Newsletter 08/18

Smartphone als Schallpegelmesser?

Forschung

Lärmschwerhörigkeit liegt weiterhin mit an der Spitze der Berufskrankheiten. Gut, dass Hunderte Apps für Smartphones existieren, die Lärm messen und Arbeitnehmer warnen können, wenn es zu laut ist. Doch wie gut sind die mobilen Anwendungen tatsächlich?

Lärm ist einer der wesentlichen Belastungsfaktoren im Betrieb und im Büro: Drucker, Kopierer, Produktionsmaschinen, Handwerkszeuge und viele mechanische Arbeiten können erheblich zur Lärmbelastung beitragen und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Um sich der Gefahr bewusst zu werden, haben viele Anbieter „Lärm-Apps“ veröffentlicht, um die aktuelle Lärmbelastung in der eigenen Umgebung zu messen. Leider taugen die Anwendungen diesem Zweck nur sehr begrenzt, hat das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung (IFA) herausgefunden.

Apps liefern nur grobe Lärm-Einschätzung

Die Anwendungen liefern letztlich zu wenig, um zuverlässig einschätzen zu können, ob der Schallpegel über den Grenzwerten der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) liegt, so das Institut. Der Grund laut IFA: Bestimmte Frequenzen würden beim Smartphone gefiltert werden, die Mikrofone der Smartphones würden zudem Umgebungsgeräusche ausblenden. Auch ein externes, aufsteckbares Mikrofon hätte da keine Abhilfe geschaffen. So könnten rechtssichere Messwerte nur mit Hilfe eines professionellen Messgeräts und eines Experten generiert werden können.

Zur Orientierung: Gehörschädigender Lärm beginnt ab einem täglich über acht Stunden anhaltenden Pegel von 85 dB(A), so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

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