Newsletter 05/18

Produktiver mit Exoskelett

Arbeitswelt

Exoskelette am Arbeitsplatz: Die am Körper getragenen Assistenzsysteme, die mechanisch auf den Körper einwirken, erleichtern das Heben und Tragen schwerer Lasten sowie Arbeiten in ungünstigen Körperhaltungen.

In Zeiten des demografischen Wandels und zunehmenden Fachkräftemangels kann sich dies für unsere Volkswirtschaft günstig auswirken, wenn – wie der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) prognostiziert − Beschäftigte in verschiedenen Altersgruppen und Einsatzgebieten so möglichst lange und gesund im Arbeitsprozess bleiben könnten. Allerdings bergen Exoskelette auch Risiken. Es sind noch einige sicherheitstechnische, ergonomische und ethische Fragen zu klären.

Leistungssteigernde Exoskelette verbessern auch den Arbeitsschutz

Mit Exoskeletten kann der Arbeitsschutz besonders bei Tätigkeiten verbessert werden, bei denen auf Grund der Spezifik der Arbeitssituation, (z.B. Zugänglichkeit des Arbeitsbereichs, Art des Arbeitsmittels bzw. Arbeitsgegenstands) bisher keine oder nur unzureichende technische Hilfsmittel, eingesetzt werden konnten. Dadurch könnten dem BGHW zufolge Exoskelette in Zukunft eine stärkere Entlastung des Muskel-Skelett-Systems bei spezifischen Tätigkeiten ermöglichen.

Exoskelette kommen besonders dort infrage, wo andere technische Hilfsmittel, wie Gabelstapler, Kran und Vakuumheber etc., nicht zum Einsatz kommen können, also etwa bei der Möbelauslieferung. Dies könnte zu weniger Arbeitsunfällen, geringerer arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren und niedrigeren Ausfallzeiten führen.

In unterschiedlichen Veröffentlichungen werden Exoskelette als leistungssteigernd beschrieben. Damit werde auch die Wertschöpfung erhöht, besonders durch eine mögliche Reduzierung der Arbeitsunfähigkeitszeiten. Mit einem Exoskelett sollen zum Beispiel Lasten von 80 bis 90 Kilogramm von einer Person manuell transportiert werden können.

Arbeitgeber muss Gefährdungsbeurteilung vor Einsatz eines Exoskeletts durchführen

Bei der Verwendung von Exoskeletten am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber gemäß Arbeitsschutzgesetz zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung verpflichtet. Bei der Benutzung eines Exoskeletts können Gefährdungen im Zusammenhang mit Stolper- oder Sturzunfällen entstehen. Schwere Verletzungen etwa aufgrund des zusätzlichen Gewichts sind hier denkbar. Auch ist noch zu klären, wie Beschäftigte mit einem Exoskelett bei einer plötzlichen Gefahr schnell und sicher flüchten können.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sind hierbei insbesondere die Schutzziele und Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung zu berücksichtigen.

Daher kommt die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik zu ihrer Konklusion, dass Exoskelette nur dann akzeptabel und hilfreich seien, „wenn alle Fragen zu Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit geklärt sind und in der Praxis entsprechende Schutzmaßnahmen wirksam umgesetzt werden können.“

Quelle: https://www.bghw.de/presse/aktuelles/allgemeine-nachrichten/informationen-zu-exoskeletten-aktualisiert


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