Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Acetaldehyd

Gesundheitsgefahren:

Acetaldehyd-Dämpfe wirken stark reizend auf die Schleimhäute der Atmungsorgane und Augen. Bei längerer Einwirkung höherer Konzentrationen können chronische Entzündungen der Haut und der Schleimhäute auftreten. Es besteht Krebsverdacht.

 

Wichtige Schutzmaßnahmen:

Ist mit dem Austreten von Acetaldehyd aus Apparaturen und Behältern zu rechnen, müssen die Räume besonders in Bodennähe gut gelüftet sein. Bei Arbeiten mit Acetaldehyd müssen Schutzbrille, Schutzhandschuhe aus Butylkautschuk, Gummistiefel und eventuell Schutzanzug getragen werden. Als Atemschutz eignen sich Gasfilter AX (braun) für Niedrigsieder. Sind in der Atemluft noch andere organische Gase/Dämpfe vorhanden, dürfen nur umgebungsluftunabhängige Atemschutzgeräte verwendet werden. Gummi wird auf die Dauer von Acetaldehyd angegriffen, deshalb sind alle Gummiteile regelmäßig auf Brauchbarkeit zu prüfen. Benetzte Kleidungsstücke (auch Schuhe) sind sofort auszuziehen und die Haut ist mit viel Wasser zu spülen.

 

Die Lagerung muss unter Schutzgas (z. B. Stickstoff) erfolgen - bei niedriger Temperatur (unter dem Siedepunkt) drucklos, sonst unter Gasdruck.

 

Kennzeichnung:

Gefahrensymbole: F+ (Hochentzündlich), Xn (Gesundheitsschädlich).

 

Hinweise auf besondere Gefahren (R-Sätze):

  • R 12 Hochentzündlich
  • R 36/37 Reizt die Augen und die Atmungsorgane
  • R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.

 

Sicherheitsratschläge (S-Sätze):

  • S 2 Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
  • S 16 Von Zündquellen fernhalten - Nicht rauchen
  • S 33 Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladungen treffen
  • S 36/37 Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung und Schutzhandschuhe tragen.

 

Weitere Angaben:

Flüssigkeit mit einem Flammpunkt < 21 °C, die sich (oder brennbare, flüssige Bestandteile) bei 15 °C in jedem beliebigen Verhältnis in Wasser löst (vormals Kategorie B der VbF).

 

WGK 1: schwach wassergefährdend.

 

Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 50 ml/m^3 (ppm) bzw. 91 mg/m^3.

 

Krebserzeugend der Kategorie K3: Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben.

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • UVV Grundsätze der Prävention (BGV A 1) / (GUV-V A1) / (VSG 1.1 Allgemeine Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz)
  • Explosionsschutz-Regeln (EX-RL) (BGR 104) / (GUV-R 104)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906
  • GESTIS-Stoffdatenbank (Link)

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de