Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Elektrounfälle

Die schädliche Wirkung (Abbildung) einer Durchströmung hängt von der Stromstärke, vom Weg des Stromes im Körper, von der Einwirkungsdauer und von der Stromart (Gleichstrom, Wechselstrom unterschiedlicher Frequenz) ab. Wirkungen einer Durchströmung können, je nach Stromstärke, sein:

  • Muskelverkrampfungen. Sie können dazu führen, dass die Person elektrisch durchströmte Teile nicht mehr loslassen kann.
  • Unregelmäßigkeit oder Stillstand der Herztätigkeit
  • Atemstillstand
  • Bewusstlosigkeit
  • Herzkammerflimmern. Das Herzkammerflimmern ist besonders gefährlich, weil es auch nach Ende der Durchströmung u. U. nicht zum Stillstand gebracht werden kann.

 

Lichtbögen mit Temperaturen bis zu 4.000 °C entstehen bei stromstarken Kurzschlüssen. Sie führen zu Verbrennungen der Haut und zum Verblitzen der Augen durch UV-Strahlung.

 

Sekundärwirkungen von Elektrounfällen sind Schreckreaktionen und unkontrollierte Bewegungen, die zu Sturzunfällen führen können.

 

Die Erste Hilfe bei Elektrounfällen muss möglichst schnell einsetzen (Abbildung). Zuerst muss der Stromkreis unterbrochen werden, um die Durchströmung zu beenden. Gelingt dies nicht, muss der Verunglückte mit isolierenden Hilfsmitteln vom Stromkreis getrennt werden. Der Helfer darf sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen. Bei Hochspannungsanlagen können auch schon in der Nähe eines Leiters ohne Berührung elektrische Überschläge erfolgen. Lebensgefahr besteht dort auch, wenn der Stromleiter durch Leiterbruch oder leitende Verbindung mit der Erde in Berührung gekommen ist. In der Nähe dieser Erdberührungsstelle entsteht ein Spannungstrichter (Abbildung) mit gefährlicher Schrittspannung, weshalb dort möglichst lange isolierende Hilfsmittel (Stangen) eingesetzt werden müssen.

 

Bei Atem- und Kreislaufstillstand muss mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Der Ersthelfer muss hierfür besonders ausgebildet sein. Liegt kein Atem- und Kreislaufstillstand vor, ist der Verunglückte in die stabile Seitenlage zu bringen. Verletzungen oder Verbrennungen sind zu versorgen. Ein Schock des Verletzten kann durch Schocklagerung vermindert werden.

Literatur

  • UVV Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (BGV A 3) / (GUV-V A2) / (VSG 1.4)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • TRBS 2131 Elektrische Gefährdungen
  • Umgang mit elektrischem Gerät, Heft 2 der Reihe Arbeit und Gesundheit Basics, hrsg. v. der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Universum Verlag, Wiesbaden 2003 (BGI 597-2)
  • Unfallbeispiele für Elektro- und andere Unfälle - Online-Informationen der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik (BGETF)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de