Deutschland 
 
 
 
04. Februar 2013

 

"Initiative Asthma & Arbeit" bietet Hilfe für Berufstätige mit Asthma

Informationen und Servicematerial aus Expertenhand

Viele Menschen mit Asthma kennen das: die Erkrankung macht an der Bürotür oder dem Werkstor nicht Halt und sorgt auch während der Arbeitszeit für Probleme. Viele wissen nicht, wie sie mit dieser Situation am besten umgehen und an wen sie sich wenden können. Eine neue Initiative setzt sich für mehr Aufklärung zu diesem Thema ein und bietet den Betroffenen umfangreiche Informationen und Beratung. Bei der "Initiative Asthma & Arbeit" engagieren sich Lungenfachärzte und Arbeitsmediziner für die Interessen der Berufstätigen.

Erheblicher Leidensdruck

Karriereknick, Mobbing, Jobverlust – wie eine Umfrage1 unter Asthmatikern zeigt, hat ein Viertel der Arbeitnehmer mit Asthma aufgrund seiner Erkrankung schon ernste berufliche Konsequenzen hinnehmen müssen. Doch auch wenn es nicht ganz so schlimm kommt, können Asthma-Beschwerden am Arbeitsplatz eine große Belastung sein. Dies gilt nicht nur für berufsbedingtes Asthma wie z. B. das klassische "Bäckerasthma", sondern auch für Asthmaerkrankungen, die an den Arbeitsplatz "mitgebracht" werden. Häufige Ursachen für Probleme sind ungünstige Bedingungen im Arbeitsumfeld wie Staubentwicklung, trockene Atemluft und Stressbelastung oder auch eine ungenügende medikamentöse Behandlung. Über die Hälfte der befragten Arbeitnehmer fühlt sich durch die Erkrankung in ihrer Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz beeinträchtigt. Aus Angst vor Nachteilen scheuen sich viele, über ihre Probleme mit Vorgesetzten oder Kollegen zu sprechen. Dabei wünschen sich die meisten Informationen und kompetente Unterstützung, vermissen aber entsprechende Angebote.

Diese Lücke möchte die Initiative Asthma & Arbeit schließen. Die Initiative wurde im September 2012 vom Bundesverband der Pneumologen (BdP), dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW e.V.) und Experten für Arbeitsmedizin und Lungenheilkunde gegründet. Unterstützt wird die Initiative Asthma & Arbeit vom Unternehmen Mundipharma in Limburg. "Wir wollen Patienten, betrieblichen Führungskräften sowie Ärzten Informationsmöglichkeiten an die Hand geben, aber auch konkret das Zusammenwirken verbessern", sagt Dr. Wolfgang Panter, Präsident des VDBW, anlässlich der Gründung der Initiative. "Unser Ziel ist, Verbesserungen der Situation von Berufstätigen mit Asthma im Arbeitsleben zu erreichen."

Nicht berufsbedingtes Asthma im Fokus

Informationsangebote der Initiative richten sich vor allem an Berufstätige, bei denen das Asthma keine Berufskrankheit ist. "Bei den Betroffenen entsteht oft ein großer Leidensdruck, zumal sie häufig nicht wissen, an wen sie sich mit ihrer Problematik wenden sollen", sagt Dr. Andreas Hellmann, Vorstandsvorsitzender des BdP und Mit-Gründer der Initiative. Während bei Berufstätigen mit berufsbedingtem Asthma klar definierte Regelungen das weitere Vorgehen beschreiben und umfangreiche Leistungsangebote zur Verfügung stehen, ist dies laut Hellmann beim wesentlich häufiger vorkommenden nicht berufsbedingten Asthma, das am Arbeitsplatz zu Beschwerden führt, nicht gegeben. Insbesondere für diese Patienten will sich die Initiative daher einsetzen.

Tipps und Informationen für Berufstätige mit Asthma und auch behandelnde Ärzte sowie Betriebsärzte bietet die neue Homepage der Initiative. Unter  www.asthma-arbeit.de finden Interessierte umfangreiche Hintergrundinformationen zum Umgang mit der Erkrankung Asthma im Berufsleben, Informationen zu Leistungsansprüchen, weiterführende Literatur und Links zu Beratungsstellen. In Vorbereitung sind weitere Angebote für Patienten wie eine Infobroschüre, Infokarten und ein Beratungsservice.

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