Newsletter 05/18

Optimale Beleuchtung am Arbeitsplatz?

Biologisch wirksames Licht

Ob spät abends im Supermarkt oder frühmorgens im Büro: Fast unbegrenzt steht künstliches Licht bereit, um Menschen das Sehen zu ermöglichen. Die Folgen des künstlichen Lichts am Arbeitsplatz sind indes noch ungeklärt.

Eine gute Beleuchtung am Arbeitsplatz ist Grundvoraussetzung für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Auf Grundlage neuerer Forschungsergebnisse wurden spezielle Leuchtmittel entwickelt, die im Laufe des Tages ihre Farbtemperatur verändern und so den natürlichen Lichtzyklus nachbilden können. Doch diese Form der Beleuchtung hat ihre Grenzen: Arbeiten in Arbeitsstätten ohne Tageslicht kann grundsätzlich zu gesundheitlichen Risiken -führen und muss in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden.

Chancen der biologischen Beleuchtung

Mit einer „biologisch wirksamen Beleuchtung“ soll so weit wie möglich der natürliche Tageslichtverlauf simuliert werden, um damit das Wohlbefinden und letztlich auch die Produktivität zu steigern. Besonders bei Mitarbeitern kein unwichtiger Aspekt, deren Arbeitsplatz nicht direkt vom natürlichen Licht beleuchtet wird.

Die Wirkung des biologischen Lichts ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Die Verteilung, Lichtintensität, Dauer und zeitliche Abfolge der Lichtdynamik sind ebenso zu berücksichtigen wie die Umgebungsfaktoren und natürlich die individuellen Faktoren jedes Einzelnen, etwa Gesundheit, Alter, Augeneigenschaften.


"Biologische" Beleuchtung unterliegt technischer Regel für Arbeitsstätten

Die Erkenntnisse zur „biologischen“ Beleuchtung sind noch relativ jung (ca. 20 Jahre alt). Sie hat aber bisher noch keine angemessene Berücksichtigung im Arbeitsschutz gefunden. Hersteller, Forscher, Sozialpartner, Arbeitsschutz und andere Teilnehmer forschen auf diesem Gebiet, verfolgen aber möglicherweise unterschiedliche Interessen.

In Deutschland gilt die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 „Beleuchtung“. Diese konkretisiert die Anforderungen an eine angemessene Beleuchtung von Arbeitsplätzen. Darüber hinaus wird der Begriff „biologische Beleuchtung“ unter anderem in der DIN-Norm 12464-1 erwähnt. Hier geht es allerdings mehr um die Beleuchtungsplanung. Mögliche Risiken durch biologisch wirksame Beleuchtung werden nicht aufgeführt.

Die Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) beschäftigt sich ebenfalls seit ein paar Jahren mit diesem Thema. Sie kritisiert insbesondere die bereits veröffentlichte DIN SPEC 67600:2013-04 zu den Planungsempfehlungen für biologisch wirksame Beleuchtung. Diese würde zum Teil auf nicht gesicherten Erkenntnissen basieren, so dass hier Fehlinterpretationen nicht ausgeschlossen werden können. Die KAN wird die Entwicklungen auf dem Gebiet der biologisch wirksamen Beleuchtung weiter verfolgen und über neue Erkenntnisse berichten.

Wir unterstützen Sie gerne bei Fragen zur biologischen Beleuchtung!

Viele Faktoren beeinflussen die richtige Wahl der passenden Beleuchtung. Wegen der Komplexität der Materie ist es gut, sich eines kompetenten Partners zu versichern. Bisher sind die gesundheitlichen Langzeit-Auswirkungen von „falscher“ künstlicher Beleuchtung noch zu wenig erforscht.

Auch wenn man die Vorgaben der ASR A3.4 formal einhält, sind Fehler bei der korrekten Beleuchtung nicht ausgeschlossen. Wir beraten Sie gerne zu möglichen Problemen und finden gemeinsam mit Ihnen Lösungen.

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