Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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ILO-Leitfaden für Arbeitsschutzmanagementsysteme

Der Leitfaden für Arbeitsschutzmanagementsysteme (AMS) der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO: International Labour Organization) beruht auf international vereinbarten Grundsätzen der drei in der ILO vertretenen Parteien (Regierungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretungen). Er wurde zwischen 1999 und Juni 2001 unter maßgeblicher Mitwirkung der deutschen Vertreter erarbeitet. Der ILO-Leitfaden (Abbildung) versteht sich auch als Alternative zu einer internationalen Norm, die zur gleichen Zeit intensiv diskutiert wurde. Die praktischen Empfehlungen dieses Leitfadens richten sich an alle, die für die Entwicklung von AMS zuständig sind. Die Empfehlungen sind nicht rechtsverbindlich und nicht dazu bestimmt, nationale Gesetze, Vorschriften oder anerkannte Standards zu ersetzen. Für ihre Anwendung ist keine Zertifizierung erforderlich. (Abbildung)

Immissionsschutz

Immissionsschutz ist der Schutz von Menschen, Tieren, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre, Kultur- und Sachgütern vor schädlichen Umwelteinwirkungen (Immissionen). Immissionen in diesem Sinne sind im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) festgelegt als die einwirkenden Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Umwelteinwirkungen. Verallgemeinert ausgedrückt sollen die genannten Schutzgüter vor chemischen, biologischen und physikalischen Emissionen, die in die Luft freigesetzt werden (chemische Substanzen, Stäube, Mikroorganismen), sich durch die Luft fortpflanzen (Lärm, Vibrationen) oder in der Umgebung vorhanden sind (Elektromagnetische Felder), geschützt werden.

Industrieroboter

Industrieroboter (IR) sind automatisch gesteuerte, vielfach einsetzbare Handhabungsgeräte mit mehreren Freiheitsgraden, die entweder ortsfest oder beweglich in automatisierten Fertigungssystemen eingesetzt werden können.

 

Die Bewegungen werden durch einen oder mehrere Arme ausgeführt, die an ihrem Ende mit weiteren Gelenken ausgestattet sein können. Die Bewegungen sind hinsichtlich Bewegungsfolge, Wegen und Winkeln frei programmierbar (ohne menschlichen Eingriff); sie können sensorgeführt sein. Industrieroboter sind mit Greifern, Werkzeugen, Messmitteln oder anderen Fertigungsmitteln ausrüstbar und können Handhabungs- und/oder Fertigungsaufgaben ausführen.

Industriestaubsauger

Industriestaubsauger sind im gewerblichen Bereich eingesetzte Staubsauger, die Stäube mehrstufig abscheiden. Sie kommen zum Einsatz, wenn bei der Verarbeitung von Stoffen gesundheitsgefährliche oder explosionsfähige Stäube entstehen und eine Objektabsaugung nicht möglich ist.

Inerte Gase

Als inert (lat. inert = untätig, träge) werden Gase bezeichnet, die reaktionsträge oder reaktionsunfähig sind, d. h. wenig oder keine Neigung haben, sich mit anderen Stoffen zu verbinden. Sie unterhalten nicht die Verbrennung und sie sind selbst nicht brennbar. Sie werden deshalb zum Schutz gegen Oxidation und gegen Explosion verwendet und auch als "Schutzgase" oder "flammenerstickende Gase" bezeichnet. Hauptsächlich werden Stickstoff, Kohlendioxid und Edelgase (z. B. Helium, Argon) eingesetzt, in bestimmten Fällen auch Wasserdampf.

Inertisierung

Inertisierung ist die Zugabe von inerten Gasen (z. B. Stickstoff, Kohlendioxid, Edelgasen), Wasserdampf oder pulverförmigen Inertstoffen mit dem Ziel, die Bildung explosionsfähiger Gemische zu verhindern. Inertisiert werden z. B. Apparaturen, Rohrleitungen oder Lagerbehälter mit feuergefährlichen Flüssigkeiten. Bei der Inertisierung mit Wasserdampf ist der Einfluss der Kondensation zu berücksichtigen.

Infektionsschutz

Eine Infektion bezeichnet die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus. Dies führt sehr oft, jedoch nicht in jedem Fall, zu Krankheitssymptomen. Am häufigsten sind bakterielle Infektionen und Virusinfektionen. Auch Pilzinfektionen, Infektionen durch Protozoen (Einzeller), Wurminfektionen und Infektionen durch Prionen sind von Bedeutung.

