Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Kontamination

Arbeitsschutzprobleme im Zusammenhang mit Kontaminationen entstehen vor allem dadurch, dass eine stattgefundene Kontamination häufig nicht ohne weiteres wahrnehmbar ist (z. B. beim unbemerkten Freiwerden radioaktiver Stoffe oder biologischer Materialien) oder die Art der Kontamination nicht bekannt ist. Letzteres trifft vor allem für Altlasten zu, bei deren Sanierung leicht unbekannte Gefahren für die Beschäftigten auftreten können.

 

Die erste Aufgabe bei Verdacht auf eine Kontamination besteht daher in der Erkundung von Verdachtsflächen und der Analyse von Boden- oder Luftproben oder Wischproben kontaminierter Oberflächen, z. B. bei Brandschäden, wenn der Verdacht auf die Entstehung von Dioxinen und Furanen besteht.

 

Die Problematik bei der Analyse besteht darin, dass häufig keine oder nur sehr wenige Informationen über die erwarteten Verunreinigungen vorliegen, was die Analysen u. U. sehr aufwändig und damit teuer macht. Hinzu kommt, dass derartige Kontaminationen oft unregelmäßig verteilt sind, so dass die an einer Stelle genommenen Proben in vielen Fällen keine Rückschlüsse auf die Verunreinigungen an anderen Orten zulassen (außer bei Luftproben). Folglich muss häufig eine Vielzahl von Proben entnommen und untersucht werden.

 

Bei der Sanierung von Altlasten kommt hinzu, dass beim Fortschreiten der Arbeiten möglicherweise Emissionsquellen "angestochen" werden können, z. B. wenn beim Bodenaushub durch die umgebenden Verhältnisse versiegelte Emissionsquellen freigesetzt werden. Beim Arbeitsschutz stellt man sich auf diese Situation dadurch ein, dass vom "Worst Case" ausgegangen wird, d. h. man unterstellt die höchste denkbare oder zu erwartende Kontamination und rüstet die dort beschäftigten Arbeitnehmer mit entsprechenden technischen Einrichtungen oder Persönlichen Schutzausrüstungen aus (z. B. geschlossene Fahrerkabinen von Arbeitsmaschinen, Vollschutzanzüge). Häufig sind auch Maßnahmen zu ergreifen, um die Freisetzung von Gefahrstoffen in die Umwelt durch die Sanierungsarbeiten zu verhindern, z. B. bei der Asbestsanierung.

 

Einfacher stellt sich die Arbeitsschutzsituation dar, wenn Kontaminationen absichtlich herbeigeführt werden, z. B. bei der Schädlingsbekämpfung oder bei Begasungen in Silos, Vorratslägern oder Transportcontainern. Auch in solchen Fällen sind die begasten Gebäude, Räume oder Einrichtungen allerdings gegen den unbeabsichtigten Austritt des Begasungsmittels abzudichten, um die in der Nähe arbeitenden oder lebenden Menschen sowie die Umwelt vor Schäden zu bewahren.

Literatur

  • Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz - ChemG)
  • Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG)
  • Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlen (Strahlenschutzverordnung - StrlSchV) (CHV 10)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen (Biostoffverordnung - BioStoffV) (CHV 15)
  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Arbeitsmedizinische Vorsorge (BGV A 4) / (GUV-V A4)
  • Kontaminierte Bereiche (BGR 128)
  • TRBA 212 Thermische Abfallbehandlung: Schutzmaßnahmen
  • TRBA 213 Abfallsammlung: Schutzmaßnahmen
  • TRBA 214 Abfallbehandlungsanlagen einschließlich Sortieranlagen in der Abfallwirtschaft
  • TRBA 220 Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen (auch als BGR 145 und GUV-R 145)
  • TRBA 240 Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit mikrobiell kontaminiertem Archivgut
  • TRGS 512 Begasungen
  • TRGS 517 Tätigkeiten mit potenziell asbesthaltigen mineralischen Rohstoffen und daraus hergestellten Zubereitungen und Erzeugnissen
  • TRGS 519 Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten
  • TRGS 520 Errichtung und Betrieb von Sammelstellen und zugehörigen Zwischenlagern für Kleinmengen gefährlicher Abfälle
  • TRGS 521 Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle
  • TRGS 522 Raumdesinfektion mit Formaldehyd
  • TRGS 523 Schädlingsbekämpfung mit sehr giftigen, giftigen und gesundheitsschädlichen Stoffen und Zubereitungen
  • TRGS 524 Sanierung und Arbeiten in kontaminierten Bereichen
  • TRGS 551 Teer und andere Pyrolyseprodukte aus organischem Material
  • TRGS 552 N-Nitrosamine
  • Biologische Arbeitsstoffe bei der Bodensanierung (BGI 583)
  • Biologische Arbeitsstoffe beim Umgang mit Verstorbenen (BGI 5026)
  • Gefährdungsbeurteilung für biologische Arbeitsstoffe bei Arbeiten auf Deponien, Handlungsanleitung (BGI 893)
  • Gesundheitsgefährdungen durch biologische Arbeitsstoffe bei der Gebäudesanierung - Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung (BioStoffV) (BGI 858)
  • Gesundheitsgefährdungen durch Taubenkot - Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung (BGI 892)
  • Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Metallindustrie (BGI 805)
  • Worauf Sie beim Transport kontaminierter Materialien achten sollten! (BGI 5010)
  • Begriffsglossar zu den Regelwerken der BetrSichV und der GefStoffV (BAuA), Ausgabe August 2007
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de