser in Gewässer, einschließlich des Grundwassers, sowie alle anderen Maßnahmen, die dauernd oder nicht nur unerheblich schädliche Veränderungen der Wasserbeschaffenheit herbeiführen können.

 

Erlaubnis und Bewilligung können unter Festsetzung von Benutzungsbedingungen und Auflagen von den zuständigen Wasserbehörden erteilt werden.

 

Eine Erlaubnis für das Einleiten von Abwasser darf nur erteilt werden, wenn die Schadstofffracht im Abwasser so gering gehalten wird, wie dies bei Einhaltung der jeweils in Betracht kommenden Verfahren nach dem Stand der Technik möglich ist.

 

Weitere Einzelheiten sind in den Landes-Wasser-Gesetzen geregelt, u. a. Pflicht und Pläne zur Abwasserbeseitigung und zum Betrieb von Abwasseranlagen.

 

Benutzer von Gewässern, die an einem Tag mehr als 750 m³ Abwasser einleiten dürfen, haben einen oder mehrere Betriebsbeauftragte für Gewässerschutz (Gewässerschutzbeauftragte) zu bestellen. Zu den Aufgaben und Pflichten des Gewässerschutzbeauftragten gehören u. a.:

  • die Einhaltung von Vorschriften, Bedingungen und Auflagen im Interesse des Gewässerschutzes zu überwachen
  • die Funktionsfähigkeit der betrieblichen Abwasseranlagen zu überprüfen
  • auf die Anwendung geeigneter Abwasserbehandlungsverfahren hinzuwirken
  • auf die Entwicklung und Einführung umweltfreundlicher Produktionen hinzuwirken.

 

Zu den wassergefährdenden Stoffen zählen feste, flüssige und gasförmige Stoffe, die geeignet sind, nachhaltig die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit des Wassers nachteilig zu verändern. Hierzu gehören insbesondere:

  • Säuren, Laugen;
  • Alkalimetalle, Siliziumlegierungen mit über 30 % Silizium, metallorganische Verbindungen, Halogene, Säurehalogenide, Metallcarbonyle und Beizsalze;
  • Mineral- und Teeröle sowie deren Produkte;
  • flüssige sowie wasserlösliche Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Aldehyde, Ketone, Ester, halogen-, stickstoff- und schwefelhaltige organische Verbindungen und
  • Gifte.

 

Anlagen zum Lagern, Abfüllen, Herstellen und Behandeln wassergefährdender Stoffe sowie Anlagen zur Verwendung wassergefährdender Stoffe im Bereich der gewerblichen Wirtschaft und im Bereich öffentlicher Einrichtungen müssen so beschaffen sein und so eingebaut, aufgestellt, erhalten und betrieben werden, dass eine Verunreinigung der Gewässer oder eine sonstige nachteilige Veränderung ihrer Eigenschaften nicht zu erwarten ist. Dies gilt auch für Rohrleitungsanlagen, die den Bereich eines Werksgeländes nicht überschreiten.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über Abgaben für das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserabgabengesetz - AbwAG)
  • Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz - WHG)
  • Wassergesetze der Länder
  • Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Wasserhaushaltsgesetz über die Einstufung wassergefährdender Stoffe in Wassergefährdungsklassen (VwVwS) und Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Änderung der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe
  • Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserverordnung - AbwV)
  • Verordnung zur Umsetzung der Richtlinie 80/68/EWG des Rates vom 17. Dezember 1979 über den Schutz des Grundwassers gegen Verschmutzung durch bestimmte gefährliche Stoffe (Grundwasserverordnung - GrWV)
  • UVV Abwassertechnische Anlagen (BGV C 5) / (GUV-V C5)
  • TRBA 220 Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen (auch als BGR 145 und GUV-R 145)
  • Liste wassergefährdender Stoffe (Umweltbundesamt) (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Die Arbeit der Beschäftigten in der Ortsentwässerung umfasst Tätigkeiten wie die Reinigung, Wartung und Kontrolle von Kanälen und Regenrückhaltebecken, die Hochdruckspülung von Abwasserkanälen, das Entfernen von Sperrgut und die Reinigung von Öl-, Benzin- und Fettabscheidern. Die in der Abwasserbehandlung anfallenden Arbeiten umfassen die Reinigung von Schneckenpumpwerken, Becken und Gerinnen, das Beheben von Störungen an technischen Einrichtungen, die Entleerung von Handrechen und Rechengut-Containern, Instandsetzungsarbeiten an Oberflächenbelüftern und die Entnahme und Analyse von Schlammproben.

 

Die Beschäftigten sind bei ihren Tätigkeiten erheblichen Gefährdungen ausgesetzt: Bei der Begehung der Kanäle bestehen Gefahrenmomente durch eine unmittelbare Exposition gegenüber Abwasser. Beim Einsteigen in Schächte bestehen eine erhöhte Absturzgefahr sowie Gefahren durch eventuellen Sauerstoffmangel und erstickende oder giftige Gase. Durch den Einsatz von Hochdruckreinigern werden die Beschäftigten im besonderen Maße einer Aerosol-Exposition ausgesetzt. Schließlich kann es im Rahmen eines Störfalls zur Bildung von Faulgas kommen. Darüber hinaus besteht bei der Arbeit in abwassertechnischen Anlagen die Gefahr, dass sich die Beschäftigten Infektionen, Erkältungskrankheiten, Bandscheibenschäden und lärmbedingte Erkrankungen zuziehen. Außerdem sind sie Schadstoffen und Ungeziefer ausgesetzt.

 

In der UVV "Abwassertechnische Anlagen" sind Regelungen für alle Anlageteile enthalten, die der Abwasserableitung und Abwasserbehandlung dienen. Für explosionsgefährdete Betriebsbereiche, z. B. Bauwerke der Abwasserableitung und Einlaufbauwerke (Rechengebäude), sind die "Explosionsschutz-Richtlinien (EX-RL)" zu beachten.

 

Die Arbeitsabläufe und auch die gesundheitlichen Belastungen sind in abwassertechnischen Anlagen sehr unterschiedlich. Um den Gefährdungen entgegenzuwirken, ist es erforderlich, zunächst die Gefahrenquellen durch bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen zu beseitigen. Zur Gefahrenabwehr gehört auch der persönliche Schutz in Form von geeigneter Schutzkleidung, Schutzhandschuhen, Fußschutz, Augenschutz und Atemschutz. Persönliche Schutzausrüstung ist nach Bedarf zu wechseln und durch den Unternehmer zu reinigen. Daneben ist eine ausreichende Hygiene verpflichtend. Nach dem Umgang mit Abwasser müssen die Hände mit Wasser und Reinigungsmitteln gewaschen werden. Dazu gehört die Verwendung von Hautreinigungs-, Hautschutz- und Hautpflegemitteln. Parallel dazu sind gemäß UVV "Abwassertechnische Anlagen" regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen der Beschäftigten gefordert. Als wesentliche präventive Maßnahme gegen Infektionsgefährdung kommen dabei Schutzimpfungen - z. B. gegen Hepatitis A - in Betracht.

 

Soweit nicht schon durch Bau und Ausrüstung von abwassertechnischen Anlagen Arbeiten in umschlossenen Räumen auf ein Mindestmaß beschränkt werden können, müssen die Arbeitsmittel und Arbeitsverfahren so gestaltet werden, dass das Einsteigen und der Aufenthalt in umschlossenen Räumen nur in Ausnahmefällen erforderlich wird. So sollen z. B. Reinigungsarbeiten mit Hilfe entsprechender Geräte, Maschinen und Fahrzeuge möglichst nur von über Tage aus durchgeführt werden. Wenn Arbeiten in umschlossenen Räumen dennoch nicht zu vermeiden sind, hat der Unternehmer die möglichen Gefahren zu ermitteln und Schutzmaßnahmen festzulegen.

 

Außer weiteren Hinweisen zu Vorsorgemaßnahmen gegen Absturzgefahren sowie Gefahren durch elektrischen Strom und bauliche Einrichtungen, z. B. Spülkippen und kraftbetätigte Absperrschieber, enthalten die Unfallverhütungsvorschriften und die Sicherheitsregeln auch Regelungen über eventuell notwendig werdende Rettungsmaßnahmen. Grundsätzlich soll eine Kanalkolonne in der Lage sein, einen Verletzten selbst zu retten, da z. B. bei Lebensgefahr für das Unfallopfer, verursacht durch Sauerstoffmangel oder toxisch wirkende Gase und Dämpfe, zu viel Zeit bis zum Eintreffen eines Rettungswagens vergehen kann.

 

Zur praktischen Umsetzung der Biostoffverordnung dient die BG-Regel "Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen" (BGR 145).

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz - IfSG)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Abwassertechnische Anlagen (BGV C 5) / (GUV-V C5)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen (BGR 126) / (GUV-R 126)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Steiggänge für Behälter und umschlossene Räume (BGR 177)
  • Richtlinie 2000/54/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000 über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch biologische Arbeitsstoffe bei der Arbeit (siebte Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG)
  • TRBA 220 Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen (auch als BGR 145 und GUV-R 145)
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge und Beratung im Abwasserbereich (GUV-I 8521)
  • Beispielsammlung Explosionsschutzmaßnahmen bei der Arbeit im Bereich von abwassertechnischen Anlagen (BGI 5033) / (GUV-I 8594)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Gesundheitsgefahren:

Acetaldehyd-Dämpfe wirken stark reizend auf die Schleimhäute der Atmungsorgane und Augen. Bei längerer Einwirkung höherer Konzentrationen können chronische Entzündungen der Haut und der Schleimhäute auftreten. Es besteht Krebsverdacht.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

Ist mit dem Austreten von Acetaldehyd aus Apparaturen und Behältern zu rechnen, müssen die Räume besonders in Bodennähe gut gelüftet sein. Bei Arbeiten mit Acetaldehyd müssen Schutzbrille, Schutzhandschuhe aus Butylkautschuk, Gummistiefel und eventuell Schutzanzug getragen werden. Als Atemschutz eignen sich Gasfilter AX (braun) für Niedrigsieder. Sind in der Atemluft noch andere organische Gase/Dämpfe vorhanden, dürfen nur umgebungsluftunabhängige Atemschutzgeräte verwendet werden. Gummi wird auf die Dauer von Acetaldehyd angegriffen, deshalb sind alle Gummiteile regelmäßig auf Brauchbarkeit zu prüfen. Benetzte Kleidungsstücke (auch Schuhe) sind sofort auszuziehen und die Haut ist mit viel Wasser zu spülen.

 

Die Lagerung muss unter Schutzgas (z. B. Stickstoff) erfolgen - bei niedriger Temperatur (unter dem Siedepunkt) drucklos, sonst unter Gasdruck.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbole: F+ (Hochentzündlich), Xn (Gesundheitsschädlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 12 Hochentzündlich
  • R 36/37 Reizt die Augen und die Atmungsorgane
  • R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
  • S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen
  • S 33 Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladungen treffen
  • S 36/37 Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung und Schutzhandschuhe tragen.

 

Weitere Angaben:

Flüssigkeit mit einem Flammpunkt < 21 °C, die sich (oder brennbare, flüssige Bestandteile) bei 15 °C in jedem beliebigen Verhältnis in Wasser löst (vormals Kategorie B der VbF).

 

WGK 1: schwach wassergefährdend.

 

Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 50 ml/m^3 (ppm) bzw. 91 mg/m^3.

 

Krebserzeugend der Kategorie K3: Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Gesundheitsgefahren:

Aceton wird überwiegend durch die Atemwege aufgenommen, in geringen Mengen auch durch die Haut. Reizwirkung auf Augen und obere Atemwege, in hohen Konzentrationen Störung des Zentralnervensystems (narkotische Wirkung). Hautveränderungen sowie Leber- und Nierenschäden können auftreten.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

  • Gute Raumlüftung
  • Dämpfe absaugen
  • Ex-Schutz beachten
  • Rauch- und Schweißverbot im Arbeitsraum
  • Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden
  • Handschuhe aus Butylkautschuk tragen
  • Atemschutzfilter AX (braun) benutzen, bei Grenzwertüberschreitungen in Verbindung mit anderen organischen Stoffen dürfen nur umgebungsluftunabhängige Atemschutzgeräte verwendet werden.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: F (Leichtentzündlich), Xi (Reizend).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 11 Leichtentzündlich
  • R 36 Reizt die Augen
  • R 66 Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen
  • R 67 Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
  • S 9 Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren
  • S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen
  • S 26 Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.

 

Weitere Angaben :

Flüssigkeit mit einem Flammpunkt < 21 °C, die sich (oder brennbare, flüssige Bestandteile) bei 15 °C in jedem beliebigen Verhältnis in Wasser löst (vormals Kategorie B der VbF).

 

WGK 1: schwach wassergefährdend.

 

Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 1200 mg/m³ bzw. 500 ml/m³.

 

Biologischer Grenzwert (TRGS 903): 80 mg/l Urin.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz (BGR 192) / (GUV-R 192)
  • Benutzung von Hautschutz (BGR 197)
  • Benutzung von Schutzhandschuhen (BGR 195) / (GUV-R 195)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • TRGS 900 Arbeitsplatzgrenzwerte
  • Lösemittel (BGI 621)
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Gesundheitsgefahren:

Der Hauptaufnahmeweg erfolgt über die Atemwege. Wirkungen: Reizwirkung auf Atemwege. Betäubende Wirkung durch Sauerstoffverdrängung im Gehirn. Vergiftungen sind in der Regel auf Verunreinigungen des Stickgases durch Selen-, Phosphor-, Arsen- und Schwefelwasserstoff zurückzuführen. Akute Wirkungen können Kopfschmerzen, Atemnot, Bewusstseinstrübungen und Lungenödem sein.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

  • Ventile nicht mit Gewalt öffnen
  • Bei Flaschenwechsel stets Ventile von gefüllten und leeren Flaschen auf Dichtigkeit prüfen
  • Gase absaugen
  • Von Wasser fernhalten
  • Behälter an einem gut belüfteten Ort aufbewahren
  • Ex-Schutz beachten
  • Rauchverbot beachten
  • Als Atemschutz in Ausnahmefällen, z. B. bei unbeabsichtigter Freisetzung, umgebungsluftunabhängiges Atemschutzgerät verwenden.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: F+ (Hochentzündlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 5 Beim Erwärmen explosionsfähig
  • R 6 Mit und ohne Luft explosionsfähig
  • R 12 Hochentzündlich.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
  • S 9 Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren
  • S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen
  • S 33 Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladungen treffen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • Sicherheitseinrichtungen gegen Gasrücktritt und Flammendurchschlag in Einzelflaschenanlagen (BGI 692)
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)
  • Technische Regeln für Acetylenanlagen (Acet) und Calciumcarbidlager (TRAC) im Internet (Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Bau und Ausrüstung von Ackerschleppern werden im EG-Recht durch die "Traktoren-Richtlinie" 2003/37/EG und andere Einzel-Richtlinien geregelt. Grundlage für die Umsetzung dieser Richtlinien in das nationale Recht ist das Straßenverkehrsrecht (StVZO). Ein Teil der Regelungen berücksichtigt aber auch Belange des Arbeitsschutzes. Dies gilt insbesondere für den Führersitz, Umsturzschutzvorrichtungen, Geräuschpegel in Ohrenhöhe des Fahrers, Betätigungsraum und andere Bauteile. Die Einhaltung der Anforderungen wird im Rahmen des Genehmigungsverfahrens seit dem 1. Juli 2005 nach der Richtlinie 2003/37/EG geprüft. In der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG werden sicherheitstechnische Aspekte, die nicht durch die "Traktoren-Richtlinie" abgedeckt sind, erfasst und durch harmonisierte Normen konkretisiert.

 

Der Unternehmer darf nach den Unfallverhütungsvorschriften der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen nur dann erstmals in Betrieb nehmen, wenn eine EG-Typenbescheinigung nach der Richtlinie 2003/37/EG vorliegt oder eine nationale Betriebserlaubnis erteilt ist und zusätzlich die sicherheitstechnischen Anforderungen der einschlägigen EG-Richtlinien erfüllt sind.

 

Anbaugeräte an Ackerschleppern sind Landmaschinen. Sie gelten im straßenverkehrsrechtlichen Sinn als auswechselbare Zubehörteile des Schleppers und unterliegen nicht der Betriebserlaubnispflicht. Für Anbaugeräte gelten im Bereich des Arbeitsschutzes nicht die erwähnten EG-Richtlinien, sondern die Maschinenrichtlinie.

 

Verweise

 

Literatur

  • Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)
  • Richtlinie 2003/37/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Mai 2003 über die Typgenehmigung für land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen, ihre Anhänger und die von ihnen gezogenen auswechselbaren Maschinen sowie für Systeme, Bauteile und selbständige technische Einheiten dieser Fahrzeuge
  • Richtlinie 2006/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2006 über Maschinen und zur Änderung der Richtlinie 95/16/EG (Neufassung)
  • Aktuelles zu Sicherheit und Gesundheitsschutz - Fahrzeuge - Broschüre der LBGen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Gesundheitsgefahren:

Acrylnitril wird durch die Haut und die Atemwege aufgenommen. Krebserzeugend; Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute (bis zur Blasenbildung), Leber- und Blutfunktionsstörungen, Lungen- und Nervenschäden.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

  • Sehr gute Be- und Entlüftung des Arbeitsraumes vorsehen
  • Dämpfe absaugen
  • Unbedingt auf größte Sauberkeit am Arbeitsplatz achten
  • Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden
  • Persönliche Hygiene streng einhalten
  • Explosionsschutz beachten
  • Rauch und Schweißverbot im Arbeitsraum. Fernzündung durch kriechende Dämpfe möglich
  • Als Atemschutz Gasfilter A (braun) verwenden; Schutzhandschuhe aus Butylkautschuk tragen.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: F (Leichtentzündlich), T (Giftig), N (Umweltgefährlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 45 Kann Krebs erzeugen
  • R 11 Leichtentzündlich
  • R 23/24/25 Giftig beim Einatmen, Verschlucken und Berührung mit der Haut
  • R 37/38 Reizt die Atmungsorgane und die Haut
  • R 41 Gefahr ernster Augenschäden
  • R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich
  • R 51/53 Giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 9 Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren
  • S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen
  • S 53 Exposition vermeiden - vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen
  • S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen)
  • S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.

 

Weitere Angaben:

Flüssigkeit mit einem Flammpunkt < 21 °C, die sich (oder brennbare, flüssige Bestandteile) bei 15 °C nicht in jedem beliebigen Verhältnis in Wasser löst (vormals Kategorie A I der VfB).

 

WGK 3: stark wassergefährdend.

 

S: Gefahr der Sensibilisierung.

 

H: Gefahr der Hautresorption.

 

Krebserzeugend der Kategorie K2: Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz - ChemG)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Bestimmung von Acrylnitril (BGI 505-1)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Verwendungsgebiete für Aerosolpackungen sind z. B. Farben, Lacke, Imprägniermittel, Kosmetika, Insektizide.

 

Am Kopf der Dose befindet sich der Ventilknopf mit einem Federdruckventil. Es ist mit einem Steigrohr verbunden, das bis zum Behälterboden reicht. Die Füllung besteht aus dem Nutzinhalt, einem meist erforderlichen Verdünner (Lösemittel) und einem unter Überdruck eingebrachten Treibgas. Der Verdünner, der den Nutzinhalt sprühfähig macht, ist meist brennbar. Auch der Nutzinhalt selbst, z. B. Nitrolack, kann brennbar sein. Als Treibmittel werden meist brennbare verflüssigte Gase wie Propan, Butan, deren Gemische oder Dimethylether verwendet. Es kann auch Stickstoff, Lachgas, Kohlendioxid oder Luft eingesetzt werden; dies hat aber den Nachteil, dass der Gasdruck im Laufe der Verwendung abnimmt. Bei so genannten Zweikammerdosen befinden sich Treibmittel und Nutzinhalt ungemischt in getrennten Kammern.

 

Die Dosen stehen durch das Treibgas unter Überdruck (normalerweise etwa 3 bis 6 bar). Sie haben keine Sicherheitseinrichtung gegen Überschreitung des maximal zulässigen Drucks. Der Innendruck ist bei verflüssigten Gasen temperaturabhängig: Temperaturen bis zu 50 °C erzeugen jedoch noch keinen gefährlichen Innendruck. Bis zu dieser Temperatur ist jede Dose auf Druckfestigkeit und Dichtheit geprüft. Ein Zerknall der Dosen bei Überhitzung erfolgt auch dann, wenn ihr Inhalt unbrennbar ist. Gefahren beim Umgang können entstehen, wenn:

  • Erwärmung den Innendruck bis zum Platzen der Dose steigert
  • nach dem Platzen der Dose der brennbare Inhalt sich entzündet
  • ein brennbarer Sprühstrahl gezündet wird
  • durch die Verwendung der Dose in engen Räumen explosionsfähige Atmosphäre entsteht.

 

Aerosolpackungen dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie den Anforderungen der Aerosolpackungsverordnung (13. GPSGV) entsprechen: Sie müssen ein deutschsprachiges Etikett tragen und durch die Konformitätskennzeichnung ("3", umgekehrtes Epsilon) muss bestätigt werden, dass die Sicherheitsanforderungen und das Verfahren der Richtlinie 75/324/EWG (Aerosolpackungs-Richtlinie) in der jeweils geltenden Fassung eingehalten sind.

 

Der Rauminhalt von Aerosolpackungen ist begrenzt auf:

  • 1.000 ml bei Behältern aus Metall
  • 220 ml bei Behältern aus geschütztem Glas oder Kunststoff, der nicht splittert
  • 150 ml bei Behältern aus Glas oder Kunststoff, der splittern kann.

 

Für den Einsatz von Aerosolpackungen als Arbeitsmittel gilt die Betriebssicherheitsverordnung. Die Betriebsvorschriften der für Aerosolpackungen relevanten Reihe TRG zur Druckbehälterverordnung (dort werden die Aerosolpackungen noch als Druckgaspackungen bezeichnet) gelten weiter, bis vom Betriebssicherheitsausschuss Technische Regeln erarbeitet und veröffentlicht sind.

 

Anforderungen an Lager-, Vorrats- und Verkaufsräume für gefüllte Behälter sind in der TRG 300 angegeben.

 

Für den Umgang mit Aerosolpackungen gelten folgende Sicherheitsregeln:

  • Gebrauchsanweisung und Hinweise auf der Dose beachten
  • Nach Gebrauch stets Ventilschutzkappe wieder aufsetzen
  • Dose nicht über 50 °C erwärmen
  • Vor direkter Sonnenbestrahlung und sonstiger Erwärmung schützen (z. B. nicht in die Nähe von Heizkörpern bringen)
  • Nicht in offene Flammen oder auf heiße Flächen sprühen
  • Dosen mit brennbarem Inhalt nur benutzen, wenn sich keine Zündquelle in der Nähe befindet; in Räumen auf gute Lüftung achten
  • Dosen nur in völlig entleertem Zustand wegwerfen; Sammelbehälter bereitstellen
  • Auch leere Dosen dürfen nicht ins Feuer (Öfen, Heizungsanlagen) geworfen werden
  • Dosen nicht gewaltsam öffnen oder beschädigen
  • Unbrauchbare, noch gefüllte Dosen (z. B. schadhafte, funktionsunfähige) an Hersteller oder Vertreiber zurückgeben
  • Leere oder schadhafte Dosen dürfen nur nach Anweisung unter Benutzung bereitgestellter Hilfsmittel vernichtet (druckentlastet) werden (z. B. in einem mit Wasser gefüllten Behälter mit Stahlspitzen anstechen).

 

Lagerung und Aufbewahrung: Verkaufsstände für Aerosolpackungen dürfen nicht in der Nähe von Ausgängen aufgestellt sein. Die Packungen sind in Regalen und auf Verkaufstischen so zu lagern, dass sie nicht herabfallen können. In Schaufenstern dürfen keine gefüllten Aerosolpackungen ausgestellt werden. Zudem ist ihre Lagerung oder Aufbewahrung in bzw. in der Nähe von Durchgängen, Ausgängen, Treppenhäusern, Fluren, Dachböden verboten. Zu vermeiden sind auch Garagen und Schuppen. Auf eine ausreichende Lüftung ist zu achten. Wege (Fluchtwege!) müssen frei bleiben, an den Ausgängen müssen Feuerlöscher einsatzbereit sein. Das Stapeln von Verpackungseinheiten muss so erfolgen, dass sie nicht umkippen können. Werden mehr als 20 m² Bodenfläche in einem Raum belegt, handelt es sich um einen Lagerraum, der nicht in einem Wohngebäude liegen darf. Dieser muss von angrenzenden Räumen durch feuerbeständige Wände und Decken bzw. mind. 80 cm breite, feuerhemmende Türen/Tore abgetrennt sein, einen Fußboden aus nicht brennbaren Baustoffen und bei mehr als 60 m² einen zweiten Ausgang (Notausstieg ausreichend) besitzen. Weitere Anforderungen an größere Läger enthält die TRG 300. Es dürfen maximal 60 % der Fläche von Lagerräumen mit Lagergut belegt werden. Im Lager muss das Verbotszeichen (Abbildung) P 02 "Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten" angebracht werden. Ferner ist auf das Verbot hinzuweisen, im Lager verbrauchtes Packmaterial, Putzlappen oder andere Abfälle abzulegen.

 

Verweise

 

Literatur

  • 13. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (Aerosolpackungsverordnung - 13. GPSGV)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (BGV A 8) / (GUV-V A8) / (VSG 1.5)
  • TRG 300 Anl. 1 Druckgase für Druckgaspackungen
  • TRG 300 Besondere Anforderungen an Druckgasbehälter - Druckgaspackungen
  • TRG 403 Füllanlagen, Anlagen zum Füllen von Druckgaspackungen und Druckgaskartuschen
  • Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Druckgasdosen (BGI 646)
  • Industriegemeinschaft Aerosole e.V. (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Das Genom (Genomanalysen) der HI-Viren besteht aus RNS, die nach Eindringen in die menschliche Zelle durch ein Enzym, die Retrotranskriptase, in DNS umgewandelt wird. Da es sich bei der Umwandlung von RNS in DNS um eine Umkehrung des normalen Ablaufs handelt, werden Viren dieser Art als Retroviren bezeichnet (retro = umgekehrt). Die auf diese Weise gebildete Virus-DNS wird in die DNS der Zelle eingebaut und gehört damit zum zellulären Genom der Wirtszelle. Der Körper ist nicht in der Lage, die Virus-DNS von der eigenen DNS zu unterscheiden, sondern er selbst führt nun die Produktion neuer Viren aus.

 

Bei der Replikation (Vermehrung) des HI-Virus treten häufig Mutationen (Änderungen des genetischen Codes) auf. Dies hat zur Folge, dass viele verschiedene HIV-Typen (Quasispezies) entstehen. Die Bildung spezifischer Antikörper kann mit der raschen Änderung der Antigenstrukturen nicht Schritt halten. Ebenso ist die Vorbeugung durch Impfungen bisher am Mutationsproblem gescheitert.

 

Anfangs ist das HI-Virus latent im Körper vorhanden, und in dieser Frühphase kann man eine Ansteckung nur mit speziellen Tests aufdecken. Im Verlauf von einigen Wochen bis Monaten werden dann Antikörper gebildet (Serokonversion), die sich laborchemisch mit entsprechenden Tests (ELISA-Suchtest, Western-Blot-Bestätigungstest) nachweisen lassen. Mit neueren Methoden lässt sich das HIV-Genom als Virus-RNS oder -DNS nachweisen, so dass die Diagnose mit größerer Sicherheit und auch schon zu einem früheren Zeitpunkt gestellt werden kann.

 

Während der Serokonversion kommt es in der Regel für einige Tage bis Wochen zu einem akuten fieberhaften Krankheitsbild mit sehr unterschiedlichen Symptomen wie Müdigkeit, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Verwirrungszuständen, leichter Leberentzündung usw. Danach bleibt die HIV-Infektion erst einmal für lange Zeit im Verborgenen (Latenzphase). Für den Infizierten deutet subjektiv zunächst nichts auf eine Ansteckung hin, er wird jedoch zunehmend infektiös. Nur bei einem Teil der HIV-Positiven lassen sich vergrößerte Lymphknoten feststellen. Da dies nicht mit Schmerzen verbunden ist, wird es meist nicht bemerkt.

 

Der Zeitraum zwischen Ansteckung und deutlichen körperlichen Symptomen beträgt durchschnittlich sechs bis zehn Jahre. Dies ist auch davon abhängig, auf welchem Wege die Ansteckung erfolgt ist und wie kräftig die Konstitution des Infizierten ist.

 

Das HI-Virus befällt vornehmlich die Zellen der Immunabwehr, vor allem die CD4-Lymphozyten (T4-Lymphozyten, Helferzellen). Fast alle Krankheitserscheinungen lassen sich im Wesentlichen durch die fortschreitende Beeinträchtigung der Immunabwehr erklären. Obwohl der Betroffene anfangs nichts spürt, wird das Immunsystem während der Latenzphase zunehmend zerstört. Die Zahl der Helferzellen nimmt ab und es stellen sich verschiedene Infektionen wie Gürtelrose (Herpes Zoster), Herpes simplex, Mundsoor (Pilzerkrankung der Mundschleimhaut) oder auch unspezifische Symptome wie Durchfall, Gewichtsverlust und Fieber ein. Die Patienten fühlen sich schlapp und allgemein leistungsgemindert. Ein weiteres Problem der unzureichenden Immunantwort ist die Begünstigung von bösartigen Tumoren.

 

Durch weiteres Absinken der Helferzellen kommt es schließlich nach weiteren etwa zwei bis drei Jahren zum Vollbild der Aids-Erkrankung. Erreger, die bei gesunden Menschen normalerweise durch eigene Abwehrkräfte oder zumindest durch Unterstützung mit Medikamenten gebannt werden können, führen bei Aids-Kranken zu schweren Infektionen (so genannten opportunistischen Infektionen) und haben oft tödliche Folgen. Am häufigsten handelt es sich um Lungenentzündung, Tuberkulose, Infektionen durch Salmonellen oder Zytomegalie-Viren. Es kann auch zu einem direkten Befall des Zentralnervensystems mit aufsteigenden Lähmungen kommen.

 

Übertragung:

 

Die HIV-Infektion wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Vaginalsekret übertragen. Typische Infektionswege sind die Übertragung auf sexuellem Wege, die Benutzung von infizierten Injektionsnadeln und die Übertragung im Mutterleib. Auf Grund strenger Kontrollen spielen Neuinfektionen durch Transfusionen von Blut bzw. Blutprodukten heute keine Rolle mehr.

 

Die Risikogruppe mit der höchsten HIV/Aids-Gefährdung stellen in Deutschland nach wie vor Homosexuelle (63 %) (Quelle: Robert Koch Institut). Danach folgen Drogenkonsumenten, Personen aus Herkunftsländern mit hoher Prävalenz und heterosexuell Infizierte mit jeweils rund 12 %. Die Übertragung Mutter-Kind ist für < 1 % der HIV-Infektionen die Ursache. In den Entwicklungsländern steht der heterosexuelle Übertragungsweg mit 70 % an der Spitze.

 

Im Vergleich zu anderen Erregern (z. B. Hepatitis-B-Virus) ist das HI-Virus deutlich weniger infektiös. Das höchste Übertragungsrisiko besteht bei direkter Blutübertragung von HIV-infiziertem Blut (> 90 %), bei maternofetaler Übertragung liegt es bei 20 %, beim Geschlechtsverkehr je nach Population zwischen 0,5 und 10 %, bei einer einmaligen Stichverletzung mit einer infizierten Kanüle bei rund 0,4 %. Auch in Speichel und Tränen sind HI-Viren enthalten, eine Infektion hierdurch ist jedoch äußerst unwahrscheinlich.

 

Aids im Beruf:

 

Für die HIV-Infizierten und die Aids-Kranken stellt die Ausgrenzung durch die Gesellschaft ein großes Problem dar. Gerade den Patienten, die sich in der Latenzphase befinden bzw. erfolgreich behandelt werden und die aller Voraussicht nach noch Jahre unbeeinträchtigt leistungsfähig sind, wird das Bekennen ihrer Infektion meist durch die Angst um den Arbeitsplatz unmöglich gemacht. Zumindest rechnen sie fest damit, dass sie am Arbeitsplatz isoliert und schließlich aus dem Betrieb gedrängt werden.

 

Die Angst vor einer HIV-Infektion durch Arbeitskollegen ist jedoch in der Regel unbegründet, da es bei normalem mitmenschlichem Kontakt nicht zu einer HIV-Infektion kommen kann. Eine Übertragung über die intakte Haut kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Eine HIV-Infektion stellt also im Normalfall keinen Grund für Kündigung oder Berufsverbot dar. Eine Ausnahme stellen ärztliche Berufe aus dem operativen Bereich dar, bei denen es durch eigene Verletzungen zu Gefährdungen der Patienten kommen kann.

 

Andererseits besteht bei medizinischem Personal berufsbedingt ein erhöhtes Risiko einer HIV-Infektion durch infizierte Patienten. Als bedeutsame Übertragungswege kommen Stich- und Schnittverletzungen mit HIV-verunreinigten Instrumenten und Übertragung von HIV-infiziertem Blut auf verletzte bzw. geschädigte Haut oder auf Schleimhäute in Frage. Falls eine Verletzung stattgefunden hat, sollten bei Verdacht auf ein HIV-Infektionsrisiko ohne Verzug prophylaktische Maßnahmen ergriffen werden, um das Angehen der Infektion zu verhindern. Die Eintrittspforte der Erreger ist sofort zu desinfizieren. Stich-/Schnittverletzungen sollte man vorher durch Druck auf das umliegende Gewebe ausbluten lassen. Dann sollte binnen zwei Stunden eine antiretrovirale Therapie eingeleitet werden. In der Regel lassen sich durch Einhaltung der Hygienevorschriften (Hygiene), wie sie z. B. zum Schutze vor Hepatitis-B-Infektionen aufgestellt wurden, HIV-Infektionen beim medizinischen Personal weitgehend vermeiden.

 

Therapie:

 

Seit Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART), die eine Kombination von verschiedenen Medikamenten darstellt, hat sich hauptsächlich in den Industrieländern der Krankheitsverlauf der HIV-Patienten erheblich gebessert, da die Virusvermehrung gebremst und demzufolge der Ausbruch der Aids-Erkrankung verzögert werden können. Für den Patienten ist die medikamentöse Therapie eine Belastung, die häufig dazu führt, dass die Einnahmevorschriften nicht eingehalten werden oder in Entwicklungsländern gar nicht eingehalten werden können. Auf dem afrikanischen Kontinent erhalten nur rund 0,1 % der Infizierten eine antiretrovirale Therapie.

 

Verbreitung:

 

Eine Stabilisierung der HIV-Neuinfektionsrate zeichnet sich vor allem in den Industrieländern ab. Präventive Maßnahmen wie Gebrauch von Kondomen, Methadon-Substitution, strengere Kontrolle von Blutspendern lassen deutliche Erfolge verzeichnen. Seit Beginn der HIV-Epidemie haben sich in Deutschland insgesamt etwa 75.000 Menschen infiziert, davon sind rund 26.000 verstorben. Zurzeit leben etwa 49.000 HIV-Infizierte in Deutschland. Etwa 80 % der Infizierten sind Männer, 19 % Frauen, < 1 % Kinder. Die Neuinfektionsrate liegt bei 2.600 pro Jahr. Bei rund 8.000 Personen ist das Vollbild der Aids-Erkrankung ausgebrochen. Pro Jahr kommen etwa 850 Aids-Kranke hinzu, etwa 750 sterben.

 

Im Vergleich zu den Teilerfolgen in den Industrienationen ist die Aids-Statistik der Weltbevölkerung erschreckend. UNAIDS (UN-Hilfsorganisation zur Bekämpfung von Aids) schätzt, dass derzeit weltweit etwa 40,3 Mio. Menschen mit dem HI-Virus infiziert sind (20,5 Mio. Männer, 17,5 Mio. Frauen, 2,3 Mio. Kinder unter 15 Jahren). Im Jahr 2005 sind über 3,1 Mio. Menschen an Aids gestorben, die Zahl der Neuinfektionen wird 2005 mit 4,9 Mio. angegeben. Die explosionsartige Ausbreitung von Aids in einigen Ländern Afrikas, Asiens und neuerdings auch in Osteuropa in Kombination mit unzulänglichen Präventionsmaßnahmen und mangelnden Ressourcen zur Finanzierung medizinischer Behandlung lässt in naher Zukunft eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes erwarten.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz - IfSG)
  • Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege (auch als TRBA 250) (BGR 250)
  • AIDS, Merkblatt für Versicherte im Gesundheitsdienst, im Rettungs- und Sanitätsdienst (GUV 28.14)
  • Bengel, J./Leisz, G./Röhr, B.: Psychosoziale Belastungen durch Angst vor HIV-Infektionen bei medizinischem Personal. In: Arbeitsmedizin - Sozialmedizin - Präventivmedizin 27, 1992, S. 14-17
  • Hirschel, B.: AIDS, Hans Huber Verlag, Bern 1995
  • Robert Koch Institut (Link)
  • UNAIDS - Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Batterieräume sind Räume in Gebäuden oder Fahrzeugen, in denen Akkumulatoren für den Betrieb aufgestellt oder eingebaut sind. Batterieräume gelten als elektrische Betriebsstätten, die sich zum Teil von den bekannten elektrischen Gefahren unterscheiden. Sie sind mit einem besonderen Warnzeichen (Abbildung) und dem Verbotszeichen (Abbildung) "Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten" zu kennzeichnen.

 

Da die Zellen von Akkumulatoren nicht abschaltbar sind, darf an ihnen nur mit isolierendem Werkzeug gearbeitet werden. In Räumen mit Akkumulatoren über 220 Volt müssen isolierende Laufroste oder Laufbrücken oder versetzbare, isolierende, kippsichere Wartungstritte vorhanden sein und verwendet werden. Akkumulatoren dürfen nicht unter Strom an- oder abgeklemmt werden.

 

Beim Aufladen der Akkumulatoren entsteht Wasserstoff. Die Akkumulatoren sind daher so unterzubringen, dass der Wasserstoff durch natürliche oder künstliche Lüftung so verdünnt wird, dass das Gasgemisch mit Sicherheit nicht explosionsfähig ist. Die Zuluft soll in Bodennähe eintreten, die Abluft möglichst hoch an gegenüberliegenden Stellen des Raums entweichen können.

 

In Batterieräumen sind Essen, Trinken und Rauchen verboten. Nach Arbeiten an Akkumulatoren sind die Hände zu waschen. Besteht die Gefahr des Verätzens, sind geeignete Persönliche Schutzausrüstungen wie z. B. Schutzhandschuhe, Schutzbrillen und Schutzschuhe zu verwenden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über die Rücknahme und Entsorgung gebrauchter Batterien und Akkumulatoren (Batterieverordnung - BattV)
  • DIN VDE 0510 Akkumulatoren und Batterieanlagen

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Zur Erstellung des Alarmplans ist zunächst eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich, die alle Betriebsgefahren erfasst, z. B. technische Gase, brennbare Flüssigkeiten, empfindliche Anlagen, Gefahren durch Stilllegung. Mindestens sollten im Alarmplan folgende Schlagworte vorkommen und behandelt werden:

  • Verhalten im Alarmfall
  • Ruhe bewahren
  • Notfall melden
  • Anweisungen beachten
  • In Sicherheit bringen
  • Ggf. besondere Verhaltensregeln.

 

Im Alarmplan sind auch die Sammelstellen zu bezeichnen, an denen sich die Beschäftigten treffen sollen, wenn die Arbeitsplätze geräumt werden müssen. An diesen Sammelstellen muss dann festgestellt werden, ob alle Beschäftigten den Gefahrbereich verlassen haben oder ob noch jemand gesucht werden muss. Die Kennzeichnung der Sammelstellen erfolgt durch das Rettungszeichen "Sammelstelle" (Abbildung).

 

Der Alarmplan (Abbildung) ist so einzuüben, dass alle Betriebsangehörigen im Ernstfall ihre Aufgaben und Tätigkeiten kennen und Panik und Fehlhandlungen vermieden werden.

 

Es empfiehlt sich, eine ständig besetzte zentrale Notrufstelle so einzurichten, dass sie im Katastrophenfall als Führungsstelle tätig werden kann. Sie nimmt alle Unfall-, Brand- oder ähnliche Schadensmeldungen entgegen und veranlasst die erforderlichen Maßnahmen. Die zentrale Notrufstelle sollte - soweit vorhanden - beim Werkschutz bzw. bei der Werkfeuerwehr, sonst auch bei der Telefonzentrale eingerichtet werden. Die Notrufnummer sollte an allen Telefonapparaten gut sichtbar angebracht sein.

