Chancen in der Coronakrise

Episode 17

Inhalt:

Im Gespräch schildert B·A·D-Geschäftsführerin Ulrike Lüneburg zum einen ihren persönlichen Umgang mit der Pandemie, zum anderen stellt sie die Herausforderungen dar, mit denen sie sich als Geschäftsführerin eines Unternehmens konfrontiert sieht. Des Weiteren geht es um Lernchancen, die die Krise bietet und um einen Ausblick auf die Zeit nach Corona.

Fachexpertin:

Geschäftsführerin BAD

B·A·D-Geschäfts-führerin

Ulrike Lüneburg

Moderation:

Maria Kalina, Christian Gies
(B·A·D-Unternehmenskommunikation)

Interview

Interview mit B·A·D-Geschäftsführerin Ulrike Lüneburg

Redaktion: Sie sind seit Januar 2020 Geschäftsführerin bei B·A·D und wurden direkt zu Beginn Ihrer Tätigkeit mit der Corona-Pandemie konfrontiert. Das haben Sie sich sicherlich anders vorgestellt?

Ulrike Lüneburg: Die Krise hat uns alle unerwartet getroffen. Die Pandemie sehe ich als Herausforderung, aber auch als große Chance. Das ist es, was diese Krise in der Betrachtung ausmacht. Es hat für viele Menschen sehr negative Implikationen, wenn wir über Krankheit und Tod sprechen. Das kann ich natürlich nicht ausblenden; auch die Unternehmen leiden sehr angesichts der wirtschaftlichen Folgen. Sehe ich es auf einer ganz persönlichen Ebene, dann war es eine echte Lernchance. Wir haben uns im Unternehmen sehr schnell als Team formiert und ich habe viel über B·A·D und die Kultur lernen dürfen.


Redaktion: Welche Herausforderungen hatten Sie zu meistern?

Ulrike Lüneburg: Im unternehmerischen Kontext bestand die Herausforderung darin, zunächst die Unsicherheit der Situation zu verstehen, die sich von Anfang an abzeichnete. Es war direkt zu Beginn der Pandemie klar, dass wir nicht innerhalb einer Woche in eine Deutlichkeit kommen. Trotzdem musste es gelingen, den Mitarbeitenden ein Stück Sicherheit, Halt und Orientierung zu geben. Darauf haben wir unsere ganze Kraft gesetzt.


Redaktion: Die ersten hundert Tage in einer neuen Position sind üblicherweise wichtig, um Kontakte und soziale Verbindungen im Unternehmen herzustellen. Bei ihnen sind diese in die Zeit des Lockdowns gefallen – wie sind Sie hier vorgegangen?

Ulrike Lüneburg: Zum Glück habe ich die vier Monate vor dem Lockdown intensiv dazu genutzt, mit den Menschen in unserem Unternehmen in Kontakt zu kommen und Beziehungen herzustellen. Insofern war die Basis bereits gelegt. Dennoch war mit der Pandemie mein Plan, möglichst viele unserer Standorte zu besuchen und für unsere Mitarbeitenden erfahrbar zu machen, dass es mir wichtig ist sie und ihr Tun zu verstehen, im Dialog zu sein und mich als Persönlichkeit zu erkennen zu geben, zunichte gemacht. Stattdessen habe ich recht konsequent alle virtuellen Kontakte dazu genutzt, neben der Bearbeitung fachlicher Themen auch Raum für persönlichen Austausch zu schaffen. Einmal mehr habe ich zum Telefonhörer gegriffen oder einen Videochat gestartet, statt eine Mail zu schreiben. Die Krise hat aber auch Kontakte hergestellt, die ansonsten vielleicht in den ersten Monaten nicht so ohne weiteres zustande gekommen wären. Wir haben in der "Hochphase" der Pandemie in einem fach- und hierarchieübergreifenden Krisen- und Kommunikationsteam täglich im Rahmen einer Telko zusammengearbeitet. Auch wenn es nur Telefonkonferenzen waren – ich glaube, diese Zusammenarbeit hat uns alle zusammengeschweißt. Trotz allem bin ich froh, dass ich nun meine Pläne zum Kennenlernen in der Fläche wieder mit der gebotenen Vorsicht aufnehmen kann. Bereits die erste Reise zu unseren Mitarbeitenden in Süddeutschland war voller spannender Begegnungen und hat Verbindung geschaffen.


Redaktion: Was sind Ihre Ziele/die Neuerungen, die sie als neue Geschäftsführerin verfolgen wollen?

Ulrike Lüneburg: Die Bedeutung von Gesundheit und insbesondere Prävention hat in den letzten Monaten eine große Sichtbarkeit erlangt. B·A·D steht ganz und gar für diese Themen. Ich sehe mein Ziel darin, dass unsere Mitarbeitenden von diesem Sinn unseres gemeinsamen Tuns begeistert sind und diese Begeisterung für die Menschen, die mit uns zu tun haben, spürbar wird und von uns überzeugt. Mit anderen Worten: Ich werde mich zunächst auf das Thema Kommunikation konzentrieren und diese stärker zusätzlich zur Informationsübermittlung auch auf das Verstehen und Erleben unseres Sinns ausrichten. Im Personalbereich wird es darum gehen, die Mitarbeitenden auf unserem Weg der Sinnorientierung weiter mitzunehmen und zu befähigen. Instrumente sind hier ein sehr gutes und in alle Personalprozesse integriertes Kompetenzmodell, die Fortführung unseres Weges der "Gesunden Führung" und die Ermutigung der Mitarbeitenden, Gestaltungsräume in Selbstverantwortung aktiv zu füllen. Wenn es unseren Mitarbeitenden gelingt, den Weg weg von der Konzentration auf Zielvorgaben hin zu sinnbasiertem Handeln zu gehen, dann hoffe ich, hierzu einen wesentlichen Beitrag geleistet zu haben.


