Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Nach Anhang IV der Gefahrstoffverordnung gelten für PCB Herstellungs- und Verwendungsverbote. Eingesetzt wird/wurde PCB als Kühl- und Isolierflüssigkeit in Transformatoren, als Weichmacher für Lacke und Klebstoffe, als Hydraulikflüssigkeit. PCB kann in Kondensatoren, Vakuumpumpen, Gasturbinen, Isolierprodukten enthalten sein.

 

Gesundheitsgefahren:

Die Aufnahme erfolgt vorwiegend über die Haut und weniger über den Atemtrakt in Form von Stäuben/Aerosolen. PCB sind fruchtschädigend und fortpflanzungsgefährdend. Außerdem besteht Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.

 

Folgende Symptome können auftreten: Appetitlosigkeit, Übelkeit mit Brechreiz, Augenreizungen, häufig Leberschädigungen, Beeinträchtigung der Nierenfunktion, vereinzelt Gedächtnisstörungen, Hauterkrankungen (Chlorakne), Müdigkeit, Libidoverlust, Gelenk- und Muskelschmerzen. Zu beachten ist, dass nicht nur die Placentaschranke sehr leicht überwunden wird, sondern auch, dass aus mütterlichen PCB-Depots über die Milch eine erhebliche Belastung des Säuglings erfolgen kann. PCB reichert sich im Körper an.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

  • Gute Be- und Entlüftung des Arbeitsraumes vorsehen
  • Stäube/Aerosole absaugen
  • Möglichst geschlossene Apparaturen verwenden
  • Nicht mit Feuer oder heißen Metallteilen in Berührung bringen
  • Auf Sauberkeit am Arbeitsplatz achten
  • Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden
  • Rauchverbot beachten
  • Persönliche Hygiene streng einhalten
  • Geeignete Korbbrillen bei allen Arbeiten tragen, bei denen mit einer Gefährdung der Augen zu rechnen ist, z. B. beim Abfüllen und beim Beseitigen von Störungen
  • Als Atemschutz Kombinationsfilter A-P2 (braun/weiß) verwenden
  • Schutzhandschuhe aus Nitrilkautschuk tragen.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: Xn (Gesundheitsschädlich), N (Umweltgefährlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 33 Gefahr kumulativer Wirkungen
  • R 50/53 Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
  • S 35 Abfälle und Behälter müssen in gesicherter Weise beseitigt werden
  • S 60 Dieser Stoff und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen
  • S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.

 

Weitere Angaben:

WGK 3: stark wassergefährdend.

 

Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 0,7 mg/m^3 bzw. 0,05 ml/m^3.

 

Krebserzeugend der Kategorie K3: Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben.

 

Fruchtschädigend der Kategorie R~E2: Stoffe, die als fruchtschädigend (entwicklungsschädigend) für den Menschen angesehen werden sollten.

 

Fortpflanzungsgefährdend der Kategorie R~F2: Stoffe, die als beeinträchtigend für die Fortpflanzungsfähigkeit (Fruchtbarkeit) des Menschen angesehen werden sollten.

 

H: Gefahr der Hautresorption.

Literatur

  • Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz (Chemikalien-Verbotsverordnung - ChemVerbotsV)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de