 

Eine unverzügliche Alarmierung kann durch Sirenen oder sonstige akustische Signalmittel erreicht werden. Daneben können aber auch vorhandene zentrale Lautsprecher- oder drahtlose Personenrufanlagen benutzt werden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • 12. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes - 12. BImSchV - (Störfall-Verordnung)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • TRGS 514 Lagern sehr giftiger und giftiger Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern
  • TRGS 515 Lagern brandfördernder Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern
  • DIN 14096 Brandschutzordnung
  • DIN 33404-3 Gefahrensignale für Arbeitsstätten; Akustische Gefahrensignale; Einheitliches Notsignal; Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfung
  • Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (BGI 560)
  • Zwischenfall, Notfall, Katastrophe - Security-Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorganisation - mit CD-ROM (BGI 5097)
  • Nitz, H.: Pläne für den Notfall, Universum Verlag, Wiesbaden 2001 (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Die Hauptmenge des produzierten Ethanols wird in Form von alkoholischen Getränken für Genusszwecke verbraucht. Darüber hinaus ist es ein wichtiges Lösemittel für Fette, Öle und Harze und es ist in vielen Lacken sowie Kosmetika (Rasierwasser, Haarwasser) enthalten. Wegen der keimtötenden Wirkung wird es auch zum Konservieren und Desinfizieren eingesetzt. Zur Stoffgruppe der Alkohole gehören Methanol, Propanole, Butanole, Benzylalkohol und Phenole. Diese Stoffe zeichnen sich chemisch durch eine OH-Gruppe aus.

 

Gesundheitsgefahren:

Ethanol wird neben den klassischen Aufnahmewegen (Einatmen, Verschlucken) auch in gewissen Mengen über die Haut aufgenommen. Reizwirkung auf Haut, Schleimhaut und Augen. Narkotische Wirkung, Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit können auftreten; Leber-, Nieren- sowie Magen- und Darmschäden, Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Die MAK-Kommission hat Ethanol als krebserzeugend in die Kategorie 5 eingestuft, das heißt als Stoff mit krebserzeugender und genotoxischer Wirkung, deren Wirkungsstärke jedoch als so gering erachtet wird, dass bei Einhaltung des Grenzwertes kein nennenswerter Beitrag zum Krebsrisiko für den Menschen zu erwarten ist.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

  • Arbeiten bei Frischluftzufuhr
  • Dämpfe absaugen
  • Das Dampf-Luft-Gemisch ist explosionsfähig. Explosionsschutz beachten
  • Rauch- und Schweißverbot im Arbeitsraum
  • Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden
  • Persönliche Hygiene beachten
  • Als Atemschutz Gasfilter A (braun) verwenden
  • Schutzhandschuhe aus Butylkautschuk tragen.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: F (Leichtentzündlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 11 Leichtentzündlich.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
  • S 7 Behälter dicht geschlossen halten
  • S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen.

 

Weitere Angaben:

Flüssigkeit mit einem Flammpunkt < 21 °C, die sich (oder brennbare, flüssige Bestandteile) bei 15 °C in jedem beliebigen Verhältnis in Wasser löst (vormals Kategorie B der VbF).

 

WGK 1: schwach wassergefährdend.

 

Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 960 mg/m³ bzw. 500 ml/m³.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • Lösemittel (BGI 621)
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtgefahren e. V. sind 5 % aller Beschäftigen alkoholkrank, weitere 10 % sind unmittelbar gefährdet. In rund 92.000 Fällen pro Jahr führen Alkoholabhängigkeit oder alkoholbedingte Psychosen zu Arbeitsunfähigkeit oder Invalidität. In ca. 6.500 Fällen pro Jahr erfolgt eine Frühberentung.

 

Rechtlich gesehen gilt nach der BG-Vorschrift BGV A 1 "Grundsätze der Prävention" §7, Abs. 2 folgende Vorschrift:

 

(2) Der Unternehmer darf Versicherte, die erkennbar nicht in der Lage sind, eine Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, mit dieser Arbeit nicht beschäftigen.

 

In gleicher Weise trägt auch der Versicherte die Pflicht mitzuwirken (BGV A 1, § 15, Abs. 2 und 3):

 

(2) Versicherte dürfen sich durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Mitteln nicht in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können.

 

(3) Absatz 2 gilt auch für die Einnahme von Medikamenten.

 

Das bedeutet: Jeder Mitarbeiter darf - vorausgesetzt, Alkohol im Betrieb ist nicht durch den Vorgesetzten oder generell durch eine Betriebsvereinbarung untersagt - Alkohol in engen Grenzen trinken, soweit es die Art seiner Tätigkeit zulässt und er nicht sich oder andere gefährdet. Der Vorgesetzte darf nicht dulden, dass ein Mitarbeiter "die zulässige Grenze" überschreitet. Sonst muss er ihn aus dem Arbeitsbereich herausnehmen.

 

Betriebliche Verbote, die jeglichen Konsum von alkoholischen Getränken während der Arbeitszeit und der Arbeitspausen untersagen, können in einer Vereinbarung zwischen Unternehmer und Betriebsvertretung ausgesprochen werden.

 

Gibt es eine Betriebsvereinbarung über ein Alkoholverbot, ist es für den Vorgesetzten etwas einfacher, auf Alkoholprobleme Einfluss zu nehmen. Besteht kein generelles Alkoholverbot, hat es der Vorgesetzte wesentlich schwerer. Die Wirksamkeit aller präventiven und organisatorischen Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch ist davon abhängig, dass Betriebsleitung, Vorgesetzte und Betriebsvertretung mit gutem Beispiel vorangehen.

 

Zur Bekämpfung der Alkohol- bzw. Drogenabhängigkeit können ebenfalls Betriebsvereinbarungen geschlossen werden, in denen der Umgang mit suchtgefährdeten und suchtabhängigen Beschäftigten im Einzelnen vorgegeben wird. Diese umfassen konkrete Hilfsangebote mit der Möglichkeit der Wiedereingliederung, aber auch klare Konsequenzen, z. B. Kündigung, wenn Absprachen nicht eingehalten werden.

 

Ebenso notwendig wie die Abstimmung zwischen Betriebsleitung und Betriebsvertretung ist die frühzeitige Einbeziehung anderer Stellen, z. B. Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Sozial- und Personalabteilung. In größeren Betrieben hat sich die Einrichtung von ständigen Alkohol-Arbeitskreisen bewährt. Eine wichtige Aufgabe dieser Arbeitskreise kann z. B. sein, eine Arbeitsplatzanalyse in den Abteilungen oder Gruppen durchzuführen, in denen viel Alkohol getrunken wird. Manchmal liegt der Grund für einen erhöhten Alkoholkonsum in Konflikten mit Vorgesetzten, schlechten Arbeitsbedingungen oder Über- und Unterforderungen am Arbeitsplatz.

 

Unter Sicherheitsaspekten ist das Problem der Gelegenheitstrinker quantitativ betrachtet das größere. Demgegenüber ist die Zahl von alkoholkranken Mitarbeitern zwar geringer, beinhaltet aber eine deutlich größere psychosoziale Dimension. Für eine Heilung von der Sucht ist eine medizinische und psychologische Fachberatung erforderlich, die nur mit Unterstützung durch Vorgesetzte, Kollegen, Betriebsarzt, Betriebsvertretung und Angehörige des Betroffenen gelingen kann.

 

Gleichgültig, ob Sucht oder gelegentlicher Umtrunk: Alkoholkonsum kann den gesetzlichen Versicherungsschutz bei Arbeits- und Wegeunfällen in Frage stellen. Wenn wegen hoher Blutalkoholkonzentration keine sachgerechte, dem Betrieb noch dienliche Arbeit geleistet werden kann und der Alkoholkonsum die alleinige wesentliche Ursache eines Unfalls ist, entfällt der Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft.

 

Verweise

 

Literatur

  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Droge Alkohol, Heft 19 der Reihe Arbeit und Gesundheit Basics, hrsg. v. der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Universum Verlag, Wiesbaden 2003 (BGI 597-19)
  • Alkohol im Betrieb und auf dem Arbeitsweg (Arbeitssicherheitsinformationen - ASI 0.07/07), hrsg. v. der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten, Mannheim 2007
  • Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe, hrsg. v. der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Hamm 2006
  • Suchtprobleme im Betrieb. Alkohol, Medikamente, illegale Drogen, hrsg. v. Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), 2005 (Link)
  • Ziegler, H./Brandl, G.: Suchtprävention als Führungsaufgabe. Lösungsorientierte Strategien für den Betrieb, Universum Verlag, Wiesbaden 2004 (Link)
  • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (Link)
  • Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V. (DVR) (Link)
  • Praxishilfen: Arbeit. Gesundheit. Leben. Informationen und Download-Angebote der Bergbau- und Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zu wichtigen Präventions-Themen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Allergien können sich im Prinzip in allen Bereichen, die mit Haut oder Schleimhaut bedeckt sind, entwickeln, wie z. B. äußere Haut, Bindehäute der Augen, Nasenschleimhaut, Bronchien, Schleimhäute des Magen-Darm-Traktes. Die Aufnahme der Allergene kann über die Luft, über Nahrungsmittel, über die Haut oder über Injektionen erfolgen. Die Allergie-Symptome sind in vielen Fällen nicht auf die Eintrittspforte beschränkt, sondern können sich auch an anderen Stellen des Körpers, oft sogar in generalisierter Form zeigen. Das typische Merkmal einer Allergie ist die überschießende Auseinandersetzung des Organismus mit einem Reizstoff. Die bei einer Allergie ablaufende Antigen-Antikörper-Reaktion stellt nämlich eine Sonderform dar. Beim ersten Kontakt mit einem Allergen werden Antikörper gebildet (Sensibilisierung), bei erneuten Kontakten kann dann früher oder später eine allergische Reaktion ausgelöst werden. In einigen Fällen kann es sogar zu einer dramatischen Sofortreaktion in Form eines anaphylaktischen Schocks mit oft tödlichem Ausgang kommen. In den meisten Fällen läuft die allergische Reaktion wesentlich moderater als Spätreaktion ab (z. B. als Kontaktekzem nach monatelanger oder jahrelanger Exposition (Chromatekzem der Maurer). Als Allergene kommen alle Antikörperbildung hervorrufenden Stoffe in Frage, also besonders artfremdes Eiweiß tierischer oder pflanzlicher Herkunft, Infektionserreger, aber auch einfach gebaute natürliche und synthetische Stoffe.

 

Heutzutage sind Allergien sehr häufig. Man schätzt, dass etwa jeder vierte Bundesbürger irgendeine Allergie hat. Die bekanntesten allergischen Reaktionen sind: Hausstaub-Allergie (Hausstaubmilbe), Pollenallergie (Heuschnupfen), Arzneimittel-Allergie (z. B. Penicillin), Nahrungsmittel-Allergie (z. B. Zitrusfrüchte, Nüsse, Kuhmilch), allergisches Asthma, Sonnenallergie, Nesselsucht, Kontaktekzem (z. B. Nickel), Chemikalien-Allergie, Insektenstich-Allergie und Tierhaar-Allergie.

 

Das Risiko, am Arbeitsplatz mit potenziell allergenen Arbeitsstoffen in Berührung zu kommen und Allergien zu entwickeln, ist außerordentlich hoch. Die Aufnahme von Allergenen über die Haut kann zum chronisch-allergischen Kontaktekzem führen. Die wichtigsten Allergene der Haut sind 6-wertige Chromverbindungen, Nickelsulfat, Kobaltchlorid, p-Phenylendiamin, Latex, Formaldehyd, Platinsalze und Perubalsam. Besonders gefährdet sind Friseure, Maurer, Beschäftigte in Laboratorien, Pflegepersonal, Beschäftigte in der Gummi-Industrie, Holz verarbeitende Berufe, Kürschner, Gerber, Schuhmacher, Fotografen usw. Die hierdurch hervorgerufenen Hautkrankheiten stellen seit Jahren die am häufigsten gemeldete Berufskrankheit (BK 5101, über 20.000 Meldungen p. a.). Die Aufnahme von Allergenen über die Lunge kann je nach Allergen zur obstruktiven Atemwegserkrankung (z. B. Bäckerasthma) oder zur exogen allergischen Alveolitis (Farmerlunge, Vogelhalterlunge, Befeuchterlunge) führen.

 

Die effizienteste Methode, eine Allergie zu bekämpfen, besteht darin, den Kontakt mit dem Allergen zu meiden (Allergenkarenz). Gute Erfolge lassen sich mit dem Einsatz der verschiedensten Arbeitsschutzmaßnahmen erzielen, wie z. B. Absaugung, Luftreinigung, Handschuhe usw. Von überragender Bedeutung für die Entstehung eines Kontaktekzems ist der Zustand der Haut. Eine intakte Haut wirkt wie eine Barriere gegenüber äußeren Einflüssen. Eine große Rolle spielt dabei die Bildung eines spreitenden Lipoidfilms und die Konstanthaltung des pH-Wertes. Wiederholte oder lang dauernde Einwirkung von Wasser, Säuren, Laugen, Lösemitteln, technischen Ölen oder mechanischer Abrieb zerstören die physiologische Schutzfunktion der Haut. Durch Erosionen und Rhagaden wird das Eindringen von Allergenen begünstigt, so dass Menschen mit ursprünglich geringer Neigung zur Sensibilisierung trotzdem allergisch werden. Mit konsequentem Einsatz von Hautschutzmaßnahmen können Sensibilisierungen vermieden bzw. allergische Reaktionen zurückgedrängt werden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Berufskrankheiten-Verordnung (BKV)
  • UVV Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2)
  • Allergiegefahr durch Latex-Einmalhandschuhe (GUV-I 8584)
  • Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) - Online-Informationen zu Nahrungsmitteln, Produkten und Dienstleistungen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Bei der alternativen Betreuung ist der Arbeitgeber stärker in den betrieblichen Arbeitsschutz eingebunden. Er muss sich bestimmten Qualifizierungsmaßnahmen unterziehen, die inhaltlich sowie vom Umfang her von den einzelnen Unfallversicherungsträgern vorgegeben werden. Ausgangspunkt ist eine Einteilung in drei Gefährdungsgruppen. Die Zuordnung zu einer dieser Gruppen wird vom zuständigen Unfallversicherungsträger vorgenommen.

 

Die alternative Betreuung besteht aus zwei ineinander greifenden Bestandteilen: der Qualifizierung des Unternehmers und der bedarfsorientierten externen Beratung des Betriebs. Ziel der Qualifizierung ist: Der Unternehmer erhält über so genannte Informations- und Motivationsmaßnahmen alle erforderlichen Informationen über Sicherheit und Gesundheitsschutz in seinem Betrieb, damit er Arbeitsschutzprobleme erkennen, sie im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung bewerten und auf sie reagieren kann.

 

Immer werden folgende Grundsätze berücksichtigt:

 

1. Der Unternehmer wird für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz motiviert und über die erforderlichen Maßnahmen informiert.

 

2. Auf der Basis dieser Informations- und Motivationsmaßnahmen integriert der Unternehmer den Arbeitsschutz in die Abläufe seines Betriebs.

 

3. Der Unternehmer stellt die Gefährdung seiner Beschäftigten fest.

 

4. Auf der Grundlage dieser Gefährdungsermittlung erkennt der Unternehmer, ob und wann er Beratungsbedarf durch externe Experten hat.

 

Die Dauer der Unternehmerschulung variiert je nach dem grundsätzlichen durch den Unfallversicherungsträger festgestellten Gefährdungspotenzial. Für ihre Durchführung gibt es mehrere Möglichkeiten, z. B.:

  • Aufteilung von Grund- und Aufbauseminaren in mehrere Blöcke
  • Regelmäßige Fortbildungsseminare
  • ggf. alternativ Teilnahme an Fernkursen.

 

Ergänzt wird die Qualifizierung durch erforderliche anlassbezogene externe Beratung im Betrieb durch die externen Fachleute. Für bestimmte in der BGV A 2 festgelegte Anlässe muss sich der Unternehmer einer externen betriebsärztlichen oder sicherheitstechnischen Beratung bedienen. Die Beratung muss vom Unternehmer bei Bedarf in Anspruch genommen werden können. Eine Beratung durch externe Fachleute ist z. B. bei der Planung neuer Arbeitsplätze oder Arbeitsverfahren, bei Umorganisationen im Betrieb, bei der Häufung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie beim betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement gemäß § 84 Abs. 2 SGB IX (krankheitsbedingte Ausfallzeiten von mehr als 6 Wochen im Kalenderjahr) vorgesehen. Basis für eine bedarfsgerechte Beratung ist eine im Betrieb vom Unternehmer durchgeführte Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz. Die Ziele der Beratung orientieren sich an den §§ 3 bzw. 6 Arbeitssicherheitsgesetz und den dort niedergelegten Aufgaben der Betriebsärzte bzw. Fachkräfte für Arbeitssicherheit.

 

Außerdem muss im Betrieb den Arbeitnehmern bekannt sein, welcher Betriebsarzt und welche Fachkraft für Arbeitssicherheit bei auftauchenden Problemen anzusprechen sind. Den Beschäftigten ist ein freier Zugang, insbesondere zum Betriebsarzt zu gewähren.

 

Der Betrieb, der die alternative Betreuung wählt, hat Dokumentationspflichten. Dazu gehören der Nachweis der Betreuung, Teilnahmebestätigungen an Informations- und Motivationsmaßnahmen, Unterlagen über betriebliche Gefährdungsbeurteilungen und daraus abgeleitete Planungen und Maßnahmen sowie Nachweise über die Inanspruchnahme und das Ergebnis der externen Beratung.

 

Der zuständige Unfallversicherungsträger berät den Unternehmer über die jeweiligen Möglichkeiten zur Gestaltung der Betreuung. Die Unfallversicherungsträger haben auch branchenspezifische Konzepte für die erforderlichen Gefährdungsbeurteilungen entwickelt. Auf dieser Grundlage werden Musteranalysen, Checklisten und Handlungsanleitungen herausgegeben. Es wird empfohlen, sich bei Bedarf bei der Berufsgenossenschaft zu informieren und Bekanntmachungen der Innungen und Kammern zu beachten.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG) (CHV 1) / (Anlage zu GUV-V A6/7)
  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • UVV Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (BGV A 2)
  • UVV Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (GUV-V A6/7)
  • Der Familienbetrieb - Das Wichtigste für Sicherheit und Gesundheit in Kleinbetrieben (BGI 5030)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Kennzeichnung: Gefahrensymbole F (Leichtentzündlich), C (Ätzend). Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze): R 14 Reagiert heftig mit Wasser / R 17 Selbstentzündlich an der Luft / R 34 Verursacht Verätzungen. Sicherheitsratschläge (S-Sätze): S (1/2) Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren / S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen / S 43 Zum Löschen ... (vom Hersteller anzugeben) verwenden (wenn Wasser die Gefahr erhöht, anfügen: "Kein Wasser verwenden") / S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen).

 

Aluminiumalkylverbindungen werden hauptsächlich als Katalysatorkomponente und als Alkylierungs- sowie Reduktionsmittel eingesetzt. Sie werden z. B. verwendet:

  • in Mischkatalysatoren (Ziegler-Katalysatoren) zusammen mit Verbindungen der Übergangsmetalle, wie z. B. Titantetrachlorid
  • bei der Polymerisation von Olefinen und Diolefinen zu thermoplastischen Kunststoffen und synthetischem Kautschuk
  • bei der Synthese langkettiger Alkohole und Detergentien
  • als Alkylierungsmittel bei der Synthese zinnorganischer Verbindungen als Zinntetrachlorid
  • als selektives Reduktionsmittel bei der Herstellung von Chemikalien und Arzneimitteln.

 

Aluminiumalkyle rufen beim Kontakt mit der Haut starkeVerätzungen und Verbrennungenhervor. Mit zunehmender Verdünnung durch ein inertes Lösemittel nimmt die Einwirkungsstärke ab. Aber selbst stark verdünnte Lösungen sind nicht ungefährlich. Vergiftungen durch Resorption sind bisher nicht bekannt.

 

Bei Bränden von Aluminiumtrialkylen und Dialkylaluminiumhydriden oder deren Lösungen entstehen Zersetzungsprodukte, die Aluminiumoxid enthalten und zu Reizungen und Entzündungen der Atemwegeführen. Die Rauche, die bei der Reaktion von Aluminiumalkylen an der Luft entstehen, ohne dass es zum Brand kommt, sind ebenso gesundheitsschädlich wie die Brandrauche. Außerdem enthalten sie eventuell noch verdampftes Lösemittel.

 

Aluminiumalkyle sind bei Raumtemperatur beständig, sofern sie in dicht verschlossenen Behältern unter Schutzgas aufbewahrt werden. Sie reagieren sehr heftig unter starker Wärmeentwicklung mit vielen Stoffen, vor allem mit solchen, die aktive Wasserstoffatome besitzen (Wasser, Alkohole, Amine, Säuren, Phenole), mit Sauerstoff (Luft), den Oxiden von Schwefel, Stickstoff, mit Halogenen und deren Verbindungen sowie mit brennbaren organischen Substanzen wie Papier, Sägemehl und Putzwolle.

 

Sehr heftig sind auch die Reaktionen konzentrierter Aluminiumtrialkyle mit Halogenen und Halogenkohlenwasserstoffen, die mehrere Halogenatome im Molekül enthalten. Mit Tetrachlorkohlenstoff sind explosionsartige Reaktionen beobachtet worden. Mit Kohlendioxid, den Stickstoffoxiden und den Oxiden des Schwefels reagieren die Aluminiumtrialkyle und die Dialkylaluminiumhydride unter starker Wärme- und Rauchentwicklung. Kohlendioxid ist deshalb als Schutzgas und bei größeren in Brand geratenen Mengen als Feuerlöschmittel ungeeignet. Nur bei kleinen Mengen (10-50 g) können Kohlensäure-Löscher eingesetzt werden.

 

Als Lösemittel für Aluminiumalkyle können gesättigte Kohlenwasserstoffe wie Hexan, Heptan, aromatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Toluol, oder Kohlenwasserstoffgemische mit bestimmten Siedebereichen, z. B. Benzin 80/110, verwendet werden. Es ist zu empfehlen, die Lösemittel vor der Verwendung auf störende Substanzen zu testen. Der Test besteht im Prinzip darin, dass man eine bestimmte Menge Aluminiumalkyl und das zu testende Lösemittel unter Stickstoff zusammenbringt und eine eventuelle Temperaturerhöhung oder Gasentwicklung beobachtet.

 

Arbeiten, bei denen ein Austreten von Aluminiumalkylen nicht ausgeschlossen werden kann, beispielsweise Umfüllen oder Reparaturarbeiten, dürfen nicht von einer Person allein ausgeführt werden. Es muss stets eine zweite eingewiesene Person anwesend sein, die in der Lage ist, bei einem Brand einzugreifen. Wegen der großen Reaktionsfreudigkeit und Brandgefahr darf mit Aluminiumalkylen nur in geschlossenen Anlagen unter Schutzgas umgegangen werden. Ausreichende Sicherheitsabstände von anderen Anlagen und Lagerbehältern müssen eingehalten werden. Zum Heizen und Kühlen sind Wasserdampf und Wasser nur im Sekundärkreis geeignet. Als Wärmeträger im Primärkreis sind Stoffe mit möglichst hohen Flammpunkten einzusetzen, die nicht mit den Aluminiumalkylen reagieren.

 

Bei Tätigkeiten mit Aluminiumalkylen muss flammfeste Schutzkleidung getragen werden, da wegen der Selbstentzündlichkeit die Gefahr von Verbrennungen und Kleiderbränden, z. B. bei einem Unfall, besonders groß ist. Unter der Schutzkleidung sollen nur Kleidungsstücke aus Geweben getragen werden, die im Brandfall kein gefährliches Schmelzverhalten zeigen.

 

Zum Schutz gegen Rauch sind Atemschutzmaskenmit Gasfilter A (braun) (kurzzeitig) und Isoliergeräte zu benutzen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz - ChemG)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Laboratorien (BGR 120) / (GUV-R 120)
  • Merkblatt M 035 "Aluminiumalkyle", BG Chemie (Link)
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Kennzeichnung: Gefahrensymbol F (Leichtentzündlich). Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze): R 15 Vor Hitze schützen / R 17 Von brennbaren Stoffen fernhalten. Sicherheitsratschläge (S-Sätze): S 2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen / S 7/8 Behälter trocken und dicht geschlossen halten / S 43 Zum Löschen ... (vom Hersteller anzugeben) verwenden (wenn Wasser die Gefahr erhöht, anfügen: "Kein Wasser verwenden").

 

Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 3 mg/m³ (A), A: alveolare Staubfraktion (= Feinstaub); 10 mg/m³ (E), E: einatembare Fraktion. Der Biologische Grenzwert von Aluminium liegt bei 200 mg/l im Urin (TRGS 903).

 

Bei Grenzwertüberschreitung oder erheblicher Staubbelastung in der Luft sind als Atemschutz Partikelfilter P2 bzw. FFP2 zu tragen.

 

Aluminiumstaub gehört zu den Stäuben, die die heftigsten Reaktionen im Brand- und Explosionsverhalten zeigen. In Aluminiumstaubablagerungen kann es zur Ausbreitung von Glimmbränden mit enormer Hitzeentwicklung kommen. Aluminiumstaub reagiert im Gemisch mit Luft ebenso heftig wie mit Magnesium.

 

Als grundsätzliche Schutzmaßnahme wird die gefahrlose Beseitigung des anfallenden Aluminiumstaubs gefordert. Beim Nassverfahrenwerden Werkstück, Schleifband(-körper) oder beides mit Wasser oder einer anderen geeigneten Kühlflüssigkeit (Öle mit Flammpunkt über 100 °C) so benetzt, dass der entstehende Abrieb als Schlamm anfällt. Beim Trockenverfahren mit Nassabscheidungist der Staub unmittelbar hinter der Entstehungsstelle zu benetzen, so dass er möglichst vollständig gebunden wird und als Schlamm anfällt. Die Nassabscheider müssen für die Aufnahme dieser Stäube geeignet sein. Beim Trockenverfahren mit Trockenabscheidungsind besondere Maßnahmen erforderlich, z. B. Aufstellung außerhalb des Arbeitsraums, druckstoßfeste Bauweise des Entstaubers, Explosionsunterdrückung, um einen Durchschlag einer möglichen Staubexplosion in den Arbeitsraum zu verhindern. In den Förder- und Sammeleinrichtungen dürfen sich Aluminiumschlämme oder -stäube nicht ansammeln. In Rohrleitungen soll die Strömungsgeschwindigkeit mindestens 20 m/s betragen.

 

Absaug- und Schutzhauben müssen aus nicht Funken reißendem Werkstoff bestehen oder damit ausgekleidet sein, offene Heizanlagen dürfen im Gefahrbereich nicht betrieben werden.

 

Arbeitsräume sind so zu gestalten, dass sich möglichst wenig Staub ablagern und absetzen kann. Die Arbeitsräume müssen zwei Ausgänge haben. Zugänge zu Räumen mit explosionsgefährlichen Bereichen sind mit dem Verbotszeichen "Feuer, offenes Licht und Rauchen verboten" zu kennzeichnen.

 

Geeignete Pulverlöscher sind bereitzuhalten; zum Löschen von Kleiderbränden müssen außerhalb der Arbeitsräume Einrichtungen, z. B. leistungsfähige Notduschen, vorhanden sein. Kohlensäure und Halone sind zum Löschen unzulässig.

 

Verweise

 

Literatur

  • UVV Herstellen und Bearbeiten von Aluminiumpulver (BGV D 13)
  • Vermeidung der Gefahren von Staubbränden und Staubexplosionen beim Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium und seinen Legierungen (BGR 109)
  • DIN VDE 0165-2 / EN 50281-1-2 Elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in Bereichen mit brennbarem Staub - Teil 1-2: Elektrische Betriebsmittel mit Schutz durch Gehäuse; Auswahl, Errichten und Instandhaltung
  • GESTIS-STAUB-EX - Datenbank "Brenn- und Explosionskenngrößen von Stäuben" (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Gesundheitsgefahren:

Die Hauptaufnahme erfolgt über die Atemwege. Ätzende Wirkung auf Augen, Atemwege und Haut. Lungenödem und bei höheren Konzentrationen Atemlähmung sind ebenso möglich wie Augenentzündungen und Hornhauttrübung. Erhöhung der Infektionsanfälligkeit.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

  • Gute Be- und Entlüftung des Arbeitsraumes vorsehen
  • Dämpfe absaugen
  • Ex-Schutz beachten
  • Rauch- und Schweißverbot im Arbeitsraum
  • Persönliche Hygiene einhalten
  • Als Atemschutz Gasfilter K (grün) verwenden
  • Schutzhandschuhe aus Butylkautschuk tragen.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: T (Giftig), N (Umweltgefährlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 10 Entzündlich
  • R 23 Giftig beim Einatmen
  • R 34 Verursacht Verätzungen
  • R 50 Sehr giftig für Wasserorganismen.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 1/2 Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren
  • S 9 Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren
  • S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen
  • S 26 Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren
  • S 36/37/39 Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen
  • S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen)
  • S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.

 

Weitere Angaben:

WGK 2: wassergefährdend.

 

Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 14 mg/m^3 bzw. 20 ml/m^3.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz (BGR 192) / (GUV-R 192)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)
  • Technische Regeln für Druckbehälter (TRB) im Internet (Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Die Grundidee besteht darin, arbeitsbedingte Beanspruchung aus der Kombination zweier Dimensionen von Arbeitsinhalten abzuleiten: der Dimension der Menge und Beschaffenheit von Anforderungen an den Beschäftigten (job demand: z. B. Arbeitsschwere, Arbeitsgeschwindigkeit, übermäßige Arbeit) und der Dimension der Kontrollierbarkeit der Arbeitsaufgabe (control: z. B. Entscheidungsfreiheit, Wahlmöglichkeit der Tätigkeitsausführung, Weiterentwicklung der Fähigkeiten).

 

Mit geringer Kontrolle über Arbeitsinhalte und -prozesse gehen zwei psychologisch folgenreiche Erfahrungen einher: Die Erfahrung geringen Entscheidungsspielraums, damit verbunden geringer Autonomie der arbeitenden Person, und die Erfahrung mangelnder bzw. einseitiger Nutzung der persönlichen Fähigkeiten.

 

Bezüglich der Entstehung von Stress sind nach dem Modell Arbeitsplätze bedeutsam, die zugleich quantitativ hohe Anforderungen stellen und dabei einen geringen Entscheidungsspielraum gewähren (high strain job). Das heißt umgekehrt, unter der Bedingung erweiterter Handlungs- oder Entscheidungsspielräume führen herausfordernde, schwierige Anforderungen nicht in dem Maße zu negativen Befindens- und Gesundheitsauswirkungen wie unter den Bedingungen eingeengter Spielräume. Kompensation ist möglich (Siegrist, 1996; Richter/Hacker, 1998). Neue Anforderungen, die neue Lernmöglichkeiten bieten, können unter hohen Kontrollmöglichkeiten aktiv erfolgsgesteuert bearbeitet werden (active job). Aktives Lernen wird ermöglicht. Damit können über lerntheoretische Zusammenhänge Spannungen reduziert werden. Insgesamt wirkt der dargestellte Zusammenhang nach Ansicht der Autoren zudem noch motivationsfördernd und leistungssteigernd.

 

Eine große Zahl von Arbeitsplätzen ist heute bestimmt durch quantitativ hohe psychomentale Anforderungen bei gleichzeitig geringer Kontrolle über die Arbeitsaufgabe und deren Ergebnis. Je niedriger die berufliche Position, desto häufiger ist diese kritische Kombination zu erwarten, wie beispielsweise bei der klassischen Fließbandarbeit, aber auch bei bestimmten statusniedrigen Dienstleistungstätigkeiten.

 

In Untersuchungen zum Anforderungs-Kontroll-Modell zeigte Karasek, dass steigende Arbeitsanforderungen bei abnehmendem Tätigkeitsspielraum Beeinträchtigungen des Wohlbefindens zur Folge haben und der Medikamentenverbrauch und die Arbeitsunfähigkeitsdauer zunehmen. Bei ausreichendem Tätigkeitsspielraum zeigen sich diese Wirkungen nicht. Karasek stellte zudem dar, dass Fettstoffwechselstörungen und Herzinfarktrisiken bei Gewährleistung von Tätigkeitsspielräumen signifikant seltener auftreten und psychosomatische Beschwerden begrenzt bleiben. Der Einfluss erlebter erweiterter Tätigkeitsspielräume auf Beanspruchung und psychische Gesundheit wurde nachgewiesen. Bei der Untersuchung von Krankenschwestertätigkeiten zeigten Büssing und Glaser (1991), dass erweiterte Tätigkeitsspielräume mit erhöhter Arbeitszufriedenheit, geringerer emotionaler Erschöpfung und verminderten Beschwerden zusammenhängen. Eine EU-Umfrage ergab, dass 68 Prozent der Arbeitnehmer über Zeitdruck als Stress und 79 Prozent über Rückenbeschwerden bzw. Muskelschmerzen klagen. Deren primäre Ursachen liegen nicht bei ergonomischen Gestaltungsmängeln, sondern sind vielmehr bei einem erlebten Verlust von Autonomie im Arbeitsprozess zu suchen (Hacker, 1998).

 

Das zweidimensionale Modell ist vor einiger Zeit um eine dritte Dimension erweitert worden, diejenige der sozialen Unterstützung am Arbeitsplatz. Fehlt neben der Kontrollierbarkeit der soziale Rückhalt am Arbeitsplatz, so ist mit zusätzlich verstärkten Stressreaktionen zu rechnen. Die Kombination von hohem job strain und geringer sozialer Unterstützung bezeichneten Johnson und Hall (1988) als "isolated high strain". Untersuchungen zu Folge senkte eine hohe Ausprägung des Merkmals "soziale Unterstützung" die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Erkrankungen im Alter (Theorell, 1996).

 

Verweise

 

Literatur

  • Büssing, A./Glaser, J.: Zusammenhänge zwischen Tätigkeitsspielräumen und Persönlichkeitsförderung in der Arbeitstätigkeit. In: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 35, 1991, S. 122-136
  • Johnson, J. V./Hall, E. M.: Job Strain, Work Place Social Support, and Cardiovascular Disease: A Cross-Sectional Study of a Random Sample of the Swedish Working Population. In: American Journal of Public Health, Oct. 1988, 78, S. 1336 - 1342 (Link)
  • Karasek, R. A./Theorell, T.: Healthy work. Basic Books, New York 1990 (Link)
  • Richter, P./Hacker, W.: Belastung und Beanspruchung. Streß, Ermüdung und Burnout im Arbeitsleben. Asanger, Heidelberg 1998 (Link)
  • Siegrist, J.: Soziale Krisen und Gesundheit. Hogrefe, Göttingen 1996 (Link)
  • Theorell, T.: Flexibility at Work in Relation to Employee Health. In: Handbook of Work and Health Psychology, S. 147-160, Wiley, Chicester 1996 (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Bei ihrer Verwendung ist Folgendes zu beachten:

  • Ausreichende Länge und richtiger Anstellwinkel (Abbildung). Stufenanlegeleitern: 60-70°; Sprossenanlegeleitern: 65-75°.
  • Anlegen nur an sichere Stützpunkte. Glasscheiben, Spanndrähte, Stangen oder unverschlossene Türen sind z. B. keine sicheren Stützpunkte.
  • Sicherung gegen Abrutschen, z. B. an den Leiterfüßen (Abbildung) je nach Bodenbeschaffenheit: Stahlspitzen für weichen Boden, profilierte Gummi- oder Kunststoffstollen für harten, trockenen Boden; am Leiterkopf (Abbildung) z. B. durch Aufsetz-, Einhak- oder Einhängevorrichtungen, durch Anbinden oder auch durch geeignete Gestaltung, z. B. mit Kopfpolster.
  • Über Austrittstellen, z. B. beim Besteigen von Aufmauerungen, Bühnen, Podesten und Gruben, müssen Leitern mindestens 1,00 m hinausragen, wenn nicht gleichwertige Haltemöglichkeiten am Ort vorhanden sind.
  • Wangen und Holme dürfen nicht behelfsmäßig verlängert werden, z. B. durch Annageln oder Anbinden von Brettern oder Rundhölzern.
  • Sprossen und Stufen müssen trittsicher sein; d. h. die Auftrittstiefe bei Sprossen muss mindestens 20 mm und bei Stufen mindestens 80 mm betragen. Rundsprossen aus Holz müssen in der Mitte mindestens 35 mm und an ihren Enden mindestens 24 mm Durchmesser haben.
  • Von Anlegeleitern aus dürfen nur Arbeiten geringen Umfangs ausgeführt werden. Bei Bauarbeiten gilt z. B. eine Begrenzung der Arbeitszeit auf zwei Stunden, wenn der Standplatz höher als 2 m liegt (vgl. UVV "Bauarbeiten").

 

Stufen-Anlegeleitern müssen eine Aufsetz-, Einhak- oder Einhängevorrichtung haben, die zugleich gewährleistet, dass die Stufen waagerecht stehen.

 

Bauleitern werden als Anlegeleitern mit Holmen verwendet, die in der Regel aus Fichtenstangen und eingelassenen und genagelten Vierkantsprossen aus Holz bestehen. Einfach aufgenagelte Sprossen sind nicht zulässig. Regelmaße und Anforderungen enthalten die Durchführungsanweisungen zur UVV "Leitern und Tritte".

 

Glasreinigerleitern (Fensterputzleitern) sind spitz zulaufende, einteilige oder zusammengesetzte Anlegeleitern mit Holmen und Sprossen aus Holz oder Metall. Regelmaße und Anforderungen enthalten die Durchführungsanweisungen zur UVV "Leitern und Tritte".

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Leitern und Tritte (BGV D 36) / (GUV-V D36) / (VSG 2.3)
  • UVV Arbeitsstätten, bauliche Anlagen und Einrichtungen (VSG 2.1)
  • DIN EN 131-1 Leitern; Benennungen, Bauarten, Funktionsmaße
  • DIN EN 131-2 Leitern; Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten (BGI 694)
  • Hochbauarbeiten (BGI 530)
  • Leitern, Tritte, Kleingerüste, Heft 11 der Reihe Arbeit und Gesundheit Basics, hrsg. v. der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Universum Verlag, Wiesbaden 2005 (BGI 597-11)
  • CD-ROM: "BG-INFO - Die CD-ROM der BG BAU", Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Bei Gefahr im Verzug ist die Aufsichtsperson (der Technische Aufsichtsbeamte) nach § 19 SGB VII berechtigt, auch sofort vollziehbare Anordnungen zur Beseitigung von arbeitsbedingten Gefahren zu treffen. Eine solche Anordnung kann in jeder für diesen Zweck geeigneten Maßnahme bestehen, notfalls in der Anordnung zur unverzüglichen Einstellung der Arbeit. Die Anordnung durch die Aufsichtsperson setzt nicht voraus, dass eine entsprechende UVV oder andere Vorschrift besteht.

 

Wer vorsätzlich oder fahrlässig den Anordnungen zuwiderhandelt, kann mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Euro belegt werden.

 

Auch das Gewerbeaufsichtsamt (Amt für Arbeitsschutz) kann Arbeitsschutzmaßnahmen anordnen (Arbeitsschutzgesetz § 22). Die Anordnungen können sich an den Unternehmer, an verantwortliche Personen oder an Beschäftigte richten. Dabei wird, wenn nicht Gefahr im Verzuge ist, eine angemessene Frist zur Ausführung gesetzt. Wenn die Anordnung nicht befolgt wird, kann das Amt die Arbeit untersagen und Bußgelder verhängen (bis zu 25.000 Euro gegen Unternehmer und verantwortliche Personen, bis zu 5.000 Euro gegen Beschäftigte).

 

Darüber hinaus gibt es die innerbetrieblichen Anordnungen zum Arbeitsschutz, die der Unternehmer zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren in seinem Betrieb zu treffen hat. Auch hat der Unternehmer durch Anordnungen sicherzustellen, dass Personen, denen Pflichten zum Arbeitsschutz übertragen worden sind, diese Pflichten auch erfüllen können. Die Beschäftigten müssen diesen Anordnungen Folge leisten.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Gewerbeordnung (GewerbeO)
  • Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII): Gesetzliche Unfallversicherung
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Die Sicherheit beim Transport mit Hebezeugen hängt wesentlich vom richtigen und sicheren Anschlagen der zu befördernden Lasten und damit vom Anschläger ab. Deshalb sollte er eine Reihe von persönlichen Voraussetzungen mitbringen: Eine gute Seh- und Hörfähigkeit und körperliche Eignung. Er sollte außerdem über ein gutes Augenmaß verfügen, Beobachtungsgabe besitzen und Ordnungssinn und Willen zur Zusammenarbeit haben.

 

Die Schulung der Anschläger stellt eine wesentliche Voraussetzung für die Sicherheit im Hebezeugbetrieb dar. Der Anschläger muss die genormten Einweiser-Zeichen (Abbildung)

(Abbildung)

(Abbildung) zur Verständigung mit dem Kranführer beherrschen. Besonders wichtig für Anschläger sind darüber hinaus fundierte Kenntnisse über die richtige Auswahl der Anschlagpunkte und Anschlagmittel, die Sicherung von Lasten gegen Herabfallen und die bestimmungsgemäße Verwendung der Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb.

 

Beim Anheben der Last darf sich der Anschläger nicht im Gefahrbereich aufhalten; zu seinem persönlichen Schutz muss er stets Schutzhelm, Schutzschuhe und Handschutz benutzen. Begleitpersonen bei Baggern und Ladern dürfen sich beim Führen der Last nur im Sichtbereich des Maschinenführers aufhalten.

 

Auf schweren Transportgegenständen (z. B. Betonfertigteilen, Stahlschalungen, Stahlträgern) ist das Gewicht anzugeben. Empfehlenswert ist die Angabe der Lage des Schwerpunkts. Vielfach steht das Gewicht auf den Materialbegleit- oder Arbeitskarten. Bei Maschinen ist das Gewicht auf dem Fabrikschild vermerkt; der Schwerpunkt ist aus der Bedienungsanleitung zu entnehmen.

