Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Unfallanzeigen

Der Unfall ist innerhalb von drei Tagen anzuzeigen, nachdem der Unternehmer davon erfahren hat. Bei der Dreitagefrist ist der Unfalltag selbst bei der Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht mitzuzählen. Die Frist berechnet sich nach Kalendertagen. Arbeitsfreie Tage (z. B. Samstage, Sonn- und Feiertage) werden mitgezählt. Tödliche Unfälle, besonders schwere Unfälle und Massenunfälle sind sofort telefonisch oder direkt dem Unfallversicherungsträger und dem Gewerbeaufsichtsamt (Amt für Arbeitsschutz) zu melden.

 

Der Unfallanzeigenvordruck ist an folgende Stellen zu übergeben:

  • Zwei Exemplare an den Unfallversicherungsträger (z. B. Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse)
  • Ein Exemplar an die staatliche Arbeitsschutzbehörde
  • Ein Exemplar an den Betriebs- bzw. Personalrat
  • Ein Exemplar ist für die Unterlagen des Betriebes bestimmt.

 

Bei tödlichen Unfällen ist zusätzlich ein Exemplar an die Ortspolizei zu senden. Aus den Angaben über den Unfallhergang soll ersichtlich sein, welche Umstände den Unfall bewirkt haben. Dabei sollen auch der Arbeitsbereich des Verletzten, der unfallauslösende Gegenstand und die Tätigkeit zurzeit des Unfalls möglichst genau beschrieben werden. Wichtig sind auch Informationen darüber, welche Maßnahmen zur künftigen Vermeidung ähnlicher Unfälle getroffen wurden.

 

Als Arbeitsunfälle gelten auch:

  • Unfälle auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (so genannte Wegeunfälle), auf Betriebswegen und Geschäftsreisen
  • Unfälle bei der Verwahrung, Beförderung, Instandhaltung und Erneuerung des Arbeitsgeräts, das der versicherten Tätigkeit dient
  • unter bestimmten Voraussetzungen auch Unfälle beim Betriebssport und anderen betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltungen.

 

Die Vorschriften für die Meldung von Unfällen im Betrieb und für Wegeunfälle gelten auch für die Anzeige von Berufskrankheiten durch den Unternehmer entsprechend § 4 der "Berufskrankheitenverordnung". Diese Meldung ist auf dem grünen Anzeigenvordruck zu erstatten.

 

Die Vordrucke für die Unfallanzeige und die Anzeige einer Berufskrankheit sind beim zuständigen Unfallversicherungsträger erhältlich. Unfälle und Berufskrankheiten dürfen auch auf dem Weg der elektronischen Datenübermittlung angezeigt werden.

 

Ein besonderes Verfahren gilt für Unfälle von Kindern in Tageseinrichtungen oder Schülern oder Studierenden im Zusammenhang mit dem Besuch der Tages- oder Bildungseinrichtung. Hier hat der Sachkostenträger der Einrichtung oder der Schulhoheitsträger für die Anzeige des Unfalls auf dem Vordruck "Schülerunfallanzeige" beim zuständigen Unfallversicherungsträger zu sorgen.

Literatur

  • Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII): Gesetzliche Unfallversicherung
  • Verordnung über die Anzeige von Versicherungsfällen in der gesetzlichen Unfallversicherung (Unfallversicherungs-Anzeigenverordnung - UVAV)
  • CD-ROM: Unfallanzeige, Version 3.0, H. Sichert/P. Kempf, Universum Verlag, Wiesbaden 2003 (Link)
  • Ein Arbeitsunfall - was nun? - Online-Inofrmationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
  • Formtexte der gesetzlichen Unfallversicherung zum Download (Unfallanzeigen und andere Dokumente) (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de