Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Quecksilber

Gesundheitsgefahren:

Die Hauptaufnahme erfolgt über die Atemwege, aber auch eine Aufnahme durch die Haut ist möglich. Folgen: Lungen- und Nierenschädigung, Schädigung des Zentralnervensystems. Die einmalige Inhalation hoher Hg-Dampf-Konzentrationen führt zu Schlaflosigkeit (Lethargie), gefolgt von Ruhelosigkeit, Übelkeit, Durchfall, Metallgeschmack, Husten, beschleunigter Atmung und Atemstillstand. Als klassische Zeichen und Symptome einer chronischen Hg-Vergiftung werden beschrieben: erhöhter Speichelfluss mit deutlichem Metallgeschmack; Zahnfleisch- und Mundentzündung. Quecksilber reichert sich im Körper an.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

  • Gute Be- und Entlüftung des Arbeitsraumes vorsehen
  • Dämpfe absaugen
  • Um Verdampfen von Quecksilber einzuschränken, die Temperatur in Arbeitsräumen, von Anlagenteilen und Quecksilberoberflächen möglichst niedrig halten
  • Auf größte Sauberkeit am Arbeitsplatz unbedingt achten
  • Berührung mit Augen, Haut und Kleidung unbedingt vermeiden
  • Bei offenem Hantieren jeglichen Kontakt vermeiden
  • Persönliche Hygiene streng einhalten
  • Regelmäßige Mund- und Zahnpflege durchführen
  • Keine Vorratsflaschen im Arbeitsraum lagern
  • Gefäße nicht offen stehen lassen
  • Quecksilber in Behältern mit Paraffinöl oder Glyzerin abdecken
  • Geeignete Korbbrillen bei allen Arbeiten tragen, bei denen mit einer Gefährdung der Augen zu rechnen ist, z. B. beim Abfüllen und beim Beseitigen von Störungen
  • Je nach Gefährdung Schürze und Stiefel oder einen Chemikalienschutzanzug aus geeignetem Material tragen
  • Als Atemschutz Spezialgasfilter Hg-P2 (rot/weiß) verwenden
  • Schutzhandschuhe müssen aus Polychloropren, Nitril- oder Butylkautschuk sein.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: T (Giftig), N (Umweltgefährlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 23 Giftig beim Einatmen
  • R 33 Gefahr kumulativer Wirkungen
  • R 50/53 Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 1/2 Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren
  • S 7 Behälter dicht geschlossen halten
  • S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen)
  • S 60 Dieser Stoff und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen
  • S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.

 

Weitere Angaben:

WGK 3: stark wassergefährdend.

 

Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 0,1 mg/m³.

 

Biologischer Grenzwert (TRGS 903): 25 mg/l Vollblut; 100 mg/l Harn.

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Arbeitsmedizinische Vorsorge (BGV A 4) / (GUV-V A4)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • TRGS 514 Lagern sehr giftiger und giftiger Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern
  • Quecksilber oder seine Verbindungen (BGI 504-9)
  • Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 9 Quecksilber oder seine Verbindungen (BGG 904 / G 9)
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de