 

Anschläger müssen geeignete Erkennungszeichen tragen, z. B. Westen, Kellen, Manschetten, Armbinden und Schutzhelme.

 

Verweise

 

Literatur

  • UVV Bauarbeiten (BGV C 22) / (GUV-V C22)
  • UVV Hafenarbeit (BGV C 21)
  • UVV Krane (BGV D 6) / (GUV-V D6)
  • UVV Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (BGV A 8) / (GUV-V A8) / (VSG 1.5)
  • UVV Sprengkörper und Hohlkörper im Schrott (BGV D 23)
  • Bauarbeiten unter Tage (BGR 160)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Gebrauch von Anschlag-Drahtseilen (BGR 151) / (GUV-R 151)
  • Gebrauch von Anschlag-Faserseilen (BGR 152) / (GUV-R 152)
  • Hochziehbare Personenaufnahmemittel (BGR 159) / (GUV-R 159)
  • Rundstahlketten als Anschlagmittel in Feuerverzinkereien (BGR 150)
  • Transportanker und -systeme von Betonfertigteilen (BGR 106)
  • Anschläger (BGI 556)
  • Belastungstabellen für Anschlagmittel aus Rundstahlketten, Stahldrahtseilen, Chemiefaserhebebändern, Chemiefaserseilen, Naturfaserseilen (Kartensatz in Kunststoffhülle) (BGI 622)
  • Gebrauch von Hebebändern und Rundschlingen aus Chemiefasern (BGI 873)
  • Merkblatt für Seile und Ketten als Anschlagmittel im Baubetrieb (BGI 876)
  • Sicherer Betrieb von gleislosen Fahrzeugkranen (BGI 672)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Mit steigender Güteklasse erhöht sich die Tragfähigkeit (Abbildung) einer Kette. Gleichzeitig reduziert sich deren Eigengewicht. Im Festigkeitsverhalten bei tiefen und hohen Temperaturen sind die hochfesten Ketten den Ketten der Normalgüte - der Güteklasse 2 - ebenfalls deutlich überlegen. Daher bestehen für die Ketten der Güteklasse 2 in Warmbetrieben, z. B. Gießereien, erhebliche Einsatzbeschränkungen.

 

Die Güteklassen der Ketten sind durch Kettenanhänger (Abbildung), die sich in Form und Farbe unterscheiden, gekennzeichnet. Die runden Kettenanhänger gelten für Güteklasse 2, ansonsten zeigt die Anzahl der Ecken des Kettenanhängers die Güteklasse an. Die achteckigen Anhänger der Ketten der Güteklasse 8 sind üblicherweise rot.

 

Bei gleichzeitigem Einsatz hochfester Ketten und Ketten in Normalgüte ist darauf zu achten, dass es auf keinen Fall zu Verwechslungen der Ketten kommen kann. Um dem vorzubeugen, sind hochfeste Ketten neben dem

(Abbildung)

-Prägestempel zusätzlich mit einer Kennzeichnung (Abbildung) versehen. Ketten der Güteklasse 5 sind mit einem grünen 5-eckigen, die der Güteklasse 6 mit einem gelben 6-eckigen und die der Güteklasse 8 mit einem roten 8-eckigen Anhänger versehen. Wenn der Anhänger fehlt, muss die Tragfähigkeit der Kette entsprechend der Güteklasse 2 reduziert werden. Anhand der eingeprägten Prüfstempel mit Angabe der Güteklasse kann der Kettenanhänger nachgerüstet werden.

 

Eine korrekte Kennzeichnung der Ketten und die Führung einer Kettenkartei (BGI 879-1 bzw. BGI 879-2) erleichtern die Überwachung ebenso wie eine sachgemäße Aufbewahrung von Ketten in besonderen Ständern.

 

Kettenzubehörteile sollen aus dem gleichen Werkstoff wie die Ketten bestehen.

 

Rundstahlketten als Anschlagmittel in Feuerverzinkereien müssen den "Sicherheitsregeln für Rundstahlketten als Anschlagmittel in Feuerverzinkereien" entsprechen. Ein entsprechendes Prüfzeugnis des Herstellers bzw. des Lieferanten muss vorliegen.

 

Anschlagketten müssen regelmäßig geprüft werden. Die Prüfung erstreckt sich auf die Feststellung grober sichtbarer Schäden. Sie ist bei Ketten, die häufig voll belastet oder durch hohe Temperaturen oder chemische Einflüsse stark beansprucht werden, mindestens halbjährlich durchzuführen. Unter leichten Einsatzbedingungen genügt eine jährliche Prüfung. Jede zweite Prüfung ist mit einer Probebelastung mit dem 1,5fachen der Tragfähigkeit zu verbinden.

 

Rundstahlketten, die als Anschlagmittel verwendet werden, müssen nach längstens drei Jahren zusätzlich auf Rissfreiheit geprüft werden. Diese Rissprüfung ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil Oberflächenrisse Ausgangspunkt von Kettenbrüchen sein können. Bewährt hat sich die elektromagnetische Rissprüfung, für die es mobile Prüfgeräte gibt.

 

Rundstahlketten, die in Feuerverzinkereien als Anschlagmittel verwendet werden, müssen mindestens 14-tägig in gebeiztem Zustand durch einen Sachkundigen bzw. eine Befähigte Person geprüft werden, und zwar durch

  • eine Sichtkontrolle auf Korrosionsnarben, Risse, Brüche, Verformungen oder andere Beschädigungen und
  • eine stichprobenweise Maßkontrolle.

 

Anschlagketten sind ablegereif, d. h. sie dürfen nicht weiter benutzt werden, wenn eines der nachfolgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Bruch eines Kettengliedes
  • Anrisse, Oberflächenverletzungen oder Festigkeit beeinträchtigende Korrosionsnarben von mehr als 10 % des Kettendurchmessers
  • Längung, auch einzelner Kettenglieder, um mehr als 5 %
  • Abnahme der Glieddicke an irgendeiner Stelle auf die nächst kleinere genormte Dicke
  • Verformung eines Kettengliedes.

 

Die Benutzung von Ketten, die mit Schrauben geflickt oder mangels geeigneter Anschlagmittel zu Endlosketten verbunden sind, ist unzulässig. Solche Verbindungen halten den auftretenden Biege- und Querbeanspruchungen nicht stand. Ebenso ist das Knoten von Ketten zum Verbinden oder zum Kürzen von Kettenteilen unzulässig. Abhilfe schafft hier die Bereitstellung von Endlosketten (Kranzketten) oder von Verkürzungsklauen, mit deren Hilfe Anschlagketten sicher zu verkürzen bzw. zu verlängern sind.

 

Bei der Aufbewahrung von Ketten ist darauf zu achten, dass sie gesäubert und möglichst hängend, z. B. auf Böcken oder Gestellen, und vor Witterungseinflüssen geschützt gelagert werden.

 

Instandsetzungsarbeiten wie das Einsetzen oder Auswechseln von Gliedern, Ringen, Haken usw. sowie das Glühen dürfen nur von Sachkundigen bzw. Befähigten Personen vorgenommen werden. Bei Sonderketten, z. B. einsatzgehärteten Ketten in Normalgüte, vergüteten oder hochfesten Ketten, dürfen Instandsetzungen und Behandlungen (Neuvergütung usw.) nur von Unternehmen ausgeführt werden, die über Fachkundige und über geeignete Einrichtungen verfügen. Auskunft erteilt der Hersteller oder der Unfallversicherungsträger.

 

Verweise

 

Literatur

  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Rundstahlketten als Anschlagmittel in Feuerverzinkereien (BGR 150)
  • DIN 32891 Rundstahlketten, Güteklasse 2, nicht lehrenhaltig, geprüft
  • DIN 5684 Rundstahlketten für Hebezeuge
  • DIN 5687 T 1 Rundstahlketten, Güteklasse 5, nicht lehrenhaltig, geprüft T 3 --, Güteklasse 8, nicht lehrenhaltig, geprüft
  • DIN 5688 T 1: Anschlagketten; Hakenketten, Ringketten, Einzelteile; Güteklasse 5; T 3: Kranzketten, Einzelteile; Güteklasse 8
  • DIN 685 T 1-5 Geprüfte Rundstahlketten
  • DIN 695 Anschlagketten; Hakenketten, Ringketten, Einzelteile; Güteklasse 2
  • DIN 763 Rundstahlketten; langgliedrig, nicht lehrenhaltig, geprüft
  • DIN 766 Rundstahlketten; Güteklasse 3; lehrenhaltig, geprüft
  • DIN EN 818 Kurzgliedrige Rundstahlketten für Hebezwecke - Sicherheit; T 1- T 6
  • Anschläger (BGI 556)
  • Belastungstabellen für Anschlagmittel aus Rundstahlketten, Stahldrahtseilen, Chemiefaserhebebändern, Chemiefaserseilen, Naturfaserseilen (Kartensatz in Kunststoffhülle) (BGI 622)
  • Kettenkarteikarte: Hebezeugkette bzw. Anschlagkette mit eingeschweißten Aufhänge- und Endgliedern (BGI 879-2)
  • Kettenkarteikarte: Montierte Anschlagkette aus Einzelteilen (BGI 879-1)
  • Kranführer (BGI 555)
  • Merkblatt für Seile und Ketten als Anschlagmittel im Baubetrieb (BGI 876)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Für sie gilt allgemein:

  • Die Tragfähigkeit darf nicht überschritten werden.
  • Beim Einsatz müssen die zulässigen Temperaturbereiche (Abbildung) beachtet werden.
  • Ketten, Seile und Hebebänder können durch scharfe Kanten der Lasten in ihrer Tragfähigkeit beeinträchtigt werden. Kanten an einer Last gelten dann als scharf, wenn der Kantenradius (Abbildung) der Last kleiner ist als der Durchmesser des Seiles, die Dicke des Hebebandes oder die Nenndicke der Rundstahlkette.
  • Lasten müssen so angeschlagen sein, dass sie nicht herabfallen können.
  • Lasten dürfen nicht durch Einhaken unter die Umschnürung angeschlagen werden. Ausgenommen ist das Anlüften beim Zusammenstellen von Ladeeinheiten oder zum Unterschieben von Unterleghölzern.
  • Mit dem Rollenhakengeschirr darf nicht angeschlagen werden, wenn sich die Rollenhaken berühren können.
  • Wenn unbeabsichtigtes Aushängen möglich ist, z. B. bei starren Lastaufnahmemitteln oder bei Drahtseilen mit geringer freier Länge, müssen Lasthaken mit Sicherungen verwendet werden, die ein unbeabsichtigtes Aushängen nicht zulassen, z. B. Haken mit Sicherungsklappe.

 

Besteht die Gefahr des Zusammenrutschens von Anschlagmitteln, dürfen lange stabförmige Lasten nicht im Hängegang angeschlagen werden. Sie sind entweder an Traversen oder im Schnürgang anzuschlagen. Stabeisen, Rohre, Profile, Bohlen und andere lange schlanke Güter dürfen nicht in Einzelschlingen angeschlagen werden, da bei Schieflage die Gefahr des Herausrutschens besteht. Derartige Güter müssen, wenn der Anschlag in Einzelschlingen - z. B. bei der Stahlbaumontage - erforderlich ist, in "doppeltem Schnürgang" angeschlagen werden (Abbildung).

 

An Lastaufnahme- und Anschlagmitteln für Betonfertigteile muss die bestimmungsgemäße Zuordnung zu den Ankern im Betonfertigteil durch die Bauart sichergestellt sein.

 

Kombinierte Anschlagmittel werden verwendet, um die Handhabbarkeit und die Standzeit des Anschlagmittels zu verbessern und um die Last zu schonen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Anhänger mit der Tragfähigkeit des am geringsten belastbaren Anschlagmittels ausgerüstet ist.

 

Anschlagmittel sollen trocken und luftig sowie geschützt gegen Einwirkungen von Witterungseinflüssen und aggressiven Stoffen aufbewahrt werden.

 

Eine Prüfung ist mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen bzw. eine Befähigte Person durchzuführen, außerdem nach Schadensfällen oder besonderen Vorkommnissen, die die Tragfähigkeit beeinflussen können, sowie nach Instandsetzungsarbeiten.

 

Verweise

 

Literatur

  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Gebrauch von Anschlag-Drahtseilen (BGR 151) / (GUV-R 151)
  • Gebrauch von Anschlag-Faserseilen (BGR 152) / (GUV-R 152)
  • Rundstahlketten als Anschlagmittel in Feuerverzinkereien (BGR 150)
  • Transportanker und -systeme von Betonfertigteilen (BGR 106)
  • DIN 15003 Hebezeuge; Lastaufnahmeeinrichtungen, Lasten und Kräfte, Begriffe
  • Anschläger (BGI 556)
  • Belastungstabellen für Anschlagmittel aus Rundstahlketten, Stahldrahtseilen, Chemiefaserhebebändern, Chemiefaserseilen, Naturfaserseilen (Kartensatz in Kunststoffhülle) (BGI 622)
  • Gebrauch von Hebebändern und Rundschlingen aus Chemiefasern (BGI 873)
  • Kettenkarteikarte: Hebezeugkette bzw. Anschlagkette mit eingeschweißten Aufhänge- und Endgliedern (BGI 879-2)
  • Kettenkarteikarte: Montierte Anschlagkette aus Einzelteilen (BGI 879-1)
  • Merkblatt für Seile und Ketten als Anschlagmittel im Baubetrieb (BGI 876)
  • Sicherer Betrieb von gleislosen Fahrzeugkranen (BGI 672)
  • CD-ROM: "BG-INFO - Die CD-ROM der BG BAU", Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Kraftbetriebene Arbeitsmittel

und ihre Teile müssen mit Anschlagpunkten (oder Handgriffen) für den Transport versehen sein, wenn Gewicht, Form oder Abmessung dies erfordern. Die Anschlagpunkte müssen den beim Transport zu erwartenden Kräften standhalten. Anzahl und Anordnung müssen so gewählt sein, dass die kraftbetriebenen Arbeitsmittel beim Transport ihre Lage nicht unvorhergesehen ändern. Bau- und Montageteile sind u. a. so zu transportieren und einzubauen, dass sie dabei ihre Lage nicht unbeabsichtigt verändern können. Bei

Fahrzeugen

müssen Pritschenaufbauten und Tieflader (auch Fahrzeugaufbauten und Ladeflächen von Pkw-Kombi) mit Verankerungen für Zurrmittel zur Ladungssicherung ausgerüstet sein. Auch die UVV "Luftfahrt" schreibt Anschlagpunkte als Hilfsmittel zur Ladungssicherung vor. Bei der Lieferung von

Maschinen

müssen die Begleitunterlagen u. a. Informationen über den Transport der Maschine enthalten, z. B. Abmessungen, Gewicht, Lage des Schwerpunktes sowie Angaben für die Handhabung (z. B. Zeichnungen, die Befestigungspunkte für Hebevorrichtungen anzeigen). Beim Einsatz von

Winden, Hub- und Zuggeräten

ist dafür zu sorgen, dass Geräte, Umlenkrollen und Seilblöcke nur an solchen Konstruktionen und Aufhängungen befestigt werden, die in der Lage sind, die zu erwartenden Kräfte sicher aufzunehmen.

 

Die Auswahl geeigneter Anschlagpunkte hat unter Berücksichtigung von Höhe und Richtung der maximal auftretenden Kräfte sowie, bei nicht nur vorübergehend verwendeten Anschlagpunkten, der Umgebungsatmosphäre (z. B. bei aggressiver Atmosphäre) zu erfolgen.

 

Nach Ermittlung der zulässigen Tragfähigkeit ist der richtige Anschlagpunkt-Typ zu wählen. Sowohl für das Anschweißen als auch für das Anschrauben stehen auf dem Markt fabrikmäßig hergestellte Anschlagpunkte zur Verfügung, die den einschlägigen Vorschriften und Regeln der Technik entsprechen. Wichtig ist die Einhaltung der sicherheitsrelevanten Hinweise, die in der vom Hersteller mitzuliefernden Betriebsanleitung aufgeführt sein müssen.

 

Bei der Fertigung von Betonfertigteilen werden die für die spätere Lastaufnahme vorgesehenen Anker - abgestimmt auf die spätere Belastung - bereits eingebaut. Es dürfen nur solche Lastaufnahmemittel und Anschlagmittel eingesetzt werden, bei denen die bestimmungsgemäße Zuordnung zu den Ankern im Betonfertigteil sichergestellt ist.

 

Verweise

 

Literatur

  • UVV Bauarbeiten (BGV C 22) / (GUV-V C22)
  • UVV Leitern und Tritte (BGV D 36) / (GUV-V D36) / (VSG 2.3)
  • UVV Luftfahrt (BGV C 10) / (GUV-V C10)
  • UVV Schiffbau (BGV C 28)
  • UVV Seilschwebebahnen und Schlepplifte (BGV D 31)
  • UVV Wärmekraftwerke und Heizwerke (BGV C 14)
  • UVV Winden, Hub- und Zuggeräte (BGV D 8) / (GUV-V D8)
  • UVV Zelte und Tragluftbauten (BGV C 25)
  • Transportanker und -systeme von Betonfertigteilen (BGR 106)
  • VDI-Richtlinie 2700 Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen
  • VDI-Richtlinie 2701 Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen; Zurrmittel
  • DIN EN ISO 12100-2 Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe, allgemeine Gestaltungsleitsätze; Technische Leitsätze
  • CD-ROM: "Ladung sichern", zu beziehen über den Deutschen Verkehrssicherheitsrat e. V. (DVR) oder die Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (BGF) (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Von dem Material, aus dem die Anschlagseile bestehen, hängen weitgehend ihre Einsatzmöglichkeiten ab. So eignen sich beispielsweise Naturfaserseile und Chemiefaserseile für Lasten mit empfindlicher Oberfläche und für relativ leichte Lasten, z. B. Rohre, Heizungs-/Lüftungsteile oder Teile mit druckempfindlicher Oberfläche.

 

Wegen ihres relativ geringen Gewichts werden als Anschlagmittel vor allem Seile aus Stahldraht bevorzugt.

 

Hinsichtlich der Benutzung von Stahldrahtseilen gilt:

  • Für die verwendeten Anschlagseile müssen Belastungstabellen vorhanden sein.
  • Seile mit Kauschen sollen nur dann in Lasthaken eingehängt werden, wenn ein ausreichend großes Spiel zwischen Lasthaken und Kausche vorhanden ist.

 

Als Faustregel hinsichtlich der Ablegereife (Abbildung) von Stahldrahtseilen gilt, dass ein Seil nicht mehr eingesetzt werden darf, wenn auf einer Länge von 6 d (d = Seildurchmesser) sechs Drahtbrüche sichtbar werden. Es liegt aber im Interesse der Sicherheit, ein Seil schon bei einer geringeren Drahtbruchzahl abzulegen. Beim Vorliegen folgender Schäden (Abbildung) muss das Seil einer weiteren Nutzung entzogen werden: Litzenbrüche, Aufdoldungen, Lockerung der äußeren Lage, Quetschungen, Knicke und Kinken (Klanken), Korrosionsnarben und Beschädigung oder starke Abnutzung der Seilendverbindungen.

 

Als Seilendverbindungen (Abbildung) sind im Wesentlichen Spleiß oder Pressklemme vorgesehen. Drahtseilklemmen sind für Seilendverbindungen von Anschlagseilen grundsätzlich ungeeignet. Sie dürfen nur zur Herstellung einer speziellen Endverbindung für die einmalige Verwendung genutzt werden. Die Seilklemmen müssen unter Belastung nachgezogen werden, weil das Seil unter Belastung dünner wird (Querkontraktion) und sich hierdurch Seilklemmen lockern können.

 

DIN EN 13 411 Teil 5 (ehemals DIN 1142) legt fest, dass nur verstärkte Drahtseilklemmen mit Bundmuttern und großer Auflage für sicherheitstechnische Belange verwendet werden dürfen. Alle Drahtseilklemmen sind so anzubringen, dass die Klemmbacken auf dem tragenden Trumm und alle Klemmbügel auf dem nicht tragenden Trumm sitzen. Mindestens vier Drahtseilklemmen sind für dünne Anschlagseile notwendig. Die Anzahl steigt entsprechend dem Durchmesser auf bis zu sechs Klemmen an. Die Verbindung ist nach dem Benutzen gleich wieder auseinander zu schrauben.

 

Pressklemmen aus Aluminium sind als Endverbindungen nur zulässig, wenn im Bereich der Pressöse keine Biegebeanspruchung auftritt. Damit man das Einziehen des Seilendes in die Klemme leicht erkennen kann (Versagen der Pressklemmverbindung), soll das Ende des Seiles sichtbar aus der Hülse herausragen.

 

Symmetrische Seilschlösser sind bei Stahldrahtseilen nicht zulässig; die bestimmungsgemäße Zuordnung von Seilkeil- und Seilschlossgehäusen muss durch eine deutlich erkennbare und dauerhafte Kennzeichnung sichergestellt sein.

 

Stahldrahtseile dürfen nicht über scharfe Kanten gebogen oder gezogen werden; Seil- und Lastenschoner (Kantenschützer) oder weiche Beilagen, z. B. aus Holz, bieten hier Schutz. Die Seile dürfen weder in der Nähe der Spleiße oder Pressklemmen gebogen noch dürfen sie zusammengeknotet werden. Eine Biegung über kleine Krümmungsradien (Abbildung) setzt die Tragfähigkeit und damit die Sicherheit stark herab. Insbesondere scharfe Kanten (Kantenradius kleiner als Seildurchmesser) üben eine zusätzliche Kerbwirkung aus, die die Bruchkraft um die Hälfte und mehr herabsetzt und das Seil in kurzer Zeit zerstören kann.

 

Chemiefaserseile werden aus Polyamid, Polyester und Polypropylen hergestellt. Die Seile müssen den Anforderungen der einschlägigen DIN-Normen entsprechen. Polyethylenseile sind nicht zulässig. Seile aus Polyamid (PA) sind (ebenso wie Hanfseile) mit einem grünen Faden in einer Litze, solche aus Polyester (PES) mit einem blauen Faden gekennzeichnet. Seile aus Polypropylen (PP) haben einen braunen Kennfaden.

 

Chemiefaserseile sind unempfindlich gegen Nässe und Verrottung und wegen ihrer höheren Dehnungswerte dynamischen Beanspruchungen besser gewachsen. Durch Zusätze zur Spinnmasse muss sichergestellt werden, dass sie über eine ausreichende Licht- und Wärmestabilität verfügen. Es ist ratsam, sich dies beim Bezug der Seile vom Lieferanten bestätigen zu lassen.

 

Bei Feststellung folgender Schäden sind Chemiefaserseile ablegereif, also der Benutzung zu entziehen: Bruch einer Litze im Seil, Garnbrüche in großer Zahl (mehr als 10 % der Gesamtgarnzahl im am stärksten beschädigten Querschnitt), stärkere Verformung infolge Wärme durch innere oder äußere Reibung oder Wärmestrahlung usw. sowie Lockerung der Spleiße und Schäden infolge aggressiver Stoffe.

 

Naturfaserseile aus Sisal, Hanf oder dem Faserstoff Manila werden vor allem wegen ihres geringen Gewichts und ihrer hohen Beweglichkeit geschätzt. Sie eignen sich besonders zum Anschlagen von Lasten mit empfindlicher Oberfläche. Naturfaserseile aus Baumwolle sind nicht zulässig.

 

Da Naturfaserseile durch Einwirkung von Nässe zur Verrottung neigen und durch aggressive Stoffe leicht beschädigt werden können, müssen sie trocken und luftig sowie vor schädlicher Einwirkung geschützt aufbewahrt und gelagert werden. Empfehlenswert ist es, die Seile an Haken aus nicht rostenden Werkstoffen aufzuhängen.

 

Die Anforderungen an Manila-, Sisal- und Hanfseile sind in Normen festgelegt, in denen auch die Art der Kennzeichnung durch Kennstreifen und Kennfäden geregelt ist. Auf dem Kennstreifen müssen Name oder Zeichen des Seilherstellers bzw. Lieferers, Nenndurchmesser des Seiles und das DIN-Zeichen deutlich erkennbar aufgedruckt sein. Der Kennfaden für Manilaseile ist schwarz; es muss ein Faden in einer Litze vorhanden sein. Sisalseile haben keinen Kennfaden, Hanfseile einen grünen Faden in einer Litze.

 

Naturfaserseile haben die Ablegereife erreicht, wenn sie folgende Schäden aufweisen: Bruch einer Litze, mechanische Beschädigungen, starker Verschleiß oder Auflockerungen, Herausfallen von Fasermehl beim Aufdrehen des Seils, Schäden infolge feuchter Lagerung oder Einwirkung aggressiver Stoffe, Garnbrüche in größerer Zahl (mehr als 10 % der Gesamtgarnzahl im am stärksten beschädigten Querschnitt) und Lockerung der Spleiße.

 

Verweise

 

Literatur

  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Gebrauch von Anschlag-Drahtseilen (BGR 151) / (GUV-R 151)
  • Gebrauch von Anschlag-Faserseilen (BGR 152) / (GUV-R 152)
  • DIN 3088 Drahtseile aus Stahldrähten; Anschlagseile im Hebezeugbetrieb; Sicherheitstechnische Anforderung und Prüfung (zurückgezogen, Für in Betrieb befindliche Anschlagseile nach alter Norm)
  • DIN 60005 Textile Anschlagmittel - Sicherheit - Einweg-Hebebänder aus Chemiefasern für allgemeine Verwendungszwecke
  • DIN 83305 T 1 Faserseile; T 2 Begriffe
  • DIN 83307 Schiffe und Meerestechnik - Rund- und spiralgeflochtene Chemiefaserseile
  • DIN 83319 Faserseile - Spleiße - Begriffe, Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfung
  • DIN 83329 Schiffe und Meerestechnik - Polypropylen-Faserseile aus Garnen nach dem Bastfaser-Spinnverfahren
  • DIN 83334 Schiffe und Meerestechnik - Polypropylen-Faserseile aus hochfestem Multifilament
  • DIN EN 12385 Drahtseile aus Stahldrähten - Sicherheit
  • DIN EN 1261 Faserseile für allgemeine Verwendung - Hanf
  • DIN EN 13411 Endverbindungen für Drahtseile aus Stahldraht - Sicherheit
  • DIN EN 13414 Anschlagseile aus Stahldrahtseilen - Sicherheit
  • DIN EN 14684 Polyester-Faserseile - Doppelgeflechtausführung
  • DIN EN 14685 Polyamid-Faserseile - Doppelgeflechtausführung
  • DIN EN 14686 Faserseile Polyester/Polyolefin-Doppelfaser
  • DIN EN 14687 Polyolefingemisch-Faserseile
  • DIN EN 14704-3 Bestimmung der Elastizität von textilen Flächengebilden - Teil 3: Schmaltextilien
  • DIN EN 1492 Textile Anschlagmittel - Sicherheit
  • DIN EN 696 Faserseile für allgemeine Verwendung - Polyamid
  • DIN EN 697 Faserseile für allgemeine Verwendung - Polyester
  • DIN EN 698 Faserseile für allgemeine Verwendung - Manila und Sisal
  • DIN EN 699 Faserseile für allgemeine Verwendung - Polypropylen
  • DIN EN 700 Faserseile für allgemeine Verwendung - Polyethylen
  • DIN EN 701 Faserseile für allgemeine Verwendung - Allgemeine Anforderungen
  • VDI 2358 Drahtseile für Fördermittel
  • VDI 2500 Faserseile; Beschreibung, Auswahl, Bemessung
  • Belastungstabellen für Anschlagmittel aus Rundstahlketten, Stahldrahtseilen, Chemiefaserhebebändern, Chemiefaserseilen, Naturfaserseilen (Kartensatz in Kunststoffhülle) (BGI 622)
  • Merkblatt für Seile und Ketten als Anschlagmittel im Baubetrieb (BGI 876)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Anstrichstoffe dienen der Sachwerterhaltung, der Hygiene, der Verschönerung usw. und bestehen aus Bindemitteln, Löse- oder Dispergiermitteln, Pigmenten oder Farbstoffen, Füllstoffen, Weichmachern und anderen Additiven, z. B. Fungiziden (siehe auch Holzschutzmittel). Die Anstriche ergeben nach dem Auftragen und Trocknen einen geschlossenen, auf der Unterlage haftenden, festen Film. Bei mehrschichtigen Beschichtungen spricht man von einem Beschichtungssystem, z. B. Epoxidharzsysteme. Die Produkte werden häufig nach der Art der enthaltenen Bindemittel benannt, z. B. Alkydharzlackfarben, Siliconharzfarben, Dispersionslackfarben, Dispersionsfarben, Acryllacke usw.

 

Viele Lacke (Beschichtungen auf Basis organischer Bindemittel) enthalten organische Lösemittel wie Aromaten oder aliphatische Kohlenwasserstoffe. Es gibt sie aber auch auf wässriger Basis, z. B. Dispersionslackfarben, wasserverdünnbare Klarlacke oder Polymerisatharzfarben. Bei den Farben geht der Trend eindeutig zu den wässrigen Systemen (Dispersionsfarben).

 

Die wasserlöslichen Lösemittel (Ether, Ester, Glykole, Alkohole) in Dispersionsprodukten besitzen auf Grund ihres geringen Anteils keine konservierende Wirkung; daher werden den Dispersionsprodukten geringe Anteile an Konservierungsstoffen, z. B. Formaldehyd, Formaldehydabspalter oder Isothiazolinonderivate, zugesetzt ("Topfkonservierer"). Trotzdem sind die wässrigen Systeme den lösemittelhaltigen Produkten vorzuziehen. In den stark lösemittelhaltigen Beschichtungen sind auf Grund des hohen Lösemittelanteils (bis 90 %) keine Konservierungsstoffe enthalten. Die Lösemittel bestehen hier in der Regel aus wasserunlöslichen Kohlenwasserstoffen.

 

Auch bezüglich der Gesundheitsgefahren sind die Produkte sehr unterschiedlich. Wässrige Beschichtungen sind meist ungefährlich. Bei Anstrichstoffen auf der Basis von wasserunlöslichen organischen Lösemitteln können aber nicht zu unterschätzende Gefährdungen auftreten (s. dazu Kohlenwasserstoffe,

Aromaten,

Lösemittel).

 

Je nach Lösemitteln sind unterschiedliche Schutzmaßnahmen erforderlich. Es sollte grundsätzlich - auch bei wässrigen Produkten - für gute Lüftung (Abbildung) gesorgt werden. Bei stark lösemittelhaltigen Farben und Lacken können Absauganlagen erforderlich sein. Der Ex-Schutz ist zu beachten. Bei den wässrigen Systemen ist Atemschutz (Partikelmaske P2 (weiß)) nur im Spritzverfahren erforderlich. Dagegen müssen bei Produkten auf der Basis organischer Lösemittel im Handanstrich manchmal Gasfilter A (braun), im Spritzverfahren häufig Kombinationsfilter A-P2 (braun/weiß) getragen werden. Darüber hinaus sind bei möglichem Hautkontakt Chemikalienschutzhandschuhe zu benutzen, bei kohlenwasserstoffhaltigen Produkten aus Nitrilkautschuk.

 

Vielen Produkten werden vor der Verarbeitung - besonders bei der Anwendung im Spritzverfahren - noch Verdünnungsmittel zugegeben. Die von den Verdünnern ausgehenden Gefährdungen sind dann ebenfalls zu berücksichtigen. Zur Entfernung von alten Beschichtungen werden neben mechanischen Verfahren oft Abbeizmittel verwendet.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Schutzmaßnahmenkonzept für Spritzlackierarbeiten - Lackaerosole (BGR 231)
  • Sicherheitsregeln für elektrostatisches Versprühen von brennbaren flüssigen Beschichtungsstoffen mit Handsprüheinrichtungen (BGR 144)
  • TRGS 507 Oberflächenbehandlung in Räumen und Behältern
  • TRGS 610 Ersatzstoffe und Ersatzverfahren für stark lösemittelhaltige Vorstriche und Klebstoffe für den Bodenbereich
  • BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung - Spritzlackieren von Hand bei der Holzbe- und -verarbeitung (BGI 790-013)
  • Lackierer (BGI 557)
  • Lackierräume und -einrichtungen für flüssige Beschichtungsstoffe - Bauliche Einrichtungen, Brand- und Explosionsschutz, Betrieb (BGI 740)
  • Maler und Lackierer (BGI 639)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Arbeitnehmerüberlassung bedeutet, dass in einem Unternehmen Arbeitnehmer tätig werden, die von einem anderen Unternehmen gewerbsmäßig zur Arbeitsleistung überlassen werden. Das Unternehmen, in dem sie tätig werden, ist der Entleiher. Das andere Unternehmen, das die Arbeitnehmer überlässt bzw. verleiht, ist der Verleiher oder Personaldienstleister. Die betreffenden Arbeitnehmer werden Leiharbeitnehmer genannt. Leiharbeitnehmer werden z. B. zur Überbrückung vorübergehender Personalengpässe benötigt oder als Vertretung bei Krankheit, Erholungs- und Mutterschaftsurlaub. Sie sind nicht mit Fremdfirmenmitarbeitern gleichzusetzen.

 

Leiharbeitnehmer haben trotz ihrer Arbeit bei Entleihern ihren Arbeitsvertrag weiterhin mit dem Verleiher. Er bleibt ihr Arbeitgeber, eine Arbeitsvermittlung ist damit nicht verbunden. Leiharbeitnehmer erhalten ihre Arbeitsanweisungen aber nicht von ihrem Arbeitgeber, sondern vom Entleiher, also dem Betrieb, dem sie zur Arbeitsleistung "überlassen" worden sind. Die Leiharbeitnehmer arbeiten deshalb auch hinsichtlich des Arbeitsschutzes in der Verantwortung des Entleihers. Die Dauer der Überlassung muss begrenzt sein. Der Verleiher benötigt eine behördliche Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung. Vorschriften dazu enthält das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AüG).

 

Das Arbeitsschutzgesetz fordert in § 8 für die Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber:

 

(1) Werden Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber an einem Arbeitsplatz tätig, sind die Arbeitgeber verpflichtet, bei der Durchführung der Sicherheits- und Gesundheitsschutzbestimmungen zusammenzuarbeiten. Soweit dies für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit erforderlich ist, haben die Arbeitgeber je nach Art der Tätigkeit insbesondere sich gegenseitig und ihre Beschäftigten über die mit den Arbeiten verbundenen Gefahren für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu unterrichten und Maßnahmen zur Verhütung dieser Gefahren abzustimmen.

 

(2) Der Arbeitgeber muss sich je nach Art der Tätigkeit vergewissern, dass die Beschäftigten anderer Arbeitgeber, die in seinem Betrieb tätig werden, hinsichtlich der Gefahren für ihre Sicherheit und Gesundheit während ihrer Tätigkeit in seinem Betrieb angemessene Anweisungen erhalten haben.

 

Gemäß § 11 Abs. 6 AüG unterliegen die Tätigkeiten des Leiharbeitnehmers bei dem Entleiher "den für den Betrieb des Entleihers geltenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften des Arbeitsschutzrechts; die hieraus sich ergebenden Pflichten für den Arbeitgeber obliegen dem Entleiher unbeschadet der Pflichten des Verleihers."

 

Der Entleiher hat den Verleiher vorab über Qualifikationsanforderungen, besondere Belastungen und Gefährdungen sowie ggf. über die erforderlichen Persönlichen Schutzausrüstungen und die erforderlichen arbeitsmedizinischen Tauglichkeiten schriftlich zu informieren. In einer vertraglichen Arbeitsschutzvereinbarung (Abbildung) zwischen Verleiher und Entleiher sollte insbesondere geregelt werden:

 

Leiharbeitnehmer sind in den betrieblichen Arbeitsschutz des Entleihers voll eingegliedert, das heißt aus Sicht des Arbeitsschutzes sind die entliehenen Mitarbeiter den eigenen Beschäftigten gleichzusetzen. Der Entleiher bzw. die von ihm beauftragten Vorgesetzten haben daher auch die Verantwortung für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der entliehenen Mitarbeiter. Der Entleiher muss sich in besonderem Maße um die "entliehenen" Mitarbeiter kümmern. Ihnen fehlen in der Regel Ortskenntnisse, spezifische Erfahrungen und sie sind nicht mit den besonderen Gegebenheiten, Gefährdungen, Handlungsweisen usw. vertraut. Der Entleiher muss deshalb sicherstellen, dass die Leiharbeitnehmer vor Aufnahme ihrer Tätigkeit über alle betrieblichen Besonderheiten unterrichtet werden. Diese Einweisung entspricht der Erstunterweisung neuer Mitarbeiter. Neben der Erstunterweisung müssen die entliehenen Mitarbeiter vor allem über die örtlichen Unfall- und Gesundheitsgefahren (Grundlage hierfür sind Belastungs- und Gefährdungsbeurteilungen), betriebliche Regelungen und spezielle Anweisungen informiert bzw. unterwiesen werden. Diese Hinweise können nur die Vorgesetzten des Betriebs geben, in denen diese Personen arbeiten sollen, und zwar vor Aufnahme der Tätigkeit.

 

Im Rahmen der Ein- und Unterweisung muss der Entleiher prüfen, ob die Leiharbeitnehmer die erforderliche berufliche Qualifikation tatsächlich mitbringen. Die Ein- und Unterweisungen sind durch den Entleiher zu dokumentieren.

 

Da die Sicherheitsphilosophie (das Arbeitsschutzverständnis, der Stellenwert von Sicherheit und Gesundheitsschutz usw.) und die Arbeitsschutzorganisation der Verleiher bzw. Personaldienstleister sowie das Sicherheitsbewusstsein seiner Mitarbeiter (das heißt der Leiharbeitnehmer) den Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutzstandard des Entleihers und damit auch dessen Qualitätsstandard stark beeinflussen, fordern immer mehr Auftraggeber von ihren Personaldienstleistern ein nachweislich praktiziertes Arbeitsschutzmanagement, z. B. in Form eines SCP-Zertifikates.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz zur Regelung der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz - AüG)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Zeitarbeit - sicher, gesund und erfolgreich; Leitfaden für die Gestaltung der Arbeitsorganisation in Zeitarbeitsunternehmen - mit CD-ROM (BGI 5020)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Bei der Beurteilung physischer und psychischer Belastungen ist zu beachten, dass sie sich in bestimmter Art und Ausprägung in Abhängigkeit von den individuellen Voraussetzungen auch positiv auf die Gesundheit von Beschäftigten auswirken.

 

Mit dem erweiterten Präventionsauftrag - Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren - ist ein umfassender Gesundheitsschutz Teil des Arbeitsschutzes geworden.

 

Das erfordert über die betriebliche Gefährdungsbeurteilung hinaus die Nutzung aller geeigneten Informationen und Erkenntnisse über die Beziehungen zwischen Arbeit und Gesundheit.

 

Bei der Ermittlung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren kommen folgende Daten und Informationen in Frage:

  • Daten der Krankenkassen über das Krankheitsgeschehen auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene
  • Daten zum Unfall- und Berufskrankheitengeschehen
  • Daten über Betriebsbegehungen
  • Ergebnisse von Gefährdungsbeurteilungen
  • Daten aus Arbeits- und Gesundheitsschutzprojekten
  • Literaturrecherchen
  • Daten aus der betriebsärztlichen Betreuung einschließlich der arbeitsmedizinischen Vorsorge
  • Daten aus der sicherheitstechnischen Betreuung
  • Erkenntnisse aus Mitarbeiterbefragungen
  • Informationen der Betriebsvertretungen.

 

Nach dem Sozialgesetzbuch (§ 20 SGB V und § 14 SGB VII) sind die Krankenkassen und die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren zur Zusammenarbeit verpflichtet.

 

Die Spitzenverbände der Krankenkassen und die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung haben zur Kooperation bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren eine Rahmenvereinbarung abgeschlossen, in der vor allem die Zielsetzung und der Handlungsrahmen der Kooperationspartner festgelegt wurden.

 

Wesentliche Bedeutung hat die Kooperation auf betrieblicher Ebene. Die Unfallversicherungsträger und die Krankenkassen unterstützen die Betriebe mit einem gemeinsam abgestimmten Vorgehen bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen, z. B. bei den Fragestellungen

  • Gefährdungen und Belastungen durch Arbeitsumgebungsfaktoren
  • Optimierung physischer und psychischer Belastungen
  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Arbeitszeitorganisation, Schichtsysteme.

 

Ein wesentliches Element ist hierbei die Beteiligung der Mitarbeiter z. B. in betrieblichen Gesundheits- oder Sicherheitszirkeln. In einer moderierten Gruppe von ca. fünf bis zwölf Mitarbeitern eines Arbeitsbereiches werden Belastungen und Gefährdungen und Lösungsmöglichkeiten erörtert. Die Ergebnisse werden von einem vorzugsweise externen Moderator aufbereitet und als Grundlage für die Auswahl von Präventionsmaßnahmen dem Unternehmer präsentiert.

 

Während sich die Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren in erster Linie an den mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen und Belastungen orientiert, können Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung der Krankenkassen über diesen Rahmen hinausgehen. Sie umfassen insbesondere Maßnahmen, die das Gesundheitsverhalten der Beschäftigten verbessern sollen.

 

Gemeinsames Ziel ist es, mit den Maßnahmen zur Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren neben der Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten krankheitsbedingte Ausfallzeiten von Beschäftigten zu vermeiden und sie darüber hinaus in die Lage zu versetzen, mit eigenem Verhalten bei der Arbeit und in der übrigen Lebenssphäre zu ihrer Gesundheit beizutragen.

