Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Lösemittel

Verwendet werden Lösemittel hauptsächlich in der Analytik, als Extraktionsmittel beispielsweise zum Herauslösen von Naturstoffen aus Drogen, als Reinigungs-, Entfettungs- und Abbeizmittel oder als Lackverdünner. Sie sind darüber hinaus in vielen Anstrichstoffen, Holzschutzmitteln, Epoxidharzen usw. enthalten.

 

Die gebräuchlichsten organischen Lösemittel sind in reinem Zustand wasserhelle Flüssigkeiten. Ihre Dämpfe sind schwerer als Luft. Meistens sind sie leicht brennbar und ihre Dämpfe verursachen im Gemisch mit Luft Explosionsgefahr. Die meisten Lösemittel sind nicht nur deshalb Gefahrstoffe, weil sie feuergefährlich oder brennbar sind, sondern weil sie auch als gesundheitsgefährlich anzusehen sind.

 

Viele Lösemittel lösen Fett leicht auf. Sie entfernen daher auf der Haut die natürliche Schutzschicht, so dass bei häufigem Kontakt Hauterkrankungen auftreten können. Darüber hinaus wird anderen hautreizenden Stoffen der Zugang erleichtert, was Hautveränderungen hervorrufen kann. Oft haben Lösemittel zudem die Eigenschaft, auch gesunde Haut zu durchdringen. Sie gelangen also nicht nur durch Einatmen, sondern auch durch die Haut in den Körper und können dort zu Gesundheitsschäden führen.

 

Das gute Fettlösungsvermögen der Lösemittel hat zur Folge, dass Wirkungen u. a. das zentrale Nervensystem betreffen. Zeichen einer akuten Einwirkung organischer Lösemittel auf das Gehirn sind beispielsweise Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindelgefühl, Konzentrationsstörungen oder das Gefühl, betrunken zu sein. In höheren Konzentrationen kann die Störung von Gehirnfunktionen zu Bewusstseinsverlust bis hin zum Tod durch Lähmung lebenswichtiger Regulationszentren (Atem- und Kreislaufzentren) führen. Verschiedene Lösemittel können bereits bei Einwirkung geringer Mengen über einen längeren Zeitraum chronische Gesundheitsschäden hervorrufen.

 

Der Einsatz von Lösemitteln in technischem Maßstab erfordert zum Teil aufwändige Maßnahmen, insbesondere im Hinblick auf den Brand- und Explosionsschutz. Grundsätzlich muss bei organischen Lösemitteln bzw. Produkten, die solche Lösemittel enthalten, davon ausgegangen werden, dass es sich - auch wenn keine Kennzeichnung vorgenommen wurde - um Gefahrstoffe im Sinne der Gefahrstoffverordnung handelt.

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Einrichtungen zum Reinigen von Werkstücken mit flüssigen Reinigungsmitteln (BGR 180) / (GUV-R 180)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Sicherheitsregeln für Anlagen zum Entfernen von Gasen und Dämpfen organischer Lösemittel aus der Abluft nach dem Adsorptionsverfahren (Lösemittel-Adsorptionsanlagen) (ZH 1/595)
  • TRGS 900 Arbeitsplatzgrenzwerte
  • Explosionsschutz-Maßnahmen an Lösemittel-Reinigungsanlagen (ZH 1/566) / (GUV-I 1/566)
  • Kaltreiniger (BGI 880) / (GUV-I 1/425)
  • Lösemittel (BGI 621)
  • Nitrocellulose (BGI 642)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de