Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Lebenslanges Lernen

Lebenslanges Lernen ist nicht auf institutionalisierte Lernprozesse beschränkt, sondern schließt die verschiedenen Lernformen mit ein:

  • Formales Lernen, das heißt Lernen in Bildungs- oder Ausbildungseinrichtungen, welches zu anerkannten Abschlüssen oder Qualifikationen führt
  • Nicht-formales Lernen, das heißt Lernen (auch außerhalb von Institutionen) ohne zertifizierten Abschluss
  • Informelles Lernen, das heißt eher beiläufiges Lernen ("Lernen en passant") in verschiedenen Lernorten und Lebensbereichen, z. B. am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Freizeit.

 

Ein wesentlicher Gegenstand der Diskussion um lebenslanges Lernen ist neben der Persönlichkeitsentwicklung der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit. Ausgangspunkt ist dabei, dass einmal erworbene Fähigkeiten und Kompetenzen nicht nur erhalten, sondern aufgrund ständiger technologischer, sozio-ökonomischer usw. Veränderungen den neuen Anforderungen angepasst und weiter entwickelt werden müssen.

 

Sicherheit und Gesundheit ist Voraussetzung für lebenslanges Lernen und gleichzeitig Inhalt und Gegenstand von lebenslangem Lernen. Der Erwerb der erforderlichen Handlungskompetenzen für ein sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten erfolgt in den verschiedenen Lebensphasen und Lebensbereichen von Menschen auf unterschiedliche Weise. Der Erfolg beruflicher Weiterbildung auch im Kontext Sicherheit und Gesundheit wird maßgeblich mitbestimmt durch die individuellen Voraussetzungen und Handlungsbereitschaft des Einzelnen sowie der betrieblichen Organisation und dem Selbstverständnis von Unternehmen. Kompetenzen für Sicherheit und Gesundheit müssen von daher über das gesamte Berufsleben hinweg für die jeweiligen Aufgabenfelder von Berufstätigen entwickelt bzw. weiter entwickelt werden.

 

Die Unfallversicherungsträger wenden sich hierbei an unterschiedliche berufliche Zielgruppen wie Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Unternehmer und Führungskräfte, Beauftragte, Auszubildende usw. Sie wollen sie für ein sicheres und gesundheitsgerechtes Verhalten motivieren und entsprechende Handlungskompetenzen vermitteln. Die Unternehmen werden unterstützt, die hierfür erforderlichen organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen.

 

Lebenslanges Lernen im Bereich Sicherheit und Gesundheit thematisiert auch die zunehmende Vernetzung von Arbeit, Lernen und Freizeit. Einen wesentlichen Schwerpunkt stellt das ganzheitliche Verständnis von Sicherheit und Gesundheit dar, das über den Schutzaspekt hinaus das aktive und eigenverantwortliche Handeln des Einzelnen betont. Arbeits- und Gesundheitsschutz soll daher über die gesamte Lebensspanne eines Menschen - vom Kindergarten über Schule, Ausbildung und Beruf hinweg - Bedeutung erhalten. Ausgangspunkt ist das Individuum und dessen spezifische Leistungsvoraussetzungen. Eine Vernetzung der in unterschiedlichen Handlungsfeldern und Institutionen tätigen Akteure von Sicherheit und Gesundheit kann dabei die Effizienz und Effektivität von Maßnahmen fördern.

Literatur

  • Baethge, M.: Lebenslanges Lernen und Arbeit: Weiterbildungskompetenz und Weiterbildungsverhalten der deutschen Bevölkerung. Eröffnungsvortrag auf dem 4. Zukunftsforum "Lernkultur für Morgen", Berlin 2003
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.): Lernen gehört zum Leben und Arbeiten, Lebenslanges lernen zu Sicherheit und Gesundheit, Dortmund/Berlin 2007
  • Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Hrsg.): Lebenslanges Lernen
  • Herbst, S.: Lebenslanges Lernen im Bereich Sicherheit und Gesundheit. In: Die BG 2/2004, S. 42-46
  • INQA-TIK "Lebenslanges Lernen"
  • Mitteilung der Kommission der Europäischen Gemeinschaften: Memorandum über Lebenslanges Lernen. Kommission der EU, SEK (2000), 1832, Brüssel 2000
  • Sauer, J./Kriegesmann, B.: Innovation - Von der Weiterbildung zur Lernkultur. In: QUEM Bulletin, berufliche Kompetenzentwicklung, Berlin 10/2002, S. 1-3

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de