Newsletter 04/18

Bestellung einer verantwortlichen Elektrofachkraft

Arbeiten mit und an elektrischen Anlagen, Arbeits- oder Betriebsmitteln können eine besondere Gefährdung für Mitarbeiter darstellen.

Deswegen sind alle Arbeiten, die mit der Gefahr der Körperdurchströmung einhergehen, durch eine ausgebildete, verantwortliche Elektrofachkraft auszuführen bzw. zu beaufsichtigen.

Die Gefährdungen durch Strom sind dabei vielfältig: Sie hängen von der Höhe der Spannung, der Art und Weise von Kontaktmöglichkeiten usw. ab. Diese sicher zu beherrschen, erfordert eingehendes Wissen im Umgang mit Strom. Aus diesem Grund sind nach der Vorschrift 3 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) nur ausgebildete Elektrofachkräfte mit dem Errichten, Ändern und Instandhalten von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln zu beauftragen.

Die DIN VDE 1000-10 erweitert dieses Spektrum noch um die Tätigkeiten des Planens, Konstruierens, Betreibens und Prüfens. Das können etwa Maschinen, Energieerzeugungsanlagen, Energieverteilungsanlagen u.a. sein. Außerdem wird der Begriff der verantwortlichen Elektrofachkraft eingeführt. Dessen  Bestellung macht vor allem dann Sinn, wenn im Unternehmen mehrere Elektrofachkräfte tätig sind und deren Arbeit fachlich beaufsichtigt werden muss.

Verantwortung des Arbeitgebers

Grundsätzlich sind nach dem Arbeitsschutzgesetz alle Tätigkeiten im Unternehmen so zu gestalten, dass von ihnen keine Gefährdungen für die Mitarbeiter ausgehen bzw. die Gefährdungen minimiert sind. Der Arbeitgeber ist verantwortlich dafür, dass dieser Grundsatz eingehalten wird.

Seine Verantwortung betrifft nicht nur die organisatorische, sondern auch die fachliche Verantwortung und Aufsicht. Kann also der Arbeitgeber Elektroarbeiten selbst fachlich verantwortlich betreuen, so sind weitere Maßnahmen nicht erforderlich. In der Regel ist aber die fachliche Aufsicht durch den Arbeitgeber und seine Vertreter nicht möglich. Mit der verantwortlichen Elektrofachkraft wird die Gesamtverantwortung des Arbeitgebers mitabgedeckt.

Für diese Tätigkeiten wird keine verantwortliche Elektrofachkraft benötigt

Ausgenommen sind dabei jedoch alle Tätigkeiten mit oder an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln, die durch besondere, meist konstruktiv vorgesehene Schutzmaßnahmen so ausgestattet sind, dass sie auch durch elektrotechnische Laien sicher betrieben werden können.

Für das Einschalten des Lichtes, das Anschließen eines Steckers in die Steckdose, aber auch die Benutzung von allgemeinen Arbeitsmitteln wie Bohrmaschine, Rechner usw. wird keine verantwortliche Elektrofachkraft benötigt.

In der Regel benötigen also kleinere Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, Bürobetriebe und andere Unternehmen, die hauptsächlich Arbeitsmittel verwenden, die für den „elektrotechnischen Laien“ konzipiert und konstruiert sind, keine verantwortliche Elektrofachkraft.