Redaktion: Der Faktor Arbeit hat sich während der Coronakrise verändert. Mobiles Arbeiten ist stärker in den Vordergrund gerückt. Wie schätzen Sie das ein?

Ulrike Lüneburg: Mitarbeitende sind selbstverantwortlich. Sie gehen verantwortungsbewusst mit ihrer Berufstätigkeit um, auch wenn sie von zuhause arbeiten. Das haben die letzten Monate verstärkt gezeigt. Sie brauchen keine Kontrolle. Insofern glaube ich, dass Mobiles Arbeiten weiterhin Bestand haben wird. Jedoch dürfen trotz alldem die Begegnung, der persönliche Austausch, die sozialen Kontakte nicht zu kurz kommen. Hier müssen wir Lösungen suchen, die beides ermöglichen. Wir arbeiten gerade daran. Es gibt wahrscheinlich keine Lösungen, die für alle passend sind. Jedes Unternehmen muss für sich selbst entscheiden, wie viel Gemeinsamkeit und Nähe auf der einen Seite, und wie viel Mobiles Arbeiten seiner eigenen Kultur entspricht. Das Thema Mobiles Arbeiten beinhaltet aber auch noch Arbeitsschutzaspekte. Neben unserer eigenen Betroffenheit beraten und unterstützen wir Betriebe und deren Mitarbeitende, auch zuhause sicher arbeiten können.


Redaktion: Ist es aus Ihrer Sicht schwieriger, virtuell zu führen?

Ulrike Lüneburg: Aus meiner Sicht ist das eine Typfrage. Für mich ist es schwierig, denn ich bin jemand, der gerne den direkten persönlichen Austausch sucht. Ich versuche bei meinen Mitmenschen genau hinzusehen, hinzuhören, Körpersprache und Zwischentöne wahrzunehmen. Das ist im virtuellen Kontext schwieriger. Schauen wir aber auf globale Unternehmen, stellen wir fest, dass virtuelle Führung etwas Selbstverständliches ist. Ich glaube, grundsätzlich sollte man sich jedoch nicht darauf reduzieren, nur Sachtelefonate zu führen und damit das Thema des Miteinanders als abgearbeitet zu sehen.


Redaktion: Was stimmt Sie zuversichtlich, dass B·A·D und alle anderen Unternehmen diese Krise meistern werden?

Ulrike Lüneburg: Die Erfahrungen, die wir während der Krise machen, sind sehr wertvoll. Wir haben viel Entwicklung erlebt, bei uns im Unternehmen in kurzer Zeit neue digitale Formate für unsere Kunden entwickelt. Ich persönlich bin nochmal ein Stück weit gewachsen an dieser Situation. So geht es sicher vielen.


Redaktion: Hat sich durch die Pandemie das Aufgabenfeld von B·A·D erweitert?

Ulrike Lüneburg: Beratungen beim Umgang mit Infektionskrankheiten wie z. B. Masern, Mumps, Röteln, Grippe etc. waren schon immer Teile der B·A·D-Kernaufgaben; sie wurden in den letzten 20 Jahren stetig erweitert und aktuellen Erfordernissen angepasst (z. B. Schweinegrippe). Die Corona-Pandemie zeigte besondere Herausforderungen. Der Beratungs- und Handlungsbedarf hinsichtlich Risiken durch SARS-CoV-2 stieg innerhalb kurzer Zeit extrem an. Darüber hinaus musste das Produktportfolio in vielen Bereichen auf digitale Angebote umgestellt, gesetzliche Anforderungen schnell in Regelprozesse umgesetzt werden. Die Umstellung von analoger auf digitale Betreuung betrifft zum Beispiel Arbeitsschutzausschuss (ASA)-Sitzungen, Telefonberatung, digitale Kundeninformation, Webinare oder E-Learning. Ferner galt es, PCR-Corona-Tests zeitnah zu organisieren oder angepasste Gefährdungsbeurteilungen / Hygienekonzepte zu entwickeln. Die Unterstützung der Kunden bei der Erstellung von Pandemieplänen, bei der Umsetzung der Arbeitsschutzstandards / der Arbeitsschutzregel COVID-19 sowie Beratungen zu mobilem Arbeiten/Homeoffice erweitern das B·A·D-Portfolio ebenso.


Redaktion: Werden sich die Aufgaben von Arbeitsschutz und –sicherheit in den Unternehmen nun in Richtung einer ständigen Pandemievorsorge verändern? Welche Strategie verfolgt B·A·D, welche Unterstützung bietet der Dienstleister?

Ulrike Lüneburg: Die B·A·D-Hauptaufgaben werden zurzeit definiert durch das Arbeitssicherheitsgesetz (ASIG), die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) sowie durch die DGUV V2, die die Aufgaben der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung beschreibt. Das Risiko für Infektionskrankheiten, die sich zu einer Pandemie ausbreiten, bleibt weiterhin bestehen. Der Verlauf und die Unsicherheiten zu Beginn der Corona-Krise haben gezeigt, dass eine gute Planung und Vorsorge im Vorfeld zu einem entspannteren Umgang mit einer solchen Herausforderung beitragen kann. Wir gehen davon aus, dass auch zukünftig ein hohes Interesse an einer präventiven Pandemieplanung bestehen wird, die die individuellen Risiken und Begebenheiten der Kunden berücksichtigt. In diesem Zusammenhang werden wir uns insbesondere Themen wie dem Krisen- und Notfallmanagement widmen.



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