 

Unfallversicherungsträger und Krankenkassen unterstützen die Betriebe bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, z. B. mit Daten und Informationen, Hilfestellungen bei der Beurteilung der Gefährdungen und Belastungen, Informations- und Fortbildungsmaßnahmen, praxisgerechten Handlungshilfen, Arbeitsblättern und Fragebögen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V): Gesetzliche Krankenversicherung
  • Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII): Gesetzliche Unfallversicherung
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Anwendungsbeispiele zum Abbau spezifischer arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren (BGI 5009)
  • Erkennen und Verhüten arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren. Ergebnisse aus dem Kooperationsprogramm Arbeit und Gesundheit (KOPAG), hrsg.v. BKK Bundesverband/Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, 2., überarb. Aufl., Bremerhaven 1999
  • Gesundheit und Produktivität im Unternehmen, hrsg. v. BKK Bundesverband/Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, Universum Verlag, Wiesbaden 1999 (Link)
  • Rahmenvereinbarung der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen und der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung zur Zusammenarbeit bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren. Oktober 1997
  • Bindzius, F./ Hanßen, R.: Gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung auf der Grundlage von Gefährdungsbeurteilungen. In: Die BG 6/98, S. 348-353
  • Bindzius, F./ Sokoll, G.: Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren - Zusammenarbeit von Unfall- und Krankenversicherung bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren. In: Die Krankenversicherung 11/98, S. 355-359
  • Leube, K.: Gesetzliche Unfallversicherung - SGB VII. Leitfaden für die Praxis, Universum Verlag, Wiesbaden 1997
  • Nickel, U./Kuch, P./Bauer, W.: Gesundes Arbeiten lernen. Das Arbeitsplatzprogramm, Universum Verlag, Wiesbaden 1998 (Link)
  • Schubert, K./Littinski, R./Ludborzs, B.: Sicherheits-Audits. Effizienzsteigerung im Arbeits- und Gesundheitsschutz, Universum Verlag, Wiesbaden 1997 (Link)
  • Strothotte, G./Ziegenfuß, B. G.: Sicherheit und Gesundheit in Kleinbetrieben, Universum Verlag, Wiesbaden 1997 (Link)
  • Arbeitsschutzausschussbrief (ASA-Brief) 8 "Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren" der Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Für die Festlegung der Grenzen des Arbeitsbereichs müssen die Verhältnisse am Aufstellungsort und die Arbeitsweise zu Grunde gelegt werden. Die freie unverstellte Fläche am Arbeitsplatz muss nach Arbeitsstättenverordnung so bemessen sein, dass sich die Beschäftigten bei ihrer Tätigkeit ungehindert bewegen können. Ist dies nicht möglich, muss den Beschäftigten in der Nähe des Arbeitsplatzes eine andere ausreichend große Bewegungsfläche zur Verfügung stehen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • DIN 31001-1 Sicherheitsgerechtes Gestalten technischer Erzeugnisse; Schutzeinrichtungen, Begriffe, Sicherheitsabstände für Erwachsene und Kinder
  • Arbeitsstätten sicher und menschengerecht gestalten: Was fordert die neue Arbeitsstättenverordnung? - Online-Informationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist zu prüfen, ob die Sicherheitsanforderungen an "Behälter und enge Räume" beachtet werden müssen. Die Abmessungen und die Gestaltung einer ergonomisch gestalteten Arbeitsgrube orientieren sich an den durchzuführenden Arbeiten, also auch an der Art der Fahrzeuge, an denen gearbeitet wird. Ist für Pkw eine Länge von 7 m meist ausreichend, benötigen Lkw und Busse etwa 12 bis 18 m, ein Sattelzug mehr als 20 m. Die Grube ist für ein Fahrzeug ausgelegt, wenn mindestens ein Ausgang der Grube frei ist. Stehen mehrere Fahrzeuge auf der Grube, muss zwischen den Fahrzeugen der Ausstieg möglich sein. Das Maß für die Breite der Grubeneinfassung beträgt ca. 850-900 mm. Die Gestaltung der Einfassung hängt von der Art der Abdeckung und dem Einsatz weiterer Geräte wie Grubenheber und Abstützbrücken ab. Die Bodenfreiheit der Fahrzeuge wirkt sich auf die Grubentiefe aus: Für Lkw und Fahrzeuge mit viel Bodenfreiheit sind 1390 mm und für Busse und Fahrzeuge mit wenig Bodenfreiheit 1490 mm üblich. Die beidseitige Verbreiterung der Grube unterhalb der Grubeneinfassung schafft Platz für Versorgungsleitungen, Leuchten und Ablagen für Werkzeug. Zusätzlicher Platzbedarf kann sich z. B. durch zentrale Anlagen für Betriebsstoffe (Ölabscheider), Druckluft, Elektroinstallation und den Einsatz des Grubenhebers ergeben.

 

Der Zugang zur Arbeitsgrube führt in der Regel durch die Arbeitsöffnung. Bei Unterfluranlagen befinden sich die Arbeitsplätze in einem kellerartigen Raum mit einer oder mehreren nebeneinander angeordneten Arbeitsöffnungen. Der Zugang erfolgt in der Regel über separate Treppen und nicht durch eine der Arbeitsöffnungen. Arbeitsgruben wie Unterfluranlagen sind mit mindestens zwei Treppen auszustatten, deren Neigungswinkel maximal 45° beträgt. Die Treppen (Abbildung) der Arbeitsgrube befinden sich jeweils an den Enden der Grube. Bei Unterfluranlagen sind sie so außerhalb der Arbeitsöffnungen angeordnet, dass sie nicht durch Fahrzeuge verstellt werden können. Als Notausstieg ist eine Treppe mit einem Neigungswinkel bis 60° zulässig. Als Rettungsweg ist an Stelle einer Treppe ein unter der Flurebene gelegener Notausgang oder ein als Notausstieg gestaltetes Fenster möglich. Bei Arbeitsgruben bis 5 m Länge und bei Unterfluranlagen mit einer oder zwei Arbeitsöffnungen ist an Stelle einer zweiten Treppe auch ein anderer trittsicherer Ausstieg ausreichend; Steigeisen sind nicht zulässig. In Verbindung mit einer integrierten Hebebühne kann bei Arbeitsgruben bis 0,9 m Tiefe auf einen zweiten Ausstieg verzichtet werden, wenn im Bereich des dem Zugang entgegengesetzten Endes das Verlassen der Grube durch eine Öffnung von mindestens 0,5 m Höhe und 0,75 m Breite möglich ist.

 

Für das Überqueren von Arbeitsgruben und Unterfluranlagen müssen geeignete Übergänge vorhanden sein, sofern dies die Länge der Arbeitsöffnungen erfordert. Treppendurchbrüche zu Unterfluranlagen müssen mit Geländern (Handlauf, Knie- und Fußleiste) versehen sein (Abbildung).

 

Arbeitsgruben und Unterfluranlagen sind gegen Hineinstürzen von Personen zu sichern (Abbildung), soweit der Arbeitsablauf dies zulässt. Öffnungen von Arbeitsgruben und Unterfluranlagen können abgedeckt, mit Geländern umwehrt oder durch Ketten oder Seile in ca. 500 mm Abstand zur Grube abgesperrt werden. Hierauf kann - ausgenommen bei Öffnungen, die nicht vom Fahrzeug abgedeckt werden können - verzichtet werden, wenn

 

1. sich einzelne Arbeitsöffnungen in einem abgetrennten Raum befinden, in dem nur gearbeitet wird, solange die Arbeitsöffnung durch ein Fahrzeug besetzt ist

 

2. zu dem Teil der Arbeitsräume, in dem sich die Arbeitsöffnungen befinden, nur Personen Zutritt haben, die dort beschäftigt sind, oder in der Nähe der Arbeitsgruben oder Unterfluranlagen keine Verkehrswege vorbeiführen, die auch von anderen als den dort beschäftigten Personen benutzt werden

 

3. die Arbeitsöffnungen so weit voneinander entfernt sind, dass die Flächen der Arbeitsplätze unter Berücksichtigung der Art der Arbeiten ausreichend groß sind.

 

Befinden sich Arbeitsöffnungen von Arbeitsgruben und Unterfluranlagen unmittelbar hinter einem Zugang zum Arbeitsraum, sind ebenfalls bauliche Maßnahmen gegen Hineinstürzen von Personen erforderlich. Auf die Gefährdung von Personen durch die Arbeitsöffnung muss an allen Zugängen durch das Warnzeichen (Abbildung) "Warnung vor einer Gefahrstelle" und einem Zusatzzeichen mit der Aufschrift "Vorsicht! Grube" hingewiesen werden. Generell müssen Öffnungen von Arbeitsgruben und Unterfluranlagen deutlich erkennbar sein. Dies wird z. B. erreicht durch

  • Kennzeichnung der Ränder der Arbeitsöffnungen (gelb/schwarz)
  • Beleuchtung der Arbeitsöffnung, deren Nennbeleuchtungsstärke mehr als doppelt so groß ist wie die mittlere Beleuchtungsstärke der Arbeitsstätte.

 

Arbeitsgruben und Unterfluranlagen, bei denen mit dem Auftreten brennbarer Gase oder Dämpfe in gefährlicher Menge zu rechnen ist (z. B. Arbeiten mit brennbaren Flüssigkeiten oder Flüssiggas) und in denen eine ausreichende freie (natürliche) Lüftung durch ihre Bauart nicht sichergestellt ist, sind mit Einrichtungen für eine technische Lüftung zu versehen. Der stündliche Luftwechsel muss mindestens das Dreifache des Rauminhaltes der betreffenden Grube oder Unterfluranlage betragen. Eine freie Lüftung ist ausreichend:

 

1. bei nicht abgedeckten Arbeitsgruben im Freien

 

2. bei nicht abgedeckten Arbeitsgruben in Bauwerken, wenn das Verhältnis der Länge ihrer Arbeitsöffnungen zu ihrer Tiefe mindestens 3:1 und ihre Tiefe bis ca. 1,6 m beträgt

 

3. bei dicht abgedeckten (z. B. mit Holzbohlen) Arbeitsgruben nach Nummer 2, wenn an den Enden jeweils ein Gitterrost von mindestens 1 m Länge eingelegt ist und die Länge der dichten Abdeckung jeweils 4 m nicht übersteigt

 

4. bei dicht abgedeckten Arbeitsgruben nach Nummer 2, wenn mindestens 25 % der abgedeckten Fläche mit Öffnungen versehen sind; die Öffnungen sind gleichmäßig über die gesamte Fläche zu verteilen.

 

Rollen-Bremsprüfstände in Arbeitsgruben müssen so ausgelegt sein, dass sich bei laufendem Prüfstand keine Personen in Gefahrbereichen der sich drehenden Fahrzeuggelenkwellen, Fahrzeugräder oder Prüfstandsrollen befinden können. Dies ist z. B. gewährleistet, wenn die Bereiche, die sich von Mitte Rollensatz in Richtung aufsteigender Gelenkwelle 2,5 m und in Gegenrichtung 1,5 m erstrecken, gesichert werden. Geeignet sind feste oder bewegliche Verdeckungen, die mit dem Antrieb des Rollen-Bremsprüfstandes fest verriegelt sind. Ebenso können selbst überwachende berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen eingesetzt werden, die so angeordnet sind, dass Hindernisse von mehr als 250 mm in einer Mindesthöhe von 750 mm über der Standfläche im Gefahrbereich erkannt werden. Möglich sind ferner selbst überwachende Schaltplatten oder -matten, die den Anforderungen an berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen entsprechen. Bei besonders langen Fahrzeugen, bei Fahrzeugen mit Allradantrieb und bei beidseitig befahrbaren Rollen-Bremsprüfständen sind entsprechend größere Gefahrbereiche zu sichern.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • UVV Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (BGV A 3) / (GUV-V A2) / (VSG 1.4)
  • UVV Fahrzeuge (BGV D 29) / (GUV-V D29)
  • UVV Schienenbahnen (BGV D 30)
  • UVV Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (BGV A 8) / (GUV-V A8) / (VSG 1.5)
  • Arbeiten unter Spannung an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln (BGR A 3)
  • Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (BGR 121)
  • Behälter, Silos und enge Räume. Teil 1: Arbeiten in Behältern, Silos und engen Räumen (BGR 117-1)
  • Fahrzeug-Instandhaltung (BGR 157)
  • Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten; Teil 1: Handlungshilfen für den Unternehmer (BGR 131-1)
  • Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten; Teil 2: Leitfaden zur Planung und zum Betrieb der Beleuchtung (BGR 131-2)
  • Tankstellen (BGR 147)
  • Arbeitsstättenregel (ASR) A1.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
  • Arbeitsstättenregel (ASR) A2.3 Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 12/1-3 Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 5 Lüftung
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 7/3 Künstliche Beleuchtung
  • Arbeitssystem Kfz-Prüfanlagen - Leitfaden für eine präventive Arbeitsgestaltung (BGI 871)
  • Fahrzeugaufbereitung (BGI 5025)
  • Fahrzeug-Instandhaltung (BGI 550)
  • Sicherheit im Feuerwehrhaus (GUV-I 8554)
  • Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am Arbeitsplatz (BGI 816)
  • Treppen (BGI 561) / (GUV-I 561)
  • Sicherheit in Arbeitsgruben und Unterfluranlagen, hrsg. v. der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Beschäftigte dürfen bei der Arbeit nur Kleidung tragen, durch die keine Gefährdungen für den Träger entstehen und in der Folge ein Arbeitsunfall entstehen könnte. Z. B. ist bei der Arbeit an Maschinen anliegende Kleidung zu tragen, deren Ärmel nur nach innen umgeschlagen werden dürfen. Auch die ursprüngliche Beschaffenheit der Kleidung soll erhalten werden, z. B. durch Reinigen und Ausbessern. Bei Arbeiten, bei denen die Kleidung Feuer fangen kann, ist darauf zu achten, dass nur schwer entflammbare oder feuerfeste Kleidung getragen wird und diese nicht durch ölige, fettige oder sonstige leichtentzündliche Stoffe verschmutzt ist.

 

Arbeitskleidung, zu der auch das Schuhwerk gehört, wird in vielen Farben und Ausführungen angeboten und muss auf die Verhältnisse am Arbeitsplatz abgestimmt sein. Eine Gefährdung kann durch unzweckmäßiges Schuhwerk (z. B. offene Schuhe ohne Fersenhalt, Sandalen, Schuhe mit überdicker Laufsohle oder hohen Absätzen) hervorgerufen werden. Dies wirkt sich insbesondere bei der Betätigung von Pedalen z. B. an Fahrzeugen, Flurförderzeugen, Baugeräten sowie beim Begehen von unebenem Gelände und Treppen, dem Besteigen von Leitern und Tritten, dem Besteigen und Verlassen von Fahrzeugen, anderen Arbeitseinrichtungen oder hoch gelegenen Arbeitsplätzen als Gefährdung aus.

 

Scharfeund spitze Werkzeuge oder Gegenstände (z. B. Schraubendreher, Bleistifte) dürfen in der Kleidung nur mitgeführt werden, wenn Schutzmaßnahmen (z. B. Hülsen) eine Gefährdung ausschließen. Halsketten, Armbänder, Schmuckstücke, Armbanduhren, Ringe, Piercings oder ähnliche Gegenstände dürfen beim Arbeiten nicht getragen werden, wenn sie zu einer Gefährdung, z. B. durch Hängenbleiben, oder einer Beeinträchtigung der Schutzfunktion Persönlicher Schutzausrüstungen (PSA) führen können.

 

Bestimmte betriebliche Tätigkeiten können das Tragen spezieller Unterbekleidung erforderlich machen. In feuer- und explosionsgefährdeten Bereichen ist es z. B. unerlässlich, zum geeigneten Schutzanzug passende Unterbekleidung zu tragen - eine Unterbekleidung aus Kunststoffgeweben wäre z. B. ungeeignet. Unterbekleidung aus Wolle oder Angorawolle bzw. Funktionsunterwäsche hingegen kann sich durchaus positiv auf die Schutzwirkung und die Trageeigenschaften des Schutzanzugs auswirken. Sie sollte in bequemer Weite geschnitten sein und die notwendige Bewegungsfreiheit nicht einschränken.

 

Der zweiteilige Arbeitsanzug nach DIN 61 501 und die Latzhose nach DIN 61 512 für Herren und nach DIN 61 513 für Damen werden in unterschiedlichen Gewebearten aus Natur- oder Synthesefasern und in verschiedenen Farben hergestellt.

 

Beim Arbeitsmantel in Kittelform nach DIN 61 535 muss die Knopfleiste verdeckt, ein Rückengurt darf nicht angebracht sein, um ein Hängenbleiben zu verhindern. Er darf nicht getragen werden, wenn an Arbeitsplätzen ein Erfasstwerden durch sich bewegende Teile möglich ist. Beim Umgang mit ätzenden oder anderen gefährlichen Chemikalien darf ein Arbeitsmantel keine Außentaschen haben.

 

Sicherheitsgerechte Kleidung sollte wie folgt gekennzeichnet sein:

 

1. Name oder Zeichen des Herstellers oder Importeurs

 

2. Größenbezeichnung

 

3. Textilpflegekennzeichen

 

4. Prüfzeichen (soweit vorgeschrieben)

 

5. bei Übereinstimmung der Kleidung mit der Norm z. B. der Hinweis DIN 61 535

 

6. Herstelldatum (soweit vorgeschrieben).

 

Die Angaben müssen so dauerhaft angebracht sein, dass sie auch nach der in der Gebrauchsanleitung genannten Anzahl von Reinigungs- und Waschvorgängen noch lesbar sind. Die Beschaffung von sicherheitsgerechter Arbeitskleidung wird durch das Vorhandensein einschlägiger Prüfzeichen, wie z. B. des GS-Zeichens, erleichert.

 

Unter Berufskleidung versteht man eine Bekleidung, die gleichermaßen Standes- wie Arbeitskleidung ist. Sie soll in erster Linie die Funktion des Trägers nach außen dokumentieren (z. B. Uniform) oder in bestimmten Bereichen die dort gebotenen Anforderungen erfüllen helfen (z. B. Hygienevorschriften in Betrieben der Lebensmittelverarbeitung, bei Köchen, in medizinischen Bereichen). Berufskleidung soll nicht den Träger vor Gefährdungen schützen. Sie wird in vielen Fällen vom Arbeitgeber beschafft bzw. zur Verfügung gestellt.

 

Reinraumkleidung schützt die Arbeitsumgebung (Produkte, Maschinen) gegen Einflüsse, die vom Träger der Kleidung ausgehen können. Sie ist deshalb keine Schutzkleidung für den Träger und muss nicht den Anforderungen für PSA entsprechen, obwohl häufig PSA verwendet wird.

 

Schutzkleidung hingegen ist eine PSA zum Schutz des Rumpfes, der Arme und Beine gegen schädigende Einflüsse vielfältiger Art. Häufig muss sie während der gesamten Arbeitszeit getragen werden (z. B. schwer entflammbarer Schweißeranzug, Kälteschutzkleidung).

 

Verweise

 

Literatur

  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • DIN 61501 Zweiteilige Arbeitsanzüge für Herren
  • DIN 61506 Einteilige Arbeitsanzüge für Herren; Kombinationen und Kesselanzüge
  • DIN 61512 Arbeitslatzhosen für Herren
  • DIN 61513 Arbeitslatzhosen für Damen
  • DIN 61535 Arbeitsmäntel für Herren; Kurz- und Langform

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Die Trägerschaft und Rechtsform solcher überbetrieblichen Dienste ist gesetzlich nicht geregelt. Es gibt Gesellschaften und eingetragene Vereine, die solche Dienstleistungen anbieten. Diese Träger sind z. B. von Berufsgenossenschaften (BAD - Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH), Technischen Überwachungsvereinen, Arbeitgeberverbänden und anderen privatwirtschaftlichen Einrichtungen gegründet worden. Die Anschriften der bundesweit tätigen Anbieter sind in der jährlich erscheinenden "Betriebswacht" (Bezugsquellen für Medien) enthalten.

 

In der Satzung des Unfallversicherungsträgers kann auch bestimmt werden, dass der Unternehmer verpflichtet ist, sich einem überbetrieblichen Dienst des Unfallversicherungsträgers anzuschließen, wenn er nicht innerhalb einer angemessenen Frist selbst einen Betriebsarzt bestellt. Der Unternehmer hat aus wettbewerbsrechtlichen Gründen allerdings die Möglichkeit, sich nach Wirksamwerden der Anschlusspflicht von ihr wieder befreien zu lassen, sofern er nachweist, dass er seine Pflicht auf andere Weise erfüllte.

 

Im Bereich der Bauwirtschaft hat die Berufsgenossenschaft (BG) durch Satzung festgelegt, dass alle Unternehmen sich dem arbeitsmedizinischen Dienst der Bau-BG anzuschließen haben. Diese BG hat nach § 24 des Sozialgesetzbuches, Teil VII, einen Anschlusszwang an ihren arbeitsmedizinischen Dienst eingeführt, um in der Bauwirtschaft mit ihren vielfach wechselnden Arbeitsstellen eine kontinuierliche arbeitsmedizinische Versorgung zu erreichen.

 

Überbetriebliche Dienste sind sowohl in Form eines oder mehrerer stationärer Zentren als auch mobil eingerichtet. Sie bedürfen keinerlei öffentlicher Genehmigung. Auf der Grundlage der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit den Sozialpartnern und den zuständigen Institutionen abgestimmten Anforderungen an ein Qualitätssicherungssystem für arbeitsmedizinische Dienste hat der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) die "GQB Gesellschaft zur Qualitätssicherung in der betriebsärztlichen Betreuung" gegründet, analog der Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz. Die GQB prüft die Qualität arbeitsmedizinischer Dienste und verleiht bei bestandener Prüfung das Gütesiegel der GQB. Der Unternehmer kann bei Vorlage eines solchen Gütesiegels davon ausgehen, dass der Dienst bei der Betreuung die gesetzlichen Anforderungen in personeller, fachlicher, sächlicher und organisatorischer Hinsicht erfüllt (Positiv-Liste der GQB).

 

Insbesondere für kleinere Unternehmen ist die Beauftragung eines überbetrieblichen Dienstes oft mit organisatorischen und wirtschaftlichen Vorteilen verbunden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG) (CHV 1) / (Anlage zu GUV-V A6/7)
  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • UVV Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (BGV A 2)
  • UVV Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (GUV-V A6/7)
  • Betriebswacht - Datenjahrbuch der gewerblichen Berufsgenossenschaften, hrsg. v. der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Universum Verlag, Wiesbaden (Link)
  • AMD TÜV Rheinland Arbeitsmedizinische Dienste GmbH (Link)
  • B·A·D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH (Link)
  • Bundesverband selbstständiger Arbeitsmediziner und freiberuflicher Betriebsärzte (Link)
  • GQA - Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz mbH (Link)
  • GQB - Gesellschaft zur Qualitätssicherung in der betriebsärztlichen Betreuung mbH (Link)
  • IAS Institut für Arbeits- und Sozialhygiene Stiftung (Link)
  • Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V. (VDBW) (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Insbesondere nach einzelnen Rechtsverordnungen zum Arbeitsschutz sind deshalb für Beschäftigte, deren Tätigkeit mit Gesundheits- oder Unfallgefahren verbunden ist, Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge vom Arbeitgeber auf dessen Kosten zu veranlassen oder anzubieten.

 

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind danach vom Arbeitgeber immer dann zu veranlassen, wenn bei gefährdenden Tätigkeiten Beeinträchtigungen der Gesundheit der Beschäftigten zu erwarten sind. Dies gilt in besonderem Maße für Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle.

 

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sind den Beschäftigten anzubieten, wenn eine niedrigere Gefährdung vorliegt, jedoch Auswirkungen auf die Gesundheit oder Leistungsfähigkeit des Beschäftigten im Einzelfall nicht auszuschließen sind. Hierzu gehören arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen z.B. nach der Bildschirmarbeitsverordnung oder dem Arbeitszeitgesetz, unter bestimmten Voraussetzungen aber z.B. auch nach der Gefahrstoffverordnung oder der Lärm-Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. Der Arbeitgeber hat darüber hinaus den Beschäftigten nach § 11 Arbeitsschutzgesetz auf ihren Wunsch hin zu ermöglichen, sich je nach den Gefahren für ihre Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen.

 

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen werden nach allgemein anerkannten Regeln der Arbeitsmedizin (Berufsgenossenschaftliche Grundsätze) durchgeführt.

 

Der Arbeitgeber kann mit der Durchführung von Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge Ärzte mit der Gebietsbezeichnung "Facharzt für Arbeitsmedizin" oder mit der Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" beauftragen. Erfordern bestimmte spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen besondere Fachkenntnisse und/oder eine spezielle Ausrüstung, über die der beauftragte Arzt nicht verfügt, so ist ein Arzt hinzuzuziehen, der diese Anforderungen erfüllt.

 

Da Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge wichtiger Bestandteil der Aufgaben des Betriebsarztes sind, ist dieser im Regelfall zu beauftragen.

 

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen sollten vom Arbeitgeber auch dann veranlasst werden, wenn im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung für Beschäftigte die für die Sicherheit und Gesundheit erforderliche körperliche Befähigung bzw. Eignung für die Tätigkeit zu beurteilen ist.

 

Allgemeine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen werden vom Betriebsarzt im Auftrag des Arbeitgebers durchgeführt, um Ursachen arbeitsbedingter Erkrankungen zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

 

In die arbeitsmedizinische Vorsorge integrierte präventivmedizinische Diagnostik und Beratung bieten zudem wirksame Möglichkeiten der Früherkennung chronischer Erkrankungen und der Einleitung von Behandlung und gesundheitsfördernden Maßnahmen.

 

Untersuchungsarten/-fristen

 

Vorsorgeuntersuchungen sind vor Aufnahme der gefährdenden Tätigkeit als Erstuntersuchung und während dieser Tätigkeit in regelmäßigen Abständen als Nachuntersuchung zu veranlassen oder anzubieten. Die Fristen für die Untersuchungen ergeben sich aus den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (Abbildung); (Abbildung); (Abbildung); (Abbildung). Vorzeitige Nachuntersuchungen sind aus medizinischen Gründen oder auf Wunsch der Beschäftigten möglich.

 

Untersuchungsergebnis, Beurteilung und Maßnahmen

 

Bei arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen ist der Untersuchungsbefund schriftlich festzuhalten und der Beschäftigte über diesen zu informieren.

 

Im Ergebnis der Untersuchung wird für den Beschäftigten eine ärztliche Bescheinigung erstellt, die neben einigen allgemeinen Angaben zur Person und zur Tätigkeit im Betrieb die Beurteilung des Untersuchungsergebnisses nach arbeitsmedizinischen Kriterien enthält.

 

Bei vom Arbeitgeber zu veranlassenden Untersuchungen erhält der Arbeitgeber eine Kopie der Bescheinigung des Untersuchungsergebnisses. Sie kann lauten:

  • "Keine gesundheitlichen Bedenken" oder
  • "Keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen" oder
  • "Gesundheitliche Bedenken" (ggf. befristet).

 

Voraussetzungen für die Beurteilung "Keine gesundheitlichen Bedenken" kann z. B. das konsequente Tragen spezieller Persönlicher Schutzausrüstungen in Verbindung mit Nachuntersuchungen in verkürzten Abständen sein. Dagegen können gesundheitliche Bedenken befristet z. B. bis zur Umsetzung von Präventionsmaßnahmen für den Beschäftigten oder bis zur Ausheilung einer spezifischen Erkrankung des Beschäftigten bestehen.

 

Im Falle gesundheitlicher Bedenken hat der Arzt dem Arbeitgeber schriftlich eine Überprüfung des Arbeitsplatzes und eine Wiederholung der Gefährdungsbeurteilung zu empfehlen, wenn die Gesundheit des Beschäftigten durch die Bedingungen am Arbeitsplatz weiterhin gefährdet ist.

 

Hierüber und über eingeleitete bzw. vorgesehene Maßnahmen müssen die zuständige Behörde, bzw. die Berufsgenossenschaft und die Personalvertretung vom Unternehmer informiert werden. Gesundheitliche Bedenken oder nicht bzw. nicht rechtzeitig durchgeführte spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen können zu Beschäftigungsbeschränkungen führen.

 

Der Beschäftigte wird vom Arzt über den Untersuchungsbefund unterrichtet und bei gesundheitlichen Bedenken schriftlich beraten.

 

Halten der Arbeitgeber oder der Beschäftigte die ärztliche Bescheinigung für unzutreffend, führt die Berufsgenossenschaft auf entsprechenden Antrag eine Entscheidung herbei. Bei arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen, die nach Rechtsverordnungen zum Arbeitsschutz zu veranlassen sind, führt diese Entscheidung die für den Arbeitsschutz zuständige Behörde herbei.

 

Für alle untersuchten Beschäftigten, für die nach den Rechtsvorschriften im Arbeitsschutz arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen sind, führt der Arbeitgeber eine Vorsorgekartei.

 

Die ärztliche Bescheinigung ist inhaltlich so gestaltet, dass sie als Vorsorgekartei dienen kann. Die Kartei soll die Möglichkeit einer späteren Auswertung bieten. Die betroffenen Beschäftigten haben das Recht, die sie betreffenden Angaben einzusehen.

 

Die ärztlichen Aufzeichnungen und Befunde über Vorsorgeuntersuchungen sollten vom beauftragten Arzt mindestens 30 Jahre lang aufbewahrt werden.

 

Nachgehende Untersuchungen

 

Beschäftigten, die eine gefährdende Tätigkeit mit krebserzeugenden oder erbgutverändernden Gefahrstoffen der Kategorien 1 oder 2 beendet haben, sind nachgehende Untersuchungen anzubieten.

 

Nachgehende Untersuchungen werden bei bestehendem Beschäftigungsverhältnis vom Arbeitgeber angeboten. Die Berufsgenossenschaft übernimmt dies auf ihre Kosten, wenn der Beschäftigte aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, in dem diese Tätigkeit ausgeübt wurde.

 

Mit der Organisation nachgehender Untersuchungen haben die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung den Organisationsdienst für nachgehende Untersuchungen (ODIN) bei der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie und den Dienst Gesundheitsvorsorge (GVS) - vormals ZAs - bei der Berufsgenossenschaft Elektro Textil und Feinmechanik beauftragt.

 

Für die ehemaligen Beschäftigten des Uranerzbergbaus und der Urangewinnung in Sachsen und für Bergleute des deutschen Steinkohlebergbaus sind hierfür weitere Dienste eingerichtet worden.

 

Zur Organisation der nachgehenden Untersuchungen über den jeweiligen Dienst ist der Berufsgenossenschaft ein Verzeichnis der betroffenen Beschäftigten mit Angaben zur Art, Dauer und Höhe der Exposition sowie über den Zeitpunkt der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses mitzuteilen.

 

Einige Berufsgenossenschaften bieten strahlenexponierten Beschäftigten über ODIN ebenfalls nachgehende Untersuchungen an.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG) (CHV 1) / (Anlage zu GUV-V A6/7)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung - BioStoffV) (CHV 15)
  • Verordnung zum Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen (Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung - LärmVibrationsArbSchV)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Arbeitsmedizinische Vorsorge (BGV A 4) / (GUV-V A4)
  • UVV Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (BGV A 2)
  • UVV Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (GUV-V A6/7)
  • UVV Forsten (GUV-V C51) / (VSG 4.3)
  • UVV Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2)
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge und Beratung im Forstbereich (GUV-I 8520)
  • Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen - Gesamtausgabe (BGI 504)
  • Berufsgenossenschaftliche arbeitsmedinische Vorsorgeuntersuchungen - Gesamtausgabe (BGG 904) (Link)
  • Merkblatt: Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen im Gesundheitsdienst (Krankenhaus) (GUV 28.10)
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge - Online-Informationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
  • BGFA - Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (Link)
  • Gesundheitsvorsorge (GVS) bei der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik (BGETF) (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Als Teil der "Anlagen" gehören überwachungsbedürftige Anlagen zu den "Arbeitsmitteln". Darum gelten für sie auch die gemeinsamen Vorschriften für Arbeitsmittel im Abschnitt 2 der Betriebssicherheitsverordnung. Dies trifft jedoch nur dann zu, wenn ein Arbeitgeber beim Betreiben/Benutzen dieser überwachungsbedürftigen Anlage Personen beschäftigt, bzw. wenn Beschäftigte sie bei der Arbeit benutzen. Wird eine überwachungsbedürftige Anlage nicht von einem Arbeitgeber bereitgestellt oder wird sie nicht von Beschäftigten bei der Arbeit benutzt, gelten für das Betreiben der Anlage allein der Abschnitt 3 und die weiteren Regelungen für überwachungsbedürftige Anlagen aus den Abschnitten 1 und 4 der Betriebssicherheitsverordnung.

 

Die Betriebssicherheitsverordnung konkretisiert auch die Verpflichtung des Arbeitgebers, gemäß § 5 ArbSchG eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, indem sie diese Verpflichtung ausdrücklich für die Bereitstellung und Benutzung der Arbeitsmittel einfordert. Sie bestimmt als Beurteilungsmaßstab für die Maßnahmen zum Schutz vor den bestehenden Gefährdungen und zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheitsschutz den "Stand der Technik".

 

Dabei wird auch eingefordert, dass bei der Ermittlung der Maßnahmen für die sichere Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln nicht nur die Gefährdungen zu berücksichtigen sind, die mit der Benutzung des Arbeitsmittels selbst verbunden sind, sondern auch diejenigen Gefährdungen, die am Arbeitsplatz durch Wechselwirkungen der Arbeitsmittel untereinander oder mit Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung hervorgerufen werden.

 

Literatur

  • Technische Regeln für Betriebssicherheit im Internet (Link)
  • TRBS 1111 Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung
  • TRBS 1151 Gefährdungen an der Schnittstelle Mensch-Arbeitsmittel - Ergonomische und menschliche Faktoren
  • TRBS 1201 Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen
  • TRBS 2210 Gefährdungen durch Wechselwirkungen

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Bei der Bereitstellung und der Benutzung einschließlich des Auf-, Um- und Abbaus von Gerüsten sowie von Leitern und von Zugangs- und Positionierungsverfahren (Arbeitsverfahren, bei denen Versicherte an einer bestimmten Stelle positioniert werden: Arbeitssitze, Arbeitskörbe, Siloeinfahreinrichtungen ...) unter der Zuhilfenahme von Seilen, die für zeitweilige Arbeiten an hoch gelegenen Arbeitsplätzen bereitgestellt werden, ist die Anlage 2 der Betriebssicherheitsverordnung zu beachten.

 

Der sichere Arbeitsplatz muss folgenden Bedingungen genügen:

  • Er muss stand- und trittsicher sein.
  • Er muss für die erforderlichen Bewegungsabläufe ausreichend geräumig sein und die notwendigen Sicherheitsabstände aufweisen.
  • Er muss über eine ausreichende Beleuchtung und Belüftung verfügen.
  • Er muss frei von gesundheitsschädlichen Einflüssen sein.
  • Er muss gegen Fahrverkehr abgesichert sein.

 

Bei hoch gelegenen Arbeitsplätzen muss der Standplatz ohne Gefahr zugänglich und in geeigneter Weise gegen Absturz gesichert sein. Ist dies nicht möglich, müssen die Beschäftigten selbst, z. B. durch Sicherheitsgeschirre, gesichert sein.

 

Arbeitsbühnen, Podeste und Bedienungsstände, die höher als 1,00 m über Flur liegen, müssen sicheren Seitenschutz (mindestens 1,00 m hoch, bei einer Absturzhöhe von mehr als 12 m mindestens 1,10 m hoch) mit Knieleiste bzw. Zwischenholm und Fußleiste (5 cm hoch) zum Schutz gegen Abstürzen, Ausgleiten und gegen Herabfallen von Gegenständen haben.

 

Hoch gelegene Arbeits- oder Bedienungsstände, die regelmäßig und öfter bestiegen werden, müssen fest angebrachte Leitern oder Treppen als Zugänge haben. An die Sicherung von Arbeitsplätzen in Höhen über 12 m oder bei Gasgefährdung werden hinsichtlich der Ausbildung und Höhe des Seitenschutzes besondere Anforderungen gestellt.

 

Für Arbeitsplätze bei Bauarbeiten gelten z. T. besondere bzw. abweichende Vorschriften (siehe UVV "Bauarbeiten").

 

Das Arbeiten auf Anlegeleitern ist bei Bauarbeiten z. B. eingeschränkt auf eine maximale Standplatzhöhe von 7,0 m und eine tägliche Arbeitszeit auf der Leiter von 2 Stunden (bei einer Standhöhe von mehr als 2,0 m).

 

Bei Einzelarbeitsplätzen (Alleinarbeit) ist eine wirksame Erste Hilfe bei Unfällen oder akuten Erkrankungen sicherzustellen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Bauarbeiten (BGV C 22) / (GUV-V C22)
  • UVV Fahrzeuge (BGV D 29) / (GUV-V D29)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • UVV Hochöfen und Direktreduktionsschachtöfen (BGV C 20)
  • UVV Arbeitsstätten, bauliche Anlagen und Einrichtungen (VSG 2.1)
  • UVV Eigenbauarbeiten (LBG 2.7)
  • UVV Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten; Teil 1: Handlungshilfen für den Unternehmer (BGR 131-1)
  • Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten; Teil 2: Leitfaden zur Planung und zum Betrieb der Beleuchtung (BGR 131-2)
  • Treppen bei Bauarbeiten (BGR 113)
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 12/1-3 Schutz gegen Absturz und herabfallende Gegenstände
  • Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS)
  • DIN 31003 Ortsfeste Arbeitsbühnen einschließlich Zugänge; Begriffe, Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfung
  • Lagerbühnen und andere hoch gelegene Arbeitsplätze (BGI 605)
  • Metallbau-Montagearbeiten (BGI 544)
  • Sicherheit durch Betriebsanweisungen (BGI 578)
  • Arbeitsstätten sicher und menschengerecht gestalten: Was fordert die neue Arbeitsstättenverordnung? - Online-Informationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz sind seit In-Kraft-Treten der aktuellen Gefahrstoffverordnung 2005 grundsätzlich gesundheitsorientiert. Auch ihre Bezeichnung "Arbeitsplatzgrenzwerte" ist erst mit der Verordnung eingeführt worden. Zuvor wurde unterschieden zwischen Maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK) und - nicht gesundheitsbasierten - Technischen Richtkonzentrationen (TRK). Die TRK-Werte sind ersatzlos gestrichen, weil sie "lediglich" den Stand der Technik widerspiegelten. Für die ehemaligen TRK-Stoffe werden nach und nach gesundheitsbasierte Grenzwerte definiert.

 

Arbeitsplatzgrenzwerte gelten meist nur für reine Stoffe. In der Regel sind die Beschäftigten aber einer Vielzahl von Stoffen ausgesetzt. Die Schädlichkeit dieser Stoffe kann sich addieren oder sogar um ein Mehrfaches verstärken. In der Praxis bedeutet das: Die Einhaltung des Grenzwertes für einen Stoff bedeutet eventuell keinen ausreichenden Schutz. Über das Zusammenwirken mehrerer Stoffe liegen bislang wenige wissenschaftliche Ergebnisse vor.

 

Arbeitsplatzgrenzwerte entsprechen dem Stand des Wissens über die Eigenschaften der Stoffe und werden regelmäßig neuen Erkenntnissen angepasst. Sie beziehen sich auf einen "Durchschnittsarbeiter" mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit und einer durchschnittlichen körperlichen Belastung. Ein Arbeiter, der nur 60 statt 75 Kilogramm wiegt, durch Überstunden auf elf Stunden Arbeitszeit kommt und auch noch schwer körperlich arbeitet, ist allein durch das Einhalten der Grenzwerte nicht ausreichend geschützt. Am Arbeitsplatz wird die Menge des eingeatmeten Gefahrstoffes durch Belastungshöhe, Belastungsdauer und tätigkeitsbezogene Faktoren bestimmt.

 

Besondere Arbeitsverfahren führen zu einem direkten Hautkontakt und nach Überwindung der Schutzschicht Haut zu einer Erhöhung der vom Körper aufgenommenen Substanzmenge. Dies gilt insbesondere für solche Stoffe, welche die äußere Haut leicht zu durchdringen vermögen. In der TRGS 900 sind solche Stoffe durch ein "H" für hautresorptiv gekennzeichnet.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • TRGS 900 Arbeitsplatzgrenzwerte
  • BGIA-Fachinformationen: Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) - Online-Informationen

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

In vielen Fällen sind die gesuchten Adressen identisch mit gängigen Abkürzungen des Namens, z. B.

  • www.dguv.de: Internetangebot der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
  • www.baua.de: Internetangebot der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
  • www.kan.de: Internetangebot der Kommission Arbeitsschutz und Normung

 

Einige Organisationen stellen Internetadressen in Listenform zur Verfügung. Gute Beispiele für Linklisten im Bereich des Arbeitsschutzes sind:

  • www.sifa-langzeitstudie.de/links.html: Linkliste mit vielen Adressen zur gesetzlichen Unfallversicherung und deren Einrichtungen, Behörden und Regelwerken im Bereich Arbeitsschutz
  • www.kan.de > Deutsche Seiten > Infonetz: viele Links zum Thema Arbeitsschutz und Normung

 

Auch Netzwerke oder Internetportale bieten einen Einstieg in ein Themengebiet. In Netzwerken werden Web-Informationen verschiedener Anbieter zu einem Themenbereich verknüpft und systematisch aufbereitet mit dem Ziel, dem Benutzer einen möglichst einfachen Zugang zu bieten, z. B. www.praevention-online.de: Zusammenstellung von Informationen mit Links zu Datenbanken, Herstellern, Forschungsinstituten mit seinen Abteilungen usw.

