Verkehrssicherheit

Unfälle bei beruflich bedingter Teilnahme am Straßenverkehr (z. B. Wegeunfälle) bedeuten in gleicher Weise wie Arbeitsunfälle menschliches Leid für die Betroffenen sowie Kosten und Störungen von Arbeitsabläufen in Unternehmen. Der Unfall eines Beschäftigten hat immer - unabhängig davon bei welcher Tätigkeit und an welchem Ort er eintritt - nachteilige Auswirkungen auf Betriebsabläufe. Er bewirkt eine Verminderung der Qualität von Prozessen in Unternehmen.

Aufgabe und Bedeutung der Verkehrssicherheitsarbeit

Deshalb müssen sowohl Führungskräfte als auch Fachkräfte für Arbeitssicherheit die Verkehrssicherheitsarbeit in ihren Aufgabenkatalog einbeziehen. Arbeits- und Verkehrssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz müssen zu integralen Bestandteilen der Unternehmenskultur werden. Sie sollten in den Unternehmensleitlinien und -philosophien fest verankert sein. Denn Störungsfreiheit und hohe Qualität von Betriebsabläufen sind ohne Sicherheit und Gesundheit nicht erreichbar. Verkehrssicherheitsarbeit ist Teil des umfassenden Arbeits- und Gesundheitsschutzes und Bestandteil der betrieblichen Qualitätssicherung. Es geht dabei also nicht nur im engeren Sinne um die Verhütung von Verkehrsunfällen, sondern letztlich auch um die Erhöhung der Arbeitsproduktivität und um die Verbesserung innerbetrieblicher Prozesse. Wie sich Belange der Verkehrssicherheit sinnvoll in die (Sicherheits-)Kultur eines Unternehmens integrieren lassen, ist Gegenstand des vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und den Berufsgenossenschaften entwickelten Beratungskonzeptes "Verkehrssicherheit und Arbeitswelt".

Betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit

Betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit umfasst eine große Bandbreite von Maßnahmen. Dazu zählen organisatorische, bauliche, technische und personenbezogene Ansätze zur Förderung eines verkehrssicheren Verhaltens der Beschäftigten. Auch die Entwicklung und Anwendung eines Mobilitätsmanagementsystems zählt dazu. Dessen Ziel besteht darin, überflüssigen Verkehr zu vermeiden, den erforderlichen Transport von Personen und Gütern wenn möglich auf sichere und umweltfreundliche Verkehrsträger zu verlagern und den auf den Straßen verbliebenen motorisierten Verkehr möglichst sicher zu gestalten.

Verkehrsaufklärung

Für den Bereich der Verkehrsaufklärung, der Information und Motivation der Beschäftigten sowie ihrer Qualifizierung steht eine Vielzahl von Hilfen und Materialien zur Verfügung. Außer den Sicherheitstrainings und -programmen und den Kursen zur ökonomischen Fahrweise sind dies Medien (z. B. Plakate, Broschüren, Faltblätter, Preisausschreiben, Filme, CD-ROM) zu unterschiedlichen Verkehrssicherheitsthemen. Angeboten werden auch Seminare und Computer Based Trainings (Neue Medien) für unterschiedliche Zielgruppen (z. B. Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebs- und Personalräte, Fuhrparkleiter) zu verschiedenen (Verkehrs-)Sicherheitsthemen wie z. B. Stress und Straßenverkehr, Gefühlswelten im Straßenverkehr, Fuhrparkprogramm "Mehr Sicherheit - weniger Kosten", Müdigkeit.

Konzepte der Verkehrssicherheitsarbeit

Wichtig ist, in der (betrieblichen) Verkehrssicherheitsarbeit die schlicht ermahnende und belehrende Komponente in den Hintergrund treten zu lassen. Denn größere Erfolgsaussichten haben Konzepte, in denen Mitarbeiter nicht auf passive Informationsempfänger reduziert werden, sondern die eine ganzheitliche Sichtweise vom Menschen zu Grunde legen, indem sie ihn als Akteur selbst zu Wort kommen lassen ("Betroffene zu Beteiligten machen"). Solche partizipativen Ansätze, die auch eine Verbindung zwischen Verkehrssicherheit, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz herstellten, sind in den letzten Jahren entwickelt, in Betrieben verschiedener Branchen durchgeführt und mit positiven Ergebnissen evaluiert worden (vgl. Rabe et al. 2007).

Die für die Verkehrssicherheitsarbeit zur Verfügung gestellten Materialien und Konzepte sind vom DVR und den Berufsgenossenschaften entwickelt worden. Jeder Unfallversicherungsträger hat einen Ansprechpartner für Verkehrssicherheit, der die Angebote und Maßnahmen kennt, die Unternehmen sachkundig beraten kann und auch Auskunft darüber erteilt, in welcher Form Betriebe bei der Durchführung verkehrssicherheitsbezogener Aktivitäten konkret unterstützt werden können.

Literatur

  • Straßenverkehrsgesetz (StVG)
  • Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)
  • Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO)
  • UVV Fahrzeuge (BGV D 29) / (GUV-V D29)
  • Richtlinien zur Sicherung von Arbeitsstellen auf Straßen (RSA 95), Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln
  • Arbeitsgruppe "Qualitätsstandard" des BG-DVR-Ansprechpartnerkreises: Die betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit der Berufsgenossenschaften. In: Die BG 6, 2002, S. 295-298
  • Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR): Betriebsberatung: Verkehrssicherheit und Arbeitswelt. Ein Programm des Deutschen Verkehrssicherheitsrates und der gewerblichen Berufsgenossenschaften, Sankt Augustin, Bonn 1999
  • Geiler, M./Pfeiffer, M./Hautzinger, H.: Das Unfallgeschehen im Wirtschaftsverkehr. Eine Studie zu Verletzungsrisiken bei beruflich bedingter Verkehrsteilnahme. Asanger Verlag, Kröning 2007
  • Rabe, S./Kalveram, A.B./Trimpop, R./Lau, J.: Die Wirkung integrativ-partizipativer Sicherheitsarbeit in Betrieben auf die Einhaltung von Verkehrsregeln. In: Zeitschrift für Verkehrssicherheit 53, 2007, S. 178-184
  • Trimpop, R.: Betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit. Ein Überblick. In: Zeitschrift für Verkehrssicherheit 47, 2002, S. 97-103
  • Arbeitsschutzausschussbrief (ASA-Brief) 4 "Verkehrssicherheit" der Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd
  • Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi) e. V.
  • Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V. (DVR)
  • Infosystem Verkehr

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de

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