Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Methoden der Datenerhebung

Fragebogen werden eingesetzt, um selbstbezogene Auskünfte von Personen einzuholen. Ein Fragebogen enthält eine Abfolge von vorgefassten Fragen oder Aussagen zu einem oder verschiedenen Themengebieten, die von Befragten selbstständig in schriftlicher Form beschrieben oder beantwortet werden. Unterschieden werden offene und geschlossene Fragen. Bei offenen Fragen hat der Befragte die Möglichkeit, frei zu antworten. Bei geschlossenen Fragen/Aussagen werden Antwortkategorien vorgegeben, aus denen der Befragte wählen kann. Mit Fragebogen werden Persönlichkeitsmerkmale oder Einstellungen von Personen erfasst oder konkrete Sachverhalte durch Personen beschrieben oder bewertet, wie z. B. themenbezogene Verhaltensweisen, Wissen und Erwartungen. Durch den Einsatz von Fragebogen können sowohl qualitative als auch quantitative Daten erhoben werden.

 

Das Interview ist als Gespräch zwischen der befragten Person und einem Interviewer zu festgelegten Themen konzipiert. Die Fragen stellt der Interviewer mündlich und notiert die Antworten des Befragten. Je nach Grad der Festlegung der Fragen und ihrer Abfolge werden standardisierte, halbstandardisierte und unstrukturierte Interviews unterschieden. Die Fragen werden offen oder geschlossen gestellt. Interviews haben entweder eine informationsermittelnde oder eine informationsvermittelnde Funktion. Informationsermittelnde Interviews werden als Forschungsinstrument zur Datensammlung eingesetzt. Zu den informationsvermittelnden Interviews zählen verschiedene Formen von Beratungsgesprächen. Interviews gelten als Standbein der qualitativen Forschung.

 

Bei der Verhaltensbeobachtung werden eine oder mehrere Personen beobachtet, um Charakteristisches über das Verhalten des bzw. der Beobachteten zu erfahren. Die Beobachtung kann eher frei oder eher systematisch durchgeführt werden. Bei der systematischen Beobachtung bedient man sich sog. Beobachtungssysteme. Hierbei kann es sich um "Zeichen-Systeme" handeln, bei denen im Vorfeld spezifische erwartbare Verhaltensäußerungen zusammengestellt werden und deren Häufigkeit des Auftretens dann gezählt wird. Bei "Kategorien-Systemen" wird das gesamte Verhalten vorher definierten Kategorien zugeordnet.

 

Das Experiment ist die wichtigste Methode, um Kausalaussagen (Ursache-Wirkung-Beziehungen) zu überprüfen und zu ermöglichen. Im Experiment werden unabhängige Variablen vom Experimentator variiert (z. B. Beleuchtungsbedingungen) und deren Wirkung auf abhängige Variablen (z. B. Lesegeschwindigkeit) untersucht.

 

In Experimenten können unterschiedliche Verhaltensdaten erhoben werden. Hierzu gehören beispielsweise Reaktionszeiten oder physiologische Daten (z. B. Herzfrequenz oder Muskelaktivität). Aber auch andere Verhaltensdaten, wie z. B. die Tragerate der persönlichen Schutzausrüstung, können im Experiment erfasst werden. Im Experiment werden die Versuchspersonen den unterschiedlichen Bedingungen nach dem Zufallsprinzip zugewiesen (Randomisierung).

 

Die Epidemiologie befasst sich mit Häufigkeit und Verteilung von Erkrankungen in der Bevölkerung und untersucht Ursachen und Folgen, die diese Verteilungsmuster beeinflussen. Zur Gewinnung epidemiologischer Daten werden entweder deskriptive, analytische oder experimentelle Studien durchgeführt. Untersucht wird die Verteilung und Häufigkeit von Erkrankungen, ihrer Auslöser und zukünftigen Entwicklung in der Bevölkerung. Für die Beurteilung der Daten werden epidemiologische Kennzahlen berechnet. Die bekanntesten Kennzahlen sind Prävalenz, Inzidenz, Relatives Risiko und Odds Ratio. Die Prävalenz gibt die Rate einer Krankheit zu einer bestimmten Zeit an. Die Inzidenz gibt die Rate neu erkrankter Fälle zu einer bestimmten Zeit an. Das Relative Risiko gibt an, um wie viel höher ein Erkrankungsrisiko ist, wenn man bestimmten Einflussfaktoren ausgesetzt ist, als wenn man diesen nicht ausgesetzt wäre. Die Odds Ratio ist ein Näherungswert und wird berechnet, wenn die Grundgesamtheiten für die Berechnung des Relativen Risikos nicht bekannt sind.

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de