 

Internetportale bieten Einstiegsseiten, auf denen Informationen verschiedener Anbieter, aber gleicher Art, zu einem Themenbereich zu finden sind, z. B. www.bundesregierung.de: Zugang zu allen Bundesministerien und weiteren Einrichtungen des Bundes.

 

Bei der Suche mit Suchmaschinen sollte man mehr als ein Wort zu dem Thema eingeben, zu dem Informationen gesucht werden. Oft sind die Treffermengen dennoch sehr groß. Wichtig ist daher, die Suche genau zu fassen:

  • Möglichst treffende Suchbegriffe verwenden.
  • Mehrere Suchbegriffe verknüpfen. Dadurch wird die Suchgenauigkeit erhöht und die Ergebnisliste verkürzt.
  • Nach Wortteilen suchen. Das ist bei Suchmaschinen oft durch die Eingabe eines Sternchens (*) als Platzhalter möglich. Die Eingabe "richtlinie*" findet "Richtlinie", "Richtlinien", "Richtlinienentwurf" etc.
  • Phrasensuche verwenden. Zusammengehörige Wörter können in vielen Suchmaschinen in Anführungszeichen gesetzt und damit als Phrase gesucht werden. Die Eingabe "Bundesanstalt für Arbeitsschutz" führt direkt zur BAuA.

 

Als Suchmaschine ist Google empfehlenswert. Eine Übersicht über viele Suchmaschinen und was sie leisten, ist unter www.suchfibel.de zu finden.

 

Im Bereich Arbeitsschutz sind viele Informationen in Datenbanken enthalten. Auch Datenbanken findet man über Suchmaschinen, über Verweise auf anderen Seiten oder in Linklisten. Ein Beispiel ist die Gefahrstoffdatenbank GESTIS der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung: www.dguv.de/bgia/stoffdatenbank.

 

Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei der Recherche im Internet nur auf bekannte und anerkannte Quellen zurückzugreifen. Informationen sollte man direkt an der Quelle suchen, z. B. Gesetzestexte zum Arbeitsschutz und zum Arbeitsrecht beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

 

Darüber hinaus sollte man überprüfen, ob die gefundenen Informationen noch aktuell sind. Viele Angebote im Internet sind veraltet, weil sie nicht regelmäßig oder gar nicht mehr gepflegt werden.

 

Die folgende Liste von Internetadressen zum Arbeitsschutz kann nicht vollständig sein, sondern stellt lediglich eine Auswahl dar. Erfahrungsgemäß ändern sich Internetadressen relativ häufig. Es kann deshalb sein, dass sich nach Redaktionsschluss auch eine der hier genannten Adressen geändert hat und Ihr Browser eine entsprechende Meldung anzeigt.

 

Bundes- und Landesbehörden

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (www.bmas.bund.de)
  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG) (www.bmg.bund.de)
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) (www.bmu.bund.de)
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) (www.baua.de)
  • Umweltbundesamt (www.umweltbundesamt.de)
  • Statistisches Bundesamt (www.destatis.de)
  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) (www.bfs.de)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (www.bfr.bund.de)
  • Der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) (http://lasi.osha.de) und die Arbeitsschutzverwaltungen der Bundesländer in Deutschland haben ihre Informationen in das Informationsnetzwerk der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz in Bilbao integriert (http://de.osha.europa.eu)
  • Das Bayrische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat in seinem Internetauftritt bestimmte Bereiche des ehemaligen Bayerischen Landesamtes für Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Sicherheitstechnik (LfAS) übernommen, und zwar in der Rubrik "Arbeitsschutz" (www.lgl.bayern.de).

 

Gesetzliche Unfallversicherung und angeschlossene Einrichtungen

  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) (www.dguv.de)
  • BGIA - Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (www.dguv.de/bgia)
  • BGAG - Institut Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (www.dguv.de/bgag)
  • BGFA - Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum (www.bgfa.ruhr-uni-bochum.de)
  • Berufsgenossenschaftliches Prüf- und Zertifizierungssystem (BG-PRÜFZERT) (www.dguv.de/bg-pruefzert)
  • next-line.de: Die jungen Seiten der Berufsgenossenschaften (www.next-line.de)
  • Jugend will sich-er-leben: Die Seiten der Landesverbände der gewerblichen Berufsgenossenschaften für Berufsanfänger (www.jwsl.de)

 

Gesetze/Unfallverhütungsvorschriften

  • Gesetze zum Arbeitsschutz im Volltext beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) > Arbeitsschutz > Gesetze (www.bmas.bund.de)
  • Rechts- und Verwaltungsvorschriften im Volltext einschließlich Technischer Regeln auf den Seiten der Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg (www.gewerbeaufsicht.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032)
  • Das gesamte deutsche Bundesrecht - fast vollständig - beim Bundesministeriums der Justiz in Zusammenarbeit mit der juris GmbH (www.gesetze-im-internet.de)
  • Gesetze bei Umwelt Online (kostenpflichtig) (www.umwelt-online.de)
  • Das Recht der Europäischen Union, EG-Amtsblatt und Binnenmarktrichtlinien im Volltext (http://eur-lex.europa.eu/de/index.htm)
  • Berufsgenossenschaftliches Vorschriften- und Regelwerk (www.dguv.de/bgvr)
  • Unfallverhütungsvorschriften der Unfallkassen (http://regelwerk.unfallkassen.de)

 

Informationsnetze zum Thema Arbeitsschutz, Gesundheit, Prävention

  • Prävention online (www.praevention-online.de)
  • ergo-online (www.ergo-online.de), Teil des Sozialnetzes Hessen (www.sozialnetz-hessen.de)
  • FIZ Technik (kostenpflichtig) (www.fiz-technik.de)
  • Gesundheit & Arbeit, Kooperationsprogramme von Krankenkassen und Unfallversicherung (www.gesundheit-und-arbeit.de)
  • GBE - Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (www.gbe-bund.de)
  • Kompetenznetz Arbeitsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen - KomNet (www.komnet.nrw.de)
  • Initiative Gesundheit und Arbeit - IGA (www.iga-info.de)
  • European Agency for Safety and Health at Work (Homepage der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz) (http://osha.europa.eu) mit Verknüpfungen zu Seiten aus Australien, Kanada und den USA
  • Europäisches Arbeitsschutznetzwerk zu den Themen Normung, Prüfung und Zertifizierung (www.euroshnet.org)

 

Normen / Normung

  • DIN Deutsches Institut für Normung (www.din.de)
  • CEN Europäisches Komitee für Normung (www.cen.eu)
  • ISO International Organization for Standardization (www.iso.org)
  • KAN - Kommission Arbeitsschutz und Normung (www.kan.de)
  • Normenrecherche Arbeitsschutz (www.kan.de/nora)
  • Informationen zu harmonisierten Normen (www.newapproach.org)

 

Universitäten/Forschung

  • ASER e.V. - Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie an der Bergischen Universität Wuppertal (www.institut-aser.de)
  • Forschungsgesellschaft für angewandte Systemsicherheit und Arbeitsmedizin (FSA) (www.fsa.de)
  • Ruhr-Universität Bochum, Abteilung Arbeitssicherheit (www.uv.ruhr-uni-bochum.de/hsi/index.htm)
  • Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund (www.ifado.de)
  • Institut für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt - IAD (www.arbeitswissenschaft.de)
  • Arbeitswissenschaften am Institut für Technische Logistik und Arbeitssysteme an der Technischen Universität Dresden (http://tu-dresden.de/mw/tla)

 

Verbände

  • Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi) (www.basi.de)
  • Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) (www.dvr.de)
  • Fachverband für Strahlenschutz (www.fs-ev.de)
  • Verein Deutscher Ingenieure (VDI) (www.vdi.de)
  • Verein Deutscher Revisionsingenieure (VDRI) (www.vdri.de)
  • Verein Deutscher Sicherheitsingenieure (VDSI) (www.vdsi.de)
  • Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz mbH (GQA) (www.gqa.de)

 

Verlage

  • BC Verlags- und Mediengesellschaft (www.bc-verlag.de)
  • Beuth Verlag (www.beuth.de)
  • Carl Heymanns Verlag (www.heymanns.com)
  • Dr. Curt Haefner Verlag (www.haefner-verlag.de)
  • ecomed Verlagsgesellschaft (www.ecomed.de)
  • Erich Schmidt Verlag (www.erich-schmidt-verlag.de)
  • Jedermann-Verlag (www.jedermann.de)
  • UB MEDIA Verlag (www.ubmedia.com)
  • Universum Verlag (www.universum.de)
  • WEKA Verlag (www.weka.de)
  • W. Gentner Verlag KG (www.gentnerverlag.de)
  • W. Kohlhammer Verlag (www.kohlhammer.de)
  • VDE-Verlag (www.vde-verlag.de)

 

Spezielle Themen:

 

Baustellen

  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) > Themen von A-Z > Branchenschwerpunkt Bauarbeiten und Baustellen (www.baua.de)
  • Digitaler Informationspool der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (www.infopool-bau.de)
  • Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (www.wingis-online.de)
  • Informationen zur SIGE-Koordination auf Baustellen (www.sigeplan.de)
  • Ergonomie in der Bauwirtschaft (www.bgbau.de/d/ergonomie/index.html)

 

Chemie/Gefahrstoffe/Gefahrguttransporte

  • Gefahrstoffdatenbank der Länder (www.gefahrstoff-info.de)
  • Gefahrstoffinformationssystem der gewerblichen Berufsgenossenschaften - GESTIS (www.dguv.de/bgia/stoffdatenbank)
  • Branchenspezifisches Gefahrstoffinformationssystem der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (www.gischem.de)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (www.bfr.bund.de) (Links zu verschiedenen Datenbanken im Chemikalien- und Gefahrstoffbereich)
  • Chemical Abstracts Service (CAS) (http://info.cas.org)
  • Safety-Expert zum Thema Gefahrguttransporte (www.safety-expert.com)

 

Überbetriebliche Dienste

  • Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz mbH (www.gqa.de)
  • Gesellschaft zur Qualitätssicherung in der betriebsärztlichen Betreuung mbH (www.gqb.de)

 

Erste Hilfe

  • Erste-Hilfe-Lehrgang im Internet (www.drk.de/erstehilfe)
  • Giftinformationszentrum-Nord (www.giz-nord.de) (mit bundesweiten Links)

 

Weitere thematische Links

  • Datenbank geprüfte Produkte (www.dguv.de/bg-pruefzert/produkte)

 

Messen

  • Messe Düsseldorf (Link zur aktuellen A+A) (www.messe-duesseldorf.de)
  • Hinte-Messe (Link zum aktuellen Kongress "Arbeitsschutz aktuell") (www.hinte-messe.de)

 

Verweise

 

Literatur

  • Bibliothekskatalog der BAuA - Online-Recherche im Medienbestand der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Gesetze zum Arbeitsschutz (Online-Angebote)
  • Regelwerk der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand im Internet (Link)
  • Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften im Internet (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Der Arbeitsschutzausschuss hat die Aufgabe, Anliegen des Arbeitsschutzes zu beraten und entsprechende Empfehlungen zu treffen. Dabei geht es vor allem um eine arbeitsplatznahe Beratung von konkreten Sicherheits- und Gesundheitsschutzproblemen. Der Arbeitsschutzausschuss kann keine wirksamen Beschlüsse fassen. Der Arbeitgeber bleibt für den Arbeitsschutz in der Verantwortung.

 

Der Arbeitsschutzausschuss muss mindestens einmal vierteljährlich zusammentreten. Bei der Arbeit des Ausschusses sollten die betrieblichen Gegebenheiten berücksichtigt und u. a. folgende Schwerpunkte gesetzt werden:

  • Koordination des innerbetrieblichen Arbeitsschutzes
  • Beratung betrieblicher Arbeitsschutz- und Gesundheitsförderungsprogramme
  • Maßnahmen für besonders gefährdete Personengruppen
  • Vorschläge über betriebliche Arbeitsschutz-Investitionen
  • Auswertung betrieblicher Unfall- und Erkrankungsstatistiken
  • Beratung sicherheitstechnischer und arbeitsmedizinischer Aspekte bei der Einführung neuer Arbeitsverfahren oder neuer Arbeitsstoffe
  • Erörterung der Möglichkeiten zur Beteiligung an überbetrieblichen Sicherheitsmaßnahmen.

 

Wenn der Arbeitgeber seine Aufgaben einem Beauftragten überträgt, ist dieser mit den erforderlichen Vollmachten und Kompetenzen auszustatten. Die im Arbeitsschutzausschuss tätigen Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Betriebsärzte können nicht zu Beauftragten des Arbeitgebers bestimmt werden.

 

Der als Mitglied in den Arbeitsschutzausschuss benannte Betriebsarzt bzw. die Fachkraft für Arbeitssicherheit kann im Betrieb angestellt, freiberuflich tätig sein oder einem überbetrieblichen Dienst angehören. Es hat sich bewährt, dass in Betrieben mit mehreren Betriebsärzten bzw. Fachkräften für Arbeitssicherheit der leitende Betriebsarzt bzw. die leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit dem Ausschuss angehört. Je nach Betriebsgröße und Betriebsorganisation sollten zwei oder mehr Sicherheitsbeauftragte aus verschiedenen Produktionsbereichen zu Ausschussmitgliedern berufen werden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG) (CHV 1) / (Anlage zu GUV-V A6/7)
  • UVV Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (BGV A 2)
  • UVV Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (GUV-V A6/7)
  • Arbeitsschutzausschussbriefe (ASA-Briefe) der Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Das Gesetz gilt für alle Arbeitgeber und Beschäftigten der privaten Wirtschaft, des öffentlichen Dienstes, der freien Berufe und der Landwirtschaft.

 

Wichtigste Zielperson des Gesetzes ist der Arbeitgeber. Er hat die Verantwortung für den Arbeitsschutz und muss dafür sorgen, dass seine Beschäftigten durch die und bei der Arbeit nicht gefährdet werden.

 

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Gefährdung seiner Beschäftigten bei der Arbeit zu ermitteln und zu beurteilen. Auf dieser Grundlage muss er Arbeitsschutzmaßnahmen zur Verhütung von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren treffen. Diese Maßnahmen sind wiederholt zu überprüfen und gegebenenfalls den sich ändernden Gegebenheiten anzupassen.

 

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber, wenn er mehr als zehn Beschäftigte hat, in schriftlichen Unterlagen festhalten (Dokumentation). Teilzeitkräfte werden dabei entsprechend ihrer Arbeitszeit mit bestimmten Faktoren berücksichtigt (wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 10 Stunden: Faktor = 0,25; nicht mehr als 20 Stunden: Faktor = 0,5; nicht mehr als 30 Stunden: Faktor = 0,75).

 

Das Gesetz verlangt ferner vom Arbeitgeber die Schaffung einer geeigneten innerbetrieblichen Arbeitsschutzorganisation und die Unterweisung der Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Dazu gehören z. B. die Übertragung von Aufgaben des Arbeitsschutzes an Beschäftigte, die Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber, aber auch die Zusammenarbeit aller am betrieblichen Arbeitsschutz Beteiligten. Der Arbeitgeber wird verpflichtet, die Erste Hilfe und sonstige Notfallmaßnahmen und die arbeitsmedizinische Vorsorge zu organisieren.

 

Rechte und Pflichten der Beschäftigten werden ebenfalls durch das Gesetz festgelegt. Die Beschäftigten sollen aktiv an der Umsetzung von Sicherheit und Gesundheitsschutz mitwirken, sich sicher verhalten, festgestellte Gefahren melden und eigene Vorschläge zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit machen.

 

Das Gesetz regelt auch die Überwachung und Beratung der Betriebe durch die Arbeitsschutzbehörden

.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Konkretisiert werden die Bestimmungen des Gesetzes in mehreren Verordnungen. Sie betreffen z. B.</p>

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Das Arbeitsschutzgesetz (Text und Kommentar), hrsg. v. der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik (BGETF), Köln 2006
  • Kreizberg, K.: Leitfaden Arbeitsschutzrecht, Universum Verlag, Wiesbaden 2000 (Link)
  • Schlüter, A.: Arbeitsschutzgesetz. Leitfaden für die Praxis, Universum Verlag, Wiesbaden 1998
  • Stürk, P.: Wegweiser Arbeitsschutzgesetz. Kurzinformation für die Praxis, 4. Aufl., Erich Schmidt Verlag, Bielefeld 2004

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Arbeitsschutzmanagement bezeichnet den Teil der Führung einer Organisation, der die konsequente, effektive und effiziente Erfüllung der öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen und sonstiger Vorgaben bezüglich Sicherheit und Gesundheit managt. Hierzu definiert es eine Arbeitsschutzpolitik, Ziele für den betrieblichen Arbeitsschutz (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz), legt die Arbeitsschutzorganisation, die Zuständigkeiten, Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen, die Methoden und Verfahren, die Ressourcen, die Vorgehensweisen und die Prüfinstrumente zur Entwicklung, Erfüllung, Bewertung und Aufrechterhaltung der vorgegebenen Arbeitsschutzpolitik fest. Die Umsetzung erfolgt durch ein organisationsspezifisch zu gestaltendes Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS).

 

Organisationen sind derzeit nicht explizit, sondern nur indirekt zur Einführung eines Arbeitsschutzmanagements verpflichtet. Das Arbeitsschutzgesetz, das von einem zeitgemäßen, präventiven Arbeitsschutzverständnis ausgeht, verpflichtet den Arbeitgeber, die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen zu treffen, sie zu überprüfen und an sich ändernde Gegebenheiten anzupassen. Nach § 3 muss er dafür eine geeignete betriebliche Arbeitsschutzorganisation schaffen und Sicherheit und Gesundheitsschutz in die betrieblichen Führungsstrukturen einbinden, wobei er aber auch weiterhin verantwortlich für den Arbeitsschutz bleibt. Um seine Pflichten auf diesem Gebiet zu erfüllen, benutzt ein Arbeitgeber zweckmäßigerweise Managementmethoden, die ihm aus der Unternehmensführung vertraut sind.

 

Seit Erscheinen des von allen für Sicherheit und Gesundheitsschutz relevanten Gruppen in Deutschland im Konsens erarbeiteten Nationalen Leitfadens für Arbeitsschutzmanagementsysteme existiert ein normatives Dokument, an dem sich alle Organisationen beim Aufbau eines AMS orientieren sollten.

 

Ein wirksames Arbeitsschutzmanagement schafft Transparenz im Arbeitsschutz und ermöglicht dem Unternehmer, die Belange des Arbeitsschutzes von vornherein in alle seine unternehmerischen Entscheidungen einzubeziehen. Das Praktizieren eines Arbeitsschutzmanagements dokumentiert die Eigenverantwortung des Unternehmens; es setzt sich auch für Sicherheit und Gesundheitsschutz konkrete Ziele, plant und organisiert den Arbeitsschutz gezielt und betreibt ihn systematisch und konsequent als Führungsaufgabe. Verbunden damit ist der positive Effekt, dass der Arbeitsschutz von einer kontrollierenden Stabsfunktion zu einer gelebten Linienfunktion (Führungsaufgabe) wird. Weitere Wirkungen eines Arbeitsschutzmanagements sind:

  • Steigerung der Wirksamkeit des Arbeitsschutzes
  • Förderung des Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins der Mitarbeiter
  • weniger Unfälle, Steigerung der Gesundheitsquote
  • stabilere Prozesse (höhere Prozesssicherheit)
  • höhere Rechtssicherheit des Unternehmers
  • Erfüllung konkreter Kundenforderungen (z. B. SCC oder SCP)
  • Imageverbesserung.

 

Qualitäts-, Arbeitsschutz- und Umweltmanagement haben viele gemeinsame Elemente, deshalb sollten sie - wenn möglich - zu einem umfassenden Unternehmensmanagement (integrierten Managementsystem) zusammengeführt werden, wobei die einzelnen Managementsysteme weiterhin erkennbare und eigenständige Kerne haben sollten.

 

Die betriebliche Praxis tendiert teilweise auch dazu, die Arbeitsschutzorganisation als Teil einer übergreifenden Präventionsaufgabe zu verstehen, die alle Risiken umfasst, die das Betriebsergebnis schmälern könnten (im Sinne eines umfassenden Risk-Managements bzw. eines Loss Control Managements). Zu solchen betriebsschädigenden Faktoren zählen neben Arbeitsunfällen, Gesundheitsschäden und krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeiten z. B. Sachschäden, Brände, Umweltschäden, Materialverluste, Organisationsmängel, Säumigkeiten, Rechtsverstöße und vor allem Qualitätsmängel, die zu Ausschuss, Reklamationen und Markteinbußen führen können. Das Arbeitsschutzmanagement wäre dann ein integraler Bestandteil eines solchen Systems, wobei auch hier ein eigenständiger Kern des Arbeitsschutzmanagements erkennbar sein sollte.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Mit System zum sicheren und gesunden Betrieb - 7 Schritte zum Aufbau und zur Pflege eines Arbeitsschutzmanagementsystems für Dienstleistungsbetriebe (mit CD-ROM) (BGI 5023)
  • 5 Bausteine für einen gut organisierten Betrieb - auch in Sachen Arbeitsschutz, hrsg. v. der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Ausgabe 2005
  • Arbeitsschutzmanagement in einem betrieblichen Aus- und Fortbildungszentrum, hrsg. v. der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund 2005
  • Leitfaden Arbeitsschutzmanagementsysteme. In: Bundesarbeitsblatt 1/2003, S. 101-109
  • Ritter, A. (Hrsg.): Arbeitsschutz-Management - Sicherheit und Gesundheitsschutz systematisch organisieren und professionell handhaben, Rudolf Haufe Verlag, Freiburg 2004

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Arbeitsschutzmanagementsysteme sollten immer organisationsspezifisch gestaltet werden. Als Grundlage für die Entwicklung (Abbildung), Gestaltung und Einführung bzw. Integration und eventuell auch Zertifizierung eines organisationsspezifischen AMS liegen "Eckpunkte zur Entwicklung und Bewertung von Konzepten für Arbeitsschutzmanagementsysteme" ("Mindestforderungen" an AMS-Konzepte) sowie ein Nationaler Leitfaden für AMS vor, die einvernehmlich durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die obersten Arbeitsschutzbehörden der Bundesländer, die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und die Sozialpartner erarbeitet wurden. Checklisten und Handlungsanleitungen insbesondere für kleinere Betriebe erleichtern die praktische Umsetzung. International gibt es außerdem einige AMS-Konzepte in Form von nationalen Normen, Normentwürfen und Standards. Für Deutschland derzeit wichtige AMS-Konzepte sind:

  • Gemeinsame Eckpunkte zur Entwicklung und Bewertung von AMS-Konzepten
  • ILO-Leitfaden für Arbeitsschutzmanagementsysteme (ILO-Guidelines on Occupational Safety and Health Management Systems) (Abbildung)
  • Nationaler (deutscher) Leitfaden für Arbeitsschutzmanagementsysteme (Abbildung)
  • Sicherheits-Certifikat-Contraktoren (SCC)
  • Occupational Health- and Risk-Managementsystem (OHRIS) des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz
  • ASCA-initiierte Arbeitsschutz-Managementsysteme (ASCA: Arbeitsschutz- und sicherheitstechnischer Check in Anlagen, Konzept des Hessischen Sozialministeriums)
  • LASI-Leitfäden für Arbeitschutzmanagementsysteme (LASI: Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik)

 

Spezifikation zur freiwilligen Einführung, Anwendung und Weiterentwicklung von Arbeitsschutzmanagementsystemen, LV 21

 

Handlungshilfe zur freiwilligen Einführung und Anwendung von Arbeitsschutzmanagementsystemen (AMS) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), LV 22

  • 5 Bausteine für einen gut organisierten Betrieb - auch in Sachen Arbeitsschutz, hrsg. v. der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
  • branchenspezifische Handlungshilfen insbesondere von Berufsgenossenschaften (z. B. Gütesiegel "Sicher mit System" der Steinbruchs-BG; "AMS-Bau: 11 Arbeitsschritte zum sicheren und wirtschaftlichen Baubetrieb" der Bau-BGen; "AMS-Dienstleister: 7 Schritte zum Aufbau und zur Pflege eines systematischen Arbeitsschutzes für Dienstleistungsbetriebe" der Verwaltungs-BG sowie "Wegweiser Sicherheit und Gesundheitsschutz" der BG-Chemie)
  • Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS 18001 und OHSAS 18002), zertifizierungsfähiger internationaler AMS-Standard, keine Norm
  • Leitfäden "Qualitätsmanagement plus Arbeitsschutz", zum Beispiel:

 

Handlungshilfe der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) : qu.int.as - Managementanforderungen der BGW zum Arbeitsschutz (MAAS-BGW) - Integration des Arbeitsschutzes in QM-Systeme nach DIN EN ISO 9001 (BGW 2004)

 

AMS-Leitfaden für Handwerksbetriebe der Orthopädie-Technik (Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik 2001).

 

Einen Zwang zur Zertifizierung gibt es von Seiten der Arbeitsschutzbehörden oder der Unfallversicherungsträger nicht und ist auch nicht zu erwarten. Angeboten wird jedoch eine freiwillige Systemkontrolle (behördliche oder berufsgenossenschaftliche), die das Praktizieren eines wirksamen AMS bescheinigt. Grundlage hierfür ist der Nationale Leitfaden für AMS.

 

AMS können als eigenständige Managementsysteme kompatibel und möglichst eng verknüpft mit bereits bestehenden Managementsystemen (z. B. für Qualität oder Umweltschutz) oder als Bestandteil eines integrierten Managementsystems (auch Generic Management System genannt) realisiert werden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Mit System zum sicheren und gesunden Betrieb - 7 Schritte zum Aufbau und zur Pflege eines Arbeitsschutzmanagementsystems für Dienstleistungsbetriebe (mit CD-ROM) (BGI 5023)
  • Arbeitsschutzmanagementsysteme - Handlungshilfe zur freiwilligen Einführung und Anwendung von Arbeitsschutzmanagementsystmen (AMS) für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (Hrsg.), LV 22, 2006 (Link)
  • Arbeitsschutzmanagementsysteme - Spezifikation zur freiwilligen Einführung, Anwendung und Weiterentwicklung von Arbeitsschutzmanagementsystemen (AMS). Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (Hrsg.), LV 21, 2006 (Link)
  • Arbeitsschutzmanagementsysteme in Deutschland. Eine Zwischenbilanz, hrsg. v. Verband Deutscher Sicherheitsingenieure e. V., Wiesbaden 1999 (Link)
  • ASCA - Leitfaden Arbeitsschutzmanagement, Teile 1-3. Hessisches Sozialministerium (Hrsg.), Wiesbaden 1997
  • British Standards Institution (BSI) (Ed.): Occupational Health and Safety Assessment Series (OHSAS): OHSAS 18002: Occupational Health and Safety Management System - Guidelines for the Implementation of OHSAS 18001, London 1999 (Link)
  • Das OHRIS-Gesamtkonzept. Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (Hrsg.), 2005
  • Eckpunkte des BMA, der obersten Arbeitsschutzbehörden der Bundesländer, der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und der Sozialpartner zur Entwicklung und Bewertung von Konzepten für Arbeitsschutzmanagementsysteme. In: Bundesarbeitsblatt 2, 1999, S. 43-46
  • Grundsätze der Behördlichen Systemkontrolle. Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (Hrsg.), LV 33, 2003 (Link)
  • Guidelines on Occupational Safety and Health Management Systems (ILO-OSH 2001). International Labour Organization (Hrsg.), Genf 2001
  • Leitfaden Arbeitsschutzmanagementsysteme. In: Bundesarbeitsblatt 1/2003, S. 101-109
  • Regelwerk Sicherheits Certifikat Contraktoren - SCC, Version 2002, U-SK-SCC. Unter-Sektorkomitee Sicherheits Certifikat Contraktoren der TGA (Hrsg.), Hamburg 2002 (Link)
  • Hamacher, W./Jochum, C./Lins, S./Ritter, A.: Indikatoren und Parameter zur Bewertung der Qualität des Arbeitschutzes im Hinblick auf Arbeitsschutzmanagementsysteme, Wirtschaftsverlag NW 2002
  • Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) (Link)
  • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (StMUGV) (Link)
  • Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) (Link)
  • Toolbox "Arbeitsschutzmanagementsysteme" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Arbeitsschutzmaßnahmen dienen der präventiven Gestaltung von Sicherheit und Gesundheitsschutz in der betrieblichen Praxis. Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Maßnahmen hat der Unternehmer. In zunehmendem Maße ist die Gefährdungsbeurteilung die Grundlage für das systematische, betriebsbezogene Auffinden von Schwachstellen und damit Grundlage für das Ableiten geeigneter Arbeitsschutzmaßnahmen.

 

Es werden folgende Kategorien von Arbeitsschutzmaßnahmen unterschieden:

  • technische Maßnahmen
  • organisatorische Maßnahmen
  • personenbezogene Maßnahmen.

 

Die Umsetzung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes unterliegt einer festgelegten Maßnahmenhierarchie, die ebenfalls im Arbeitsschutzgesetz dargelegt ist. Kosten für Maßnahmen des Arbeitsschutzes darf der Arbeitgeber nicht den Beschäftigten auferlegen.

 

Bei der Planung, Durchführung und Überprüfung von Arbeitsschutzmaßnahmen hat der Arbeitgeber den Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und der Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Cernavin, O., Georg, A.: Praxishandbuch Arbeitsschutz. Instrumente für Unternehmer und Fachkräfte, Universum Verlag, Wiesbaden 2004 (Link)
  • Kohstall, Th./Lerch, D.-E.: Checklisten Arbeitsschutz, Universum Verlag, 4., überarbeitete Auflage, Wiesbaden 2005 (Link)
  • Kreizberg, K.: Leitfaden Arbeitsschutzrecht, Universum Verlag, Wiesbaden 2000 (Link)
  • Schlüter, A.: Arbeitsschutzgesetz. Leitfaden für die Praxis, Universum Verlag, Wiesbaden 1998
  • Stürk, P.: Wegweiser Arbeitsschutzgesetz. Kurzinformation für die Praxis, 4. Aufl., Erich Schmidt Verlag, Bielefeld 2004

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Es gehört zu den im Arbeitsschutzgesetz festgelegten Grundpflichten des Arbeitgebers, zur Planung und Durchführung der Arbeitsschutzmaßnahmen in seinem Betrieb für eine geeignete Organisation zu sorgen. Dazu gehört die Pflicht sicherzustellen, dass die Maßnahmen bei allen Tätigkeiten und eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden. Die Maßnahmen des Arbeitsschutzes müssen somit auf eine solide Grundlage gestellt werden. Erforderlich ist die Schaffung einer geeigneten betrieblichen Arbeitsschutzorganisation und die Bereitstellung von Personal und Sachmitteln. Dadurch soll das optimale Zusammenwirken aller Betriebsangehörigen sichergestellt werden (Abbildung).

 

In

Kleinbetrieben

hat die Arbeitsschutzorganisation eine einfache Struktur. Der Unternehmer ist verantwortlich und zugleich zuständig für den Arbeitsschutz. Seine Pflichten auf diesem Gebiet kann er auf Führungskräfte seines Betriebes - soweit vorhanden - übertragen. Wenn er sich nicht an einem überbetrieblichen sicherheitstechnischen Dienst beteiligt, muss er eine besondere Qualifikation im Arbeitsschutz erwerben, soweit dies die Berufsgenossenschaft verlangt (Alternative Betreuung). Sachkundige Beratung in allen Fragen der Arbeitssicherheit und der arbeitsmedizinischen Betreuung erteilt die zuständige Berufsgenossenschaft.

 

In größeren Betrieben muss die Arbeitsschutzorganisation komplexer gestaltet werden. Sind z. B. mehr als 20 Personen beschäftigt, so ist der Unternehmer verpflichtet, einen oder mehrere

Sicherheitsbeauftragte

zu bestellen. Sie sollen den Unternehmer bei seinen Arbeitsschutzmaßnahmen unterstützen.

 

Mit weiterer Größe der Betriebe wächst auch die Arbeitsschutzorganisation (Abbildung). Nach den Vorgaben der Berufsgenossenschaften sind z. B.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit

und ein

Betriebsarzt

zu bestellen. Wird nur eine Fachkraft bestellt, so ist sie dem Betriebsinhaber oder der Unternehmensleitung direkt zu unterstellen. Werden mehrere Fachkräfte bestellt, ist außerdem festzulegen, für welche Bereiche sie zuständig sind, wobei entweder eine Aufteilung auf die unterschiedlichen Betriebsteile oder eine Aufteilung nach unterschiedlichen Fachgebieten vorgenommen werden kann. Sobald mehrere Fachkräfte bestellt werden, ist es zweckmäßig, eine leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit zu benennen.

 

Fachkräfte für Arbeitssicherheit, der Unternehmer oder sein Vertreter, der Betriebsarzt sowie der Betriebsrat und Sicherheitsbeauftragte bilden den

Arbeitsschutzausschuss

. Er soll mindestens einmal im Vierteljahr zusammentreten. Um die Arbeit dieses Ausschusses gut zu organisieren, ist die Erstellung einer Geschäftsordnung empfehlenswert. Hierin wird z. B. festgelegt, dass die Leitung des Ausschusses beim Unternehmer oder seinem Beauftragten liegt. Er setzt die Sitzungstermine fest, lädt zu den Sitzungen ein, stellt die Beratungspunkte zusammen, lässt Niederschriften anfertigen und sorgt für die Durchführung der Entschließungen des Ausschusses. Dadurch wird herausgestellt, dass die Verantwortung für die Arbeitssicherheit primär beim Unternehmer liegt.

 

Eine förderliche Voraussetzung für eine wirkungsvolle Arbeitsschutzorganisation ist es, wenn der Unternehmer den Fachkräften für Arbeitssicherheit und den Betriebsärzten exakte Stellenbeschreibungen zur Verfügung stellt. Weiterhin hat sich bewährt, in größeren Betrieben eine Betriebsrichtlinie herauszugeben oder eine Betriebsvereinbarung abzuschließen, die sich auf den Arbeitsschutz bezieht.

 

Das Angebot der Berufsgenossenschaften zur intensiven Beratung ihrer Mitgliedsbetriebe in allen Fragen des Arbeitsschutzes kann insbesondere zur Ermittlung und Beurteilung betrieblicher Gefährdungen bei der Arbeit (Gefährdungsbeurteilung) wertvolle Beiträge leisten. Zahlreiche Hilfen zum Vermeiden oder Vermindern von Risiken können auf diesem Weg erkundet und aktiviert werden. Die Unfallverhütungsvorschriften und das weitere umfangreiche Schriftenwerk zur Arbeitssicherheit enthalten hierfür Beurteilungsmaßstäbe und Hinweise auf geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Cernavin, O., Georg, A.: Praxishandbuch Arbeitsschutz. Instrumente für Unternehmer und Fachkräfte, Universum Verlag, Wiesbaden 2004 (Link)
  • Schlüter, A.: Arbeitsschutzgesetz. Leitfaden für die Praxis, Universum Verlag, Wiesbaden 1998
  • Schubert, K./Littinski, R./Ludborzs, B.: Sicherheits-Audits. Effizienzsteigerung im Arbeits- und Gesundheitsschutz, Universum Verlag, Wiesbaden 1997 (Link)
  • Stürk, P.: Wegweiser Arbeitsschutzgesetz. Kurzinformation für die Praxis, 4. Aufl., Erich Schmidt Verlag, Bielefeld 2004

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

In der UVV "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A 2) ist festgelegt, wie viele Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit der Unternehmer bestellen muss. Ausschlaggebend dafür sind die Beschäftigtenanzahl und die Gefahrenklasse, in die das Unternehmen vom zuständigen Unfallversicherungsträger eingeordnet wurde. Die in der BGV A 2 genannten Einsatzzeiten sind Mindesteinsatzzeiten.

 

Ist nur ein Betriebsarzt oder nur eine Fachkraft für Arbeitssicherheit zu bestellen, so müssen sie dem Leiter des Betriebs direkt unterstellt werden. Das gilt auch dann, wenn an Stelle eigener Mitarbeiter ein überbetrieblicher Dienst bestellt wird. Wenn für einen Betrieb mehrere Betriebsärzte und Fachkräfte zu bestellen sind, gilt diese direkte Unterstellung für den leitenden Betriebsarzt und die leitende Fachkraft. Damit soll der unmittelbare Weg zu den betrieblichen Verantwortungs- und Entscheidungsträgern geöffnet werden.

 

Leiter des Betriebs im Sinn des Gesetzes ist bei Klein- und Mittelbetrieben der Betriebsinhaber oder die Unternehmensleitung, bei Großbetrieben die Leitung einzelner Werksteile. Da diese Vorschrift eine Mindestbestimmung ist, kann bei Großbetrieben der leitende Betriebsarzt oder die leitende Fachkraft auch dem Vorstand des Unternehmens direkt unterstellt werden.

 

Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben bei Konflikten mit dem Leiter des Betriebs das Recht, ihre Vorschläge dem Unternehmer direkt vorzulegen. Diese Bestimmung hat dann Bedeutung, wenn der Leiter des Betriebs und der Arbeitgeber nicht identisch sind. Der Arbeitgeber (z. B. der Geschäftsführer einer GmbH, das Vorstandsmitglied einer AG) kann solche Vorschläge nur ablehnen, wenn dies schriftlich und mit Begründung geschieht. Der Betriebsrat muss eine Abschrift der Ablehnung erhalten, denn der Betriebs- bzw. Personalrat hat die Einhaltung des Arbeitssicherheitsgesetzes zu überwachen und sich dafür einzusetzen.

 

Die Beschäftigten sollen Gefahren und Mängel dem Arbeitgeber, dem Betriebsarzt oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit melden (§ 16 Arbeitsschutzgesetz). Sie haben eine Unterstützungs- und Mitwirkungspflicht, um Sicherheit und Gesundheitsschutz aller Beschäftigten bei der Arbeit zu gewährleisten.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG) (CHV 1) / (Anlage zu GUV-V A6/7)
  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • UVV Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (BGV A 2)
  • UVV Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (GUV-V A6/7)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Um zu erreichen, dass die Arbeitsstätten nach einheitlichen Maßstäben gestaltet werden, wurde die "Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV)" erlassen. Die Verordnung gilt für alle Tätigkeitsbereiche. Zur Arbeitsstätte gehören auch Einrichtungen, soweit für diese in dieser Verordnung besondere Anforderungen gestellt werden und sie dem Betrieb der Arbeitsstätte dienen. Diese Verordnung gilt nicht für Arbeitsstätten in Betrieben, die dem Bundesberggesetz unterliegen, und unabhängig vom Nichtraucherschutz nicht

 

1. im Reisegewerbe und Marktverkehr

 

2. in Transportmitteln, sofern diese im öffentlichen Verkehr eingesetzt werden

 

3. für Felder, Wälder und sonstige Flächen, die zu einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb gehören, aber außerhalb seiner bebauten Fläche liegen.

 

Die Verordnung gilt für bestehende Arbeitsstätten und für geplante Betriebe. Bei Neueinrichtungen sind alle Vorschriften der Verordnung anzuwenden. Bei vorhandenen Arbeitsräumen oder Betrieben sind einzelne Vorschriften unter Umständen dann nicht anzuwenden, wenn erhebliche Umbauten oder Umorganisationen notwendig würden.

 

Die Verordnung richtet sich zunächst an den Unternehmer, aber auch die Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit finden darin eine Grundlage zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Für den Betriebsrat hat die Verordnung besondere Bedeutung, da mit ihr die Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte nach dem Betriebsverfassungsgesetz in Fragen des Arbeitsschutzes ausgefüllt werden können. Die Arbeitsstättenverordnung bestimmt in zahlreichen Einzelforderungen, wie Arbeitsstätten gestaltet sein müssen, z. B.:

 

1. In den Arbeitsräumen muss ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein. Der Arbeitgeber hat die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der nichtrauchenden Arbeitnehmer vor den Gesundheitsgefahren des Tabakrauches in den Arbeitsstätten wirksam zu treffen.

 

2. Die Raumtemperatur muss gesundheitlich zuträglich sein.

 

3. Arbeits-, Pausen-, Bereitschafts-, Liege- und Sanitätsräume müssen möglichst ausreichend Tageslicht erhalten. Bei künstlicher Beleuchtung müssen die Anlagen so ausgelegt sein, dass sich für die Arbeitnehmer keine Unfall- oder Gesundheitsgefahren ergeben. Die Beleuchtung muss sich nach der Art der Sehaufgabe richten. Um bei einem Ausfall der künstlichen Beleuchtung Gefährdungen zu verhindern, muss ggf. eine Sicherheitsbeleuchtung vorhanden sein.

 

4. Türen mit nicht bruchsicheren Glaseinsätzen müssen gegen Eindrücken geschützt sein.

 

5. Fußböden dürfen keine Stolperstellen haben.

 

6. In Arbeitsräumen sind unzuträgliche Mengen bzw. Konzentrationen von Gasen, Dämpfen, Nebeln und Stäuben zu verhindern; erforderlichenfalls müssen Absaugeinrichtungen eingebaut werden.

