Frist für Masernschutz-Nachweis läuft aus!

Kinder und Beschäftigte von Schulen und Kitas und in Gesundheitseinrichtungen müssen bis spätestens 31. Juli 2022 eine Impfung gegen Masern nachweisen. Eine BAD-Studie offenbart indes Impflücken bei vielen Beschäftigten.

Wer muss bis zum 31. Juli den Nachweis Masernschutz vorlegen?

Nach dem Infektionsschutzgesetz müssen Kinder und Beschäftigte von Schulen und Kitas sowie Beschäftigte in Gesundheitseinrichtungen eine Impfung gegen Masern dem Arbeitgeber nachweisen. Die Frist zum Nachweis der Impfung wurde im Dezember 2021 zum zweiten Mal verlängert – diesmal bis zum 31. Juli 2022.

Ursprünglich sah das Gesetz vor, dass der Nachweis über eine Masernimpfung bei einer Beschäftigung ab dem 1. März 2020 vor Beginn der Tätigkeit vorzuliegen hat. Zudem sollten Mitarbeitende, die bereits vor dem 1. März 2020 beschäftigt waren, diesen Nachweis zum Ablauf des 31. Juli 2021 vorlegen.  Die Masern-Impfpflicht zielt insbesondere auf bestimmte Berufsgruppen ab, etwa in medizinischen Einrichtungen oder auch Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen.

Warum ist eine Masernimpfung wichtig ist?

Trotz gut verträglicher und hochwirksamer Masern-Impfstoffe stieg in den letzten Jahren die Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland an. Ursache dafür sind Impfmüdigkeit sowie Impfskepsis. Während Kinder Masern meist recht gut wegstecken, kann die Krankheit bei Erwachsenen häufig schwerer verlaufen, oftmals mit Komplikationen, im schlimmsten Fall sogar tödlich. Um die Erkrankungen einzudämmen, sieht der Gesetzgeber per Masernschutzgesetz, das ab dem 1. März 2020 in Kraft getreten ist, eine Masern-Impfpflicht für Kinder und bestimmte Berufsgruppen vor.

Dr. Claus Goth, Facharzt für Arbeitsmedizin bei BAD, berät Unternehmen in allen Belangen des medizinischen Arbeitsschutzes, unter anderem auch zum Thema Impfungen. 
 

Neue BAD-Studie: Impflücken bei vielen Kita- und Krippen-Beschäftigten

Das BAD-Gesundheitszentrum in Erlangen hat mit Genehmigung der lokalen Ehtik-Kommission der Medizinischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg eine Studie durchgeführt.

Als Datengrundlage wurden rund 1.300 arbeitsmedizinische Vorsorgen des BAD-Gesundheitszentrums Erlangen im Bereich der vorschulischen Kinderbetreuung der Jahre 2018 und 2019 ausgewertet. Doppelvorsorgen und Vorsorgen mit unzureichenden Daten flossen in die Analyse nicht mit ein. Die beteiligten Mediziner, unter ihnen BAD-Arbeitsmediziner PD Dr. Rüdiger Görtz, analysierten final 1.016 Akten mit Blick auf Impflücken im Impfbuch bei Masern, Röteln, Mumps, Hepatitis A und B, Windpocken, Keuchhusten und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vor Einführung des Masernschutzgesetzes.

Masern, Mumps, Röteln: 20 Prozent der Beschäftigten ohne Impfschutz

Die Auswertungen ergaben, dass bei rund 20 Prozent der Beschäftigten in der Kinderbetreuung kein ausreichender Impfschutz gegen Masern, Mumps und Röteln bestand. Impflücken für Keuchhusten, Hepatitis A und FSME lagen noch höher.

Die Altersklasse der unter Dreißigjährigen wies dabei geringere Impflücken auf als die Gruppe der über Dreißigjährigen. In diesem Zusammenhang verwies Görtz auch auf das Masernschutzgesetz – es gilt seit März 2020 – sowie die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), die den Nachweis der zweimaligen Impfung gegen Masern für ab 1971 geborene Beschäftigte in der Kinderbetreuung zur Pflicht machen.

Aus den letzten Erfahrungen des arbeitsmedizinischen Alltags ist dadurch zumindest eine Verbesserung des Masernimpfschutzes erreicht worden. „Die Ergebnisse sollten uns animieren, in den Vorsorgen weiter intensiv auf die Möglichkeit der Impfprävention zahlreicher Erkrankungen hinzuweisen und aufzuklären", so Dr. Görtz.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ (Thieme Verlag, DOI 10.1055/a-1816-7332) veröffentlicht.