Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Arbeitsschutzgesetz

Das Gesetz gilt für alle Arbeitgeber und Beschäftigten der privaten Wirtschaft, des öffentlichen Dienstes, der freien Berufe und der Landwirtschaft.

 

Wichtigste Zielperson des Gesetzes ist der Arbeitgeber. Er hat die Verantwortung für den Arbeitsschutz und muss dafür sorgen, dass seine Beschäftigten durch die und bei der Arbeit nicht gefährdet werden.

 

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Gefährdung seiner Beschäftigten bei der Arbeit zu ermitteln und zu beurteilen. Auf dieser Grundlage muss er Arbeitsschutzmaßnahmen zur Verhütung von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren treffen. Diese Maßnahmen sind wiederholt zu überprüfen und gegebenenfalls den sich ändernden Gegebenheiten anzupassen.

 

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber, wenn er mehr als zehn Beschäftigte hat, in schriftlichen Unterlagen festhalten (Dokumentation). Teilzeitkräfte werden dabei entsprechend ihrer Arbeitszeit mit bestimmten Faktoren berücksichtigt (wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 10 Stunden: Faktor = 0,25; nicht mehr als 20 Stunden: Faktor = 0,5; nicht mehr als 30 Stunden: Faktor = 0,75).

 

Das Gesetz verlangt ferner vom Arbeitgeber die Schaffung einer geeigneten innerbetrieblichen Arbeitsschutzorganisation und die Unterweisung der Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Dazu gehören z. B. die Übertragung von Aufgaben des Arbeitsschutzes an Beschäftigte, die Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber, aber auch die Zusammenarbeit aller am betrieblichen Arbeitsschutz Beteiligten. Der Arbeitgeber wird verpflichtet, die Erste Hilfe und sonstige Notfallmaßnahmen und die arbeitsmedizinische Vorsorge zu organisieren.

 

Rechte und Pflichten der Beschäftigten werden ebenfalls durch das Gesetz festgelegt. Die Beschäftigten sollen aktiv an der Umsetzung von Sicherheit und Gesundheitsschutz mitwirken, sich sicher verhalten, festgestellte Gefahren melden und eigene Vorschläge zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit machen.

 

Das Gesetz regelt auch die Überwachung und Beratung der Betriebe durch die Arbeitsschutzbehörden

.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Konkretisiert werden die Bestimmungen des Gesetzes in mehreren Verordnungen. Sie betreffen z. B.</p>
  • die Benutzung von Arbeitsmitteln
  • die Gestaltung von Arbeitsstätten
  • den Arbeitsschutz auf Baustellen
  • die Arbeit an Bildschirmgeräten (Bildschirmarbeitsplätze)
  • die Benutzung von Persönlichen Schutzausrüstungen
  • die manuelle Handhabung von Lasten (Heben und Tragen)
  • den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen
  • den Schutz werdender und stillender Mütter (Beschäftigungsbeschränkungen).

Literatur

  • Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) (CHV 2)
  • Das Arbeitsschutzgesetz (Text und Kommentar), hrsg. v. der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik (BGETF), Köln 2006
  • Kreizberg, K.: Leitfaden Arbeitsschutzrecht, Universum Verlag, Wiesbaden 2000 (Link)
  • Schlüter, A.: Arbeitsschutzgesetz. Leitfaden für die Praxis, Universum Verlag, Wiesbaden 1998
  • Stürk, P.: Wegweiser Arbeitsschutzgesetz. Kurzinformation für die Praxis, 4. Aufl., Erich Schmidt Verlag, Bielefeld 2004

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de