 

7. Zum Schutz gegen Lärm sind möglichst niedrige Schallpegel anzustreben

 

8. Die Arbeitsräume müssen eine ausreichende Grundfläche und Höhe sowie einen ausreichenden Luftraum aufweisen.

 

9. Die freie Fläche am Arbeitsplatz muss so bemessen sein, dass sich der Arbeitnehmer bei seiner Tätigkeit ungehindert bewegen kann.

 

10. Ein leicht erreichbarer Pausenraum ist zur Verfügung zu stellen, wenn mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt sind oder gesundheitliche Gründe oder die Art der ausgeübten Tätigkeit es erfordern.

 

11. Schwangere Frauen und stillende Mütter müssen sich während der Pausen und, soweit es erforderlich ist, auch während der Arbeitszeit unter geeigneten Bedingungen hinlegen und ausruhen können.

 

12. Sanitärräume müssen in ausreichender Zahl und Größe vorhanden sein.

 

13. Für Menschen mit Behinderungen sind Arbeitsstätten so einzurichten und zu betreiben, dass deren besonderen Belange im Hinblick auf Sicherheit und Gesundheitsschutz berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für die barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplätzen sowie von zugehörigen Türen, Verkehrswegen, Fluchtwegen, Notausgängen, Treppen, Orientierungssystemen, Waschgelegenheiten und Toilettenräumen.

 

Als Ergänzung der Verordnung dienen zurzeit noch die Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR). Sie enthalten die wichtigsten allgemein anerkannten sicherheitstechnischen, arbeitsmedizinischen und hygienischen Regeln und gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse. Damit werden weitere Möglichkeiten angegeben, wie die einzelnen Vorschriften der Verordnung erfüllt werden können. Die Arbeitsstätten-Richtlinien werden zukünftig durch Technische Regeln ersetzt werden.

 

Verweise

 

Literatur

  • Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
  • Gewerbeordnung (GewerbeO)
  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • UVV Arbeitsstätten, bauliche Anlagen und Einrichtungen (VSG 2.1)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten; Teil 1: Handlungshilfen für den Unternehmer (BGR 131-1)
  • Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten; Teil 2: Leitfaden zur Planung und zum Betrieb der Beleuchtung (BGR 131-2)
  • Arbeitsstättenregel (ASR) A1.3 Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 31 Liegeräume
  • Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS)
  • Leitlinien zur Arbeitsstättenverordnung. Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (Hrsg.), LV 40, 2005 (Link)
  • Kreizberg, K.: Leitfaden Arbeitsschutzrecht, Universum Verlag, Wiesbaden 2000 (Link)
  • Opfermann, R./Streit, W. (Hrsg.): Arbeitsstätten. Arbeitsstättenverordnung und Arbeitsstätten-Richtlinien mit ausführlicher Kommentierung, Loseblattwerk/CD-ROM, Forkel Verlag, Heidelberg 1999
  • Arbeitsstätten sicher und menschengerecht gestalten: Was fordert die neue Arbeitsstättenverordnung? - Online-Informationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
  • Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR) im Internet (Gewerbeaufsicht Baden-Württemerg) (alte Richtlinien)
  • Technische Regeln für Arbeitsstätten (ASR) im Internet (Gewerbeaufsicht Baden-Württemerg) (neue Regeln)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Die Struktur von Arbeitssystemen erschließt sich aus dem Arbeitsablauf. Auf der Grundlage einer Arbeitsablaufanalyse können Arbeitssysteme in übergeordnete Arbeitssysteme (z. B. komplettes Unternehmen) und entsprechende untergeordnete Arbeitssysteme (Subsysteme) (Abbildung) gegliedert werden.

 

Die Gliederung von Arbeitssystemen ist notwendig, um Gefährdungen ermitteln und gestalten zu können. Dazu ist es erforderlich, das komplexe Arbeitssystem so stark zu gliedern, dass es handhabbar wird. Von besonderem Interesse für die sichere und gesundheitsgerechte Gestaltung von Arbeitssystemen sind die Schnittstellen zwischen den einzelnen Subsystemen, da hier die häufigsten Ursachen für Gesundheitsschäden und betriebliche Störungen liegen.

 

Arbeitssystemelemente:

 

Arbeitsaufgabe: kennzeichnet den Zweck des Arbeitssystems und beschreibt das angestrebte Arbeitsergebnis

 

Mensch: im Sinne des Arbeitssystems Männer und Frauen, die eine bestimmte Arbeitsaufgabe innerhalb des Arbeitssystems erfüllen

 

Arbeitsablauf: bezeichnet die räumliche und zeitliche Abfolge des Zusammenwirkens von Mensch, Arbeitsmittel, Material, Energie und Information innerhalb eines Arbeitssystems an dem dafür bestimmten Arbeitsplatz bzw. der Arbeitsstätte (z. B. Arbeitsfolgen, Arbeitsschritte, Arbeitsverfahren, Fertigungsverfahren, Arbeitsmethoden, Arbeitsweisen)

 

Arbeitsmittel: Maschinen, Geräte, Fahrzeuge, Möbel, Einrichtungen und Werkzeuge, die im Arbeitssystem benutzt werden

 

Arbeitsplatz/Arbeitsstätte: kennzeichnen den räumlichen Bereich, der einem oder mehreren Menschen im Arbeitssystem zur Erfüllung der Arbeitsaufgabe zugewiesen ist

 

Eingabe: Material (z. B. Arbeitsgegenstände, Arbeitsstoffe, Roh- und Hilfsstoffe), aber auch Informationen und Energie, die im Sinne der Arbeitsaufgabe in ihrem Zustand, in ihrer Form oder ihrer Lage verändert oder verwenden werden sollen

 

Ausgabe: beschreibt die durch die Erfüllung der Arbeitsaufgabe entstandenen Ergebnisse (Produkte als Waren oder Dienstleistungen, Zwischenergebnisse, Abfälle, freiwerdende Stoffe, Informationen), die einem anderen oder dem gleichen Arbeitssystem zugeführt oder an die Arbeitsumgebung abgegeben werden

 

Arbeitsumgebung: physikalische, chemische, biologische und soziale Faktoren, die auf das Arbeitssystem einwirken oder von diesem erzeugt werden (z. B. Schall, Klima, Beleuchtung, Strahlungen, Schwingungen, Gefahrstoffe, Kommunikationsverhalten, Betriebsklima)

 

Verweise

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Mögliche Ursachen sind:

  • Krankheit
  • eine Nachbehandlung nach einer ausgeheilten Krankheit
  • ärztliche Weisung im Interesse der Gesunderhaltung oder zur Abwehr drohender Arbeitsunfähigkeit.

 

Arbeitsunfähigkeit besteht auch bei einem Krankenhausaufenthalt oder - bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen - während einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme.

 

Es kommt auf die konkret zu verrichtende Tätigkeit und deren Beeinträchtigung durch die Krankheit an, daher führt nicht jede Erkrankung notwendigerweise zur Arbeitsunfähigkeit.

 

Auch wenn der Arbeitnehmer zwar Teile seiner Tätigkeit ausüben, jedoch nicht die volle Arbeitsleistung erbringen kann, liegt Arbeitsunfähigkeit vor. Die Verpflichtung zur Arbeitsaufnahme besteht erst dann, wenn der Arbeitnehmer gesundheitlich in der Lage ist, seine Arbeit vollständig zu leisten. Ausnahme ist die stufenweise Wiedereingliederung, eine Form der medizinischen Rehabilitation.

 

Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit und ihrer voraussichtlichen Dauer erfolgt durch den behandelnden Arzt. Wenn Zweifel am Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit bestehen, sind die Krankenkassen nach § 275 Sozialgesetzbuch V verpflichtet, eine gutachterliche Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) einzuholen.

 

Auch auf Verlangen des Arbeitgebers ist die Krankenkasse verpflichtet, eine gutachterliche Stellungnahme des MDK zur Überprüfung zu veranlassen. Die Krankenkasse kann allerdings davon absehen, wenn sich die medizinischen Voraussetzungen der Arbeitsunfähigkeit aus den ärztlichen Unterlagen eindeutig ergeben.

 

Der unverschuldet arbeitsunfähig erkrankte Arbeitnehmer erhält grundsätzlich für eine bestimmte Zeit vom Arbeitgeber Entgeltfortzahlung. Bei längeren Erkrankungen steht krankenversicherten Arbeitnehmern im Anschluss daran Krankengeld zu.

 

Der Arbeitnehmer muss bei Eintritt seinem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit anzeigen und in bestimmten Fällen nachweisen. Regelungen zur Anzeige- und Nachweispflicht enthält das Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz - EFZG). Zur Anzeigepflicht gehört, dass die Mitteilung der Arbeitsunfähigkeit an den Arbeitgeber unverzüglich, das heißt ohne schuldhaftes Verzögern, erfolgen muss. Das kann entweder persönlich, schriftlich, telefonisch oder durch Dritte geschehen. Erkrankt der Arbeitnehmer im Ausland, hat er dem Arbeitgeber schnellstmöglich die Arbeitsunfähigkeit, deren voraussichtliche Dauer sowie seine Adresse am Aufenthaltsort mitzuteilen.

 

Zur Nachweispflicht gehört, dass der Arbeitnehmer bei einer Arbeitsunfähigkeit von länger als drei Kalendertagen spätestens am darauf folgenden Arbeitstag nach § 5 Abs. 1 Satz 2 des EFZG dem Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer vorzulegen hat. Eine solche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kann der Arbeitgeber auch bereits früher verlangen. Er kann den Arbeitnehmer sowohl im Einzelfall wie auch generell verpflichten, bereits für die ersten Tage der Arbeitsunfähigkeit ein ärztliches Attest vorzulegen.

 

Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als zunächst angezeigt, muss eine neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Sie muss vor Ablauf des Tages, bis zu dem der Arbeitnehmer zunächst krank geschrieben war, eingereicht werden. Ist dies ausnahmsweise nicht möglich, muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber unverzüglich über den Fortbestand der Arbeitsunfähigkeit unterrichten und die Folgebescheinigung nachreichen. Auch wenn keine Entgeltfortzahlung mehr erfolgt, muss eine Folgebescheinigung vorgelegt werden.

 

Eine Verletzung der Anzeige- und Nachweispflichten kann den Arbeitgeber zur Kündigung berechtigen, insbesondere in wiederholtem Fall nach entsprechender Abmahnung des Arbeitnehmers.

 

Ist ein Arbeitnehmer Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung, bestehen gegenüber der Krankenkasse vergleichbare Anzeige- und Nachweispflichten (siehe § 5 Abs. 2 Sätze 3-6 EFZG).

 

Detailfragen zur Arbeitsunfähigkeit sind in den Arbeitsunfähigkeitsrichtlinien des Bundesausschusses Ärzte und Krankenkassen geregelt.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Zahlung des Arbeitsentgelts an Feiertagen und im Krankheitsfall (Entgeltfortzahlungsgesetz - EFZG)
  • Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V): Gesetzliche Krankenversicherung
  • ABC Behinderung & Beruf, Handbuch für die betriebliche Praxis, 3. überarbeitete Ausgabe, hrsg. von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH), Wiesbaden 2008 (Link)
  • Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und die Maßnahmen zur stufenweise Wiedereingliederung (Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien)
  • Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Zu den versicherten Tätigkeiten gehören u. a.:

  • Tätigkeiten im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses
  • Betriebsgemeinschaftsveranstaltungen (z. B. Betriebsausflüge)
  • Betriebssport
  • Veranstaltungen von Berufsorganisationen (Gewerkschaften, Arbeitgebervereinigungen, Fachverbände usw.)
  • Maßnahmen der Aus- und Fortbildung
  • Betriebs-/Personalratstätigkeiten (z. B. Wahl, Wahlvorbereitungen)
  • Dienstreisen
  • Zurücklegen des Hin- und Rückweges zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (Unfälle auf diesem Weg sind Wegeunfälle).

 

Arbeitsunfälle können immer auf Ursachen zurückgeführt werden. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen technischen, organisatorischen und personenbezogenen (verhaltensbestimmenden) Ursachen. Das Ursachenfeld (Abbildung) ergibt sich aus der Verknüpfung der Faktoren Mensch, Technik und Organisation.

 

Die Verhütung von Arbeitsunfällen verlangt in erster Linie präventiven Arbeitsschutz. Dieser ist im Unternehmen zu organisieren und umzusetzen. Ziel muss dabei sein, die Gefahrenquelle(n) zu beseitigen (siehe Maßnahmenhierarchie). Erst wenn dies nicht möglich ist, sind andere Arbeitsschutzmaßnahmen zu ergreifen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII): Gesetzliche Unfallversicherung
  • Mehrtens, G./Valentin, H./Schönberger, A.: Arbeitsunfall und Berufskrankheit. Rechtliche und medizinische Grundlagen für Gutachter, Sozialverwaltung, Berater und Gerichte, 6. Aufl., Erich Schmidt Verlag, Berlin, Bielefeld, München 1998
  • Ein Arbeitsunfall - was nun? - Online-Inofrmationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Die intensive Vorbereitung von Fertigungsmethoden, Arbeitsabläufen und Terminplanungen ist eine wichtige Voraussetzung für die rationelle und sichere Durchführung von Arbeiten. Die dort investierte Zeit führt zu planvollem Arbeiten und verhindert spätere Zeit raubende, zu Gefährdungen führende Improvisationen.

 

Bei der Arbeitsvorbereitung müssen die jeweils erforderlichen sicherheitstechnischen Maßnahmen auf die Fertigungsmethode abgestellt und in den Gesamtablauf integriert werden. Die festgelegten Abläufe und Maßnahmen sind während der Arbeiten ständig zu überwachen und ggf. der jeweiligen Situation anzupassen bzw. zu korrigieren.

 

Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) legt fest, dass der Arbeitgeber die erforderlichen Maßnahmen nach den allgemeinen Grundsätzen des § 4 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) zu treffen hat, damit den Beschäftigten nur Arbeitsmittel bereitgestellt werden, die für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet und bei deren bestimmungsgemäßer Benutzung Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleistet sind.

 

Bei der Festlegung der oben genannten Maßnahmen sind für die Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln auch die ergonomischen Zusammenhänge zwischen Arbeitsplatz, Arbeitsmittel, Arbeitsorganisation, Arbeitsablauf und Arbeitsaufgabe zu berücksichtigen; dies gilt insbesondere für die Körperhaltung, die Beschäftigte bei der Benutzung des Arbeitsmittels einnehmen müssen.

 

Analog schreibt die Baustellenverordnung (BaustellV) vor, dass bei der Planung der Ausführung eines Bauvorhabens, insbesondere bei der Einteilung der Arbeiten, die gleichzeitig oder nacheinander durchgeführt werden, und bei der Bemessung der Ausführungszeiten für diese Arbeiten die allgemeinen Grundsätze nach § 4 des Arbeitsschutzgesetzes zu berücksichtigen sind.

 

Für Bauvorhaben, bei denen gefährliche Arbeiten durchgeführt werden bzw. Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig sind, muss der Bauherr einen Koordinator für die Planungsphase bestellen, der u. a. einen Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan erstellt.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen (Baustellenverordnung - BaustellV)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen: Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan - SiGe-Plan (RAB 31)
  • Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS)
  • Arbeiten an Gebäuden und Anlagen vorbereiten und durchführen (BGI 831)
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz durch Koordinieren (BGI 528)
  • CD-ROM: "BG-INFO - Die CD-ROM der BG BAU", Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Sie umfasst verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, Erkenntnisse und praktische Verfahren. Schwerpunktbereiche sind:

  • Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit
  • Arbeitsmedizin
  • Arbeitspsychologie
  • Ergonomie
  • rechtlich-organisatorische Rahmenbedingungen von Arbeit
  • Fragen der Lohnfindung, der Berufsausbildung, der beruflichen Weiterbildung.

 

Die menschliche Arbeit wird untersucht unter den Aspekten als

  • Bindeglied und Interaktion zwischen Mensch, Technik und Umwelt
  • individuelle menschliche Teilhabe und Gestaltungsmöglichkeit
  • zwischenmenschliche Beziehung der durch die Arbeitsorganisation einander zugeordneten Menschen.

 

Die Arbeitswissenschaft zielt auf konkrete Verbesserungen von Arbeitsbedingungen. Dazu gehören der Abbau gesundheitsgefährdender Arbeitsbedingungen (Lärm, Stäube, Gase, Strahlungen usw.), die Reduzierung körperlicher Belastungen (z. B. durch ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes), die Umgestaltung der Arbeitsorganisation ebenso wie die Veränderung von psychischen Bedingungen (z.B. geänderter Führungsstil, Ausbau der Selbstverantwortung).

 

Arbeitgeber und Betriebsräte haben laut §§ 90-91 des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit bei der Planung und Einrichtung von Betriebsräumen, technischen Anlagen, Arbeitsplätzen zu berücksichtigen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
  • Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
  • Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG) (CHV 1) / (Anlage zu GUV-V A6/7)
  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • ABC Behinderung & Beruf, Handbuch für die betriebliche Praxis, 3. überarbeitete Ausgabe, hrsg. von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH), Wiesbaden 2008 (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Die Gestaltung der Arbeitszeit unterliegt grundsätzlich gesetzlichen Bestimmungen, von denen nur unter bestimmten Voraussetzungen abgewichen werden kann. Die Bestimmungen basieren auf betrieblichen Erfahrungen, medizinischen und anderen wissenschaftlichen Erkenntnissen, politischen Forderungen und sozialpolitischen Erwägungen.

 

Im Rahmen der Arbeitszeitgestaltung muss die Arbeitszeit unter Berücksichtigung der Tageszeit betrachtet werden. Arbeitsverrichtungen zu wechselnden Tageszeiten werden als Schichtarbeit bezeichnet, wobei man z. B. diskontinuierliche und kontinuierliche Schichtsysteme, Schichtsysteme für variablen Personalbedarf, für Dauernachtschicht und für flexible Arbeitszeiten unterscheidet.

 

Schicht- und insbesondere Nachtarbeit bringen zusätzliche Belastungen und gesundheitliche Risiken mit sich. Die Tagesperiodik der natürlichen Körperfunktionen und die Rahmenbedingungen des sozialen Lebens (Familie und Bekannte, Teilnahme an gesellschaftlichen Veranstaltungen usw.) lassen auch nach längerer Schicht- und Nachtarbeit keine Anpassung bzw. Gewöhnung zu. Umfangreiche Studien haben gezeigt, dass mit Schicht- und Nachtarbeit negative Auswirkungen wie Appetitstörungen, Schlafverkürzungen, Leistungsminderungen und Einschränkungen der sozialen Kontakte bis hin zu Gesundheitsrisiken verbunden sind. Deshalb wurde in § 6 Abs. 1 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) festgeschrieben: "Die Arbeitszeit der Nacht- und Schichtarbeitnehmer ist nach den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit festzulegen". Grundlegende Schichtplanmerkmale für die arbeitswissenschaftliche Beurteilung sind in der Tabelle (Abbildung) zusammengestellt.

 

Arbeitswissenschaftlich begründete Empfehlungen zur Gestaltung von

Nacht- und Schichtarbeit

sind (Beermann, 1997; DGAUM, 2005):

 

1. Die Anzahl der aufeinander folgenden Nachtschichten sollte möglichst gering sein.

 

2. Nach einer Nachtschichtphase sollte eine möglichst lange Ruhephase folgen. Sie sollte auf keinen Fall weniger als 24 Stunden betragen.

 

3. Geblockte Wochenendfreizeiten sind besser als einzelne freie Tage am Wochenende.

 

4. Schichtarbeiter sollten möglichst mehr freie Tage im Jahr haben als Tagarbeiter.

 

5. Ungünstige Schichtfolgen sollten vermieden werden, d. h. immer vorwärts rotieren.

 

6. Die Frühschicht sollte nicht zu früh beginnen.

 

7. Die Nachtschicht sollte möglichst früh enden.

 

8. Zugunsten individueller Vorlieben sollte auf starre Anfangszeiten verzichtet werden.

 

9. Die Massierung von Arbeitstagen oder Arbeitszeiten auf einen Tag sollte begrenzt werden.

 

10. Schichtpläne sollen vorhersagbar und überschaubar sein.

 

Da diese Einzelkriterien u. U. nicht gleichzeitig zu erfüllen sind, muss eine Abwägung erfolgen. In jedem Fall müssen jedoch einige Maßnahmen zur Verringerung der gesundheitlichen Risiken Priorität haben:

  • Die Massierung von Arbeitsbelastung unter Berücksichtigung der Arbeitszeit sollte vermieden werden.
  • Die Ruhezeiten zwischen den Schichten sollten so lang sein, dass sie eine effektive Erholung ermöglichen.
  • Um Schlafdefizite zu vermeiden, sollten nicht zu viele Nachtschichten aufeinander folgen.

 

Eine Arbeitszeit, bei der die Arbeitnehmer den Beginn, das Ende und die Pausenzeiten in gewissem Rahmen selbst bestimmen können, wird als gleitende Arbeitszeit bezeichnet. Der Arbeitnehmer muss bei einem solchen Modell zu einer festgelegten Kernzeit anwesend sein. Durch die Gleitzeit können neben größerer persönlicher Freiheit die individuell vorhandenen unterschiedlichen biologischen Regulationen berücksichtigt werden. Dies kann auch zu einer Erhöhung der Arbeitsbereitschaft und der Leistungsfähigkeit führen.

 

Der Einsatz kapitalintensiver Produktionssysteme, Arbeitszeitverkürzungen und andere Faktoren des technologisch-industriellen Strukturwandels haben den weiteren Ausbau der Arbeitszeitflexibilisierung vorangetrieben. Hierdurch wird ein flexibler Mitarbeitereinsatz bei ausgedehnter Betriebszeit der Produktionsanlagen ermöglicht. Insbesondere die Einführung von flexiblen Arbeitszeitmodellen trägt dazu bei, Möglichkeiten der Abstimmung und Einteilung der Arbeitszeit durch die Beschäftigten zu eröffnen, oder geeignete Teilzeitarbeitsregelungen zu finden. Das seit 1.1.2001 geltende Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) berechtigt Beschäftigte in Unternehmen über 15 Mitarbeitern/-innen zur Teilzeitarbeit. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bietet Informationen zu Möglichkeiten und Stärken der Teilzeitarbeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber an unter www.teilzeit-info.de. Zum Einstieg in den gleitenden Ausstieg aus dem Erwerbsleben bietet das Altersteilzeitgesetz (AltersTG) weitere Rahmenbedingungen.

 

Unter Beachtung der vorgegebenen gesetzlichen Rahmenbedingungen durch das Arbeitszeitgesetz bei der Arbeitszeitgestaltung können zunächst die Tarifvertragsparteien für ihren Zuständigkeitsbereich im Rahmen von Tarifverträgen entsprechende Arbeitszeitregelungen (z. B. Wochenarbeitszeit) vereinbaren. Neben solchen tariflich festgelegten Arbeitszeiten besteht auch die Möglichkeit, durch Betriebsvereinbarungen für einen Betrieb oder für Betriebszweige und durch individuelle Abmachungen für einzelne Beschäftigte davon abweichende Regelungen zu schaffen. Bei der genauen Festlegung der täglichen Arbeitszeit, der Pausenzeiten und der Verteilung der Wochenarbeitszeit auf die einzelnen Wochentage muss eine Mitbestimmung durch den Betriebsrat/Personalrat erfolgen.

 

Einen wesentlichen Beitrag zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz stellt die Berücksichtigung der Arbeitsaufgaben und der produktionstechnischen und organisatorischen Voraussetzungen bei der Optimierung der Gestaltung von Arbeitszeit und Pausen dar. Durch Beachtung der physiologischen Leistungsfähigkeit des Menschen können Ermüdung, Verminderung der Aufmerksamkeit und der Konzentrationsfähigkeit entgegengewirkt und dadurch auch Unfallgefährdungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen vermindert werden. Die physiologische Leistungsfähigkeit hat zwei Maxima: morgens zwischen 9 und 10 Uhr und abends ein relativ niedrigeres um ca. 19 Uhr, und zwei Minima: nachmittags zwischen 14 und 15 Uhr, und in der Nacht zwischen 2 und 3 Uhr erreicht sie ihren absoluten Tiefpunkt.

 

Gesetzliche Mindestanforderungen zur Gestaltung der Arbeitszeit sind im Arbeitszeitgesetz festgelegt. Das Arbeitszeitgesetz hat zum Ziel, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer bei der Arbeitszeitgestaltung zu gewährleisten, die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeiten zu verbessern sowie den Sonntag und die Feiertage als Tage der Arbeitsruhe zu schützen.

 

Das Arbeitszeitgesetz legt fest, dass die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer 8 Stunden nicht überschreiten darf. Sie kann nur dann auf 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

 

Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 und bis zu 9 Stunden muss die Arbeit durch feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten unterbrochen werden, bei mehr als 9 Stunden sind 45 Minuten vorgeschrieben. Die Pausen können in Zeitabschnitte von 15 Minuten aufgeteilt werden. Länger als 6 Stunden hintereinander dürfen Arbeitnehmer nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.

 

Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit muss eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden gegeben sein. Die Dauer der Ruhezeit kann bei einigen Tätigkeiten bzw. Branchen, z. B. in Krankenhäusern oder in Verkehrsbetrieben, um bis zu eine Stunde verkürzt werden, wenn jede Verkürzung innerhalb eines Kalendermonats oder innerhalb von 4 Wochen durch Verlängerung einer anderen Ruhezeit auf mindestens 12 Stunden ausgeglichen wird.

 

Als Regelarbeitszeit für Nachtarbeiter gelten ebenfalls täglich 8 Stunden und ausnahmsweise 10 Stunden. Mehrarbeit muss jedoch innerhalb eines Kalendermonats oder innerhalb von 4 Wochen ausgeglichen werden. Als Nachtarbeit ist jede Arbeit zu bezeichnen, die in der Nachtzeit von 23 bis 6 Uhr mehr als 2 Stunden umfasst. Nachtarbeiter sind solche, die an mindestens 48 Tagen im Jahr oder normalerweise Nachtarbeit in Wechselschicht leisten. Ein Nachtarbeitsverbot für Frauen besteht seit Inkrafttreten des Arbeitszeitgesetzes nicht mehr. Nachtarbeiter sind berechtigt, sich regelmäßig arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen.

 

An Sonn- und Feiertagen dürfen Arbeitnehmer nur unter bestimmten Voraussetzungen beschäftigt werden. Mit Produktionsarbeiten dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden, wenn es für den regelmäßigen Fortgang des eigenen oder eines fremden Betriebes notwendig ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann zur Sicherung von Arbeitsplätzen auch an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden, wenn unter Berücksichtigung strenger Auflagen durch die zuständige Landesbehörde eine Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. Sonn- und Feiertagsarbeit muss durch Ersatzruhetage ausgeglichen werden. Im Jahr müssen 15 Sonntage beschäftigungsfrei bleiben.

 

Für besondere Personen- und Berufsgruppen findet das Arbeitszeitgesetz keine Anwendung. Für die Beschäftigung von Jugendlichen unter 18 Jahren ist das Jugendarbeitsschutzgesetz maßgebend. Die Arbeitszeit für den Bereich der Bäckereien und Konditoreien wird in einem eigenen Gesetz geregelt. Ebenso gelten abweichende Regelungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, die hoheitliche Aufgaben haben, und in der Luft- und Schifffahrt. Für werdende und stillende Mütter ist darüber hinaus das Mutterschutzgesetz zu beachten.

 

Eine Vielzahl weiterführender Informationen findet sich im Internet - darunter z. B. auch die folgenden Angebote mit Hilfestellungen und Praxisbeispielen gelungener Arbeitszeitgestaltung:

  • Dokumentation "Arbeitszeit-Praxisbeispiele" zu flexiblen Arbeitszeitmodellen aus 89 bundesdeutschen Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Betriebsgrößen; (www.arbeitszeitberatung.de/arbeitszeit.htm)
  • NRW "Landesinitiative Moderne Arbeitszeiten" mit Arbeitszeitmodellen aus 23 Unternehmen (www.arbeitszeiten.nrw.de)

 

Verweise

 

Literatur

  • Altersteilzeitgesetz (AltTZG)
  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
  • Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (Teilzeit- und Befristungsgesetz - TzBfG)
  • Gesetz zum Schutze der arbeitenden Jugend (Jugendarbeitsschutzgesetz - JArbSchG)
  • Gesetz zum Schutze der erwerbstätigen Mutter (Mutterschutzgesetz - MuSchG)
  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • Richtlinie 2003/88/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. November 2003 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung
  • Broschüre: Besser leben mit Schichtarbeit: Hilfen für Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter, hrsg. vom Bundesverband der Betriebskrankenkassen, Essen 1995 (Link)
  • Beermann, B.: Leitfaden zur Einführung und Gestaltung von Nacht- und Schichtarbeit. Hrsg.: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Dortmund 1997
  • Knauth, P.: Arbeitswissenschaftliche Kriterien der Schichtplangestaltung. Symposion Publishing GmbH, Düsseldorf 2003
  • Windemuth, D., u. a.: Lage und Dauer der Arbeitszeit aus Sicht des Arbeitsschutzes (BGAG-Report 1/2002)
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Beispiele arbeitswissenschaftlich günstiger Arbeitszeitgestaltung mit Hilfe von BASS 3.0
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Rund um das Gesetz zur Teilzeit (Online-Angebote)
  • Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Die Aromaten gehören zu den wichtigsten chemischen Rohstoffen. Sie sind u. a. als Lösemittel in Farben und Lacken (Anstrichstoffe), Klebstoffen, Holzschutzmitteln enthalten. Toluol, Xylol oder Ethylbenzol dienen z. T. zur Herstellung von Farbstoffen, Kunststoffen und Sprengstoffen. Aromaten werden bevorzugt aus Erdöl oder Kohle gewonnen. Einige polyzyklische Aromaten, die sich beim Verschwelen organischer Substanzen bilden können, stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Zu den Gesundheitsgefahren und Schutzmaßnahmen siehe beispielhaft Toluol, Xylol, Kohlenwasserstoffe, Lösemittel.

 

Verweise

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Gesundheitsgefahren:

Arsen lagert sich bevorzugt in Haut und Haaren ab. Reines Arsen ist relativ ungiftig. Irritative und systemische Wirkungen sind eher durch Gehalte an Arsentrioxid möglich, das als starkes Zell- und Kapillargift schwere Vergiftungen (Störungen des Magen-Darm-Systems, des zentralen Nervensystems und der Kreislauffunktion) hervorruft sowie eine stark reizende Wirkung auf Augen, Haut und Schleimhäute hat. Arsen und seine Verbindungen gelten als krebserregende Arbeitsstoffe. Sie rufen starke Hautveränderungen bis hin zum Hautkrebs, Leber- und Nierenschäden hervor und wirken letztlich durch Herzlähmung tödlich.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

  • In Arbeitsräumen oder an Arbeitsplätzen im Freien dürfen keine Nahrungs- und Genussmittel aufgenommen werden
  • Berührung mit Haut, Augen und Kleidung vermeiden
  • Verunreinigte Arbeitskleidung einschließlich Schutzkleidung wechseln und gründlich reinigen
  • Einatmen von Dämpfen/Stäuben vermeiden
  • Persönliche Hygiene streng einhalten
  • Als Atemschutz Partikelfilter P2 (weiß) verwenden
  • Chemikalienschutzhandschuhe tragen.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: T (Giftig), N (Umweltgefährlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 23/25 Giftig beim Einatmen und Verschlucken
  • R 50/53 Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 1/2 Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren
  • S 20/21 Bei der Arbeit nicht essen, trinken, rauchen
  • S 28 Bei Berührung mit der Haut sofort abwaschen mit viel ... (vom Hersteller anzugeben)
  • S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen)
  • S 60 Dieses Produkt und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen
  • S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.

 

Weitere Angaben:

WGK 3: stark wassergefährdend.

 

Krebserzeugend der Kategorie K1: Stoffe, die beim Menschen bekanntermaßen krebserzeugend wirken (für Arsensäure und ihre Salze).

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Bestimmung von Arsen (BGI 505-3)
  • Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 16 Arsen oder seine Verbindungen (mit Ausnahme des Arsenwasserstoffs) (BGG 904 / G 16)
  • Merkblatt: Arsen und seine Verbindungen (ausgenommen Arsenwasserstoff) (ZH 1/236)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Gesundheitsgefahren :

Arsenwasserstoff ist eines der giftigsten Gase (Blutgift, löst rote Blutkörperchen auf). Die Giftwirkung tritt häufig erst nach Stunden ein, begleitet von starker Übelkeit.

 

Das Gas ist zudem hochentzündlich und bildet mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch.

 

Gefährlich ist das Reinigen von Behältern, die mit konzentrierter Schwefelsäure gefüllt waren, wenn der arsenhaltige Schlamm mit Wasser verdünnt wird. Zum Ausschöpfen dürfen niemals verzinkte Gefäße oder Gefäße aus Aluminium verwendet werden. Geeignet sind Geräte aus Holz, Kunststoff oder Edelstahl.

 

Gefahr besteht ferner beim Beizen von Metallen, beim Dunkelbeizen von Leichtmetallen mit Salzsäure, die häufig arsenhaltig ist, und beim Galvanisieren; außerdem in Verzinnungs-, Verzinkungs- und Verbleiungsbetrieben, in Akkumulatorenfabriken, in Blei- und Silberhütten und bei der Einwirkung von Wasser auf verunreinigtes Calciumcarbid, auf Ferrosilicium, Zinn- oder Leichtmetallkrätzen.

 

Kennzeichnung

: Gefahrensymbol: T+ (Sehr giftig), F+ (Hochentzündlich), N (Umweltgefährlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 12 Hochentzündlich
  • R 26 Sehr giftig beim Einatmen
  • R 48/20 Gesundheitsschädlich: Gefahr ernster Gesundheitsschäden bei längerer Exposition durch Einatmen
  • R 50/53 Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S (1/2) Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren
  • S 9 Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren
  • S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen
  • S 28 Bei Berührung mit der Haut sofort mit viel ... abwaschen (vom Hersteller anzugeben)
  • S 33 Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladungen treffen
  • S 36/37 Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen
  • S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen)
  • S 60 Dieser Stoff und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen
  • S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.

 

Weitere Angaben:

WGK 3: stark wassergefährdend.

 

Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 0,016 mg/m^3 bzw. 0,005 ml/m^3.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Der lungengängige Feinstaub kann zu Asbestose, Lungen-, Kehlkopfkrebs und Mesotheliomen führen.

 

In Deutschland besteht seit 1993 ein generelles Herstellungs- und Verwendungsverbot für:

  • Asbest
  • Zubereitungen, die einen Massegehalt von mehr als 0,1 % Asbest enthalten
  • Erzeugnisse, die Asbest oder Zubereitungen mit einem Massegehalt von mehr als 0,1 % enthalten.

 

Kein Verwendungsverbot besteht für

  • Abbrucharbeiten
  • Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten an bestehenden Anlagen, Fahrzeugen, Gebäuden, Einrichtungen oder Geräten mit Ausnahme von: Überdeckungsarbeiten an Asbestzementdächern; Reinigungs- und Beschichtungsarbeiten an unbeschichteten Asbestzementdächern; Arbeiten, die zu einem Abtrag der Oberfläche von Asbestprodukten führen (z. B. Abschleifen, Druckreinigen oder Abbürsten), es sei denn, es handelt sich um emissionsarme Verfahren, die behördlich oder berufsgenossenschaftlich anerkannt sind
  • die Gewinnung, Aufbereitung, Weiterverarbeitung und Wiederverwendung natürlich vorkommender mineralischer Rohstoffe und daraus hergestellter Zubereitungen und Erzeugnisse, die Asbest mit einem Massengehalt von nicht mehr als 0,1 % enthalten
  • Materialien, die als Versatzmittel im Untertage-Bergbau verwendet werden, und in denen Asbest mittels hydraulischer Bindung durch Zement oder andere gleichwertige Stoffe in Formkörpern oder in Gebinden eingeschlossen ist, bei denen eine Freisetzung von Asbestfasern ausgeschlossen ist
  • die Verwendung von vor dem 31. Dezember 1994 hergestellten Acetylenflaschen mit chrysotilhaltigen porösen Massen bis zum Ende ihrer Lebensdauer, wenn eine Exposition der Arbeitnehmer ausgeschlossen ist.

 

Außerdem ist noch eine befristete Ausnahme vom Herstellungs- und Verwendungsverbot für chrysotilhaltige Diaphragmen für die Chloralkalielektrolyse zu nennen, die auch in dem seit 1999 europaweit bestehenden Asbestverbot berücksichtigt ist.

 

Ein entsprechendes Verbot des Inverkehrbrings von Asbest ist in der Chemikalien-Verbotsverordnung enthalten.

 

Nach Anhang III Nr. 2.4 der Gefahrstoffverordnung hat der Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung festzustellen, ob Beschäftigte bei Tätigkeiten Asbeststaub oder Staub von asbesthaltigen Materialien ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein können. Solche Tätigkeiten müssen der zuständigen Behörde spätestens 7 Tage vor Beginn der Arbeiten mitgeteilt werden. Abbrucharbeiten, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten mit Asbest dürfen nur von Firmen durchgeführt werden, die über eine geeignete sicherheitstechnische und personelle Ausstattung verfügen. Bei den Arbeiten ist dafür zu sorgen, dass mindestens eine weisungsbefugte sachkundige Person vor Ort tätig ist. Der Nachweis der Sachkunde wird durch die erfolgreiche Teilnahme an einem von der zuständigen Behörde anerkannten Sachkundelehrgang erbracht. Abbruch- und Sanierungsarbeiten in Verbindung mit Asbest in schwach gebundener Form dürfen nur von Fachbetrieben durchgeführt werden, die von der zuständigen Behörde zur Durchführung dieser Arbeiten zugelassen worden sind.

 

Asbesthaltige Zubereitungen und Erzeugnisse bzw. ihre Verpackungen müssen mit einer besonderen Kennzeichnung (Abbildung) versehen sein.

 

Weil durch Asbest verursachte Erkrankungen meist erst Jahrzehnte nach der eigentlichen Exposition zu Tage treten, verzeichnen die Berufsgenossenschaften immer noch steigende Erkrankungszahlen. Im Jahr 2006 verstarben (Abbildung) rund 1400 Versicherte im gewerblichen Bereich an durch Asbest verursachten Berufskrankheiten (Quelle: DGUV) . Ein weiteres Ansteigen der Erkrankungszahlen bis zum Jahr 2015 wird befürchtet. Die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) hat inzwischen die Forderung nach einem weltweiten Asbestverbot erhoben.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz (Chemikalien-Verbotsverordnung - ChemVerbotsV)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (BGR 121)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Richtlinie 83/477/EWG des Rates vom 19. September 1983 über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Asbest am Arbeitsplatz (zweite Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 8 der Richtlinie 80/1107/EWG)
  • TRGS 517 Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen
  • TRGS 519 Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten
  • TRGS 560 Luftrückführung beim Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen
  • Bestimmung von lungengängigen Fasern - Lichtmikroskopisches Verfahren (BGI 505-31)
  • Gebundene Asbestprodukte in Gebäuden (GUV-I 8538)
  • Getrennte Bestimmung der Konzentrationen von anorganischen Fasern in Arbeitsbereichen - Rasterelektronenmikroskopisches Verfahren (BGI 505-46)
  • Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (BGI 664)
  • Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 1.2 Mineralischer Staub: Teil 2: Asbestfaserhaltiger Staub (BGG 904 / G 1.2)
  • Asbest: Auf dem Weg zu einem weltweiten Verbot, hrsg. v. der Internationalen Vereinigung für soziale Sicherheit (IVSS), Genf 2006
  • BGIA-Fachinformationen: Asbest an Arbeitsplätzen - Online-Informationen
  • Gesundheitsvorsorge (GVS) bei der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik (BGETF) (Link)
  • Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) im Internet (BAuA)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Wegen verschiedener positiver Eigenschaften wurde Asbest vor allem in den 60er und 70er Jahren in großem Umfang beim Brandschutz sowie bei der Wärme-, Feuchtigkeits- und Schallisolierung eingesetzt. Die verwendeten asbesthaltigen Produkte lassen sich in zwei Kategorien einteilen:

  • schwach gebundene Produkte mit relativ hohem Asbestgehalt und geringer Faserbindung (Spritzasbest, Brandschutzplatten; Dichte unter 1.000 kg/m³)
  • Produkte mit einem Asbestgehalt von i. d. R. weniger als 20 % und starker Faserbindung (Asbestzementprodukte, Dichte über 1.400 kg/m³).

 

Im Tiefbau und im Außenbereich des Hochbaus wurden fast ausschließlich Asbestzementprodukte eingesetzt, z. B. Dach- und Fassadenplatten, Lüftungs- sowie Be- und Entwässerungsrohre. Innerhalb von Gebäuden dagegen wurden sowohl Asbestzement- als auch schwach gebundene Asbestprodukte eingesetzt, u. a. in Form von Spritzisoliermassen, textilen Matten, Asbestpappen, Leichtbauplatten aus Asbest und asbesthaltigen Wandputzen.

 

Asbestzementprodukte gelten als weniger gefährlich, weil die Fasern infolge des hohen Bindemittelgehalts fester eingebunden sind. Mit einer bedenklichen Faserfreisetzung ist nur zu rechnen, wenn Asbestzementprodukte bearbeitet oder auf eine andere Weise beschädigt werden. Leicht gebundene Asbestprodukte dagegen können auf Grund der schwachen Bindung des Asbests im Material und altersbedingter Versprödung bei geringsten Beanspruchungen Fasern in großer Zahl freisetzen.

