Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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PAAG-Verfahren

Das PAAG-Verfahren ist ein "Verfahren zur Verhütung von Störungen und Störfällen durch Prognose, Auffinden der Ursachen, Abschätzen der Auswirkungen, Gegenmaßnahmen". Es beruht auf dem in Großbritannien erstmals veröffentlichten "Hazard and Operability (HAZOP)"-Verfahren und wurde entwickelt in der Einsicht, dass Sicherheitsarbeit eine systematische Herangehensweise erfordert - insbesondere bei der Planung und Konstruktion von Anlagen der chemischen Industrie.

Pausen

Bei der Arbeit tragen Pausen wesentlich zur Erholung bei. Die Erholungswirkung von Pausen zählt zu den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen, die der Arbeitgeber gemäß § 4 Abs. 3 des ArbSchG bei Maßnahmen der Arbeitsgestaltung zu beachten hat. Neben offiziellen Arbeitspausen (Kurzpausen), die die Arbeit unterbrechen, zählen hierzu auch "erholsame" Nebenarbeiten (Tätigkeiten mit einer vernachlässigbaren Beanspruchung). Es gibt drei Formen von Arbeitspausen:

  • Ruhepausen (geregelte Pausen mit einer Dauer von mindestens 15 Minuten)
  • Kurzpausen (geregelte oder frei gewählte Pausen von ca. sieben Minuten)
  • ablaufbedingte Pausen (z. B. Warte- und Stillstandszeiten).

Pentachlorphenol (PCP)

Chemische Formel: C~6Cl~5OH. Pentachlorphenol ist ein weißes, geruchloses, praktisch wasserunlösliches, unbrennbares, nadelförmiges Kristall oder graues Pulver. Es ist löslich in organischen Lösemitteln und in schwachen Alkalien. PCP ist ein starkes Biozid und wurde als Holz-, Textil- und Lederkonservierungsmittel eingesetzt. Nach Anhang IV der Gefahrstoffverordnung gilt für PCP und seine Verbindungen ein weitgehendes Herstellungs- und Verwendungsverbot.

Peroxide, organische

Organische Peroxide sind Verbindungen, die eine an organische Reste gebundene Sauerstoff-Gruppe (O-O-Gruppe) enthalten. Sie werden deshalb auch als Abkömmlinge des Wasserstoffperoxids aufgefasst, in denen ein oder beide Wasserstoff-Atome durch organische Reste ersetzt sind. Außer Dimethylperoxid sind organische Peroxide unter normalen Bedingungen flüssig oder fest. Bis auf wenige Ausnahmen, z. B. einige einfache Alkylhydroperoxide, Persäuren und Wasserstoffperoxid-Adukte, sind sie in Wasser wenig oder gar nicht löslich; dagegen sind sie in den meisten organischen Lösemitteln löslich.

Personalauswahl

Unter Personalauswahl versteht man allgemein den Prozess von der Ausschreibung einer freien Stelle (Tätigkeit, Ausbildungsplatz, Führungsposition) über Sichtung der eingegangenen Bewerbungen, Einladung zum Vorstellungsgespräch, Bewerberinterview, psychologische und evtl. medizinische Eignungsuntersuchung, Hinzuziehung der Mitbestimmungsgremien, Gestaltung des Arbeitsvertrags bis zur Einstellung des für eine bestimmte Position am besten geeigneten Kandidaten.

 

Personalauswahl ist somit ein Entscheidungsprozess, der aus mehreren Schritten besteht und bei jeder Arbeitsplatz- oder Ausbildungsplatzbesetzung abläuft. Hintergrund dieses aufwändig erscheinenden Verfahrens ist die Erfahrung, dass nicht jeder Mensch für jede Aufgabe gleichermaßen gut geeignet ist. Dieser Aspekt wird besonders deutlich, wenn es um die Erfüllung komplizierter Sachaufgaben (Spezialistenfunktion oder gefährliche Arbeiten) oder um Führungsaufgaben geht.

