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Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Kohlenwasserstoffe (KW)

KW bestehen aus aliphatischen und/oder aromatischen Verbindungen. In einer Stoffgruppe können eine ganze Reihe chemischer Einzelstoffe wie Methan, Ethan, Propan, Butan, Hexan, Heptan, Octan, Nonan, Decan (alles Aliphaten) oder Toluol, Xylol, Mesitylen, Isopropylbenzol (alles Aromaten) enthalten sein. Benzol gehört auch zu den KW, ist aber in den heute verwendeten Produkten auf Basis von KW nur noch als technische Verunreinigung enthalten, meist in einer Konzentration unter 0,01 %.

 

Die jeweiligen Kohlenwasserstoffe werden aus Erdöl oder Erdgas u. a. durch fraktionierte Destillation oder Kracken gewonnen. Eine weitere wichtige Herstellungsmethode ist die Kohleverflüssigung bzw. -vergasung. Nach den unterschiedlichen Siedebereichen unterscheidet man Siedegrenzenbenzine, Spezialbenzine, Testbenzine, Solvent Naphtha usw.

 

Grundsätzlich ist anzumerken, dass von den aromatenhaltigen KW größere gesundheitliche Gefahren ausgehen als von den Aliphaten. Eine Ausnahme bildet das n-Hexan, das neurotoxische Wirkungen besitzt. Ein großes Gefährdungspotenzial geht auch von den - vor allem durch Kraftstoffe in die Umwelt gebrachten - polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) aus, von denen einige krebserzeugende und mutagene Eigenschaften besitzen, z. B. Benzo(a)pyren. Bezüglich der Gesundheitsgefahren und Schutzmaßnahmen siehe beispielhaft Benzol, Toluol, Xylol, Aromaten und Lösemittel.

 

Arbeitsplatzgrenzwerte (TRGS 900) für Kohlenwasserstoffgemische, die als Lösemittel verwendet werden:

  • C5-C8 Aliphaten: 1500 mg/m^3
  • C9-C15 Aliphaten: 600 mg/m^3
  • C7-C8 Aromaten: 200 mg/m^3
  • C9-C15 Aromaten: 1500 mg/m^3.

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Richtlinie 2004/37/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über den Schutz der Arbeitnehmer gegen Gefährdung durch Karzinogene oder Mutagene bei der Arbeit (sechste Einzelrichtlinie im Sinne von Artikel 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG)
  • Lösemittel (BGI 621)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de