Knetmaschinen

Bei Knetmaschinen, Mengmaschinen und Mischmaschinen werden teigige Massen durch die Bewegung von Werkzeugen oder Behältern bearbeitet oder gemischt. Gemäß Betriebssicherheitsverordnung hat der Unternehmer bei der Gefährdungsbeurteilung die notwendigen Maßnahmen für die sichere Bereitstellung und Benutzung der Arbeitsmittel zu ermitteln.

Systeme von Knetmaschinen

Folgende Knetsysteme werden verwendet:

  • Spiralknetmaschinen (spiralförmiges Werkzeug dreht sich um eigene Achse)
  • Wendelkneter (ein oder zwei wendelförmige Kneter drehen sich um ihre eigene Achse)
  • Gabelkneter (gabelartiges Knetwerkzeug)
  • Hubkneter (rechtwinkliger Knetarm, der sich bei gleichzeitiger Bottichdrehung ellipsenförmig bewegt)
  • Z- oder Doppel-Z-Kneter (eine oder zwei waagerecht arbeitende Wellen)
  • Bottichknetmaschinen mit Seiten- bzw. Bodenauslauf (zweiflügeliger Knetarm wird kreisförmig bewegt und der Teig in eine Auslauföffnung gepresst und ausgetragen).

Gefahrenstellen und Gefährdungen bei Knetsystemen

Je nach Knetsystem können Gefährdungen bestehen durch Gefahrstellen zwischen:

  • Knetwerkzeug und Knetkessel
  • Knetwerkzeug und feststehenden Einbauteilen im Knetkessel
  • rotierendem Knetkessel und Maschinengestell
  • ausfahrbarem Bottich und beweglichem Maschinenkopf.

Außerdem ist eine Gefährdung durch Mehlstaubentwicklung möglich.

Schutzmaßnahmen bei Knetmaschinen

Folgende Schutzmaßnahmen verhindern eine Gefährdung:

  • Es wird eine fest angebrachte oder bewegliche, gekoppelte Schutzeinrichtung (z. B. kippbare Schutzhaube) montiert.
  • Knetmaschinen mit ausfahrbarem Bottich können nur in Gang gesetzt werden, wenn sich der Bottich und das Knetwerkzeug in Arbeitsstellung befinden.
  • Die Einzugsstelle zwischen dem rotierenden Bottich und dem Maschinengehäuse wird durch Sicherheitsabstand oder Verdeckungen beseitigt.
  • Gefahrstellen zwischen kraftbetätigten Schutzeinrichtungen und festen Maschinenteilen werden durch Schutzeinrichtungen mit Annäherungsfunktion (z. B. Schaltrahmen) oder Befehlseinrichtungen mit selbsttätiger Rückstellung (z. B. Tippschalter) gesichert.
  • An Maschinen, die mit Druck oder Vakuum beaufschlagt sind, wird der Deckel so eingerichtet, dass er sich nur in drucklosem Zustand öffnen lässt.
  • An Maschinen mit Boden- oder Seitenauslauf werden die Gefahrstellen an der Austragsöffnung auch von unten her durch einen mit dem Antrieb oder der Austragsvorrichtung gekoppelten Bodenschieber gesichert.
  • An Maschinen mit waagerechter Welle wird beim Öffnen der Schutzeinrichtung der Nachlauf des Knetwerkzeuges auf höchstens 0,5 Sekunden begrenzt.


Weitere Informationen:
Das Angebot der B·A·D zum Thema Gefährdungsbeurteilung

Literatur

  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes (Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV) (CHV 16)
  • Arbeiten in Backbetrieben (BGR 112)
  • Arbeiten in der Fleischwirtschaft (BGR 229)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • DIN EN 454 Nahrungsmittelmaschinen - Planetenrühr- und -knetmaschinen - Sicherheits- und Hygieneanforderungen
  • DIN EN ISO 13857 Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefährdungsbereichen mit den oberen und unteren Gliedmaßen
  • Branchenspezifischer Aufgabenkatalog für die sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung in Bäckereien und Konditoreien (Gewerbezweig 11, 12 und 19) (Arbeitssicherheitsinformationen - ASI 10.32/07), hrsg. v. der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten, Mannheim 2007

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de