Personenaufnahmemittel, hochziehbare

Hochziehbare Personenaufnahmemittel sind Einrichtungen, bei denen Personenaufnahmemittel an Tragmitteln hängen und durch Hebezeuge bewegt werden. Sie umfassen Personenaufnahmemittel, Anschlagmittel, Hebezeuge sowie Aufhängung und Tragmittel.

 

Zu den hochziehbaren Personenaufnahmemitteln zählen Personenförderkörbe, Arbeitskörbe, Arbeitsbühnen, Arbeitssitze, Einfahrhosen sowie Siloeinfahreinrichtungen.

Persönliche Schutzausrüstungen

Bei vielen Arbeitsvorgängen oder Tätigkeiten sind die Beschäftigten Unfall- oder Gesundheitsgefahren ausgesetzt, die nicht allein durch betriebstechnische und organisatorische Maßnahmen ausgeschlossen werden können. In diesen Fällen sollen Persönliche Schutzausrüstungen (PSA) die Beschäftigten vor schädigenden Einwirkungen bei der Arbeit schützen.

Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel sind Stoffe, die Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse vor Schadorganismen oder anderen Beeinträchtigungen schützen bzw. als Wachstumsregler oder Keimungshemmer eingesetzt werden. Pflanzenschutzmittel werden eingeteilt in:

  • Fungizide (pilzabtötend)
  • Insektizide (gegen Insekten: Schädlinge wie Nützlinge)
  • Akarizide (gegen Milben)
  • Nematizide und Rodentizide (Abtöten von Fadenwürmern und Nagetieren)
  • Herbizide (Bekämpfung ungewollter Pflanzen)
  • Wachstumsregler.

 

Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel werden in allen drei Aggregatzuständen angewendet: flüssig als Spritz-, Sprüh- und Gießmittel, fest als Stäube und Streumittel und gasförmig als Nebel und Begasungsmittel.

Pflichten der Beschäftigten

Auf Arbeit und Gesundheit bezogene Pflichten der Beschäftigten ergeben sich bereits auf Grund der arbeitsvertraglichen Nebenpflichten. Diese privatrechtlichen Verpflichtungen werden durch die öffentlich-rechtlichen Regelungen des Arbeitsschutzgesetzes (§§ 15, 16 ArbSchG) erheblich unterstrichen und verstärkt. Ergänzend ist auf Regelungen in Unfallverhütungsvorschriften, insbesondere in der BGV A 1 / GUV-V A 1 "Grundsätze der Prävention" hinzuweisen.

Phosgen (Carbonylchlorid)

Chemische Formel: COCl~2. Synonyme: Carbonylchlorid, Chlorkohlenoxid, Kohlensäuredichlorid, Kohlenoxidchlorid, Chloroformylchlorid. Phosgen ist ein hochgiftiges, grünlich-gelbes Flüssiggas, unbrennbar und viel schwerer als Luft. In hoher Verdünnung verbreitet es einen süßlichen, konzentriert einen fauligen Obstgeruch, der allerdings erst bei toxischen Konzentrationen wahrgenommen wird. Phosgen reagiert mit Wasser unter Bildung von Salzsäure und Kohlendioxid. Auslaufende Flüssigkeit verdampft rasch. Kurzwelliges UV-Licht zersetzt Phosgen in Kohlenmonoxid und Chlor. Phosgen war ein Kampfstoff im 1. Weltkrieg.

Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Polychlorierte Biphenyle sind farb- und geruchlose, wasserunlösliche, unbrennbare, schwer flüchtige, zähflüssige Flüssigkeiten. Bei thermischer Zersetzung ist die Bildung sehr giftiger Verbindungen möglich. Der Chlorgehalt beträgt 30-60 %. PCB kann sich bei Temperaturen ab 300 °C zersetzen in Chlorwasserstoff, Furane und Dioxine.

Polyesterharze

Polyesterharze sind Kunstharze. Gewonnen werden sie aus Dicarbonsäuren und mehrwertigen Alkoholen unter Wasserabspaltung. Sie werden in polymerisierbaren Vinylverbindungen gelöst und nach Gießen bzw. Modellieren gehärtet. Polyesterharze, Monomere (z. B. Styrol), Härter, die meisten Lösemittel sowie die Lösungen der Beschleuniger sind brennbar.

