Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Anstrichstoffe, Beschichtungsstoffe

Anstrichstoffe dienen der Sachwerterhaltung, der Hygiene, der Verschönerung usw. und bestehen aus Bindemitteln, Löse- oder Dispergiermitteln, Pigmenten oder Farbstoffen, Füllstoffen, Weichmachern und anderen Additiven, z. B. Fungiziden (siehe auch Holzschutzmittel). Die Anstriche ergeben nach dem Auftragen und Trocknen einen geschlossenen, auf der Unterlage haftenden, festen Film. Bei mehrschichtigen Beschichtungen spricht man von einem Beschichtungssystem, z. B. Epoxidharzsysteme. Die Produkte werden häufig nach der Art der enthaltenen Bindemittel benannt, z. B. Alkydharzlackfarben, Siliconharzfarben, Dispersionslackfarben, Dispersionsfarben, Acryllacke usw.

 

Viele Lacke (Beschichtungen auf Basis organischer Bindemittel) enthalten organische Lösemittel wie Aromaten oder aliphatische Kohlenwasserstoffe. Es gibt sie aber auch auf wässriger Basis, z. B. Dispersionslackfarben, wasserverdünnbare Klarlacke oder Polymerisatharzfarben. Bei den Farben geht der Trend eindeutig zu den wässrigen Systemen (Dispersionsfarben).

 

Die wasserlöslichen Lösemittel (Ether, Ester, Glykole, Alkohole) in Dispersionsprodukten besitzen auf Grund ihres geringen Anteils keine konservierende Wirkung; daher werden den Dispersionsprodukten geringe Anteile an Konservierungsstoffen, z. B. Formaldehyd, Formaldehydabspalter oder Isothiazolinonderivate, zugesetzt ("Topfkonservierer"). Trotzdem sind die wässrigen Systeme den lösemittelhaltigen Produkten vorzuziehen. In den stark lösemittelhaltigen Beschichtungen sind auf Grund des hohen Lösemittelanteils (bis 90 %) keine Konservierungsstoffe enthalten. Die Lösemittel bestehen hier in der Regel aus wasserunlöslichen Kohlenwasserstoffen.

 

Auch bezüglich der Gesundheitsgefahren sind die Produkte sehr unterschiedlich. Wässrige Beschichtungen sind meist ungefährlich. Bei Anstrichstoffen auf der Basis von wasserunlöslichen organischen Lösemitteln können aber nicht zu unterschätzende Gefährdungen auftreten (s. dazu Kohlenwasserstoffe,

Aromaten,

Lösemittel).

 

Je nach Lösemitteln sind unterschiedliche Schutzmaßnahmen erforderlich. Es sollte grundsätzlich - auch bei wässrigen Produkten - für gute Lüftung (Abbildung) gesorgt werden. Bei stark lösemittelhaltigen Farben und Lacken können Absauganlagen erforderlich sein. Der Ex-Schutz ist zu beachten. Bei den wässrigen Systemen ist Atemschutz (Partikelmaske P2 (weiß)) nur im Spritzverfahren erforderlich. Dagegen müssen bei Produkten auf der Basis organischer Lösemittel im Handanstrich manchmal Gasfilter A (braun), im Spritzverfahren häufig Kombinationsfilter A-P2 (braun/weiß) getragen werden. Darüber hinaus sind bei möglichem Hautkontakt Chemikalienschutzhandschuhe zu benutzen, bei kohlenwasserstoffhaltigen Produkten aus Nitrilkautschuk.

 

Vielen Produkten werden vor der Verarbeitung - besonders bei der Anwendung im Spritzverfahren - noch Verdünnungsmittel zugegeben. Die von den Verdünnern ausgehenden Gefährdungen sind dann ebenfalls zu berücksichtigen. Zur Entfernung von alten Beschichtungen werden neben mechanischen Verfahren oft Abbeizmittel verwendet.

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Benutzung von Atemschutzgeräten (BGR 190) / (GUV-R 190)
  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • Grundsätze der Prävention (BGR A 1) / (GUV-R A1)
  • Schutzmaßnahmenkonzept für Spritzlackierarbeiten - Lackaerosole (BGR 231)
  • Sicherheitsregeln für elektrostatisches Versprühen von brennbaren flüssigen Beschichtungsstoffen mit Handsprüheinrichtungen (BGR 144)
  • TRGS 507 Oberflächenbehandlung in Räumen und Behältern
  • TRGS 610 Ersatzstoffe und Ersatzverfahren für stark lösemittelhaltige Vorstriche und Klebstoffe für den Bodenbereich
  • BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung - Spritzlackieren von Hand bei der Holzbe- und -verarbeitung (BGI 790-013)
  • Lackierer (BGI 557)
  • Lackierräume und -einrichtungen für flüssige Beschichtungsstoffe - Bauliche Einrichtungen, Brand- und Explosionsschutz, Betrieb (BGI 740)
  • Maler und Lackierer (BGI 639)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de