 

Seit dem 01.01.2005 gilt ein europaweites Herstellungs- und Verwendungsverbot für Asbest.

 

1989 wurden die "Richtlinien für die Bewertung und Sanierung schwach gebundener Asbestprodukte in Gebäuden (Asbest-Richtlinien)" als Technische Baubestimmung eingeführt. 1992 wurden diese Richtlinien auf Grund neuer Erkenntnisse, z. B. zum Faserfreisetzungsverhalten schwach gebundener asbesthaltiger Platten und zur Berücksichtigung bestimmter, in der ehemaligen DDR hergestellter Plattenarten, erweitert und ergänzt. Eine weitere Novellierung auf Grund der neuen Landesbauordnungen und zur Anpassung an die überarbeitete TRGS 519 erfolgte 1996. Die Richtlinien verpflichten den Eigentümer eines Gebäudes, in Innenräumen vorhandene schwach gebundene Asbestprodukte bewerten und unter bestimmten Umständen sanieren zu lassen. Asbesthaltige Bauteile mit einer Rohdichte zwischen 1.000 und 1.400 kg/m³ müssen im Einzelfall von einem Sachverständigen begutachtet und in eine der oben genannten Kategorien eingeordnet werden.

 

Die Dringlichkeit einer Sanierung wird anhand des Formblattes "Asbestprodukte - Bewertung der Dringlichkeit einer Sanierung" im Anhang 1 der Asbest-Richtlinien bestimmt. Diesem Formblatt zufolge werden die asbesthaltigen Produkte nach folgenden Kriterien beurteilt:

  • Art der Asbestverwendung
  • Asbestart
  • Struktur der Oberfläche des Asbestprodukts
  • Oberflächenzustand des Asbestprodukts
  • Beeinträchtigung des Asbestprodukts von außen
  • Raumnutzung
  • Lage des Asbestprodukts.

 

Ergibt sich aus der Bewertung der Asbestprodukte nach diesen Kriterien eine Summe von mehr als 80 Punkten, besteht Dringlichkeitsstufe I. Das bedeutet, dass sofort entweder eine Sanierung oder - bis zur Sanierung - vorübergehende Schutzmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Bei einer Punktezahl von 70-79 (Dringlichkeitsstufe II) hat eine Neubewertung des Asbestprodukts in zweijährigem Abstand zu erfolgen. Bei weniger als 70 Punkten (Dringlichkeitsstufe III) muss das Asbestprodukt jeweils alle fünf Jahre neu bewertet werden. Wird bei den Neubewertungen eine Zustandsverschlechterung festgestellt und ergibt die Summenbildung mehr als 80 Punkte, liegt ebenfalls Dringlichkeitsstufe 1 vor.

 

Methoden der Sanierung: Für die Sanierung von schwach gebundenen Asbestprodukten gibt es drei Möglichkeiten:

  • Das Asbestprodukt wird vollständig entfernt (Entfernen).
  • Das Asbestprodukt wird beschichtet. Dies ist in der Regel mit geringeren Kosten verbunden als das Entfernen. Der Nachteil besteht darin, dass das Asbestprodukt im Gebäude verbleibt und dass Sicherheitsauflagen und u. U. Nutzungseinschränkungen beachtet werden müssen (Beschichten).
  • Das Asbestprodukt wird räumlich abgetrennt. Auch diese Vorgehensweise ist preisgünstiger als die erste, doch hat sie dieselben Nachteile wie das Beschichten (Räumliche Trennung).

 

Bei Anwendung der Methoden 2 und 3 muss das Asbestprodukt spätestens vor einem evtl. Abriss des Gebäudes entfernt werden.

 

Asbest ist als krebserzeugender Stoff in die Kategorie 1 und damit in die höchste Gefährdungsstufe eingestuft. Entsprechend hoch wurden auch die Schutzmaßnahmen in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) angesetzt und in der TRGS 519 konkretisiert. Mit der neuen GefStoffV (Inkraftreten zum 01.01.2005) wurde das bisher schon hohe Schutzniveau beibehalten.

 

Wichtige Eckpunkte der neuen GefStoffV in Verbindung mit Anhang III Nr. 2 der Verordnung:

  • Die Informationsermittlung (bisher: Ermittlungspflicht)
  • Die Gefährdungsbeurteilung unter Berücksichtigung der Frage nach schwach oder stark gebundenem Asbest
  • Der Arbeitsplan mit Festlegung der Arbeitstechniken und der Schutzmaßnahmen
  • Die tätigkeitsbezogene Unterweisung
  • Die Überprüfung des Arbeitsbereiches nach Abschluss der Arbeiten, um festzustellen, dass keine Gefährdung mehr durch Asbest besteht.

 

Mit der neuen Verordnung musste die TRGS 519 aktualisiert und an diese VO angepasst werden. Die Neufassung wurde Anfang Februar 2007 veröffentlicht. Sieht man von begrifflichen Änderungen, Klarstellungen, der Neuregelung der arbeitsmedizinischen Vorsorge und von den neuen Anlagen ab, wurden in substanzieller Hinsicht keine gravierenden Änderungen vorgenommen. So gelten nach wie vor folgende Forderungen: Mit ASI-Arbeiten (Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten) dürfen nur geeignete Firmen beauftragt werden. Werden Abbruch- oder Sanierungsarbeiten an schwach gebundenen Produkten ausgeführt, ist eine Zulassung für den Betrieb erforderlich. Der Arbeitgeber hat die Arbeiten spätestens sieben Tage vor ihrer Aufnahme bei der zuständigen Behörde, z. B. dem Gewerbeaufsichtsamt (Amt für Arbeitsschutz), sowie bei der zuständigen Berufsgenossenschaft schriftlich anzuzeigen.

 

Bei arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen ist zwischen Pflicht- und Angebotsuntersuchungen zu unterscheiden. Pflichtuntersuchungen als Voraussetzung für die Beschäftigung mit Asbest sind bei einer Faserkonzentration von mehr als 15 000 F/m³ (Nachweisgrenze nach BGI 505-46) vorgeschrieben. Darunter sind die Untersuchungen den Beschäftigten anzubieten. Die Untersuchungen sind vor Aufnahme der Tätigkeit vorzunehmen und danach in regelmäßigen Zeitabständen zu wiederholen (Erst- und Nachuntersuchungen). Da bei Tätigkeiten mit Asbest i. d. R. Faserkonzentrationen oberhalb der Nachweisgrenze vorliegen, muss in der Praxis in erster Linie von Pflichtuntersuchungen ausgegangen werden.

 

Für Jugendliche, werdende und stillende Mütter gelten Beschäftigungsbeschränkungen.

 

Die Beschäftigten sind über die durchzuführenden Arbeiten, die möglichen Gefahren sowie die anzuwendenden Schutzmaßnahmen bei ASI-Arbeiten mit Asbest zu unterweisen. Diese Information ist durch eine Betriebsanweisung mit folgendem Inhalt zu ergänzen:

  • Arbeitsbereiche, Arbeitsplatz, Tätigkeit
  • Gefahrstoffe (Bezeichnungen)
  • Gefahren für Mensch und Umwelt
  • Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln
  • Verhalten im Gefahrfall
  • Erste Hilfe
  • Sachgerechte Entsorgung.

 

Die Arbeitsbereiche sind abzutrennen und zu kennzeichnen (Abbildung). Im Arbeitsbereich darf weder gegessen, getrunken noch geraucht werden.

 

Die Arbeiten müssen von geeignetem Personal ausgeführt werden. Das schließt die Verpflichtung ein, die Arbeiten durch sachkundige Personen beaufsichtigen zu lassen. Außerdem müssen die Arbeiten mit anderen Gewerken koordiniert werden, um eine Gefährdung unbeteiligter Personen auszuschließen.

 

Für die Sanierung schwach gebundener Asbestprodukte bestehen zusätzlich folgende Verpflichtungen:

  • Der Arbeits- und der Entsorgungsbereich sind möglichst dicht abzuschotten. Der abgeschottete Bereich ist unter Unterdruck zu halten. Die Arbeitsbereiche dürfen nur über eine Schleusenanlage (Dekontaminationsschleuse) betreten werden.
  • Die zu entfernenden asbesthaltigen Materialien sind vor dem Abtragen mit Wasser zu durchfeuchten. Dieser Vorgang muss ggf. mehrfach wiederholt werden.
  • Stäube sind direkt am Entstehungsort abzusaugen. Dabei dürfen nur geeignete Sauggeräte mit ausreichender Filterwirkung verwendet werden.
  • Bei sämtlichen Tätigkeiten einschließlich der Endreinigung und der Abfallbeseitigung sind die vorgeschriebenen Atemschutzgeräte zu benutzen.
  • Es dürfen nur einteilige Schutzanzüge verwendet werden.
  • Die Arbeitsbereiche sind nach Beendigung der Arbeiten zu reinigen. Eventuell verbleibende Rückstände von Asbest an rauen Bauteilflächen sind durch einen Anstrich oder ein aufgesprühtes Faserbindemittel zu binden.
  • Schutzanzüge müssen innerhalb der Personenschleuse ausgezogen werden. Zuvor ist der anhaftende Staub durch Absaugen möglichst vollständig zu entfernen. Dabei darf der Atemschutz nicht abgelegt werden.
  • Asbest, asbesthaltige Abfälle sowie verbrauchte Arbeitsmittel wie Einweganzüge sind in gekennzeichneten Behältern zu sammeln. Abfälle müssen auf zugelassenen Deponien so eingelagert und abgedeckt werden, dass kein Asbestfeinstaub in die Umwelt gelangen kann. Spritzasbest muss zuvor verfestigt werden.

 

Beim Abbau (Demontage) von Asbestzementprodukten sind folgende Schutzmaßnahmen zu ergreifen:

  • Es ist der vorgeschriebene Atemschutz sowie ein Schutzanzug zu benutzen.
  • Unbeschichtete Asbestzementplatten sind an der bewitterten Oberfläche anzunässen oder mit staubbindenden Mitteln zu besprühen und weitgehend zerstörungsfrei auszubauen. Die Platten dürfen nicht geworfen, sondern müssen in geeigneten Behältern wie Big-Bags oder festen Kunststoffsäcken abgelegt werden. Die Behälter müssen gekennzeichnet sein.
  • Ebenso sind Befestigungsmittel, Dichtungsschnüre usw. in gekennzeichneten Behältern zu sammeln.
  • Bei Arbeiten in Innenräumen sind - falls kein zerstörungsfreier Ausbau erfolgt - eine Einkammerschleuse und eine Entlüftung des Arbeitsbereiches vorzusehen.
  • Nach Beendigung der Arbeiten ist eine gründliche Feinreinigung mit anschließendem Luftwechsel durchzuführen.

 

Zum Entfernen von Feinstäuben dürfen nur zugelassene Sauggeräte der Staubklasse H (früher Verwendungskategorie K 1) verwendet werden.

 

Nicht zulässig nach Anhang IV Nr. 1 der GefStoffV sind

  • Überdeckungsarbeiten an Asbestzementdächern
  • Reinigungs- und Beschichtungsarbeiten an unbeschichteten Asbestzementdächern
  • Arbeiten, die zu einem Abtrag der Oberfläche von Asbestprodukten führen, wie z. B. Abschleifen, Druckreinigen oder Abbürsten, es sei denn es handelt sich um emissionsarme Verfahren, die behördlich oder berufsgenossenschaftlich anerkannt sind.

 

Unter das Verwendungsverbot fällt auch das Anbringen von Solar- oder Fotovoltaikanlagen auf Asbestzement-Dächern. Im Einzelfall ist eine Ausnahmegenehmigung bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde zu beantragen.

 

Ausgebaute Asbestprodukte dürfen nicht wieder verwendet werden.

 

Bezüglich der Entsorgung ist zu beachten, dass alle Asbestabfälle und damit auch Asbestzement seit dem 01.01.2002 als "besonders überwachungsbedürftige Abfälle" gelten.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über die Vermeidung und Sanierung von Umweltschäden (USchadG)
  • Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG)
  • 2. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Abfallgesetz, Teil 1 (Technische Anleitung zur Lagerung, chemisch/physikalischen, biologischen Behandlung, Verbrennung und Ablagerung von besonders überwachungsbedürftigen Abfällen - TA Abfall)
  • Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz (Chemikalien-Verbotsverordnung - ChemVerbotsV)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Richtlinie für die Bewertung und Sanierung schwach gebundener Asbestprodukte in Gebäuden (Asbest-Richtlinie) mit Erläuterungen und Bewertungsbeispielen
  • TRGS 517 Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen
  • TRGS 519 Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten
  • Gebundene Asbestprodukte in Gebäuden (GUV-I 8538)
  • Verfahren mit geringer Exposition gegenüber Asbest bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (BGI 664)
  • Verzeichnis zertifizierter Atemschutzgeräte (BGI 693)
  • Merkblatt Entsorgung asbesthaltiger Abfälle, Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) (Link)
  • Asbest - Informationen über Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)
  • Broschüre: Abbruch und Asbest, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)
  • Albracht, G./Schwerdtfeger, O. (Hrsg.): Herausforderung Asbest, Universum Verlag, Wiesbaden 1991 (Link)
  • Gesundheitsvorsorge (GVS) bei der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik (BGETF) (Link)
  • GISBAU - Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Atemschutzgeräte können z. B. beim Befahren von Behältern und engen Räumen, bei Arbeiten an Hochöfen, in der Abwasserkanalisation und auf Deponien, bei Spritzlackierarbeiten oder beim offenen Umgang mit mutagenen und kanzerogenen Stoffen notwendig sein.

 

Der Atemanschluss ist der Teil eines Atemschutzgerätes, der die Verbindung zum Geräteträger herstellt. Man unterscheidet hierbei Voll-, Halb- und Viertelmasken sowie filtrierende Halbmasken, Mundstückgarnituren, Atemschutzhauben, Atemschutzhelme und Atemschutzanzüge.

 

Vollmasken (Abbildung)

umschließen das ganze Gesicht und schützen damit gleichzeitig die Augen. Die Dichtlinie verläuft über Stirn, Wangen und unterhalb des Kinns. Sie sind meistens mit Innenmasken ausgestattet, die sowohl den Totraum klein halten als auch durch die Luftführung das Beschlagen der Sichtscheiben verhindern. Halbmasken (Abbildung)

umschließen Mund, Nase und Kinn; Viertelmasken nur Mund und Nase. Sie dürfen nicht in direkter Verbindung mit Filtern verwendet werden, die mehr als 300 g wiegen.

 

Filtrierende Halbmasken sind vollständige Atemschutzgeräte. Sie bestehen ganz oder zum großen Teil aus Filtermaterial bzw. das Filter ist untrennbar mit der Halbmaske verbunden. Bei Mundstückgarnituren wird das Mundstück mit den Lippen abgedichtet, die Nase mit einer Nasenklemme. Daher kann das Durchtreten des Schadstoffs nicht mit dem Geruchssinn wahrgenommen werden. Es darf nicht gesprochen werden, da sonst die Schutzwirkung stark beeinträchtigt wird. Mundstückgarnituren dürfen nicht in direkter Verbindung mit Filtern verwendet werden, die mehr als 300 g wiegen.

 

Atemschutzhauben und Atemschutzhelme umhüllen mindestens das Gesicht (Augen, Nase, Mund und Kinn), häufig aber den gesamten Kopf und den Hals. Sie benötigen zur sicheren Funktionsweise die Zufuhr eines Mindestvolumenstromes von Atemluft. Atemschutzanzüge sind zugleich Atemanschlüsse, wenn sie der Teil eines Atemschutzgerätes sind, der die Verbindung zum Geräteträger herstellt.

 

Bei Filtergeräten (Abbildung)

wird die Atemluft mittels Gas-, Partikel- oder Kombinationsfilter von Schadstoffen gereinigt und dem Träger über geeignete Atemanschlüsse zugeführt. Filtergeräte können je nach Filterart bestimmte Schadstoffe in den Grenzen ihres Abscheide- bzw. Aufnahmevermögens aus der Umgebungsatmosphäre entfernen (Tabelle) (Abbildung). Zum Schutz gegen schädigende Gase und Dämpfe ohne gleichzeitig auftretende Partikel werden Gasfilter eingesetzt. Zum Schutz gegen Partikel ohne gleichzeitig auftretende Schadgase werden Partikelfilter verwendet. Bei Vorhandensein von Gasen und Partikeln werden Kombinationsfilter eingesetzt. Der Einsatz von Filtergeräten ist nur zulässig, wenn die Umgebungsatmosphäre mindestens 17 Vol. % Sauerstoff enthält (in besonderen Einsatzbereichen wie Bauarbeiten unter Tage können 19 % erforderlich sein). Liegt die Sauerstoffkonzentration unter 20,9 %, muss unbedingt geprüft werden, was an Stelle des fehlenden Sauerstoffanteils in der Atmosphäre vorhanden ist. Filtergeräte dürfen nicht benutzt werden, wenn unbekannte oder solche Umgebungsverhältnisse vorhanden sind, bei denen sich die Zusammensetzung der Umgebungsatmosphäre nachteilig verändern kann.

 

Filtergeräte gegen Partikel für Vollmasken, Mundstückgarnituren, Halbmasken und Viertelmasken werden nach ihrem Abscheidevermögen in Partikelfilterklassen unterteilt.

 

Sie sind durch den Kennbuchstaben P, die Partikelfilterklasse und die Kennfarbe Weiß gekennzeichnet. Die Einsatzbereiche für Vollmasken mit Partikelfilter zeigt Tabelle 1 (Abbildung), die Einsatzbereiche für Halb- und Viertelmasken mit Partikelfilter Tabelle 2 (Abbildung). Die höhere Partikelfilterklasse schließt bei gleicher Art des Atemanschlusses das Anwendungsgebiet der niedrigeren Partikelfilterklasse ein. Ülicherweise ist aber der Atemwiderstand größer und damit die Belastung für den Geräteträger höher. Neuere Partikelfilter (Kennzeichnung: EN 143 mit Erscheinungsjahr der Norm) sind für feste und flüssige Aerosole geeignet. Ältere Partikelfilter der Klasse P 1 oder Filter mit der Kennzeichnung "S - Nur zur Benutzung gegen feste Aerosole bestimmt" dürfen nur gegen Feststoffpartikeln (Staub, Rauch) eingesetzt werden sowie gegen wässrige Aerosole, die aus Lösungen oder Dispersionen von Feststoffpartikeln in Wasser beim Zerstäuben entstehen, wenn dabei die Luftverunreinigung lediglich diesen Feststoffpartikeln zuzuschreiben ist.

 

Partikelfiltrierende Halbmasken (Abbildung)

werden in die Klassen FFP 1, FFP 2 und FFP 3 eingeteilt. Die Einsatzgebiete dieser Klassen sind die gleichen wie die für Halbmasken mit P 1, P 2 und P 3 angegebenen. Partikelfilter oder partikelfiltrierende Halbmasken dürfen aus hygienischen Gründen nicht von mehreren Personen benutzt werden und sollen nur eine Arbeitsschicht lang verwendet werden. Gegen radioaktive Stoffe oder luftgetragene biologische Arbeitsstoffe dürfen Partikelfilter nur einmal eingesetzt werden und müssen danach entsorgt werden.

 

Filtergeräte gegen Gase und Dämpfe werden unterteilt in Gasfiltertypen nach ihrem Hauptanwendungsbereich und in Gasfilterklassen nach ihrer Leistung. Im Gegensatz zu den Partikelfilterklassen geben die höheren Gasfilterklassen keinen höheren Schutz als die niedrigeren Klassen im Sinne eines "niedrigeren Durchlassgrades". Unter sonst gleichen Einsatzbedingungen ist wegen der höheren Gaskapazität der höheren Gasfilterklasse die mögliche Einsatzdauer länger als die der niedrigeren Gasfilterklasse, bzw. können die Filter bei höheren Gaskonzentrationen etwa gleich lange verwendet werden. Gasfilter sollten grundsätzlich nur gegen Gase und Dämpfe eingesetzt werden, die der Geräteträger bei Erschöpfung des Filters (Filterdurchbruch) riechen oder schmecken kann. Zusätzlich zum Gasaufnahmevermögen des Filters ist die Anwendung auch in Abhängigkeit von der Geräteart auf ein gewisses Vielfaches des Grenzwerts begrenzt (Abbildung).

 

Bestehen Zweifel darüber, welcher Filtertyp unter bestimmten Einsatzbedingungen genommen werden soll, sollte der Filterhersteller gefragt werden. Gase und Dämpfe organischer Verbindungen mit Siedepunkt £65 °C (Niedrigsieder) werden meistens nur schlecht an Gasfilter auf der Basis Aktivkohle gebunden. Hierzu stehen die AX-Filter zur Verfügung, die allerdings nur für die einmalige Verwendung vorgesehen sind. Die meisten Atemfiltergeräte stehen auch als Gebläsefiltergeräte zur Verfügung. Diese bieten wegen des geringen Einatemwiderstands den Vorteil einer geringen Belastung für den Geräteträger. Die Einteilung erfolgt entsprechend der Schutzleistung. Gemessen wird die Gesamtleckage unabhängig von der Filterklasse (z.B. muss bei einem THP3-Gerät das benutzte Filter nicht die Anforderungen eines P3-Filters erfüllen). Auf Grund der geringen Belastung sind längere Tragezeiten zulässig. Bei Geräten mit Helm und Haube sind keine speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen erforderlich. Da der Geräteträger ein Nachlassen der Gebläseleistung bei Geräten mit Helm oder Haube im Allgemeinen nicht bemerkt, wird dringend empfohlen, nur Geräte mit entsprechender Warneinrichtung einzusetzen. Nach EN ist sie nur bei TH3-Geräten vorgeschrieben.

 

Isoliergeräte (Abbildung)

wirken unabhängig von der Umgebungsatmosphäre und bieten Schutz gegen Sauerstoffmangel und schadstoffhaltige Atmosphäre. Die zugeführten Atemgase können aus Luft, Sauerstoff oder deren Mischungen bestehen. Nicht frei tragbare Isoliergeräte schränken die Bewegungsfreiheit ein, bedingt durch den Frischluft- bzw. Druckluftzuführungsschlauch. Frei tragbare Isoliergeräte sind wegen des beschränkten Atemgasvorrats in ihrer Verwendungsdauer begrenzt.

 

"Selbstretter"

("Fluchtgeräte") sind Atemschutzgeräte zur Flucht aus Bereichen mit schadstoffhaltiger Umgebungsatmosphäre. Mit ihnen darf nicht in den Gefahrenbereich zurückgekehrt werden. Um ein schnelles, möglichst gefahrloses Verlassen des Gefahrenbereiches zu ermöglichen, kommt es darauf an, dass Fluchtgeräte leicht erreichbar und mitzuführen sind, schnell und einfach angelegt werden können und bei der Flucht möglichst wenig behindern.

 

Vor Auswahl und Einsatz von Atemschutzgeräten muss der Unternehmer die Gefährdungen und Belastungen ermitteln und hinsichtlich Art, Umfang und Dauer des Risikos für die Beschäftigten bewerten. Entsprechend der Rangfolge der Schutzmaßnahmen, die die Gefahrstoffverordnung vorschreibt, steht der Einsatz von Atemschutz an letzter Stelle und darf keine ständige Maßnahme sein (Abbildung). Bei Arbeitsverfahren, die atembare Schadstoffe freisetzen, darf Atemschutz nicht "betriebsmäßig verwendet werden", das heißt, eine arbeitstägliche Benutzung von mehr als 30 Minuten ist nicht zulässig.

 

Anhand der Gefährdungsbeurteilung hat der Unternehmer festzulegen, welche Eigenschaften, insbesondere welche Schutzleistung, Atemschutzgeräte aufweisen müssen, damit sie Schutz gegen die ermittelten Gefahrenquellen bieten. Einen Überblick über die Aspekte der Bewertung bietet die Tabelle (Abbildung).

 

Nach der Bewertung hat der Arbeitgeber die für die ermittelten Gefahrenquellen geeigneten Atemschutzgeräte auszuwählen. Die Auswahl richtet sich nach der Eignung des Trägers und nach folgenden Einsatzbedingungen:

  • Umgebungsatmosphäre (Sauerstoff-Gehalt, Art und Konzentration der Schadstoffe, Temperatur, Brand- und Explosionsgefahr u. a.)
  • Örtlichkeit (Art des Raumes, Bewegungsfreiheit)
  • Verwendungszweck (Arbeitsdauer, Rückzugszeit, Schwere der Arbeit, Rettung, Flucht).

 

Bei der Auswahl von Fluchtgeräten müssen die zu erwartende Art, die Konzentration der möglichen Schadstoffe und die Länge des Fluchtweges berücksichtigt werden. In der Praxis gibt es kein Atemschutzgerät, das seinen Träger vollkommen von der Umgebungsatmosphäre abschließt. Deshalb müssen Geräte ausgewählt werden, deren Leckage so gering ist - d. h. die so wenig Schadstoff in das Innere des Atemanschlusses gelangen lassen -, dass in der Einatemluft der Grenzwert des Schadstoffs sicher unterschritten bleibt.

 

Der Arbeitgeber hat den Arbeitnehmern Atemschutzgeräte kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ein wirksamer Schutz wird aber nur erzielt, wenn neben den technischen auch die organisatorischen Maßnahmen (Ausbildung, Unterweisung und Übungen des Geräteträgers, Sicherungsmaßnahmen beim Einsatz) durchgeführt werden. Für die Benutzung muss eine Betriebsanweisung erstellt werden, die alle für den sicheren Einsatz erforderlichen Angaben enthält. Dabei ist die vom Hersteller beigegebene Gebrauchsanleitung zu beachten. Sie enthält die Informationen, die Geräteträger für den Gebrauch von Atemschutzgeräten benötigen, z. B. Bedienungshinweise, mögliche Fehler beim Gebrauch, Schutzumfang, Gebrauchsbeschränkungen und Instandhaltung. Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass die Arbeitnehmer unterwiesen werden und praktische Übungen absolvieren, ehe sie Atemschutzgeräte zum ersten Mal benutzen. Regelmäßig, jedoch mindestens jährlich, sind Wiederholungsunterweisungen und -übungen durchzuführen. Diese müssen von Personen abgehalten werden, die eine besondere Ausbildung für diesen Zweck erhalten haben, z. B. bei Hauptstellen für das Grubenrettungswesen, Feuerwehrschulen oder Herstellern von Atemschutzgeräten. Die Unterweisung muss von den Unterwiesenen durch Unterschrift bestätigt werden. Hinweise zu Inhalt und Umfang der Unterweisung für die unterschiedlichen Geräte enthält die BGR 190.

 

Bei Arbeitseinsätzen mit Isoliergeräten können in Abhängigkeit von den bestehenden Gefährdungen weitergehende Maßnahmen zur Sicherung des Geräteträgers, z. B. Sicherungsposten, erforderlich sein.

 

Einsatzbereite Atemschutzgeräte sowie Austauschteile sind übersichtlich und geordnet aufzubewahren. Bei der Lagerung müssen sie gegen Schmutz, Öl, Sonnenlicht, extreme Hitze und Kälte, übermäßige Feuchte und schädigende Chemikalien geschützt sein. Dazu eignen sich geschlossene Räume oder Behälter. Nicht einsatzbereite Geräte sind so zu kennzeichnen oder abzusondern, dass eine Verwechslung mit einsatzbereiten Geräten nicht möglich ist. Die vom Hersteller festgesetzten Lagerfristen sind einzuhalten. Atemschutzgeräte oder Teile davon wie manche Filter, Regenerationspatronen oder Gummiteile sind nach Ablauf der befristeten Lagerzeit - auch wenn sie noch ungebraucht sind - der Verwendung zu entziehen. Die Aufbewahrung am Arbeitsplatz muss so erfolgen, dass die Geräte gebrauchsfähig und hygienisch einwandfrei bleiben. Bewährt haben sich persönlich zugewiesene und verschließbare Aufnahmeboxen.

 

Für die Instandhaltung der Geräte sollte ein Programm entsprechend dem Gerätetyp aufgestellt werden. Für die unterschiedlichen Geräte sind in der BGR 190 Tabellen aufgeführt, die die Art der durchzuführenden Arbeiten und Maximalfristen angeben. In der Gefährdungsermittlung sind die erforderlichen Wartungsintervalle festzulegen, für Instandhaltung und Prüfungen sind die Vorgaben des Herstellers zu beachten. Das Instandhaltungsprogramm sollte enthalten:

  • Montage und Demontage der Geräte
  • Erhaltung und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft einschließlich Reinigung und Desinfektion
  • Reparatur oder Ersatz verbrauchter oder defekter Teile und Materialien durch Originalteile
  • Prüfung auf ein einwandfreies Funktionieren nach festgelegten Fristen durch Befähigte Personen (Gerätewart)
  • Prüfung von Atemgasflaschen vor dem Wiederbefüllen durch eine zugelassene Überwachungsstelle nach Betriebssicherheitsverordnung, wenn die Frist für die Wiederholungsprüfung (maximal 5 Jahre) abgelaufen ist.

 

In Betrieben mit einer größeren Anzahl von Atemschutzgeräten sollte mindestens ein Atemschutz-Gerätewart bestellt werden, dem die Instandhaltung obliegt. Ihm sind hierfür die erforderlichen Einrichtungen, Messgeräte und Werkzeuge zur Verfügung zu stellen.

 

Verweise

 

Literatur

  • 8. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (Verordnung über das Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen - 8. GPSGV)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit (PSA-Benutzungsverordnung - PSA-BV)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Bauarbeiten (BGV C 22) / (GUV-V C22)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • UVV Gärräume (VSG 2.4)
  • UVV Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen (VSG 4.2)
  • UVV Gefahrstoffe (VSG 4.5)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Schutzmaßnahmenkonzept für Spritzlackierarbeiten - Lackaerosole (BGR 231)
  • Richtlinie 2004/37/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Karzinogene oder Mutagene bei der Arbeit (sechste Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG)
  • TRGS 905 Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe
  • Verzeichnis zertifizierter Atemschutzgeräte (BGI 693)
  • BGIA-Handbuch 410210 Filtrierende Atemschutzgeräte (Positivliste)
  • Deutscher Ausschuss für das Grubenrettungswesen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Im deutschen Sprachgebrauch hatte sich für die Elektroinstallation der Ausdruck "Ausführung in EX" eingebürgert. Jetzt findet man die Anforderung "Ausführung nach ATEX“. Das bedeutet, dass eine Konformität zur EG-Richtlinie 94/9/EG gefordert wird.

 

Dabei ist zu beachten:

 

In explosionsgefährdeten Bereichen muss die Auswahl aller Arbeitsmittel (das heißt nicht nur der elektrischen!) entsprechend der Zoneneinteilung erfolgen. Geräte und Schutzsysteme, die neu eingesetzt werden, müssen der "11. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz - Explosionsschutzverordnung" (11. GPSGV) entsprechen, die die ATEX 100 in deutsches Recht umsetzt. Bei Arbeitsmitteln, die vor dem 30. Juni 2003 verwendet oder im Unternehmen bereitgestellt wurden, genügt es, wenn sie die Mindestvorschriften des Anhangs 4 Abschnitt A der Betriebssicherheitsverordnung erfüllen.

 

Als Geräte gelten u. a. Maschinen, Betriebsmittel, Steuerungs- und Ausrüstungsteile sowie Warn- und Vorbeugesysteme, die Energie erzeugen, speichern, umwandeln etc., zur Verarbeitung von Werkstoffen bestimmt sind, mögliche Zündquellen aufweisen und dadurch eine Explosion verursachen können.

 

Schutzsysteme sind alle Vorrichtungen, die anlaufende Explosionen umgehend stoppen und/oder den von einer Explosion betroffenen Bereich begrenzen sollen und als autonome Systeme gesondert in den Verkehr gebracht werden. Dies sind vornehmlich die konstruktiven Schutzmaßnahmen nach den Explosionsschutz-Regeln (BGR 104).

 

Es werden zwei Gerätegruppen festgelegt:

  • I gilt für Geräte/Schutzsysteme zur Verwendung in Untertagebetrieben von Bergwerken sowie deren Übertageanlagen, die durch Grubengas und/oder brennbare Stäube gefährdet werden können.
  • II gilt für Geräte/Schutzsysteme zur Verwendung in den übrigen Bereichen, die durch explosionsfähige Atmosphäre gefährdet werden können.

 

Diese Gruppen werden wiederum in Gerätekategorien (Abbildung) unterteilt. Diese geben an, in welchen Zonen die Geräte eingesetzt werden dürfen (z. B. Kategorie 3G nur in Zone 2, bzw. Kategorie 1D in den Zonen 20, 21 oder 22) und entsprechen den konstruktiven Anforderungen an Vermeidung von wirksamen Zündquellen bei regulärem Betrieb und im Fehlerfall.

 

Bei der Auswahl der Geräte müssen in Abhängigkeit von der Art des brennbaren Stoffs bzw. seinen sicherheitstechnischen Kenngrößen weitere Einteilungskriterien berücksichtigt werden, z. B. Temperaturklasse (Abbildung) oder Zündschutzart.

 

Die Regelungen zum Schutz der Beschäftigten aus der EG-Richtlinie 1999/92/EG (z. B. Gefährdungsbeurteilung und Erstellung eines Explosionsschutzdokuments) sind in der Betriebssicherheitsverordnung in deutsches Recht umgesetzt. Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen, die Geräte oder Schutzsysteme im Sinne der Richtlinie 94/9/EG enthalten, sind überwachungsbedürftige Anlagen, für die die besonderen Vorschriften des dritten Abschnitts der Betriebssicherheitsverordnung gelten.

 

Verweise

 

Literatur

  • 11. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (Explosionsschutzverordnung - 11. GPSGV)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • Richtlinie 1999/92/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 1999 über Mindestvorschriften zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der Arbeitnehmer, die durch explosionsfähige Atmosphären gefährdet werden können (fünfzehnte Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG)
  • Richtlinie 94/9/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. März 1994 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für Geräte und Schutzsysteme zur bestimmungsgemäßen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen
  • Explosionsschutz - Häufig gestellte Fragen und Antworten (BGI 5027)
  • BGIA-Handbuch, ergänzbare Sammlung der sicherheitstechnischen Informations- und Arbeitsblätter für die betriebliche Praxis, hrsg. v. BGIA - Institut für Arbeitsschutz, Erich Schmidt Verlag, Berlin, Bielefeld, München 1999 (Link)
  • Dyrba, B: Praxishandbuch Zoneneinteilung, Carl Heymanns Verlag, Köln, Berlin, München 2007
  • Ex-Dienst online (Link)
  • Geprüfte Gaswarngeräte - Online-Informationen der BG Chemie
  • Internet-Seiten Explosionsschutz der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Damit Aufsichtspersonen ihren Beratungsaufgaben fachlich gewachsen sind und sie ihre weitreichenden Vollmachten kompetent einsetzen können, erhalten sie eine zweijährige Spezialausbildung. Voraussetzung für die Ausbildung sind ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium und mehrere Jahre einschlägige Berufserfahrung. Für bestimmte Spezialisierungen werden auch Sozialwissenschaftler oder Mediziner zur Aufsichtsperson ausgebildet. Neben praktischer Tätigkeit unter Anleitung absolvieren sie Lehrveranstaltungen zu den Themen

  • Unfallversicherungsrecht, Verwaltungsrecht und Arbeitsschutzrecht
  • Betriebswirtschaftliche Aspekte der Prävention
  • Sicherheitstechnik und Sicherheitsorganisation
  • Arbeitsmedizin, arbeitsmedizinische Vorsorge und Berufskrankheiten
  • Psychologie und Kommunikation.

 

Die Ausbildung endet mit einer besonderen Prüfung zum Nachweis der theoretischen und praktischen Befähigung.

 

Aufsichtspersonen sind auch bei anderen Aufgaben der Unfallversicherung als Experten gefragt:

  • in der Schulung von betrieblichen Sicherheitsexperten und Führungskräften
  • bei Recherchen und technischen Stellungnahmen zu Berufskrankheiten
  • bei der Erforschung von Unfallursachen und Präventionsstrategien
  • bei der Prüfung von technischen Arbeitsmitteln durch Präventionsausschüsse der gesetzlichen Unfallversicherung
  • in Fachgremien bei der Erarbeitung von Normen und Vorschriften
  • bei der Entwicklung von Medien und Kampagnen der Sicherheitswerbung.

 

Rechtsgrundlage der Überwachungs- und Beratungstätigkeit der Aufsichtspersonen sind die §§ 18 und 19 Sozialgesetzbuch VII. Der Unternehmer muss den Aufsichtspersonen eine Betriebsbegehung jederzeit ermöglichen und eine geeignete Begleitung stellen. Er muss alle den Arbeitsschutz betreffenden Auskünfte erteilen und Proben von Arbeitsstoffen herausgeben. Die Besichtigungs- und Anordnungsbefugnis gilt auch gegenüber den in Deutschland tätigen ausländischen Unternehmen, ohne dass diese Mitglied der gesetzlichen Unfallversicherung sein müssen. Unternehmer, Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte sind bei Besichtigungen wichtige Gesprächspartner. Im Interesse der Mitbestimmung beziehen Aufsichtspersonen auch die Betriebs- und Personalräte bei Besichtigungen und Beratungsgesprächen mit ein.

 

Neben der regelmäßigen Routineüberwachung können auch Unfallermittlungen oder ein Beratungswunsch des Unternehmers oder der Beschäftigten Anlässe für Betriebsbegehungen sein. Zur Vermeidung von Doppelbesichtigungen stimmen sich die Unfallversicherungsträger mit den staatlichen Gewerbeaufsichtsämtern gemäß § 20 Sozialgesetzbuch VII und § 21 Arbeitsschutzgesetz über den Einsatz ihrer Aufsichtskapazität auf Länderebene ab.

 

Zu den stark gestiegenen gesellschaftlichen Erwartungen an den Arbeitsschutz gehört auch die Verbesserung des physischen und sozialen Wohlbefindens in der Arbeitsumwelt. Damit ändern sich die Anforderungen an die Arbeit von Aufsichtspersonen. Dienstleistungsorientierte und partnerschaftliche Beratung durch die Aufsichtsperson und eine motivierte und professionalisierte Arbeitsschutzorganisation im Betrieb bilden das Umfeld für diese anspruchsvollen Präventionsaufgaben.

 

Im Jahr 2006 waren in Deutschland 2.793 Aufsichtspersonen bei den Unfallversicherungsträgern bestellt. Davon entfielen 1884 auf die gewerblichen Berufsgenossenschaften, 416 auf die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand und 493 auf die Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG) (CHV 1) / (Anlage zu GUV-V A6/7)
  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII): Gesetzliche Unfallversicherung
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Leube, K.: Gesetzliche Unfallversicherung - SGB VII. Leitfaden für die Praxis, Universum Verlag, Wiesbaden 1997

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Bei der Erteilung von Aufträgen an ein Fremdunternehmen hat der den Auftrag erteilende Unternehmer den Auftrag übernehmenden Unternehmer bei der Gefährdungsbeurteilung bezüglich der Beurteilung der betriebsspezifischen Gefahren zu unterstützen. Der Unternehmer hat ferner sicherzustellen, dass Tätigkeiten mit besonderen Gefahren durch Aufsichtführende des eigenen oder des fremden Unternehmens überwacht werden, die die Durchführung der festgelegten Schutzmaßnahmen sicherstellen. Der Unternehmer muss mit dem Fremdunternehmen klären, wer den Aufsichtführenden zu stellen hat.

 

Vor der Auftragserteilung sollte geprüft werden, ob die zu bestellenden Maschinen und Geräte nach dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz von einer anerkannten Prüfstelle auf ihren sicherheitstechnischen Zustand überprüft worden sind bzw. die CE-Kennzeichnung oder das GS-Zeichen tragen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über technische Arbeitsmittel und Verbraucherprodukte (Geräte- und Produktsicherheitsgesetz - GPSG) (CHV 3)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Gemäß BetrSichV sind folgende Anlagen keine überwachungsbedürftigen Anlagen mehr:

  • Güteraufzüge mit den Sonderbauarten vereinfachte Güteraufzüge, Unterfluraufzüge, Kleingüteraufzüge, Lagerhausaufzüge, Behälteraufzüge
  • Behindertenaufzüge mit einer Absturzhöhe bis zu drei Metern.

 

Hinsichtlich der Beschaffenheitsanforderungen gem. §12 BetrSichV dürfen Aufzugsanlagen erstmalig und nach wesentlichen Veränderungen nur in Betrieb genommen werden, wenn sie den Anforderungen der 12. GPSGV (Aufzugsverordnung), der 9. GPSGV (Maschinenverordnung) entsprechen, oder wenn sie nicht dem Anwendungsbereich dieser Verordnungen unterliegen. Das gilt für Personen-Umlaufaufzüge, Bauaufzüge mit Personenbeförderung, Mühlen-Bremsfahrstühle sowie für bestehende Personen- und Lastenaufzüge und Maschinen zum Heben von Personen.

 

Personen-Umlaufaufzüge dürfen nicht mehr errichtet, aber unbegrenzt weiter betrieben werden (TRA 500). Für Bauaufzüge mit Personenbeförderung gilt hinsichtlich der Beschaffenheit die DIN EN 12159, parallel dazu gilt weiterhin die Reihe TRA 100 "Prüfmerkblätter, Prüfrichtlinien". Mühlen-Bremsfahrstühle dürfen nicht mehr errichtet und betrieben werden. Für Personen- und Lastenaufzüge gilt DIN EN 81-1 und -2. Für die so genannten Fassadenaufzüge gilt DIN EN 1808.