Powernap

Der aus den USA und Japan stammende Begriff "Powernap" umschreibt eine kurze Schlafpause am frühen Nachmittag, die dem natürlichen Schlafbedürfnis des Menschen entspricht und den müden Körper mit neuer Energie versorgt. Die Leistungskurve des menschlichen Organismus erreicht mittags gegen 13 oder 14 Uhr einen Tiefstand, ähnlich wie um drei Uhr nachts. Der Kreislauf ist dann labiler, die Körpertemperatur sinkt und das Reaktionsvermögen lässt nach.

Präsentismus

Verzichten Beschäftigte darauf, sich krank zu melden und der Arbeit fernzubleiben, obwohl sie sich krank fühlen und ein Arzt mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre Arbeitsunfähigkeit bestätigen würde, so spricht man von Präsentismus.

Prävention

Der Begriff Prävention stammt aus dem Lateinischen. Er bedeut wörtlich "Vorbeugung" bzw. "Zuvorkommen". Prävention ist Vorsorge und Schutz vor Ereignissen, die das Individuum oder eine Gemeinschaft von Menschen existenziell bedrohen und gefährden können, z. B. Krankheiten, Unfälle, Katastrophen, Verbrechen.

 

Grundsätzlich lässt sich unterscheiden zwischen defensiver und aktiver Prävention. Defensive Prävention will durch Vorkehrungen die Folgen von Katastrophen, Schadensfällen, Unglücken und Krankheiten begrenzen. Das Rettungswesen, die Ausbildung in Erster Hilfe, das Sozialversicherungssystem oder die Ausrüstung eines Autos mit einem Airbag sind Beispiele defensiver Prävention.

 

Im Unterschied dazu geht es bei der aktiven Prävention darum, soweit wie möglich zu verhindern, dass Not- und Gefahrensituationen überhaupt eintreten. Maßnahmen der aktiven Prävention sind z. B. das Verbot bestimmter Stoffe oder die Festlegung technischer Bauvorschriften.

 

Vor allem im Bereich der Gesundheitsfürsorge unterscheidet man auch zwischen primärer, sekundärer und tertiärer Prävention. Primäre Prävention will die Entstehung einer Krankheit verhindern (z. B. durch Impfung, Beeinflussung des Gesundheitsverhaltens, Abbau von Arbeitsbelastungen). Sekundäre Prävention strebt z. B. durch Vorsorgeuntersuchungen an, eine Krankheit möglichst früh zu erkennen, damit eine Behandlung rechtzeitig einsetzen kann. Von tertiärer Prävention spricht man, wenn die Verschlimmerung einer eingetretenen Krankheit vermieden bzw. eine Verbesserung erreicht werden soll, etwa durch einen Kuraufenthalt.

 

Prävention steht in enger Verbindung zur Rehabilitation. Eine Maßnahme kann gleichzeitig präventiv und rehabilitativ sein. So können technische Änderungen an einem Arbeitsplatz das Ziel haben, die Verschlimmerung eines Gesundheitsproblems zu vermeiden (Prävention) und gleichzeitig die Fortführung beruflicher Tätigkeit zu ermöglichen (Rehabilitation).

Präventionsdienstleistungen

Die Unfallversicherungsträger unterstützen Unternehmer und Versicherte beim Arbeitsschutz und bieten eine breite Palette an Dienstleistungen für die Verhütung von Unfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren an. Diese Präventionsdienstleistungen umfassen jeweils eine Vielzahl von Präventionsprodukten.

Präventionsziele

Zunehmend wird es in Deutschland notwendig, sich auf Ziele in der Prävention zu verständigen. Indem Maßnahmen und Leistungen zur primären Prävention und Gesundheitsförderung auf Ziele ausgerichtet und koordiniert erbracht werden, sollen deutlichere Präventionserfolge erzielt werden. Präventionsziele ermöglichen zudem bessere Ansätze zur Überprüfung von Erfolgen und Misserfolgen präventiven Handelns.

