Gefahrstoffdatenbanken

Für die Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz werden Daten über die am Arbeitsplatz vorkommenden Gefahrstoffe benötigt. Bei der Vielzahl der heute vorkommenden Chemikalien sind deshalb Gefahrstoffdatenbanken sehr hilfreich. Eine der größten Stoffdatenbanken bietet das Gefahrstoffinformationssystem der gewerblichen Berufsgenossenschaften (GESTIS) an.

Das im BGIA - Institut für Arbeitsschutz gepflegte GESTIS beinhaltet mehreren Datenbanken, von denen die meisten im Internet zur Verfügung stehen. Die eigentliche Stoffdatenbank enthält Daten zu ca. 8.000 Stoffen. Folgende Informationen sind abrufbar:

  • Stoffidentifikation
  • physikalisch-chemische Eigenschaften
  • Arbeitsmedizin und Erste Hilfe
  • Umgang und Verwendung
  • Vorschriften, z. B. zur Einstufung und Kennzeichnung, und Literatur.

Neben GESTIS ist die Gefahrstoffdatenbank der Länder GDL mit einem ähnlichen Angebot zu nennen. Beide Datenbanken kooperieren miteinander.

Im GESTIS ist in Zusammenarbeit mit dem Verband der chemischen Industrie (VCI) die Informationsstelle für Sicherheitsdatenblätter ISI eingerichtet. Sie bietet insbesondere behördlichen Institutionen einen umfangreichen Zugriff auf Sicherheitsdatenblätter chemischer Produkte von rund 320 Firmen. Andere Nutzer können eine Auswahl einsehen.

Die dritte GESTIS-Datenbank heißt GESTIS-STAUB-EX. Sie enthält wichtige Brenn- und Explosionskenngrößen von über 4000 Staubproben aus fast allen Branchen.

International Chemical Safety Cards (ICSC) enthalten grundlegende Informationen über den sicheren Umgang mit chemischen Stoffen am Arbeitsplatz auf jeweils zwei Seiten pro Stoff. Die deutsche Version wird vom BGIA im Rahmen des GESTIS bereitgestellt. Am ICSC-Projekt beteiligen sich internationale Organisationen wie UNEP, ILO, WHO und EU.

Die Datenbank "GESTIS - Wissenschaftliche Begründungen" liefert Angaben und Links zu den Quellen, in denen die Begründungen für die Festlegung stoffspezifischer Luftgrenzwerte und die Einstufung von Arbeitsstoffen, z. B. als krebserzeugend, dokumentiert sind.

Weitere GESTIS-Datenbanken

  • informieren über internationale Grenzwerte für ca. 1000 chemische Substanzen,
  • enthalten Listen mit validierten Messmethoden aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten zur Analyse chemischer Substanzen am Arbeitsplatz
  • beinhalten Messdaten zur Exposition gegenüber Gefahrstoffen am Arbeitsplatz (Expositionsdatenbank MEGA - diese Daten werden von den Unfallversicherungsträgern intern genutzt).

Branchenorientierte Gefahrstoffdatenbanken finden sich im Gefahrstoffinformationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (GISBAU) und im Gefahrstoffinformationssystem der chemischen Industrie (GisChem). Die von GISBAU herausgegebene Datenbank WINGIS konzentriert sich auf Produktinformationen für die Baubranche und nimmt teilweise zusätzlich eine Codierung vor (GISCODE), die auf den Gebindeetiketten oder Verkaufsverpackungen angebracht ist. In seiner Handschuhdatenbank listet GISBAU am Markt angebotene Handschuhe und nennt Einsatzzwecke bzw. maximale Tragedauer bei Kontakt zu bauchemischen Produkten.

Die von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) erstellte Datenbank CHEMSAFE® ist ein weiteres Beispiel einer spezialisierten Datenbank. Sie enthält für zahlreiche brennbare Stoffe sicherheitstechnische Kenngrößen des Brand- und Explosionsschutzes.

Neben einer Fülle von kommerziellen Angeboten von Gefahrstoffdatenbanken, mit deren Unterstützung z. B. Betriebsanweisungen und Arbeitsbereichsanalysen für Gefahrstoffe erstellt werden können, gibt es weitere kostenfrei zugängliche Datenbanken privater Anbieter.

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de