 

Der Betreiber einer Aufzugsanlage hat:

  • die Anlage in betriebssicherem Zustand zu erhalten und ordnungsgemäß zu betreiben
  • die Wartungs- und Notzugänge zum Fahrschacht sowie die Zugänge zum Triebwerk und zu den zugehörigen Schalteinrichtungen unter Verschluss zu halten
  • mit der Anlage zu befördernde Lasten so zu sichern, dass eine Gefährdung mitfahrender Personen und eine Beschädigung der Anlage vermieden werden
  • in der Nähe des Triebwerks eine Anweisung über den ordnungsgemäßen Betrieb und die Wartung der Anlage anzubringen
  • durch Hinweisschilder an den Fahrschachttüren darauf hinzuweisen, wenn die Anlage außer Betrieb gesetzt ist
  • die Fahrschachtzugänge außer Betrieb gesetzter Personen-Umlaufaufzüge sicher abzusperren
  • bei Personenaufzügen Aufzugswärter zu bestellen, deren Mindestalter 18 Jahre betragen muss, und sie über Unfallgefahren und Pflichten zu unterweisen; der Aufzugswärter muss einem Sachverständigen vorher seine Kenntnisse nachweisen und muss jederzeit leicht zu erreichen sein
  • bei Führeraufzügen festzulegen, wer die Aufzugsanlage bedienen darf und die Namen dieser Personen, die mindestens 16 Jahre alt sein müssen, in eine Liste einzutragen.

 

An der Hauptzugangsstelle müssen Name, Anschrift und Rufnummer der Aufzugswärter und weiterer für Hilfeleistungen geeigneter Stellen angegeben sein.

 

Aufzugsanlagen sind außer Betrieb zu setzen, wenn sie Mängel aufweisen, durch die Beschäftigte oder Dritte gefährdet werden. Mängel dieser Art sind z. B. Fahrschachtzugänge mit schadhaften Türen oder Türverschlüssen. In diesem Fall sind die Fahrschachtzugänge gegen Zutritt zu sichern.

 

Bei Arbeiten im Aufzugsschacht unterhalb des Aufzugs besteht Quetschgefahr, wenn der Antrieb des Aufzugs nicht gesichert abgeschaltet ist.

 

Die Tabelle (Abbildung) zeigt eine Zusammenstellung der Prüfpflichten und Prüffristen für Aufzugsanlagen.

 

Verweise

 

Literatur

  • 12. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (Aufzugsverordnung - 12. GPSGV)
  • 9. Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (Maschinenverordnung - 9. GPSGV)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Richtlinie 2006/42/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Mai 2006 über Maschinen und zur Änderung der Richtlinie 95/16/EG (Neufassung)
  • TRA 001 Allgemeines, Aufbau und Anwendung der TRA
  • TRA 007 Betrieb
  • TRA 500 Personen-Umlaufaufzüge
  • TRBS 1121 Änderungen und wesentliche Veränderungen von Aufzugsanlagen
  • DIN EN 12159 Bauaufzüge zur Personen- und Materialbeförderung mit senkrecht geführten Fahrkörben
  • DIN EN 1808 Sicherheitsanforderungen an hängende Personenaufnahmemittel - Berechnung, Standsicherheit, Bau-Prüfungen
  • DIN EN 81-2 Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen - Hydraulisch betriebene Personen- und Lastenaufzüge
  • Montage, Demontage und Instandhaltung von Aufzugsanlagen (BGI 779)
  • Gefährdungs- und Belastungskatalog Nr. 09: Aufzugsanlagen; Montage, Instandhaltung und Demontage, Verlag Technik & Information e.K., Bochum 2008 (Link)
  • Hartung, P.: Prüfpflichtige Arbeitsmittel, 4. Aufl., Universum Verlag, Wiesbaden 2005
  • Technische Regeln für Aufzüge (TRA) im Internet (Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Mechanische Schädigungen werden in erster Linie durch Splitter, Späne oder Staub verursacht. Art und Schwere der Augengefährdung hängen von der Form der Späne und Splitter, von deren Temperatur sowie der Geschwindigkeit ab, mit der sie das Auge treffen (Schleif- und Trennarbeiten, Benutzung von Schussapparaten). Staub trifft zwar im Allgemeinen nicht mit großer Geschwindigkeit die Augen, kann aber trotzdem schwerwiegende Reizungen und Entzündungen verursachen.

 

Optische Schädigungen entstehen bei einer örtlichen Erwärmung des Auges durch Strahlungsenergie. Je nach Wellenlänge der Strahlung können unterschiedliche Schäden hervorgerufen werden.

 

UV-Strahlung (z. B. beim Schweißen oder starke Sonnenstrahlung) führt zu Hornhaut- oder Bindehautentzündungen (Verblitzen). Sichtbare Lichtstrahlen (grelles Sonnenlicht, starke künstliche Lichtquellen) können bei übermäßiger Leuchtdichte durch Blendung eine Herabsetzung der Sehschärfe bewirken, die sich nach einiger Zeit zurückbildet. Es können jedoch auch irreversible Schädigungen der Netzhaut zurückbleiben.

 

Infrarotstrahlen (Wärmestrahlung) führen bei hoher Strahlungsintensität auf der Haut zu Verbrennungen, bei starker Konzentration zur Verbrennung der Netzhaut. Die Erwärmung der eiweißhaltigen Flüssigkeit der Augenlinsen führt zu einer Trübung, die sich nicht zurückbildet und zur Erblindung führen kann ("Feuerstar").

 

Ganz besonders gefährlich kann Laserstrahlung wegen ihrer enorm hohen Energiebündelung sein.

 

Chemische Schädigungen können durch feste, flüssige oder gasförmige Stoffe hervorgerufen werden. Während Säurespritzer auf der Hornhaut Geschwüre mit Narbenbildung (Sehtrübung) verursachen, sind Schädigungen durch Laugen wesentlich schwer wiegender. Schon wenige Tropfen können zur Trübung der gesamten Hornhaut führen.

 

Biologische Schädigungen können durch das Eindringen von Krankheitserregern oder Mikroorganismen über das Auge in den Körper erfolgen.

 

Thermische Schädigungen der Augen werden vor allem bei extremen Temperatureinwirkungen hervorgerufen - Hitze (z. B. Strahlungs- oder Berührungswärme) oder Kälte (z. B. in Kühlhäusern). Das Tränen der Augen ist häufig ein erstes Warnsignal, bevor weitere Schädigungen wie z. B. Erfrierungen folgen.

 

Vor der Benutzung persönlichen Augen- oder Gesichtsschutzes muss die Gefährdung durch eine Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz festgestellt werden. Gefährdungen sind typischerweise z. B. gegeben bei Schweiß-, Schleif- und Trennarbeiten, Stemm- und Meißelarbeiten, Steinbe- und -verarbeitung, Arbeiten mit Bolzensetzgeräten, an spanabhebenden Maschinen beim Bearbeiten von kurzspanendem Werkstoff, Gesenkschmiedearbeiten, Zerkleinerung und Beseitigung von Scherben, Strahlarbeiten mit körnigem Material, Arbeiten mit Säuren, Laugen, Desinfektionsmitteln und ätzenden Reinigungsmitteln, Arbeiten mit Flüssigkeitsstrahlern oder feuerflüssigen Massen sowie beim Aufenthalt in deren Wirkungsbereich, Arbeiten mit Strahlungshitze, Lasern, Einmann-Motor-Kettensägen und Freischneidern, Arbeiten in chemischen Laboratorien und Produktionsanlagen, in Füllanlagen, Arbeiten mit hydraulischen Rettungsgeräten der Feuerwehr, bei Forst- und Gartenbauarbeiten, Entrostungsarbeiten oder dem Trennen von Verpackungsbändern sowie dem Sägen und Hacken von Knochen. In erster Linie müssen technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Wenn diese nicht ausreichen oder nicht realisierbar sind, kann in Betracht gezogen werden, Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) für die Augen zur Verfügung zu stellen. Die entsprechenden Gebotszeichen (Abbildung) "Augenschutz benutzen" bzw. "Gesichtsschutz benutzen" weisen auf die vorhandenen Gefährdungen sowie die sich daraus ergebende Tragepflicht von Augen- bzw. Gesichtsschutz hin. Für jeden Beschäftigten, der bei der Arbeit oder auch nur als mithelfende Person Augenschutz tragen muss, soll ein eigener Augenschutz zur Verfügung stehen.

 

Es gibt eine große Auswahl an Augenschutzgeräten, wobei neben der Schutzwirkung auch auf Tragekomfort, Gewicht, Einstellmöglichkeiten und Design geachtet werden soll. Sie bestehen im Allgemeinen aus einem Tragkörper und den Sichtscheiben. Die Tragkörpersind Schutzbrillengestelle oder, wenn zugleich ein Schutz des Gesichts oder der Atemwege erforderlich ist, Schutzschilde, -hauben oder -schirme.

 

Bei Schutzbrillen mit Sichtscheiben wird zwischen Gestell- und Korbbrillen unterschieden. Die Gestellbrille mit Ohrbügeln schützt die Augen vorne gegen Fremdkörper oder Strahlung und kann durch Seitenschutz oder Blendschutz ergänzt werden. Die Korbbrille umschließt den Augenraum und schützt die Augen allseitig; der Augenraum muss belüftet sein.

 

Schutzschilde schützen neben den Augen auch Gesicht und Hals, z. B. vor herumfliegenden Splittern oder Spänen, vor Chemikalien oder Strahlung. In dem Schild ist ein genügend großes rechteckiges Fenster, in das die auswechselbaren Sichtscheiben eingesetzt werden. Der Schild wird vom Benutzer mit einer Hand gehalten.

 

Schutzhauben umschließen rundherum Kopf und Hals. Sie haben vor dem Gesicht ein Fenster mit der jeweils erforderlichen Sichtscheibe (z. B. für Schutzgasschweißer).

 

Schutzschirme/Visiere bestehen aus einer das Gesicht bedeckenden Sichtscheibe, die an Stirnreifen oder Industrieschutzhelmen befestigt ist (z. B. Schutzschirme für Ofenarbeiten), oder einem entsprechendem Drahtgewebe.

 

Die Sichtscheiben werden in Abhängigkeit von ihrer Schutzwirkung eingeteilt in Sicherheitsscheiben und Sichtscheiben mit Filterwirkung. Als Werkstoff kommen sowohl Glas als auch Kunststoff zum Einsatz. Sichtscheiben mit Filterwirkung sollen schädliche Strahlen filtern, damit sie für das Auge verträglich sind, ohne dabei die Sichtbedingungen einzuschränken. Die Schutzwirkung von Filtersichtscheiben wird in Schutzstufen unterteilt. Hierbei wird auf ausreichenden Schutz gegen Blendung, UV- und IR-Strahlung geachtet. In Abhängigkeit von der Strahlenart werden unterschieden:

  • Schweißerschutzfilter
  • Sonnenschutzfilter
  • Schutzfilter gegen Ultraviolettstrahlung (UV)
  • Schutzfilter gegen Infrarotstrahlung (IR)
  • Laserschutzfilter.

 

Bei der Auswahl von geeignetem Augen- und Gesichtsschutz ist auf die entsprechende Kennzeichnung der Sichtscheibe zu achten. Diese umfasst:

  • CE-Kennzeichnung
  • Schutzstufennummer (nur bei Filterscheiben)
  • Identifikationszeichen des Herstellers
  • optische Klasse (ausgenommen bei Vorsatzscheiben)
  • Kurzzeichen für:

 

die mechanische Festigkeit

 

die Beständigkeit gegen Beschlagen,

 

(falls zutreffend) die Beständigkeit gegen Lichtbögen, das Nichthaften von Schmelzmetall, die Beständigkeit gegen Beschädigung durch kleine Teilchen, erhöhten Reflexionsgrad, Original- oder Ersatzscheibe.

 

Für alle Filtersichtscheiben sind Schutzstufen (Abbildung) festgelegt, die sich aus dem für den Blendschutz erforderlichen Lichttransmissionsgrad im sichtbaren Spektralgebiet ergeben. Sie beschreibt die Strahlendurchlässigkeit eines Filters. Die Schutzstufe wird beschrieben mit einer Vorzahl und der durch einen Bindestrich abgetrennten Schutzstufennummer des Filters (je höher die Nummer, desto geringer die Durchlässigkeit für optische Strahlen). Die Schutzstufe der Schweißerschutzfilter enthält keine Vorzahl; Sicherheitssichtscheiben ohne Filterwirkung und Vorsatzscheiben haben keine Schutzstufe.

 

Entsprechend den Brechwerten sind Sichtscheiben in drei optische Klassen eingeteilt:

 

Klasse 1: Arbeiten mit besonders hohen Anforderungen an die Sehleistung für den Dauergebrauch

 

Klasse 2: Arbeiten mit durchschnittlichen Anforderungen an die Sehleistung

 

Klasse 3: in Ausnahmefällen für grobe Arbeiten ohne größere Anforderungen an die Sehleistung.

 

Vorsatzscheiben müssen stets die optische Klasse 1 erfüllen.

 

Mechanische Festigkeit:

 

ohne = mechanische Grundfestigkeit (kein Zeichen)

 

S = erhöhte mechanische Festigkeit

 

F = Stoß mit niedriger Energie

 

B = Stoß mit mittlerer Energie

 

A = Stoß mit hoher Energie.

 

Ist Nichthaften von Schmelzmetall als Eigenschaft erfüllt, wird die Sichtscheibe mit der Ziffer 9 gekennzeichnet.

 

Tragkörper enthalten als Kennzeichnung

  • CE-Kennzeichnung
  • Identifikationszeichen des Herstellers
  • Kurzzeichen für Verwendungsbereich (Abbildung)
  • Nummer der Norm
  • Kurzzeichen für die Stoßprüfung (Abbildung) (falls zutreffend).

 

Für Fehlsichtige kommen als Augenschutz in Betracht:

  • Schutzbrillen mit Korrekturgläsern (erforderlichenfalls aus Sicherheitsglas)
  • Überbrillen, die über der eigenen Korrekturbrille getragen werden (z. B. Einscheibenbrillen mit Sicherheitsscheiben)
  • Visiere, die über der eigenen Korrekturbrille getragen werden und das gesamte Gesicht schützen.

 

Korrekturschutzbrillen für Fehlsichtige werden vom Optiker optisch auf den Sehfehler hin angepasst.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit (PSA-Benutzungsverordnung - PSA-BV)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • UVV Laserstrahlung (BGV B 2) / (GUV-V B2)
  • UVV Forsten (GUV-V C51) / (VSG 4.3)
  • Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz (BGR 192) / (GUV-R 192)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • DIN 58214 Augenschutzgeräte - Schutzhauben - Begriffe, Formen und sicherheitstechnische Anforderungen
  • DIN EN 166 Persönlicher Augenschutz - Anforderungen
  • DIN EN 169 Persönlicher Augenschutz - Filter für das Schweißen und verwandte Techniken
  • DIN EN 170 Persönlicher Augenschutz - Ultraviolettschutzfilter
  • DIN EN 171 Persönlicher Augenschutz - Infrarotschutzfilter
  • DIN EN 172 Persönlicher Augenschutz - Sonnenschutzfilter für den betrieblichen Gebrauch
  • DIN EN 175 Geräte für Augen- und Gesichtsschutz beim Schweißen und bei verwandten Verfahren
  • DIN EN 207 Persönlicher Augenschutz - Filter und Augenschutzgeräte gegen Laserstrahlung (Laserschutzbrillen)
  • DIN EN 208 Persönlicher Augenschutz - Augenschutzgeräte für Justierarbeiten an Lasern und Laseraufbauten (Laser-Justierbrillen)
  • Protecting Workers from Ultraviolet Radiation, hrsg. v. der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection, Oberschleißheim 2007

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Beim Ansprechen der Druckentlastung ist immer mit dem Auftreten von Brenngas bzw. brennbarem Staub, umfangreichen Flammenerscheinungen und Druckwirkung zu rechnen. Diese Flammenerscheinung ist umso größer, je kleiner der statische Ansprechdruck der Entlastungseinrichtung ist. Speziell bei Staubexplosionen wird zunächst sehr viel unverbrannter Staub ausgestoßen und nachträglich vor der Entlastungsöffnung gezündet.

 

Müssen auf Grund der betrieblichen Gegebenheiten Ausblasleitungen für die Druckentlastung (z. B. bei der Nachrüstung von Anlagen und Apparaturen) vorgesehen werden, muss u. U. mit einer Erhöhung der Explosionsheftigkeit und des reduzierten Explosionsdruckes im zu schützenden Behälter gerechnet werden. Aus diesem Grund müssen Ausblasleitungen auf möglichst kurzem, geradem Weg in Ausblasrichtung ins Freie geführt werden. Abgewinkelte Kanäle bewirken eine nicht überschaubare zusätzliche Erhöhung des reduzierten Explosionsdrucks.

 

Die Druckentlastungseinrichtung muss apparatseitig, d. h. am Anfang der Ausblasleitung, angebracht sein. Die Ausblasleitungen müssen mindestens den Querschnitt der Entlastungsöffnung haben, der sich weder verringern noch in der Form verändern darf. Ein kreisförmiger Querschnitt ist zu bevorzugen. Die Druckfestigkeit der Leitung muss der zu schützenden Apparatur entsprechen. Verschiedene Apparate dürfen nicht über ein gemeinsames Ausblasrohr entlastet werden.

 

Ausblasleitungen sollten eine Länge von 10 m nicht überschreiten, da anderenfalls die Explosion in eine Detonation übergehen kann. Ist aus zwingenden Gründen dieses Maß nicht einzuhalten, so muss die Druckfestigkeit der Ausblasleitung mindestens 10 bar betragen. Zu berücksichtigen sind auch die dabei auftretenden Rückstoßkräfte, die berechnet werden müssen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • VDI 2263 Staubbrände und Staubexplosionen; Gefahren, Beurteilung, Schutzmaßnahmen
  • VDI 3673 Blatt 1 Druckentlastung von Staubexplosionen
  • Bartknecht, W./ Zwahlen, G: Explosionsschutz - Grundlagen und Anwendung, Springer Verlag, Berlin 1993
  • Steen, H. (Hrsg.): Handbuch des Explosionsschutzes. Wiley-VCH Verlag GmbH, Weinheim 2000
  • Ex-Dienst online (Link)
  • Internet-Seiten Explosionsschutz der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Angaben über Zahl und Größe der Ausgänge enthält das Bauordnungsrecht der einzelnen Bundesländer, aber auch die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sowie mehrere BG-Regeln und -Informationen. Für spezielle Bereiche gelten die Vorschriften der Warenhaus- und Versammlungsstätten-Verordnungen sowie die Brandschutzvorschriften der Bundesländer.

 

Zahl und Lage der Ausgänge bestimmen sich nach der Eigenart und den Gefährdungen des Betriebs, der Zahl der Beschäftigten und der räumlichen Ausdehnung der Arbeitsstätte.

 

Die Ausgänge müssen so angeordnet sein, dass von jeder Stelle des Raums eine bestimmte Entfernung zum nächstgelegenen Ausgang nicht überschritten wird. Die in der Luftlinie gemessene Entfernung soll höchstens betragen:

  • 35 m in Räumen ohne besondere Gefährdung
  • 25 m in brandgefährdeten Räumen (ohne Sprinkleranlage oder vergleichbare Feuerlöscheinrichtungen)
  • 35 m in brandgefährdeten Räumen (mit Sprinkleranlage oder vergleichbaren Feuerlöscheinrichtungen)
  • 20 m in giftstoff- und explosionsgefährdeten Räumen
  • 10 m in explosivstoffgefährdeten Räumen.

 

Weiter gehende Bestimmungen im Bauordnungsrecht betreffen besondere Gebäude. So ist z. B. bei Hochhäusern eine Entfernung zum Ausgang ins Treppenhaus von höchstens 25 m vorgeschrieben.

 

Die Abmessungen (Abbildung) der Ausgänge richten sich nach der Zahl der Personen, für die der Ausgang bestimmt ist, und nach dem Gefahrengrad. Die lichte Höhe der Ausgänge soll mindestens 2,00 m betragen.

 

Die Ausgänge dürfen nicht verschlossen sein, solange sich Personen in den Arbeitsräumen befinden. Sie sind von Gegenständen aller Art freizuhalten und müssen leicht erkennbar sein. Die Griffe zur Betätigung der Ausgangstüren dürfen mit festen Teilen der Tür oder deren Umgebung keine Scher- und Quetschstellen bilden. Pendeltüren müssen durchsichtig sein oder Sichtfenster haben, um Zusammenstöße mit entgegenkommenden Personen zu vermeiden.

 

Vor Gebäudeausgängen, an denen Verkehrswege zum Lastentransport in weniger als 1 m Abstand vorbeiführen, sind Schranken, Geländer oder ähnliche Sicherungen anzubringen.

 

Falls nicht genügend normale Ausgänge vorhanden sind, sind zusätzlich Notausgänge zu schaffen. Als Notausgänge können sowohl Türen als auch besondere Fenster, Wand- und Bodenluken dienen. Sie dürfen verschlossen sein, müssen sich aber jederzeit ohne Hilfsmittel leicht von innen öffnen lassen. Diese Bedingung erfüllen Türschlösser, die sich von außen nur mit Hilfe eines Schlüssels, von innen jedoch ohne Schlüssel mit einer fest angebrachten Klinke oder ähnlich einfachen Einrichtungen - z. B. Hebel, Griff, Drücker - öffnen lassen (Panikschlösser).

 

Die Einrichtung zum Öffnen muss innen so angebracht sein, dass sie in Greifhöhe liegt (Hebel 1,50 bis 1,70 m hoch, Klinke oder Drücker 1,20 bis 1,50 m hoch).

 

Schlüsselkästen neben Notausgängen, die den Schlüssel für den abgeschlossenen Notausgang enthalten, sind nicht zulässig. Zur Kontrolle der Notausgänge besteht die Möglichkeit, sie zu verplomben oder mit Meldeanlagen zu versehen.

 

Türen von Notausgängen müssen sich nach außen öffnen lassen. In Notausgängen sind Karussell- und Schiebetüren nicht zulässig. Sie müssen deutlich sichtbar sein und eine dauerhafte Kennzeichnung (Abbildung) tragen.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore (BGR 232) / (GUV-R 1/494)
  • Optische Sicherheitsleitsysteme (BGR 216)
  • Arbeitsstättenregel (ASR) A2.3 Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan
  • Glastüren, Glaswände (BGI 669)
  • Sicherer Umgang mit Toren (BGI 861-1)
  • Sicherer Umgang mit Türen (BGI 861-2)
  • Verschlüsse für Türen von Notausgängen (BGI 606)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Betriebe, die regelmäßig mindestens einen Jugendlichen beschäftigen, müssen das Jugendarbeitsschutzgesetz auslegen oder aushängen. Werden regelmäßig mindestens drei Jugendliche beschäftigt, ist außerdem ein Aushang über die tägliche Arbeitszeit und die Pausen der Jugendlichen erforderlich.

 

In Betrieben, die regelmäßig mehr als drei Frauen beschäftigen, ist ein Abdruck des Mutterschutzgesetzes auszulegen oder auszuhängen.

 

Falls mit radioaktiven Stoffen umgegangen wird, ist der Text der Strahlenschutzverordnung auszuhängen; bei der Verwendung von Röntgeneinrichtungen gilt dies entsprechend für die Röntgenverordnung.

 

Alarmpläne bzw. Flucht- und Rettungspläne sind an für jedermann zugänglicher Stelle deutlich gekennzeichnet auszuhängen.

 

Auch für den Bereich der Unfallversicherung sind verschiedene Aushänge und Bekanntmachungen vorgesehen. So hat der Unternehmer die Beschäftigten darüber zu informieren, welchem Unfallversicherungsträger das Unternehmen angehört, wo sich die Geschäftsstelle befindet und innerhalb welcher Frist Ansprüche auf Unfallentschädigungen anzumelden sind. Auch ist durch Aushang bekanntzugeben, wer zum Sicherheitsbeauftragten benannt worden ist.

 

Die UVV "Grundsätze der Prävention" bestimmt, dass der Unternehmer den Beschäftigten Hinweise über die Erste Hilfe bekannt macht. Durch Aushänge oder in anderer geeigneter schriftlicher Form sind Angaben über Notruf, Erste-Hilfe- und Rettungseinrichtungen, über das Erste-Hilfe-Personal sowie über hinzuzuziehende Ärzte und anzufahrende Krankenhäuser zu machen. Die Angaben müssen stets auf dem neuesten Stand sein.

 

Die Aushänge müssen stets gut lesbar sein. Aushänge aus Kunststoff oder Metall sind Papierplakaten vorzuziehen, wenn die Plakate nicht besonders geschützt sind (z. B. hinter Glas). Bei der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer sind die Aushänge auch in den entsprechenden Fremdsprachen abzufassen.

 

Verweise

 

Literatur

  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Unter ausländischen Arbeitnehmern ist die Fluktuation z. T. höher als bei deutschen Arbeitnehmern. Sie sind deshalb häufiger in der Situation des betrieblichen Neulings. Außerdem haben viele ausländische Arbeitnehmer Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Vor allem wenn technische Probleme erläutert werden müssen, wird man nicht auf die Hilfe von Dolmetschern oder sprach- und fachkundigen Mitarbeitern verzichten können.

 

Die Einweisung und Unterweisung ausländischer Arbeitnehmer darf sich nicht auf die Übergabe einschlägiger Druckschriften oder die Vorführung von Filmen und Tonbildschauen beschränken (die z. T. in Fremdsprachen zur Verfügung stehen), sondern muss auch mündlich und persönlich erfolgen. Betriebsanweisungen sowie Flucht- und Rettungspläne sind in Betrieben mit einem hohen Ausländeranteil auch in der Sprache dieser Beschäftigten zu erstellen.

 

Die Unfallverhütungsvorschriften gelten auch für Unternehmer und Beschäftigte ausländischer Betriebe, die in Deutschland arbeiten, ohne einem Unfallversicherungsträger anzugehören.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über zwingende Arbeitsbedingungen bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen (Arbeitnehmer-Entsendegesetz - AEntG)
  • Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII): Gesetzliche Unfallversicherung

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Da es in diesen Fällen keinen zuständigen Unfallversicherungsträger gibt, dessen Unfallverhütungsvorschriften heranzuziehen wären, gelten hier alle einschlägigen gültigen Unfallverhütungsvorschriften.

 

Verweise

 

Literatur

  • Gesetz über zwingende Arbeitsbedingungen bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen (Arbeitnehmer-Entsendegesetz - AEntG)
  • Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII): Gesetzliche Unfallversicherung
  • Leube, K.: Gesetzliche Unfallversicherung - SGB VII. Leitfaden für die Praxis, Universum Verlag, Wiesbaden 1997

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Für den Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft gibt es bei Tätigkeiten im Ausland besondere Regelungen. Grundsätzlich erstreckt sich der Schutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung nur auf das Gebiet von Deutschland. Tätigkeiten im Ausland können aber auf der Grundlage besonderer Rechtsvorschriften vom Versicherungsschutz erfasst sein. Generell gilt, dass bis zu zwölf Monate dauernde Auslandseinsätze oder Geschäftsreisen immer dem deutschen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz unterliegen, wenn die betroffenen Personen von ihrem inländischen Arbeitgeber ins Ausland entsandt werden. In einem anderen Land für ausschließlich dort vorgesehene Tätigkeiten eingestellte Arbeitskräfte (so genannte Ortskräfte) unterstehen ausnahmslos den Rechtsvorschriften dieses Landes und haben damit keinen deutschen Versicherungsschutz.

 

Bei Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen müssen die Arbeitnehmer vor der Entsendung einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung unterzogen werden. Nach zwei bis drei Jahren ist jeweils eine Nachuntersuchung fällig.

 

Versicherungsschutz in EU-Staaten: Nach den Bestimmungen zweier EU-Verordnungen unterliegen Arbeitnehmer, die in Deutschland von einem Unternehmen beschäftigt werden, weiterhin den deutschen Rechtsvorschriften über den Versicherungsschutz, wenn sie von dem Unternehmen zur Ausführung einer Arbeit in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates der EU sowie der Schweiz entsandt werden, soweit die voraussichtliche Dauer der Arbeit ein Jahr nicht überschreitet. Außerdem ist Voraussetzung, dass der Arbeitnehmer nicht entsandt wird, um einen anderen Arbeitnehmer abzulösen, bei dem die Zeit, für die er entsandt wurde, abgelaufen ist. Die Regelung wird auch auf Arbeitnehmer angewandt, die im Inland von einem inländischen Unternehmer eigens dazu eingestellt werden, um eine höchstens auf ein Jahr angelegte Tätigkeit in einem EU-Mitgliedstaat auszuüben.

 

Stellt sich während der Tätigkeit in einem anderen EU-Mitgliedstaat heraus, dass die Beschäftigung aus nicht vorhersehbaren Gründen länger als ein Jahr dauern wird, so bleibt der Versicherungsschutz über eine Absprache mit dem anderen Staat für die betreffende Person für längstens ein weiteres Jahr erhalten. Personen, die die genannten Voraussetzungen nicht erfüllen, unterstehen von Anfang an den Rechtsvorschriften über die soziale Sicherheit des EU-Mitgliedstaates, in dessen Gebiet die Tätigkeit ausgeübt wird. Das EU-Recht sieht vor, dass Ausnahmevereinbarungen getroffen werden können. So kann beispielsweise beantragt werden, dass Personen, die länger als ein Jahr in einen anderen EU-Mitgliedstaat entsandt werden, weiter deutschen Versicherungsschutz haben sollen. Entsprechende Anträge sind in Deutschland an die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung-Ausland (DVKA), Pennefeldsweg 12c, 53177 Bonn, zu richten. Diese Regelungen gelten auch für Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.

 

Versicherungsschutz in Abkommens-Staaten: Deutschland unterhält mit Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Israel, Kroatien, Marokko, Montenegro, Serbien, der Türkei und Tunesien Abkommen über die soziale Sicherheit, in die die gesetzliche Unfallversicherung einbezogen ist. Wie im EU-Recht sind auch in diesen Abkommen Regelungen enthalten, nach denen der deutsche Versicherungsschutz bei einer Beschäftigung im jeweiligen anderen Vertragsstaat für einen vorübergehenden Zeitraum fortgilt. Dieser bewegt sich zwischen ein und drei Jahren mit anschließender Verlängerungsmöglichkeit. Auskünfte über die jeweiligen Zeitspannen erteilt die zuständige Berufsgenossenschaft. Ausnahmevereinbarungen für längerfristige Tätigkeiten können ebenfalls getroffen werden. Zuständig hierfür ist ebenfalls die oben genannte Verbindungsstelle DVKA.

 

Versicherungsschutz in anderen Staaten: Personen, die sich auf Weisung ihres inländischen Arbeitgebers vom Inland in einen ausländischen Staat begeben, der nicht zu den EU-Mitgliedstaaten und den o. a. Staaten gehört, um dort eine zeitlich begrenzte Tätigkeit für den inländischen Arbeitgeber zu verrichten, unterstehen auf Grund der Ausstrahlungsregelung nach § 4 des Sozialgesetzbuches (SGB) IV weiterhin den deutschen Rechtsvorschriften über den Versicherungsschutz. Eine feste Zeitgrenze ist nicht vorhanden. Auch Tätigkeiten, die auf mehrere Jahre befristet sind, werden erfasst.

 

Besondere Auslandsversicherung: Für den Fall, dass die Entsendung nicht im Rahmen eines bestehenden inländischen Beschäftigungsverhältnisses oder nicht zeitlich begrenzt erfolgt, haben verschiedene Unfallversicherungsträger von der Möglichkeit, eine besondere Auslandsversicherung einzurichten, Gebrauch gemacht. Nähere Auskünfte dazu gibt die zuständige Berufsgenossenschaft.

 

Zur Dokumentation der Weitergeltung der deutschen Rechtsvorschriften über Soziale Sicherheit und für den Anspruch auf aushilfsweise Versorgung mit Sachleistungen haben die im Ausland tätigen Personen eine Bescheinigung mitzuführen, die sie gleichzeitig von der Versicherungs- und Beitragspflicht im anderen Staat freistellt. Die Bescheinigung wird auf Antrag des Arbeitnehmers oder des Arbeitgebers von der deutschen Krankenkasse erstellt, bei der die Person versichert ist. Besteht kein Krankenversicherungsschutz, wird sie von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte in Berlin ausgestellt. Bei nur in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherten Personen stellt die zuständige Berufsgenossenschaft die Bescheinigung aus.

 

Es ist notwendig, dass der Unternehmer einen für die Durchführung der Unfallverhütungsmaßnahmen, der Ersten Hilfe und für die Einleitung einer Heilbehandlung im Ausland verantwortlichen Leiter und möglichst auch einen Vertreter schriftlich bestellt (Pflichtübertragung) und diese Personen über ihre Aufgaben unterweist. Je nach dem Ort der Beschäftigung sind sie auch über dort auftretende besondere gesundheitliche Gefahren zu unterrichten. Die Verpflichtung des Unternehmers, alle organisatorischen Maßnahmen zu treffen, die es den Betriebsärzten, den Fachkräften für Arbeitssicherheit und den Sicherheitsbeauftragten ermöglichen, ihre Aufgaben zu erfüllen, gilt unverändert auch für Arbeitsplätze im Ausland.

 

Vor der Entsendung in Gebiete mit besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen ist zumindest eine ärztliche Beratung durch einen ermächtigten Arzt über die zu erwartenden Belastungen sowie über die ärztliche Versorgung am vorgesehenen Einsatzort erforderlich. Insbesondere tropisches Klima belastet Beschäftigte aus gemäßigten Klimazonen und bedeutet für den Körper eine erhebliche Umstellung (Akklimatisation). Die Beratung schließt insbesondere Hinweise auf eine erforderliche Malaria- oder Impfprophylaxe ein. Vorraussetzung für einen länger dauernden oder sich häufig wiederholenden beruflichen Aufenthalt in tropischen Ländern ist die Tropentauglichkeit. Bei Arbeitsaufenthalten von insgesamt mehr als drei Monaten pro Jahr muss daher vor der ersten Ausreise stets zusätzlich eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung vorgenommen werden. Art und Umfang der Untersuchung durch einen ermächtigten Arzt richten sich nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz "Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen".

 

Bei Erkrankungen im Ausland ist der "Medical Report" vom behandelnden Arzt ausfüllen zu lassen, so dass eine eventuell notwendige Weiterbehandlung am Heimatort unverzüglich erfolgen kann.

 

Renten und andere Geldleistungen der Unfallversicherung werden ungekürzt in jedem Land ausgezahlt.

 

Verweise

 

Literatur

  • Sozialgesetzbuch Viertes Buch (SGB IV): Gemeinsame Vorschriften für die Sozialversicherung
  • Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 35 - Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen (BGG 904 / G 35)
  • Medical Report (in Englisch, Französisch, Spanisch u. Portugiesisch), Kepner Druck, Eppingen (Link)
  • Merkblatt über die Entsendung von Arbeitnehmern zur vorübergehenden Beschäftigung im Ausland, AOK-Verlag, Remagen (https://www.aokv.de)
  • Deutsche Verbindungsstelle Unfallversicherung - Ausland - Online-Informationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Durch eine gründliche Planung und Ausschreibung lassen sich gravierende Mängel, wie z. B. der unwirtschaftliche Einsatz von Arbeitskräften und Betriebsmitteln, vernachlässigte Maßnahmen bei der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz, vermeiden. Sie führen zwangsläufig zu Bauzeitverlängerungen, Mehrkosten und Qualitätsverlusten.

 

Bereiche, die bereits in der Ausschreibung für Bauleistungen geregelt werden können, sind z. B.:

 

Die "Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB)" mit den zugehörigen "Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV)" enthält Zuordnungen von Sicherheitseinrichtungen und -maßnahmen zu Leistungen, Nebenleistungen und besonderen Leistungen.

 

Eine Hilfe für die Berücksichtigung sicherheitstechnischer Belange stellen die Ausschreibungstexte der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft dar.

 

Verweise

 

Literatur

  • Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB)
  • Arbeiten an Gebäuden und Anlagen vorbereiten und durchführen (BGI 831)
  • Broschüre und CD-ROM: Sicherheit am Bau - Ausschreibungstexte, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)
  • Broschüre: Abbruch und Asbest, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)
  • Broschüre: Dächer, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)
  • Broschüre: Glas- und Fassadenreinigung, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)
  • Broschüre: Planen, Ausschreiben und Leiten, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)
  • Handlungsanleitung "Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffen (Glaswolle, Steinwolle)" (auch als GUV-I 8593)
  • CD-ROM: "BG-INFO - Die CD-ROM der BG BAU", Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Azo-Farbmittel werden u. a. zum Färben von Papier sowie von Wolle, Leinen und Seide verwendet. Beim Einsatz von Textilfarben, Färbemitteln oder Beizen, die Azofarben enthalten, ist bei der Gefährdungsermittlung zu beachten, dass beim Umgang eine erhöhte Hautgefährdung auftreten kann.

 

Toxikologisch kritisch wegen eines möglichen krebserzeugenden Potenzials sind u. a. Farbmittel aus diazotiertem o-Toluidin, doppelt diazotiertem Benzidin und Benzidin-abgeleiteten Komponenten (u. a. 3,3'-Dimethylbenzidin, 3,3'-Dimethoxybenzidin, 3,3'-Dichlorbenzidin). Durch reduktive Spaltung der Azogruppierung entweder durch Darmbakterien oder durch Azoreduktasen der Leber und extrahepatischer Gewebe können die krebserzeugenden aromatischen Amine im Körper wieder freigesetzt werden. Eine Gefährdung besteht, wenn Azofarbstoffe vom Körper aufgenommen und resorbiert werden. Die Aufnahme dieser Stoffe ist durch Einatmen und Verschlucken von Stäuben und Aerosolen sowie durch Hautkontakt möglich. Das Expositionsrisiko über die Haut besteht bei solchen Arbeitsvorgängen, bei denen Azofarbstoffe einer reduktiven Spaltung unterzogen werden und bei denen kanzerogene aromatische Amine in unterschiedlichem Umfang auftreten können.

 

Es bestehen Verwendungsbeschränkungen für Azofarbstoffe, die in aromatische Amine gespalten werden können, die als krebserzeugend eingestuft sind: diese leiten sich von Aminoazobenzol, Aminonaphthalin, 4,4'-Diaminodiphenylmethan, Benzidin und von monozyklischen aromatischen Aminen ab. Eine Auflistung der Amine findet sich in der TRGS 614. Die Liste der betroffenen Azofarbstoffe kann von der Homepage des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) heruntergeladen werden. Zum Einfärben der unterschiedlichen Substrate stehen nach Kenntnis des Ausschusses für Gefahrstoffe Ersatzstoffe in ausreichender Zahl zur Verfügung, so dass auch beim Import von Farbstoffen und gefärbten Erzeugnissen das Verwendungsverbot zu beachten ist.

 

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat auf ihrer Homepage Farbmittel veröffentlicht,

  • für die im Anmeldeverfahren keine gefährlichen Eigenschaften erkannt worden sind, die eine Einstufung oder Kennzeichnung erforderlich machen und
  • für die auch keine Anhaltspunkte toxischer Wirkung festgestellt wurden, die Anlass zur Besorgnis geben könnten.

 

In Deutschland werden Azofarbstoffe, die in das krebserzeugende o-Toluidin gespalten werden können, nur noch für einen Verwendungsbereich technisch benötigt bzw. hergestellt: Zum Anfärben von Mineralöl entsprechend der Verordnung und Spezifikation des Bundesfinanzministeriums im Mineralölsteuergesetz. Diese sollten nur in nicht staubfähiger Form eingesetzt werden; beim Umgang muss durch geeignete Schutzhandschuhe der Hautkontakt vermieden werden. In der Anlage 2 der TRGS 614 wird die Grundlage für den Einsatz von Flüssigfarbstoffen zur Markierung von Mineralölen näher erläutert.

 

Zum Färben von Textil- und Ledererzeugnissen dürfen nach der Gefahrstoffverordnung keine Farben verwendet werden, die mehr als 0,1 Masseprozent des "blauen Farbstoffs" (EG-Nr. 405-665-4) enthalten.

 

Nach der Bedarfsgegenständeverordnung dürfen Azofarbstoffe in Textil- und Ledererzeugnissen, die mit der menschlichen Haut oder Mundhöhle direkt und für längere Zeit in Berührung kommen, nicht eingesetzt werden, wenn im Fertigerzeugnis oder in gefärbten Teilen davon > 30 mg/kg der gelisteten krebserzeugenden aromatischen Amine freigesetzt werden. Das Verbot gilt auch für das Inverkehrbringen der entsprechenden Erzeugnisse im EU-Raum.

 

Verweise

 

Literatur

  • Bedarfsgegenständeverordnung (BedGgstV)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • TRGS 614 Verwendungsbeschränkungen für Azofarbstoffe, die in krebserzeugende aromatische Amine gespalten werden können
  • TRGS 900 Arbeitsplatzgrenzwerte
  • TRGS 905 Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS)
  • Empfehlenswerte neue Stoffe - Farbmittel - Online-Informationen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Liste verbotener Azofarbstoffe (Download beim VCI)
  • Verband der Chemischen Industrie (VCI) (Link)

 

Quelle: www.arbeit-und-gesundheit.de

Quelle: universum Verlag

 

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