Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

Das kostenlose Glossar zum Thema Arbeitsschutz. Finden Sie über 400 Begriffsklärungen und mehr als 1.200 Schlagwörter zu den Themen Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebsanweisung, Betriebsarzt, Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Gesundheitsförderung und vieles mehr.

Anschlagmittel

Für sie gilt allgemein:

  • Die Tragfähigkeit darf nicht überschritten werden.
  • Beim Einsatz müssen die zulässigen Temperaturbereiche (Abbildung) beachtet werden.
  • Ketten, Seile und Hebebänder können durch scharfe Kanten der Lasten in ihrer Tragfähigkeit beeinträchtigt werden. Kanten an einer Last gelten dann als scharf, wenn der Kantenradius (Abbildung) der Last kleiner ist als der Durchmesser des Seiles, die Dicke des Hebebandes oder die Nenndicke der Rundstahlkette.
  • Lasten müssen so angeschlagen sein, dass sie nicht herabfallen können.
  • Lasten dürfen nicht durch Einhaken unter die Umschnürung angeschlagen werden. Ausgenommen ist das Anlüften beim Zusammenstellen von Ladeeinheiten oder zum Unterschieben von Unterleghölzern.
  • Mit dem Rollenhakengeschirr darf nicht angeschlagen werden, wenn sich die Rollenhaken berühren können.
  • Wenn unbeabsichtigtes Aushängen möglich ist, z. B. bei starren Lastaufnahmemitteln oder bei Drahtseilen mit geringer freier Länge, müssen Lasthaken mit Sicherungen verwendet werden, die ein unbeabsichtigtes Aushängen nicht zulassen, z. B. Haken mit Sicherungsklappe.

 

Besteht die Gefahr des Zusammenrutschens von Anschlagmitteln, dürfen lange stabförmige Lasten nicht im Hängegang angeschlagen werden. Sie sind entweder an Traversen oder im Schnürgang anzuschlagen. Stabeisen, Rohre, Profile, Bohlen und andere lange schlanke Güter dürfen nicht in Einzelschlingen angeschlagen werden, da bei Schieflage die Gefahr des Herausrutschens besteht. Derartige Güter müssen, wenn der Anschlag in Einzelschlingen - z. B. bei der Stahlbaumontage - erforderlich ist, in "doppeltem Schnürgang" angeschlagen werden (Abbildung).

 

An Lastaufnahme- und Anschlagmitteln für Betonfertigteile muss die bestimmungsgemäße Zuordnung zu den Ankern im Betonfertigteil durch die Bauart sichergestellt sein.

 

Kombinierte Anschlagmittel werden verwendet, um die Handhabbarkeit und die Standzeit des Anschlagmittels zu verbessern und um die Last zu schonen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Anhänger mit der Tragfähigkeit des am geringsten belastbaren Anschlagmittels ausgerüstet ist.

 

Anschlagmittel sollen trocken und luftig sowie geschützt gegen Einwirkungen von Witterungseinflüssen und aggressiven Stoffen aufbewahrt werden.

 

Eine Prüfung ist mindestens einmal jährlich durch einen Sachkundigen bzw. eine Befähigte Person durchzuführen, außerdem nach Schadensfällen oder besonderen Vorkommnissen, die die Tragfähigkeit beeinflussen können, sowie nach Instandsetzungsarbeiten.

Literatur

  • Betreiben von Arbeitsmitteln (BGR 500)
  • Gebrauch von Anschlag-Drahtseilen (BGR 151) / (GUV-R 151)
  • Gebrauch von Anschlag-Faserseilen (BGR 152) / (GUV-R 152)
  • Rundstahlketten als Anschlagmittel in Feuerverzinkereien (BGR 150)
  • Transportanker und -systeme von Betonfertigteilen (BGR 106)
  • DIN 15003 Hebezeuge; Lastaufnahmeeinrichtungen, Lasten und Kräfte, Begriffe
  • Anschläger (BGI 556)
  • Belastungstabellen für Anschlagmittel aus Rundstahlketten, Stahldrahtseilen, Chemiefaserhebebändern, Chemiefaserseilen, Naturfaserseilen (Kartensatz in Kunststoffhülle) (BGI 622)
  • Gebrauch von Hebebändern und Rundschlingen aus Chemiefasern (BGI 873)
  • Kettenkarteikarte: Hebezeugkette bzw. Anschlagkette mit eingeschweißten Aufhänge- und Endgliedern (BGI 879-2)
  • Kettenkarteikarte: Montierte Anschlagkette aus Einzelteilen (BGI 879-1)
  • Merkblatt für Seile und Ketten als Anschlagmittel im Baubetrieb (BGI 876)
  • Sicherer Betrieb von gleislosen Fahrzeugkranen (BGI 672)
  • CD-ROM: "BG-INFO - Die CD-ROM der BG BAU", Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - Medien und Praxishilfen (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de