Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Beleuchtung

Die Leuchten sind so auszuwählen und anzuordnen, dass überall im Betrieb mindestens eine Leuchtstärke von 15 lx vorliegt. Verkehrswege für Personen müssen in Gebäuden eine Nennbeleuchtungsstärke von mindestens 50 lx aufweisen. Wenn auf den Verkehrswegen auch Fahrzeuge fahren, sowie auf Treppen und Verladerampen muss die Nennbeleuchtungsstärke mindestens 100 lx betragen.

 

An ständig besetzten Arbeitsplätzen ist eine Nennbeleuchtungsstärke von mindestens 200 lx vorzusehen. Die tatsächlich erforderliche Beleuchtungsstärke richtet sich nach der Art der Sehaufgabe und kann sehr unterschiedlich sein. Zu beachten ist unter Umständen auch, dass ältere Menschen für die gleiche Sehleistung (Abbildung) mehr Licht benötigen als junge.

 

Bei der Bemessung und Anordnung der Leuchten ist zu berücksichtigen, dass die Nennbeleuchtungsstärke ein Mittelwert ist in Bezug auf:

  • die Abnahme der Helligkeit durch Alterung und Verschmutzung
  • die Helligkeitsverteilung im Raum.

 

Die Leuchten dürfen die Farben im Raum, insbesondere die Sicherheitsfarben, nicht verfälschen. Außerdem darf keine Blendung entstehen. An Bildschirmarbeitsplätzen muss darauf geachtet werden, dass durch die Beleuchtung keine Spiegelungen (Reflexionen) auf dem Bildschirm auftreten.

 

Anhand der Leistung der Beleuchtungskörper bzw. Lampen ist eine grobe Abschätzung der Beleuchtungsstärke möglich. Bei Leuchtstofflampen kann in etwa abgeschätzt werden, wie viel Watt pro m² Grundfläche eines Raums installiert werden müssen, um die erforderliche Beleuchtungsstärke (Abbildung) zu erhalten.

 

Bei Ausleuchtung durch andere Lampenarten (Abbildung) ist der ermittelte Wert mit einem Faktor zu multiplizieren, bei Glühlampen beispielsweise mit dem Faktor 4.

 

Die Beleuchtungsstärke wird mit einem Beleuchtungsstärkemessgerät gemessen (Luxmeter/Lichtmesser). Die Messung erfolgt während der Tätigkeit des Beschäftigten. Bei Verkehrswegen wird in 0,20 m Höhe über dem Fußboden an mehreren Stellen längs des Weges gemessen.

 

Die Farbwiedergabe der Beleuchtung ist so zu wählen, dass Signal- und Sicherheitsfarben sowie Farbcodierungen als solche sicher erkannt werden können.

 

Die Beleuchtung darf aber nicht nur aus rein technischer Sicht und hinsichtlich ihrer Beleuchtungsstärke betrachtet werden. Auch beschränkt sich die Wirkung der Beleuchtung auf den Menschen nicht nur auf den Sehvorgang und das Erkennen seiner Umwelt. Es gibt weitere körperliche und psychische Wirkungen der Beleuchtung, die sich auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit (Abbildung) des Menschen auswirken können. Eine gute fachliche Beratung bei der Installation und Änderung von betrieblichen Beleuchtungsanlagen ist daher zu empfehlen.

 

Lichtschalter müssen nahe an den Eingängen der Räume angebracht sein; sie sollen leicht erreichbar und selbst leuchtend sein, wenn keine allgemeine Orientierungsbeleuchtung vorhanden ist. Dies gilt nicht, wenn die Beleuchtung zentral geschaltet wird. Lichtschalter sind auch entlang der Verkehrswege notwendig.

 

Die elektrische Treppenbeleuchtung muss sich in jedem Stockwerk einschalten lassen, wenn die Treppe während der Betriebszeit nicht ständig beleuchtet ist. Die Lichtschalter müssen in unmittelbarer Nähe der Treppenzugänge angebracht und auch bei Dunkelheit erkennbar sein.

 

Gefährliche Stellen, z. B. Öffnungen, Vertiefungen, Gruben, müssen gut und ständig beleuchtet bleiben; besonders dort, wo die Arbeitsweise keine ausreichende Sicherung gegen das Hineinstürzen von Personen zulässt. In feuchten Räumen und an Stellen, an denen Leuchten beschädigt werden können (z. B. durch Verkehr, die Handhabung sperriger Gegenstände wie Stangen, bei sehr niedrig angebrachten Leuchten), müssen die Leuchten Schutzgläser oder Schutzkörbe haben.

 

An Orten und Räumen mit Explosionsgefahr dürfen nur explosionsgeschützte Leuchten und Schalter verwendet werden.

 

Mit Halogen-Beleuchtungsanlagen lassen sich wirkungsvolle Beleuchtungseffekte und wirtschaftliche Vorteile durch erhöhte Lebensdauer und Lichtausbeute verbinden. Die geringe Abmessung der in diesen Leuchten verwendeten Reflektorlampen mit ihrem gebündeltem Lichtstrahl kann allerdings zu starker Blendung führen. Außerdem erfordert die Wärmeentwicklung dieser Leuchten, insbesondere wenn sie eingebaut sind, besondere Maßnahmen, weil mit Temperaturen von bis zu 500 °C gerechnet werden muss.

 

Auch der Einsatz von LED-Leuchten (Leuchten mit Licht emittierenden Dioden) nimmt immer mehr zu. Diese Leuchten können bei hoher Intensität und direkter Anstrahlung zu starker Blendung führen. Ihre Strahlung sollte deshalb nicht in die Augen ungeschützter Personen gerichtet werden.

 

Arbeitsstätten, in denen die Beschäftigten bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung Unfallgefahren ausgesetzt sind, müssen eine ausreichende Sicherheitsbeleuchtung haben.

Literatur

  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten (Bildschirmarbeitsverordnung - BildscharbV)
  • UVV Arbeitsstätten, bauliche Anlagen und Einrichtungen (VSG 2.1)
  • Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten; Teil 1: Handlungshilfen für den Unternehmer (BGR 131-1)
  • Natürliche und künstliche Beleuchtung von Arbeitsstätten; Teil 2: Leitfaden zur Planung und zum Betrieb der Beleuchtung (BGR 131-2)
  • Optische Sicherheitsleitsysteme (BGR 216)
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 41/3 Künstliche Beleuchtung für Arbeitsplätze und Verkehrswege im Freien
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 7/1 Sichtverbindung nach außen
  • Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 7/3 Künstliche Beleuchtung
  • DIN 5034 Tageslicht in Innenräumen
  • DIN 5035 Beleuchtung mit künstlichem Licht
  • DIN EN 12464 Licht und Beleuchtung - Beleuchtung von Arbeitsstätten
  • VDI 6011 Optimierung von Tageslichtnutzung und künstlicher Beleuchtung
  • Beleuchtung im Büro (BGI 856)
  • Expositionsgrenzwerte für künstliche optische Strahlung (BGI 5006)
  • Mensch und Arbeitsplatz (BGI 523)
  • Treppen (BGI 561) / (GUV-I 561)
  • Ausbildung von Sachkundigen für die Prüfung der künstlichen Beleuchtung an Arbeitsplätzen (BGG 917)
  • Handlungsanleitung zur Beleuchtung von Arbeitsstätten. Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (Hrsg.), LV 41, 2005 (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de