Europäische Kampagne
Am Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, 28. April 2010, fiel in Brüssel der Startschuss für die neue Kampagne für gesunde Arbeitsplätze 2010–2011 der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA). Die Kampagne soll europaweit die sichere Instandhaltung fördern. In einigen europäischen Ländern lassen sich bis zu 20 Prozent aller Arbeitsunfälle auf fehlende oder nicht ordnungsgemäße Instandhaltungsmaßnahmen zurückführen. In einigen Branchen sind es mehr als die Hälfte aller Unfälle.
Ob Störungsbeseitigung oder Wartung: Die Instandhaltung von Maschinen und Anlagen ist unverzichtbar, um Gefährdungen am Arbeitsplatz und wirtschaftliche Verluste zu vermeiden. Dabei gehört die Instandhaltung zu den Tätigkeiten, die für das Personal mit hohen Risiken verbunden ist. Schätzungen zufolge sind in Europa 10 bis 15 Prozent aller tödlichen Unfälle bei der Arbeit auf Instandhaltungsarbeiten zurückzuführen. Alle Beteiligten sind daher verpflichtet, diese ordnungsgemäß durchzuführen und dabei die Belange des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes zu berücksichtigen.
Laut einer Statistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ereignete sich in Deutschland zwischen 1999 und 2008 mehr als jeder fünfte tödliche Unfall (22 Prozent) in der gewerblichen Wirtschaft bei Instandhaltungsarbeiten. Dabei bildeten die Störungsbeseitigung einer unbeabsichtigten Unterbrechung (6,5 Prozent) und der Austausch von Bauelementen (6 Prozent) deutliche Unfallschwerpunkte. Bei mehr als jedem vierten Unfall spielten Mängel an der Arbeitsstätte eine Rolle. Nach Verhaltensfehlern (90 Prozent) gehören Organisation (35,7 Prozent) und technische Mängel (18,7 Prozent) zu den häufigsten Ursachen für tödliche Unfälle bei der Instandhaltung.
Die Gründe liegen auf der Hand: Insbesondere bei der Störungsbeseitigung befinden sich Maschinen nicht immer in sicherem Zustand. Zudem müssen häufig Schutzvorrichtungen außer Kraft gesetzt werden, um Reparaturen durchführen zu können. Zusätzlich kann es zu Gefährdungen durch Gefahrstoffe kommen, die der Betrieb produziert oder in der Produktion einsetzt. Die oft schwere körperliche Arbeit findet meistens unter Zeitdruck statt, da sich der Produktionsausfall in Grenzen halten soll.
Probleme tauchen aber auch bei der Revision von Anlagen und Maschinen auf. Oft führen Fremdfirmen die regelmäßige Wartung von Anlagen durch. Hier kann es allein durch fehlende Handlungsanleitungen, aber auch durch mangelnde Einweisungen zu Unfällen kommen. Dabei spielt auch der enge Terminplan der Instandhaltungsservices eine große Rolle. Durch Zeitmanagement und bessere Organisation lassen sich jedoch die Belastungen und Gefährdungen deutlich senken.
Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Sozialpartner, Sicherheitsbeauftragte, Fachkräfte für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Präventionsdienste und andere Akteure werden aufgerufen, sich an der Kampagne aktiv zu beteiligen.
Fragen zur Kampagne beantwortet die nationale Kontaktstelle der EU-OSHA: Tel.:030-18 527 6766, E-Mail: reinhard.gerber@bmas.bund.de , http://osha.europa.eu/fop/germany/de/.
Für die Kampagne stellt die Europäische Arbeitsschutzagentur eine Reihe von Materialien bereit, die auch vom Internetauftritt der Kampagne http://hw.osha.europa.eu heruntergeladen werden können.
Quelle: www.baua.de
Weitere Informationen zum Thema geben Ihnen gerne auch die Experten für Arbeitsschutz der B·A·D GmbH.