Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Pentachlorphenol (PCP)

Gesundheitsgefahren:

Hauptaufnahmewege sind die Haut und die Atemwege. PCP ist krebserzeugend und fruchtschädigend. Es besteht Verdacht auf erbgutverändernde Wirkung. PCP reizt Augen, Atemwege und Haut, verursacht Chlorakne. PCP bewirkt ferner schwere Störungen des Stoffwechsels, Hornhautschäden, Lungenödem, Nervenschäden. Schädigung der Leber, Nieren und des Knochenmarks sind möglich.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

Die "Richtlinie für die Bewertung und Sanierung Pentachlorphenol(PCP)-belasteter Baustoffe und Bauteile in Gebäuden (PCP-Richtlinie)" enthält Schutzmaßnahmen für den Umgang. Dazu gehören:

  • Sehr gute Be- und Entlüftung des Arbeitsraumes vorsehen
  • Dämpfe absaugen
  • Berührung mit Augen, Haut und Kleidung vermeiden
  • Auf größte Sauberkeit am Arbeitsplatz achten
  • Rauchverbot beachten
  • Persönliche Hygiene unbedingt einhalten
  • Geeignete Korbbrillen bei allen Arbeiten tragen, bei denen mit einer Gefährdung der Augen zu rechnen ist, z. B. beim Abfüllen oder Beseitigen von Störungen.
  • Als Atemschutz Kombinationsfilter A-P2 (braun/weiß) verwenden
  • Schutzhandschuhe aus Polychloropren, Nitrilkautschuk oder Butylkautschuk tragen.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: T+ (Sehr giftig), N (Umweltgefährlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 24/25 Giftig bei Berührung mit der Haut und beim Verschlucken
  • R 26 Sehr giftig beim Einatmen
  • R 36/37/38 Reizt die Augen, Atmungsorgane und die Haut
  • R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung
  • R 50/53 Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 1/2 Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren
  • S 22 Staub nicht einatmen
  • S 36/37 Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen
  • S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen)
  • S 52 Nicht großflächig für Wohn- und Aufenthaltsräume zu verwenden
  • S 60 Dieser Stoff und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen
  • S 61 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.

 

Weitere Angaben:

WGK 3: stark wassergefährdend.

 

Krebserzeugend der Kategorie K2: Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten.

 

Fruchtschädigend der Kategorie R~E2: Stoffe, die als fruchtschädigend (entwicklungsschädigend) für den Menschen angesehen werden sollten.

 

Erbgutverändernd der Kategorie M3: Stoffe, die wegen möglicher erbgutverändernder Wirkung auf den Menschen zur Besorgnis Anlass geben.

 

H: Gefahr der Hautresorption.

Literatur

  • Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 98/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Februar 1998 über das Inverkehrbringen von Biozid-Produkten (Biozidgesetz)
  • Verordnung über die Meldung von Biozid-Produkten nach dem Chemikaliengesetz (Biozid-Meldeverordnung - ChemBiozidMeldeV)
  • Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz (Chemikalien-Verbotsverordnung - ChemVerbotsV)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Richtlinie für die Bewertung und Sanierung Pentachlorphenol (PCP)-belasteter Baustoffe und Bauteile in Gebäuden (PCP-Richtlinie)
  • Phenol - Kresole und Xylenole (BGI 787)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de