Dichlormethan (Methylenchlorid)

Dichlormethan, ein Niedrigsieder, ist eine farblose Flüssigkeit. Es löst schnell Chlorkautschuk, Polyvinylchlorid (PVC), Polystyrol und viele Natur- und Kunstharze und bildet verschiedene azeotrop siedende Gemische. Dichlormethan wird als Extraktionsmittel und Lösemittel sowie zur Metallentfettung benutzt. Außerdem kann es Bestandteil von Klebstoffen und Abbeizmitteln sein.

Chemische Formel und Synonyme

  • Chemische Formel: CH~2Cl~2
  • Synonyme: Methylendichlorid, Chlormethylen, Methylenchlorid.

Gesundheitsgefahren von Dichlormethan

Der Hauptaufnahmeweg ist der Atemtrakt. Erhebliche Anteile können aber auch durch die Haut aufgenommen werden. Dichlormethan reizt die Atemwege und Schleimhäute. Es hat krebsverdächtige Wirkung. Vorübergehende Beschwerden sind Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit und Konzentrationsstörungen. Als Langzeitfolgen können Leber- und Nervenschäden auftreten. Hohe Konzentrationen wirken narkotisch. Werden Personen nicht sofort aus dem Gefahrenbereich entfernt, kann Tod durch Ersticken eintreten. An der Luft sind die Dämpfe praktisch nicht entflammbar, sie brennen aber unter extremen Bedingungen.

Wichtige Schutzmaßnahmen bei der Verwendung von Dichlormethan

Die Verwendung von Dichlormethan sollte möglichst in geschlossenen Anlagen oder Apparaturen erfolgen. Ist dies nicht möglich, ist eine gute Absaugung am Boden des Raums vorzusehen. Empfohlen wird eine Objektabsaugung. Bei Zersetzung an der Flamme ist mit der Bildung von Chlorwasserstoff oder Phosgen zu rechnen. Benetzte Kleidung ist sofort zu wechseln und erst nach Trocknung wieder zu tragen.

Besteht die Möglichkeit, mit Dichlormethan in Berührung zu kommen, sind undurchlässige Schutzkleidung, Schutzhandschuhe aus Fluorkautschuk (Tragezeit 150 Minuten) und dicht anliegende Schutzbrillen zu tragen. Als Atemschutz sind bei Grenzwertüberschreitungen AX-Filter zu verwenden. Sollten neben Dichlormethandämpfen noch andere organische Gase/Dämpfe in der Atemluft vorhanden sein, dürfen ausschließlich umgebungsluftunabhängige Atemschutzgeräte verwendet werde. Dieser Hinweis ist besonders wichtig, da es beim Umgang mit dichlormethanhaltigen Abbeizmitteln immer wieder zu tödlichen Unfällen kommt, weil falscher Atemschutz getragen wird.

Kennzeichnung von Dichlormethan

Gefahrensymbol: Xn (Gesundheitsschädlich).

Hinweise auf besondere Gefahren von Dichlormethan (R-Sätze)

  • R 40 Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.

Sicherheitsratschläge bei Dichlormethan (S-Sätze)

  • S (2) Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
  • S 23 Gas/Rauch/Dampf/Aerosol nicht einatmen
  • S 24/25 Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden
  • S 36/37 Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen

Weitere Angaben:

  • WGK 2: wassergefährdend
  • Arbeitsplatzgrenzwert (TRGS 900): 256 mg/m^3 bzw. 75 ml/m^3
  • Biologischer Grenzwert (TRGS 903): CO-Hb 5 % (Blut), Dichlormethan 1 mg/l (Blut)
  • Krebserzeugend der Kategorie K3: Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben

Weitere Informationen:

Das Angebot der B·A·D zum Thema "Management gefährlicher Stoffe"

 

 

Literatur

  • Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) (CHV 5)
  • TRGS 612 Ersatzstoffe, Ersatzverfahren und Verwendungsbeschränkungen für dichlormethanhaltige Abbeizmittel
  • Chlorkohlenwasserstoffe (BGI 767) / (GUV-I 767)
  • CMR-Gesamtliste (BAuA): Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe, Tätigkeiten und Verfahren nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG, TRGS 905 und TRGS 906
  • GESTIS-Stoffdatenbank

Quellen

www.arbeit-und-gesundheit.de