Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Steigleitern

Ortsfest angebrachte Steigleitern müssen den Anforderungen der UVV "Leitern und Tritte" entsprechen. Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen müssen DIN EN ISO 14122 entsprechen, für Schächte gilt DIN EN 14396. Unter anderem ist Folgendes zu beachten:

  • Steigleitern müssen mit dem zu besteigenden Objekt (Gebäudeteil, Stützen, Behälterwandungen u. dgl.) fest verbunden sein.
  • Der Abstand zwischen Sprossenachse und Wand (Gebäude- oder Behälterteil, Stütze) muss mindestens 0,15 m betragen (Freiraum für die Füße).
  • Der Abstand zwischen zwei Befestigungspunkten an der Wand darf höchstens 2,00 m betragen; der obere und der untere Befestigungspunkt sollen höchstens 0,75 m von den Leiterenden entfernt sein.
  • Die Breite (lichte Weite zwischen den Holmen) darf nicht kleiner als 0,30 m sein.
  • Der Sprossenabstand liegt zwischen 0,23 und 0,30 m.
  • An der Austrittsstelle (am oberen Ende z. B. bei Podesten und Dächern) muss die Leiter mit einem oder beiden Holmen mindestens 1,00 m über die zu besteigende Fläche hinausragen, damit ein sicheres Aus- bzw. Absteigen möglich ist. Die oberste Sprosse muss unterhalb der Ausstiegsebene (bei Gebäuden in der Regel nicht tiefer als 0,10 m) liegen.
  • Steigleitern mit möglicher Absturzhöhe von mehr als 5,00 m müssen Absturzsicherungen haben, z. B. durchgehenden Rückenschutz, beginnend in 3,00 m Höhe über Gelände oder Vorrichtungen für zwangsläufig zur Wirkung kommende Sicherheitsgeschirre (Steigschutz). Bei Absturzhöhen von mehr als 10 m müssen Einrichtungen vorhanden sein, die den Einsatz von Steigschutz ermöglichen.
  • Steigleitern müssen in Abständen von höchstens 10 m gegen Absturz gesicherte Zwischenpodeste (Ruhebühnen) haben. Der Rückenschutz muss in höchstens 2,20 m Höhe über Bühnen oder Podesten jeweils wieder beginnen.

 

Steigleitern, die in

Krananlagen

als Aufstieg zum Fahrbahnlaufsteg dienen, müssen ab einer Höhe von 5,00 m und ab 3,00 m über Flur Rückenschutz haben.

 

Steigleitern als Innenleitern von

Turmdrehkranen

müssen wie oben beschrieben ausgeführt werden. Ein Rückenschutz bzw. eine Steigschutzeinrichtung ist nicht erforderlich, sofern der Abstand von der Aufstiegsseite der Leiter zur gegenüberliegenden Seite nicht mehr als 0,7 m beträgt.

 

Steigleitern in

Silos

müssen bis zum Bodenansatz reichen; bei ihnen kann unter gewissen Umständen auf den Rückenschutz verzichtet werden.

Literatur

  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • UVV Hafenarbeit (BGV C 21)
  • UVV Leitern und Tritte (BGV D 36) / (GUV-V D36) / (VSG 2.3)
  • UVV Arbeitsstätten, bauliche Anlagen und Einrichtungen (VSG 2.1)
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 20 Steigeisengänge
  • TRBS 2121 Gefährdung von Personen durch Absturz - Allgemeine Anforderungen
  • DIN 18799 Steigleitern an baulichen Anlagen
  • DIN 18799-1 (Norm-Entwurf 2008-03) Ortsfeste Steigleitern an baulichen Anlagen - Teil 1: Steigleitern mit Seitenholmen, sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfungen
  • DIN 18799-2 (Norm-Entwurf 2008-03) Ortsfeste Steigleitern an baulichen Anlagen - Teil 2: Steigleitern mit Mittelholm, sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfungen
  • DIN EN 14396 Ortsfeste Steigleitern für Schächte
  • DIN EN 353-1 Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz; Steigschutzeinrichtungen mit fester Führung
  • DIN EN ISO 14122 Sicherheit von Maschinen; Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen
  • ISO 3797 Schiffbau; lotrechte Stahlleitern
  • Handlungsanleitung für den Umgang mit Leitern und Tritten (BGI 694)
  • Hochbauarbeiten (BGI 530)
  • Leitern, Tritte, Kleingerüste, Heft 11 der Reihe Arbeit und Gesundheit Basics, hrsg. v. der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Universum Verlag, Wiesbaden 2005 (BGI 597-11)
  • CD-ROM: "BG-INFO - Die CD-ROM der BG BAU", Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de