Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Evaluation von Präventionsmaßnahmen

Angesichts begrenzter Ressourcen ist der Nachweis, dass Präventionsmaßnahmen wirksam umgesetzt werden, wichtig. Evaluation ist dabei ein Instrument zur Qualitätssicherung. In der Prävention werden beispielsweise sowohl einzelne Informationsmaterialien als auch komplexe Kampagnen evaluiert, um zu prüfen, ob deren Ziele erreicht wurden. Weiterhin wird untersucht, wie Vorschriften und Richtlinien umgesetzt werden. Aktuelles Beispiel sind die Fassungen der Unfallverhütungsvorschrift BGV A2 "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit", die hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und der Folgen für Sicherheit und Gesundheit bewertet werden. Im Feld der Qualifizierung ermittelt man die Qualität von Schulungen und den erfolgten Bildungstransfer.

 

Es lassen sich interne und externe Evaluation unterscheiden. Interne Evaluation und Selbstevaluation liegt vor, wenn die Bewertung von Personen vorgenommen wird, die auch selbst an der Gestaltung der Maßnahme beteiligt sind oder aus der gleichen Einrichtung kommen. Von externer Evaluation (Fremdevaluation) wird gesprochen, wenn Experten mit der Beschreibung und Bewertung beauftragt sind, die nicht zur Firma oder Einrichtung gehören. Externe Evaluatoren haben oft mehr Erfahrung aus dem Vergleich mit anderen. Sie sind weniger beeinflussbar und bringen neue Sichtweisen ein, aber sie können auch leichter wichtige Aspekte übersehen.

 

Ergebnisse von Evaluationen dienen der Reflexion, sollen sowohl Entscheidungen unterstützen als auch als Grundlage zur Optimierung bieten. Entscheidungsunterstützende Evaluationen sollten Informationen zu möglichst vielen relevanten Aspekten erheben und die Merkmalsausprägungen auch quantitativ ausdrücken (z. B. Ratings), damit sie später ausgewählt, gewichtet und integriert werden können. Evaluationen als Optimierungsgrundlage dienen der Gestaltung und Verbesserung von Maßnahmen. Oft wird eine Kombination dieser beiden Modelle angestrebt, um Präventionsmaßnahmen zu evaluieren.

 

Neben den grundlegenden Entscheidungen über die Art der Evaluation sind eine Reihe von Schwierigkeiten bzw. Probleme der Evaluation zu berücksichtigen und gegebenenfalls auszuräumen. Schwierigkeiten der Evaluation hängen von der Komplexität der Maßnahme ab. Am einfachsten evaluieren lassen sich Interventionen, die sowohl kurz und diskret sind als auch ganz offensichtliche Ziele verfolgen, z. B. das Anbringen eines Geländers zur Senkung der Unfallzahl an einer Treppe. Am schwierigsten zu evaluieren sind Maßnahmen, die lange dauern, unspezifisch sind, im Einzelfall sehr variabel ausgestaltet werden können und breite Auswirkungen haben. Das ist bei Präventionsmaßnahmen oft der Fall.

Literatur

  • DeGEval - Gesellschaft für Evaluation e.V. (Hrsg.): Standards für Evaluation
  • Bortz, F./ Döring, N.: Forschungsmethoden und Evaluation, Springer Verlag, Berlin 1995
  • Kromrey, H.: Empirische Sozialforschung, Leske + Budrich, Opladen 2002
  • Westermann, R: Merkmale und Varianten von Evaluationen: Überblick und Klassifikation. In: Zeitschrift für Psychologie 210 1 (2002), S. 4-26.
  • DeGEval - Gesellschaft für Evaluation e.V. (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de