Prekäre Beschäftigungsverhältnisse

Der Begriff "prekär" lässt sich auf die lateinische Bezeichnung "precarius" zurückführen und bedeutet "unsicher", "peinlich", "unangenehm", "heikel". Als prekär gelten Beschäftigungsverhältnisse, wenn sie die charakteristischen Standards des Normalarbeitsverhältnisses (unbefristeter Arbeitsvertrag, Vollzeitbeschäftigung, tarifvertraglich normierter Lohn oder Gehalt, Sozialversicherungspflicht) unterschreiten und deutliche Risiken für die Arbeitenden aufweisen, sei es, dass sie in der Regel nicht auf Dauer angelegt sind, ein geringeres oder kein existenzsicherndes Einkommen beinhalten und/oder arbeits- und sozialrechtlich wenig abgesichert sind. Die Erwerbsarbeit befindet sich nach Einschätzung von Arbeitsmarkt- und Berufsforschern in einem Wandel. Das "Normalarbeitsverhältnis" ist zwar die vorherrschende Beschäftigungsform, aber prekäre Beschäftigungsverhältnisse haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Zu den prekären Beschäftigungsverhältnissen zählen z. B. befristete Beschäftigung, Leiharbeit (Zeitarbeit), geringfügige Beschäftigung (Mini-Jobs).

Pressen

Mit Pressen werden Werkstoffe und Gemenge formgebend be- und verarbeitet. Die Werkzeugbewegung verläuft als geradlinige Schließbewegung. Pressen und bestimmte Sicherheitsbauteile unterliegen Art. 8 und Anhang IV der Maschinenrichtlinie (Maschinen, allgemein).

Problemlösung in Kleingruppen

Häufig ist es sinnvoll, Mitarbeiter bei der Lösung betrieblicher Probleme einzubeziehen, besonders wenn sie selbst betroffen sind. Dies erfolgt bevorzugt in Form einer problemlösungsorientierten Gruppenarbeit. In der Praxis haben sich hierfür unterschiedliche Kleingruppenformen bewährt:

Produkthaftung

Die Produkthaftung verpflichtet den Hersteller eines Produkts zum Ersatz des Schadens, der durch die Benutzung seines fehlerhaften Produktes entstanden ist. Zum 1. 1.1990 musste das auf dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) basierende verschuldensabhängige Haftungsrecht entsprechend der EG-Produkthaftungs-Richtlinie in ein verschuldensunabhängiges Haftungsrecht überführt werden. Bis dahin musste der durch ein Produkt Geschädigte (Betreiber) für den Erhalt von Schadenersatz dem Schädiger (Hersteller) eine Verletzung der Sorgfaltspflicht und somit ein Verschulden bei der Herstellung des Produkts nachweisen; nach jetzigem Recht liegt die Beweislast beim Hersteller. Er haftet unabhängig von seiner Schuld für Schäden, die durch sein fehlerhaftes Produkt entstanden sind.

 

Wird jemand durch den Fehler eines Produkts getötet, verletzt oder in seiner Gesundheit beeinträchtigt oder wird eine Sache beschädigt, so ist der Hersteller des Produkts verpflichtet, den entstehenden Schaden zu ersetzen. Im Fall der Sachbeschädigung gilt dies nur, wenn eine andere Sache als das fehlerhafte Produkt beschädigt wird und diese andere Sache ihrer Art nach gewöhnlich für den privaten Ge- oder Verbrauch bestimmt und hierzu von dem Geschädigten hauptsächlich verwendet worden ist.

Profilmethode

Die Profilmethode ist eine arbeitswissenschaftliche Vorgehensweise, mit der ermittelt werden soll, welche Arbeitnehmer auf welchen Arbeitsplätzen einsetzbar sind.

Prüfungen

Bei der Prüfung von Arbeitsmitteln wird zwischen Baumusterprüfung (Typprüfung) und Einzelprüfung (Stückprüfung) unterschieden. Daneben gibt es betriebliche Überprüfungen, bei denen der Unternehmer feststellt oder feststellen lässt, ob die Arbeitsmittel in seinem Betrieb sicherheitstechnisch in Ordnung sind.

