Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Polyesterharze

Außer Brand- und Explosionsgefahren bestehen bei der Verarbeitung folgende Gesundheitsgefahren: Bei Hautkontakt mit Harzlösungen und ihren Bestandteilen können akute und allergische Hautschädigungen auftreten. Einige Härter können, wenn sie ins Auge gelangen, zur Erblindung führen. Schädliche Dämpfe gehen z. B. von Styrol aus; zum Schutz der Beschäftigten sind die entsprechenden Luftgrenzwerte einzuhalten.

 

Räume, in denen sich bei der Verarbeitung von Polyesterharzen explosionsfähige Atmosphäre bilden kann, gelten als explosionsgefährdet. Um solche Betriebsstätten handelt es sich, wenn Lösungen oder Monomere bei Temperaturen über ihrem Flammpunkt verarbeitet werden. Verarbeitungsräume (außer Spritzanlagen) für die zur Aushärtung vorbereiteten Polyester-Mischungen auf der Basis von Styrol werden im Allgemeinen nicht als explosionsgefährdet angesehen, sofern für eine ausreichende örtliche Lüftung gesorgt ist.

 

In den Arbeitsräumen muss auf größte Sauberkeit geachtet werden. Spätestens nach Arbeitsschluss sind alle Harzreste zu entfernen. Nicht verbrauchte Mengen, insbesondere organische Peroxide, sind an sicherer Stelle aufzubewahren. Die Abfallbehälter dürfen nicht brennbar sein und müssen einen selbst schließenden Deckel haben.

 

Allgemein muss für eine gute Be- und Entlüftung in den Räumen und an den Arbeitsplätzen gesorgt werden; ggf. ist eine Einzelabsaugung am Arbeitsplatz notwendig. Die Abluftöffnungen sollen in Bodennähe liegen.

 

Die Lagerungsoll kühl bei ausreichender Durchlüftung erfolgen. Lagerung in Arbeitsräumen ist nur in den Mengen erlaubt, die für den Fortgang der Arbeit erforderlich sind. Die als Härter eingesetzten organischen Peroxide sollen getrennt von den übrigen Rohstoffen gelagert werden.

 

Persönliche Schutzausrüstungen sollen Haut und Augen schützen. Schutzbrillen schützen die Augen vor Harzlösungen und ihren Bestandteilen. Für den Notfall müssen Augenspüleinrichtungen vorhanden sein. Lässt sich auch nur ein gelegentlicher Kontakt der Haut mit Harzlösungen und ihren Bestandteilen nicht vermeiden, sind Schutzhandschuhe zu tragen oder geeignete Schutzsalben bzw. Mittel, die einen Schutzfilm auf der Haut bilden, anzuwenden. Bei bestimmten Arbeitsgängen (z. B. Handauflegeverfahren) ist der Kontakt mit Harz-Härter-Mischungen unvermeidbar. In diesen Fällen müssen - besonders beim Umgang mit aggressiven Mischungen - dichte Stulpenschutzhandschuhe aus Gummi oder Kunststoff benutzt werden; darunter werden zweckmäßigerweise dünne Baumwollhandschuhe getragen. Für Reinigungsarbeiten sind dickere, weitgehend lösemittelundurchlässige Schutzhandschuhe auszuwählen. Alle Handschuhe müssen laufend auf ihre Unversehrtheit überprüft werden. Harz oder Härter dürfen nicht in die Handschuhe gelangen. Bei Verschmutzung des Handschuhinneren müssen die Handschuhe sofort gewechselt werden.

 

Zum Hautschutz gehören eine sachgemäße Hautreinigung und eine intensive Hautpflege.

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • Merkblatt: Polyester- und Epoxid-Harze (ZH 1/301)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de