Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Dimethylsulfat

Gesundheitsgefahren:

Sowohl die Flüssigkeit als auch die Dämpfe sind sehr giftig und ätzend. Dimethylsulfat ist krebserzeugend und möglicherweise erbgutverändernd. Bei Benetzung der Haut mit DMS entstehen - erst nach Stunden - schmerzhafte Entzündungen und Geschwüre, die nur sehr langsam abheilen. Gelangt es in flüssigem Zustand in die Augen, wird die Hornhaut schwer geschädigt. Besonders gefährlich sind die Dämpfe für die Schleimhäute, Augen und Atemwege. Die Dämpfe haben zunächst nur eine geringe Reizwirkung. Erstes Anzeichen kann eine Rötung der Augen sein. Auf die örtliche Schädigung der Schleimhäute folgt unmittelbar eine Schädigung der Lunge. Wegen des geringen Geruchs gibt es keine Warnwirkung.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

Räume, in denen DMS hergestellt, verarbeitet oder gelagert wird, sind dauernd zu be- und entlüften. Die Verwendung von DMS erfolgt nur in geschlossenen Anlagen. Alle Anlagenteile müssen technisch dicht sein.

 

DMS kann bei Ausschluss von Feuchtigkeit in Eisen-, Aluminium- oder Stahlbehältern transportiert oder gelagert werden. Bei Gegenwart von Wasser ist die Bildung von Wasserstoff durch Reaktion der hydrolytisch gebildeten Schwefelsäure mit dem Metall der Gefäßwandung möglich. Deshalb sind entleerte Behälter stets verschlossen zu halten.

 

Beim Umgang mit DMS sind Korbbrillen zu benutzen. Damit DMS nicht mit der Haut in Berührung kommt, müssen undurchlässige und gegen DMS beständige Handschuhe (aus Polychloropren oder Butylkautschuk) sowie Stiefel und Schürzen bzw. Anzüge mit spezieller Kunststoffbeschichtung getragen werden. Da sowohl flüssiges als auch dampfförmiges DMS nach einigen Stunden Gummi zu durchdringen vermag, ist verschmutzte Schutzkleidung aus Gummi mit einer ca. 10 %igen wässrigen Ammoniaklösung von außen und innen zu reinigen. Als Atemschutz sind Gasfilter A (braun) zu tragen.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbol: T+ (Sehr giftig).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 45 Kann Krebs erzeugen
  • R 25 Giftig beim Verschlucken
  • R 26 Sehr giftig beim Einatmen
  • R 34 Verursacht Verätzungen
  • R 43 Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich
  • R 68 Irreversibler Schaden möglich.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 53 Exposition vermeiden - vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen
  • S 45 Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen).

 

Weitere Angaben:

WGK 2: wassergefährdend.

 

Flüssigkeit mit einem Flammpunkt über 55 bis 100 °C, die sich (oder brennbare, flüssige Bestandteile) bei 15 °C nicht in jedem beliebigen Verhältnis in Wasser löst (vormals Kategorie A III der VfB).

 

Krebserzeugend der Kategorie K2: Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten.

 

Erbgutverändernd der Kategorie M3: Stoffe, die wegen möglicher erbgutverändernder Wirkung auf den Menschen zur Besorgnis Anlass geben.

 

S: Gefahr der Sensibilisierung.

 

H: Gefahr der Hautresorption.

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Bestimmung von Dimethylsulfat (BGI 505-7)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de