Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Brandschutzbeauftragter

Bei der Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen, der Gestaltung von Arbeitsverfahren und dem Einsatz von Arbeitsstoffen soll der Brandschutzbeauftragte beratend seine Fachkunde einbringen. Er soll Brand- und Explosionsgefahren ermitteln und ein Brandschutzkonzept erstellen, sich um die Instandhaltung der Brandschutzeinrichtungen kümmern und mit den Aufsichtsbehörden, der Feuerwehr und dem Feuerversicherer zusammenarbeiten. Weiter gehört zu seinem Aufgabenbereich die Aufstellung des Brandbekämpfungs- und des Alarmplans und die Ausbildung der Mitarbeiter im Brandschutz. In Abhängigkeit von der Rechtsgrundlage, auf der die Bestellung erfolgt, können weitergehende Pflichten bestehen. Im Einzelfall empfiehlt es sich, die Aufgaben schriftlich festzulegen.

 

Besonders bei Bauten mit einer großen Zahl von Personen, die ortsunkundig oder hinsichtlich ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind, z. B. Versammlungsstätten, Kaufhäuser, Hotels oder Krankenhäuser, schreiben die Sonderbauvorschriften der Länder die Bestellung von Brandschutzbeauftragten vor. Auch durch die Baugenehmigung kann ein Brandschutzbeauftragter gefordert werden, z. B. nach Musterindustriebau-Richtlinie ab 5000 m² Geschossfläche oder bei Genehmigung eines Brandschutzkonzepts. Auch Sachversicherer können ein Brandschutzbeauftragten fordern.

 

Empfehlungen für größere Betriebe und Betriebe mit erhöhter Brandgefährdung geben die Berufsgenossenschaften und die Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb).

 

Die Ausbildung ist nicht gesetzlich geregelt. Soweit eine Auflage zur Bestellung besteht, sollte die Qualifikation mit der zuständigen Behörde abgestimmt werden. Anforderungen und Ausbildungsinhalte sind in der Berufsgenossenschaftlichen Information "Aufgaben, Qualifikation und Ausbildung von Brandschutzbeauftragten" (BGI 847) zu finden. In der BGI 847 ist für Personen ohne Vorkenntnisse eine zweiwöchige Ausbildung vorgesehen, die bei Fachkräften für Arbeitssicherheit und Mitgliedern der Feuerwehr mit Gruppenführerausbildung auf eine Woche reduziert werden kann.

 

In § 10 des Arbeitsschutzgesetzes ist die Benennung von "Beschäftigten, die Aufgaben der Brandbekämpfung und Evakuierung übernehmen," im Rahmen der Notfallmaßnahmen aufgeführt. Dies ist vom Arbeitgeber je nach den Gefährdungen, den betrieblichen Gegebenheiten und der Zahl der Beschäftigten zu organisieren. Die Aufgaben dieser Brandschutzhelfer liegen darin, Entstehungsbrände zu bekämpfen, die Evakuierung im zugewiesenen Bereich durchzuführen, behinderte Personen zu unterstützen, die Feuerwehr einzuweisen und andere Notfallmaßnahmen durchzuführen. Es wird empfohlen, ca. 5 % der Beschäftigten als Brandschutzhelfer zu benennen und entsprechend zu unterweisen.

Literatur

  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Bestellung, Aufgaben, Qualifikation und Ausbildung von Brandschutzbeauftragten. vfdb-Richtlinie 12-09-01, Ausgabe 2001-07 (Link)
  • Brandschutzausbildung im Betrieb. VdS-Richtlinie 2213, Ausgabe 1998-12 (Link)
  • Muster-Richtlinie über den baulichen Brandschutz im Industriebau (Muster-Industriebaurichtlinie - MIndBauRL)
  • Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (BGI 560)
  • Aufgaben, Qualifikation und Ausbildung von Brandschutzbeauftragten (BGI 847)
  • Zwischenfall, Notfall, Katastrophe - Security-Leitfaden für die Sicherheits- und Notfallorganisation - mit CD-ROM (BGI 5097)
  • Verein der Brandschutzbeauftragten in Deutschland e.V. (vbbd) (Link)
  • Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) (Link)
  • WISSEN.kompakt: Brandschutz - Online-Informationen der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de