Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Ausgänge, Notausgänge

Angaben über Zahl und Größe der Ausgänge enthält das Bauordnungsrecht der einzelnen Bundesländer, aber auch die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sowie mehrere BG-Regeln und -Informationen. Für spezielle Bereiche gelten die Vorschriften der Warenhaus- und Versammlungsstätten-Verordnungen sowie die Brandschutzvorschriften der Bundesländer.

 

Zahl und Lage der Ausgänge bestimmen sich nach der Eigenart und den Gefährdungen des Betriebs, der Zahl der Beschäftigten und der räumlichen Ausdehnung der Arbeitsstätte.

 

Die Ausgänge müssen so angeordnet sein, dass von jeder Stelle des Raums eine bestimmte Entfernung zum nächstgelegenen Ausgang nicht überschritten wird. Die in der Luftlinie gemessene Entfernung soll höchstens betragen:

  • 35 m in Räumen ohne besondere Gefährdung
  • 25 m in brandgefährdeten Räumen (ohne Sprinkleranlage oder vergleichbare Feuerlöscheinrichtungen)
  • 35 m in brandgefährdeten Räumen (mit Sprinkleranlage oder vergleichbaren Feuerlöscheinrichtungen)
  • 20 m in giftstoff- und explosionsgefährdeten Räumen
  • 10 m in explosivstoffgefährdeten Räumen.

 

Weiter gehende Bestimmungen im Bauordnungsrecht betreffen besondere Gebäude. So ist z. B. bei Hochhäusern eine Entfernung zum Ausgang ins Treppenhaus von höchstens 25 m vorgeschrieben.

 

Die Abmessungen (Abbildung) der Ausgänge richten sich nach der Zahl der Personen, für die der Ausgang bestimmt ist, und nach dem Gefahrengrad. Die lichte Höhe der Ausgänge soll mindestens 2,00 m betragen.

 

Die Ausgänge dürfen nicht verschlossen sein, solange sich Personen in den Arbeitsräumen befinden. Sie sind von Gegenständen aller Art freizuhalten und müssen leicht erkennbar sein. Die Griffe zur Betätigung der Ausgangstüren dürfen mit festen Teilen der Tür oder deren Umgebung keine Scher- und Quetschstellen bilden. Pendeltüren müssen durchsichtig sein oder Sichtfenster haben, um Zusammenstöße mit entgegenkommenden Personen zu vermeiden.

 

Vor Gebäudeausgängen, an denen Verkehrswege zum Lastentransport in weniger als 1 m Abstand vorbeiführen, sind Schranken, Geländer oder ähnliche Sicherungen anzubringen.

 

Falls nicht genügend normale Ausgänge vorhanden sind, sind zusätzlich Notausgänge zu schaffen. Als Notausgänge können sowohl Türen als auch besondere Fenster, Wand- und Bodenluken dienen. Sie dürfen verschlossen sein, müssen sich aber jederzeit ohne Hilfsmittel leicht von innen öffnen lassen. Diese Bedingung erfüllen Türschlösser, die sich von außen nur mit Hilfe eines Schlüssels, von innen jedoch ohne Schlüssel mit einer fest angebrachten Klinke oder ähnlich einfachen Einrichtungen - z. B. Hebel, Griff, Drücker - öffnen lassen (Panikschlösser).

 

Die Einrichtung zum Öffnen muss innen so angebracht sein, dass sie in Greifhöhe liegt (Hebel 1,50 bis 1,70 m hoch, Klinke oder Drücker 1,20 bis 1,50 m hoch).

 

Schlüsselkästen neben Notausgängen, die den Schlüssel für den abgeschlossenen Notausgang enthalten, sind nicht zulässig. Zur Kontrolle der Notausgänge besteht die Möglichkeit, sie zu verplomben oder mit Meldeanlagen zu versehen.

 

Türen von Notausgängen müssen sich nach außen öffnen lassen. In Notausgängen sind Karussell- und Schiebetüren nicht zulässig. Sie müssen deutlich sichtbar sein und eine dauerhafte Kennzeichnung (Abbildung) tragen.

Literatur

  • Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV) (CHV 4)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Kraftbetätigte Fenster, Türen und Tore (BGR 232) / (GUV-R 1/494)
  • Optische Sicherheitsleitsysteme (BGR 216)
  • Arbeitsstättenregel (ASR) A2.3 Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan
  • Glastüren, Glaswände (BGI 669)
  • Sicherer Umgang mit Toren (BGI 861-1)
  • Sicherer Umgang mit Türen (BGI 861-2)
  • Verschlüsse für Türen von Notausgängen (BGI 606)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de