Pflege in der Coronakrise

Episode 19

Inhalt:

Ein Pflegeheim in Neu-Ulm ist im Frühjahr stark von der Coronakrise betroffen gewesen: Insgesamt 18 Tote, über 100 Infizierte, darunter Mitarbeitende, Heimbewohner und der Pflegeheimleiter Ralf Waidner. Besonders in diesen schwierigen Zeiten hat B·A·D u. a. mit dem Arbeitsschutzexperten Michael Kasper, die Einrichtung stark unterstützt.

Hören Sie jetzt das ganze Gespräch mit Ralf Waidner und Michael Kasper über u.a.die umgesetzten Corona-Schutzmaßnahmen beim Pflegeheim in Neu-Ulm im Sine derneuen SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel, geplante Coronaprämie, physische undpsychische Belastungen der Pflegekräfte und eine mögliche Entlastung durchRoboter.

B·A·D unterstützt Betriebe auch aus allen Branchen, insbesondere bei derErstellung einer Gefährdungsbeurteilung in Zeiten der Pandemie. AlleInformationen dazu finden Sie auf unserer Internetseite www.bad-gmbh.de/gefaehrdungsbeurteilung-covid19/

Fachexperten:

Ralf Waidner

Leiter Pflegeheim Neu-Ulm/ Ludwigsfeld

Ralf Waidner

Michael Kasper

B·A·D-Arbeits-schutz-experte

Michael Kasper

Moderation:

Britta Pesch, Christian Gies
(B·A·D-Unternehmenskommunikation)

Arbeitsschutz

B·A·D hilft Pflegeheim in höchster Corona-Not

Das Pflegeheim in Neu-Ulm / Ludwigsfeld ist im Frühjahr, in der Hochphase der Coronakrise, stark betroffen gewesen: Insgesamt 18 Tote, über 100 Infizierte, darunter Mitarbeitende, Heimbewohner und der Pflegeheimleiter Ralf Waidner. Besonders in diesen schwierigen Zeiten hat B·A·D, u. a. mit dem Arbeitsschutzexperten Michael Kasper, die Einrichtung stark unterstützt.
 

Herr Waidner, wie geht es den Bewohnerinnen und Bewohnern Ihres Pflegeheimes, aber auch Ihren Mitarbeitenden und Ihnen selbst heute?

Ralf Waidner: Wir haben die Krise nach dem starken Ausbruch des Virus gut bewältigt, uns geht´s nun wieder gut. Mit der Unterstützung von Herrn Kasper haben wir ziemlich viel in kurzer Zeit auf die Beine gestellt. Besucher lassen wir inzwischen wieder zu. Das wirkt sich sehr positiv auf die Gesamtkonstitution unserer Bewohner aus. Von dem positiven Ergebnis wurde ich völlig überrascht, weil ich keine Krankheitssymptome an mir bemerkt hatte. Knapp 14 Tage habe ich in Quarantäne die Geschicke meines Hauses vor meinem Schreibtisch im Heim geleitet und dort auch übernachtet. Ich befand mich sozusagen im „Office-Home“ und hatte keine Zeit Gefühle zuzulassen, sondern habe nur noch funktioniert, um die für uns diffuse Situation in den Griff zu bekommen. Weit im Vorfeld hatten wir bereits einige Maßnahmen zum Schutz aller ergriffen. Leider ist es dennoch zum Ausbruch gekommen.


Herr Kasper, Sie engagieren sich in Ihrer Freizeit als Leiter von Kriseneinsätzen und haben schon schlimme Momente erlebt. War das jetzt für Sie im Dienst für B·A·D eine noch nie dagewesene Extremsituation?

Michael Kasper: Wir unterstützen ehrenamtlich sehr oft in Einsatzlagen mit Hochwasser oder Bränden. Dort sehen wir die Gefahr deutlich. Dieser Großeinsatz war hier sehr schwierig. Das Coronavirus ist ein noch unbekannter Feind. Wir haben mit verschiedenen Experten aus verschiedenen Einrichtungen, darunter Ärzte, Hygieniker, Techniker, Psychologen und Assistenzkräfte, eine zielführende Lösung herbeigeführt, um dem Infektionsgeschehen schnell beizukommen.


Welche Maßnahmen haben Sie denn konkret mit B·A·D und den anderen Partnern umgesetzt?

Ralf Waidner: Wir mussten sehr viele Aufgaben zeitgleich erledigen. Angefangen, positiv getestete Mitarbeitende in Quarantäne zu schicken, das Gebäude komplett abzuriegeln und auch innerhalb dessen die sechs Wohnbereiche über fünf Stockwerke voneinander abzuschotten. Wir mussten regelmäßig Reihentests bei den Bewohnern durchführen und sie ggf. isolieren. Die Bewohner sollten sich zudem in der Anfangszeit am besten nur in ihren Zimmern aufhalten. Mitarbeitende durften sich zum Dienstbeginn und -ende nur noch in einer überwachten „Hygieneschleuse“ umziehen. Ein Vollschutz mit Atemschutzmaske ist für die Mitarbeitenden Pflicht.


Wie sind Sie vorgegangen, um den gesetzlich geforderten Arbeitsschutzstandard gemeinsam mit dem Heim umzusetzen, Herr Kasper?

Michael Kasper: Die meisten Arbeitsschutzmaßnahmen hatte das Heim ja schon sowieso vor der Krise umgesetzt. Wir haben die Regeln nochmals maximal verschärft und regelmäßig Begehungen und Unterweisungen durchgeführt. Unsere Herausforderung war, dass viele vom Stammpersonal in Quarantäne waren und wir daher Aushilfskräften adhoc die Standards näher bringen mussten. Auch war es logistisch nicht so ohne, zwei Mal wöchentlich Abstriche von allen Mitarbeitern zu bekommen. Das musste mit mehreren Teams Just in time geschehen, dass die Proben schnell im Labor sind.


Herr Waidner, haben Sie nach dieser schlimmen Erfahrung die Befürchtung, dass sich das Ganze noch einmal wiederholt?

Ralf Waidner: Einholen wird uns nichts, eher ereilen. Ich spreche bei COVID-19 eher von einer die Lawine, die losgetreten wird und viele Unbeteiligte dabei zu Schaden kommen können. Daher arbeiten wir immer noch mit Schutzkleidung und Mund-Nasen-Bedeckung. Auch die Besuchszeiten haben wir inzwischen wieder etwas eingeschränkt: Es darf nur eine Person pro Tag für maximal 45 Minuten mit Abstand und Schutzmaske einen Bewohner besuchen. Alle müssen sich an die Hygiene- und Schutzmaßnahmen halten. Trotzdem wird es ein ständiges Auf und Ab sein. Wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt. Insofern üben wir uns in Gelassenheit. Wir können einen erneuten Ausbruch nicht konsequent verhindern.

Michael Kasper: Da kann ich Herrn Waidner nur beipflichten. Sehr viel Vorsicht ist gut, aber Angst ist kein guter Ratgeber. Wir wissen alle nicht, wie es weitergeht, ob es bald schon ein neues, bedrohliches Virus gibt. Unsere jetzigen Maßnahmen sind eindeutig und hilfreich: Abstands- und Hygienemaßnahmen einhalten und Erkrankte sollten zu Hause bleiben.


COVID-19 ist inzwischen als Berufskrankheit anerkannt worden. Spüren Sie schon die Auswirkungen dieser Entscheidung?

Ralf Waidner: Nein, bei uns gibt es noch keine Auswirkungen. Ich finde es gut zu wissen, dass Betroffene nicht alleine gelassen werden.



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