Psychische Belastungen

Der Begriff Belastung bezeichnet im Allgemeinen die von außen auf den Menschen einwirkenden Bedingungen. Belastungen werden häufig auch Stressoren oder Stressbedingungen genannt. Neben physischen (körperlichen) Belastungen am Arbeitsplatz (z. B. Lärm, Hitze, Staub) kann es für die Beschäftigten häufig auch psychische oder psycho-mentale (nervlich-seelische) Belastungen geben (z. B. hoher Zeit- und Termindruck, schlechtes Betriebsklima, Informationsüberflutung, mangelhafte Einarbeitung durch fehlende Unterweisung).

 

Mit dem Begriff Beanspruchung meint man die durch Belastungen in der Person hervorgerufenen Wirkungen und ablaufenden Prozesse. Die Beanspruchung kann - trotz gleicher Belastungen - bei verschiedenen Personen ganz unterschiedlich ausfallen. Jeder wird anders in Anspruch genommen. Die Höhe der Beanspruchung hängt also nicht nur von Ausmaß und Dauer der Belastung ab, sondern ganz entscheidend auch von den persönlichen Eigenschaften des Beschäftigten (z. B. Wahrnehmungs- und Interpretationsstile), seinem Gesundheitszustand, seiner Leistungsbereitschaft, seinen Fähigkeiten und seinem Ausbildungsgrad. Von Stress spricht man im Alltag üblicherweise dann, wenn die Beanspruchung so hoch ist, dass sie von der betreffenden Person als unangenehm erlebt wird und sich negative Gefühle einstellen. Die zu Grunde liegende Belastung wird in solchen Fällen auch als Fehlbelastung bezeichnet.

Psychologie im Arbeitsschutz

Psychologie ist als "Lehre vom menschlichen Erleben und Verhalten" definiert. Die Psychologie der Arbeitssicherheit - als Teilwissenschaft - beschäftigt sich im Wesentlichen mit den Voraussetzungen und Bedingungen, unter denen Menschen sich sicher oder sicherheitswidrig verhalten. Ergänzend verlangt der moderne Arbeitsschutz von der Psychologie Erkenntnisse und Konzepte zur Förderung gesundheitsbewussten Verhaltens.

Pulverbeschichtung

Die Pulverbeschichtung ist eine umweltfreundliche Alternative zum Spritzlackieren. Ihre Bedeutung für den Arbeits- und Umweltschutz resultiert aus dem höheren Lackieräquivalent der lösemittelfreien Pulverlacke. So können ca. 2,5 kg konventionelles Lackmaterial durch 1 kg Pulverlack ersetzt werden. Damit reduzieren sich die Lösemittelbelastung der Luft und die als Sonderabfall zu entsorgenden Lackschlämme.

Pyrophore und selbstentzündliche Stoffe

Pyrophore (griech. feuertragend) im eigentlichen Sinn sind Stoffe, die sich auch in kleinen Mengen bei Raumtemperatur an der Luft spontan entzünden. Ihre Entzündungstemperatur liegt unter, bei oder höchstens knapp über Raumtemperatur. Sie geraten bei Luftzutritt fast augenblicklich ins Glühen und entzünden sich. Diese Stoffe und Körper haben typischerweise eine sehr große spezifische Oberfläche (häufig - ähnlich wie ein Schwamm - eine zerklüftete Struktur), die aus der Luft den Sauerstoff so schnell aufnimmt, dass die sich dabei entwickelnde Oxidationswärme zur Entzündung führt.

 

Bei den selbstentzündlichen Stoffen allgemein findet eine stille Oxidation statt, deren Reaktionswärme infolge schlechter Wärmeableitung nicht an die Umgebung abgeführt werden kann, sondern im Material bleibt und deshalb nach einer gewissen Lagerzeit und ab einer gewissen Größe der Stoffansammlung zur Selbsterwärmung und ggf. zur Selbstentzündung führt. Typischerweise sind dies brennbare feste Stoffe, die in feiner Verteilung mit relativ großer Oberfläche vorliegen.