Arbeitsschutz

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel: Tipps für Beschäftigte

Ratgeber

Einige spezielle Herausforderungen zu (Hand-)Hygiene und Unterkünften gilt es mit der neuen Arbeitsschutzregel für Unternehmen der Baubranche, Landwirtschaft, Außen-/Lieferdienste und den öffentlichen Verkehr zu berücksichtigen.

Anforderungen an die Hygiene

Fließendes Wasser, Flüssigseife und Einmalhandtücher sowie ein geschlossenes Wasserabflusssystem (in Kanalisation oder in Tanks) sind in Toilettenräumen und Waschräume auf Baustellen gemäß ASR A4.1 Abschnitt 8.2 bis 8.4 bereitzustellen, etwa in Containern. Werden auf Baustellen keine Waschräume zur Verfügung gestellt, haben Waschgelegenheiten entsprechend ASR A4.1 Abschnitt 6.1 Absatz 2 vorhanden zu sein.

Werden entsprechend ASR A4.1 Abschnitt 8.2 Absatz 5 Einrichtungen außerhalb des Geländes einer Baustelle genutzt, ist sicherzustellen und nachzuweisen (z. B. durch Nutzungsvereinbarungen), dass diese während der Arbeitszeit zur Verfügung stehen, entsprechend Absatz 2 ausgestattet und den hygienischen Erfordernissen entsprechend gereinigt werden.

Bei der Koordination nach § 3 Baustellenverordnung sind Infektionsrisiken durch SARS-CoV-2 als gewerkübergreifende Gefährdungen nach RAB 31 Nummer 3.2 bzw. als betriebsübergreifende Gefährdungen zu berücksichtigen. Weitere Koordinationspflichten für Arbeitgeber ergeben sich aus § 8 ArbSchG sowie § 6 DGUV Vorschrift 1.

Anforderungen an die Handhygiene

Grundsätzlich müssen Möglichkeiten zur Handhygiene vorhanden sein. Zusätzlich sollen Handdesinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden. Werden mobile, anschlussfreie Toilettenkabinen zur Verfügung gestellt, muss eine Handwaschgelegenheit in der Toilettenkabine integriert sein. Fahrzeuge müssen zusätzlich mit Utensilien zur Handhygiene und Desinfektion sowie mit Papiertüchern und verschließbaren Müllbeuteln ausgestattet sein. Auch sind Sanitärräume und -einrichtungen entsprechend den hygienischen Anforderungen mindestens täglich zu reinigen.

Soweit möglich sind Kunden und Auftraggeber über erforderliche Schutzmaßnahmen bei berufsbedingten (Kunden-) Kontakten zu informieren; bei Bedarf (z. B. am Arbeitsort befinden sich Personen in angeordneter häuslicher Isolierung oder mit ungeklärten Erkältungssymptomen) sind Schutzmaßnahmen mit Kunden, Auftraggebern sowie ggf. weiteren tätig werdenden Arbeitgebern abzustimmen.

Anforderungen an Unterkünfte

Anforderungen zu Unterkünften und Sanitärräume sind in den ASR 4.4 und 4.1 festgelegt, jedoch reichen diese derzeitig nicht aus, um in Bezug auf den Schutz der Beschäftigten vor einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus den Stand der Arbeitsmedizin und der Hygiene zu beschreiben. Insbesondere beim Betreiben einer Unterkunft sind zusätzliche Maßnahmen umzusetzen.

Generell gilt das Grundprinzip „Zusammen Wohnen – Zusammen Arbeiten“ (ZWZA): Vor Tätigkeitsbeginn sind Beschäftigte in feste Arbeitsgruppen von maximal vier Personen einzuteilen. Nur soweit eingesetzte Technologien (Sortieranlagen, Erntemaschinen, Verwiege- und Verpackungsmaschinen) dies nachweislich erfordern, sind größere Gruppen bis zu 15 Personen möglich.

Für die gesamte Zeit des Aufenthalts müssen zudem verbindliche Zimmer-/Wohneinteilung in den Unterkünften vorgenommen werden.
Auch in den Aufenthaltsbereichen ist ein Sicherheitsabstand gemäß ASR A4.4 Abschnitt 5.4 Absatz 6 zu beachten, etwa durch eine Vergrößerung der Bewegungsfläche oder der Reduzierung der Normalbelegung.

Grundsätzlich sollte eine Einzelbelegung von Schlafräumen vorgesehen werden. Ist dies nicht möglich, muss bei der Belegung von Mehrbettzimmern jeder Person ein Flächenbedarf im Schlafbereich von 12 m² zur Verfügung stehen. Der Flächenbedarf im Schlafbereich hat sich somit im Vergleich vor der Coronakrise verdoppelt.

Die Unterkünfte und ihre Einrichtungen sind täglich und nach Bedarf zu reinigen. Ersatzcontainer bzw. Ersatzunterkünfte für die Quarantäne von infektionsverdächtigen oder erkrankten Beschäftigten sind in ausreichender Zahl bereitzustellen.

Sanitär- und Küchenbereiche müssen stets über ausreichend Flüssigseife und Einmalhandtücher verfügen. Jede Arbeitsgruppe sollte nach Möglichkeit über separate Sanitär-/Sozialanlagen verfügen. Eine zeitgleiche Nutzung dieser Anlagen durch verschiedene Arbeitsgruppen darf nicht erfolgen. Zwischen den Nutzungen sind die Einrichtungen zu reinigen und zu lüften. Es sind Waschmaschinen und Geschirrspüler sowie Räume zum Trocknen der Wäsche und ggf. Wäschetrockner zur Verfügung zu stellen.

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