Förderung gesundheitsbewussten Freizeitverhaltens

Sicherheitsarbeit im Betrieb kann eine Fülle außerberuflicher Themen und Lebensbereiche aufgreifen. Zu diesen zählen der Freizeitsektor (Urlaub, Hobby, Sport usw.) sowie die alltägliche Lebensführung (Arbeiten in Haushalt und Garten, Umgang mit Maschinen und Geräten, Versorgungstätigkeiten usw.). Auch die Teilnahme am Straßenverkehr gehört dazu.

Ziel der Sicherheitsarbeit

Ziel einer solchen Sicherheitsarbeit ist es, bei Mitarbeitern die Bereitschaft und Fähigkeit zu stärken, in Bereichen des außerberuflichen Lebens Aspekte des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes zu berücksichtigen. Sie will zu einer umfassenden sicherheits- und gesundheitsbewussten Lebensführung beitragen. Diese kommt auch dem Betrieb direkt zugute, da Fehlzeiten und Produktionsausfälle vermindert werden.

Eine solche Sicherheitsarbeit verwirklicht das häufig geforderte Prinzip der Ganzheitlichkeit: Der Mitarbeiter wird nicht nur als Mitarbeiter gesehen, sondern als Mensch, der auch ein außerberufliches Leben führt und seine Identität behält, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt.

Förderung von Gefahrenbewusstsein

Gefahrenbewusstsein im privaten Lebensbereich kann außerdem Gefahrenbewusstsein am Arbeitsplatz fördern. Außerbetriebliche Sicherheitsthemen aufzugreifen, kann deshalb auch innerbetriebliches Sicherheitsverhalten stärken. Eine solche Ausweitung der Sicherheitsarbeit auf den privaten Bereich ist schon auf Grund der Unfallsituation wichtig: Im Freizeit-, Verkehrs- und Privatbereich ereignen sich deutlich mehr Unfälle als am Arbeitsplatz.

Beruflicher und privater Bereich sind eng miteinander verwoben. Das Erleben des Menschen weist ganzheitliche Züge auf. Privates kann in Berufliches hineinwirken und umgekehrt. Sorgen und Belastungen aus dem einen Bereich können sich auf Verhalten und Erleben im anderen auswirken.

Die Sorge des Beschäftigten um die eigene Familie kann stärker für die Prävention genutzt werden. So lässt sich z. B. die Aufgeschlossenheit der Mitarbeiter für Sicherheitsprobleme im Straßenverkehr vielleicht nachhaltiger fördern, wenn man Fragen der Verkehrssicherheit von Kindern aufgreift, als wenn man sich auf das Thema Wegeunfälle beschränkt.

Es gibt viele Möglichkeiten, in der Sicherheitsarbeit außerberufliche Themen und Inhalte aufzugreifen. Sie reichen vom Verteilen von Informationen bis zu umfangreichen Projekten. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Schriftliche Informationen, z. B. in der Betriebszeitung, können Themen wie gesunde Ernährung und den Umgang mit Nikotin und Alkohol aufgreifen oder Tipps für Auslandsreisen oder zum Kauf von sicherem Spielzeug geben. Informationsmaterial bekommt man u. a. von den Automobilclubs, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, den Berufsgenossenschaften, der Deutschen Verkehrswacht, dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), dem Deutschen Kuratorium für Sicherheit in Heim und Freizeit e. V., den Krankenkassen oder den Verbraucherberatungen.

Auch auf Betriebsversammlungen und bei Besprechungen lassen sich sicherheitsrelevante Themen aufgreifen. Für Familienangehörige können auf Betriebsfeiern und Veranstaltungen sicherheitsbezogene Aktivitäten angeboten werden, z. B. ein Radfahrturnier, ein Zweirad- oder Pkw-Sicherheitstraining für Jugendliche sowie Diskussions- oder Quizveranstaltungen.

In vielen Betrieben gibt es bereits Sport-, Hobby- und Gesundheitsgruppen, die sich regelmäßig treffen. Solche Angebote können die Gesundheit der Mitarbeiter fördern. Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz stellt ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Gesundheitsstörungen dar, deren Ursachen auch arbeitsbedingt sein können. Die Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren ist nach dem Sozialgesetzbuch eine gemeinsame Verpflichtung von Unfallversicherungsträgern und Krankenkassen. Sie müssen bei dieser Aufgabe eng kooperieren.

Literatur

  • Bausteine für den Berufsverkehr: Information, Aktion, Training, Beratung, Seminare, hrsg. v. der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn 2000 (Link)
  • Sicherheit in Heim und Freizeit, Zeitschrift der Aktion Das Sichere Haus (DSH), München (Link)
  • Verbesserung von Gesundheit und Gefahrenschutz im privaten Bereich durch Übertragung der am Arbeitsplatz gewonnenen Erfahrungen (Bericht XXI), hrsg. v. der Internationalen Vereinigung für soziale Sicherheit (IVSS), Genf (Link)
  • Schröer, A./Sochert, R.: Gesundheitszirkel im Betrieb. Modelle und praktische Durchführung, Universum Verlag, Wiesbaden 1997 (Link)
  • Westermayer, G./Bähr, B. (Hrsg.): Betriebliche Gesundheitszirkel, Göttingen, Stuttgart 1994
  • Deutsche Verkehrswacht e. V. (Link)
  • Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V. (DVR) (Link)
  • NetDoktor.de - Das unabhängige Gesundheitsweb für Deutschland (Link)
  • Next-Line. Die jungen Seiten der Berufsgenossenschaften (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de