Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Trichlorethen (Tri)

Gesundheitsgefahren:

Der Hauptaufnahmeweg ist der Atemweg, in geringerem Maße auch die Haut. Tri kann Krebs erzeugen. An Haut und Schleimhäuten löst es Reizerscheinungen aus. Tri entfettet die Haut und kann eine toxische Kontaktdermatitis hervorrufen. Direkter Kontakt mit den Schleimhäuten der Augen kann Hornhautschädigungen zur Folge haben. Weitere Folgen: Depression der Funktion des zentralen Nervensystems, neurotoxische Wirkung. Übelkeit, Brechreiz, Schwindel, Verwirrtheit und Kopfschmerzen können vorkommen. Schädigung der Leber und Nieren ist möglich. Tri reichert sich im Körper an. Mitunter auftretende Sucht nach Tri resultiert aus zunächst angenehmen Euphorie- und Rauschzuständen.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

  • Gute Be- und Entlüftung des Arbeitsraumes vorsehen
  • Dämpfe absaugen
  • Auf Sauberkeit am Arbeitsplatz achten
  • Kontakt mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden
  • Persönliche Hygiene einhalten
  • Bei offenem Hantieren jeglichen Kontakt vermeiden
  • Bei der Arbeit Rauchverbot. Kein Alkohol
  • Eindringen in den Boden sicher verhindern. Normaler Beton wird durchdrungen
  • Als Atemschutz Gasfilter A (braun) verwenden
  • Schutzhandschuhe aus Fluorkautschuk tragen.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: T (Giftig).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 45 Kann Krebs erzeugen
  • R 36/38 Reizt die Augen und die Haut
  • R 52/53 Schädlich für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben
  • R 67 Dämpfe können Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 53 Exposition vermeiden - vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen
  • S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen)
  • S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.

 

Weitere Angaben:

WGK 3: stark wassergefährdend.

 

Biologischer Grenzwert (TRGS 903): 5 mg Trichlorethanol/l Vollblut; 100 mg Trichloressigsäure/l Harn.

 

Krebserzeugend der Kategorie K2: Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten. Von der MAK-Kommission wurde Tri in die Kategorie 1 eingestuft als beim Menschen erwiesenermaßen krebserzeugend. Ob diese Einstufung in die allein verbindliche TRGS 905 übernommen wird, entscheidet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

 

Erbgutverändernd der Kategorie M3: Stoffe, die wegen möglicher erbgutverändernder Wirkung auf den Menschen zur Besorgnis Anlass geben.

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz (BGR 192) / (GUV-R 192)
  • Benutzung von Schutzkleidung (BGR 189) / (GUV-R 189)
  • BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung - Verwendung von Trichlorethylen bei der Prüfung von Asphalt - Siebturmverfahren (BGI 790-011)
  • BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung - Verwendung von Trichlorethylen bei der Prüfung von Asphalt - Waschtrommelverfahren (BGI 790-010)
  • Chlorkohlenwasserstoffe (BGI 767) / (GUV-I 767)
  • Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 14 Trichlorethylen (BGG 904 / G 14)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de