Information und Motivation

Mit technischen und organisatorischen Mitteln allein kann der Mensch nicht vor allen Gefahren bei seiner Arbeitstätigkeit geschützt werden. Es kommt daher auch darauf an, bei Beschäftigten sicherheitsgerechtes Verhalten zu erreichen. Jeder muss lernen, Gefahrenquellen zu erkennen, und wissen, wie sie auszuschalten bzw. unter Kontrolle zu halten sind. Jeder muss wissen, wie Einrichtungen, Arbeitsmittel und -geräte zu nutzen sind.

 

Zum Aufbau dieses Wissens ist die Vermittlung von Informationen wichtig. Informationen sind das Grundmaterial für Wissen. Daher ist die Informationsvermittlung ein unverzichtbarer Bestandteil der betrieblichen Sicherheitsarbeit. Dies insbesondere dann, wenn technische oder organisatorische Veränderungen betrieblicher Abläufe anstehen bzw. Mitarbeiter neu im Unternehmen sind.

Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA)

Die Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA) ist eine Kooperation zwischen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem BKK Bundesverband, dem AOK-Bundesverband und dem Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (AEV). Die Zusammenarbeit basiert auf der Grundlage des § 20 SGB V und des § 14 SGB VII und hat zum Ziel, durch die Weiterentwicklung gemeinsamer Präventions- und Interventionsansätze die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern.

Initiative Neue Qualität der Arbeit

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Sozialversicherungsträgern, Sozialpartnern, Stiftungen und Unternehmen. Sie existiert seit Mai 2002 und soll die Interessen der Menschen an positiven, gesundheits- und persönlichkeitsförderlichen Arbeitsbedingungen mit der Notwendigkeit wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze verbinden. Der Leitgedanke: "Gemeinsam handeln - jeder in seiner Verantwortung".

Instandhaltung

Gebäude, Einrichtungen und Arbeitsmittel müssen systematisch instand gehalten werden, um Schäden, Produktionsausfälle und Unfälle zu vermeiden. Instandhaltung ist die Gesamtheit der Maßnahmen zur Bewahrung des Soll-Zustands und zur Beurteilung des Ist-Zustands von technischen Mitteln eines Systems. Instandhaltung umfasst:

  • Inspektion (Feststellen und Beurteilen des Ist-Zustands: Messen, Prüfen, Kontrollieren)
  • Wartung (Bewahren des Soll-Zustands: Reinigen, Schmieren, Ergänzen und Austauschen von Hilfsstoffen)
  • Instandsetzung (Abbildung) (Wiederherstellen des Soll-Zustands: Austauschen von Teilen, Reparieren).

 

Der Soll-Zustandist der Zustand, der für den jeweiligen Zeitpunkt gefordert wird. Er ergibt sich z. B. aus Rechtsvorschriften, Regeln der Technik, Bauvorschriften der Hersteller oder Betreiber. Der Soll-Zustand wird im Allgemeinen durch obere und untere Grenzwerte festgelegt, z. B. durch Toleranzgrenzen, Abnutzungsgrenzen, Einstellwerte, Füllmengen.

 

Der Ist-Zustand ist der zu einem gegebenen Zeitpunkt bestehende tatsächliche Zustand. Er kann mit dem Soll-Zustand identisch sein. Er kann aber auch die Toleranzgrenzen des Soll-Zustands über- bzw. unterschreiten. Ist-Zustand ist z. B. die Füllmenge eines Flüssigkeitsvorrats, das bestehende Lagerspiel, die Profiltiefe eines Kfz-Reifens, der Oberflächenzustand von Anschlagketten, die Riemenspannung eines Riemenantriebs, die Beleuchtungsstärke an einem Arbeitsplatz.

Integrationsamt

Das Integrationsamt ist als Behörde für Aufgaben nach dem Schwerbehindertenrecht zuständig (Teil 2 SGB IX).

International Labour Organization

Die International Labour Organization (ILO) wurde 1919 als ständige Einrichtung des Völkerbundes mit dem Ziel der Sicherung des Weltfriedens gegründet. Sie ist seit 1946 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und hat ihren Hauptsitz in Genf. Die ILO hat 181 Mitgliedstaaten (Stand: April 2008).

Isocyanate

Isocyanate sind auf Grund ihrer Reaktionsfreudigkeit viel benutzte Zwischenprodukte in der organischen Chemie, insbesondere bei der Herstellung von Polyurethanen. Ferner werden sie zur Herstellung von Waschmitteln, Bleichmitteln, Pharmazeutika, Farbstoffen, Herbiziden, 2K-PU-Beschichtungen, Korrosionsschutzbeschichtungen, Versiegelungen und Klebstoffen eingesetzt.

 

Aromatische Isocyanate zeigen im Vergleich zu den aliphatischen Produkten bedeutend bessere mechanische Eigenschaften. Daher werden PUR-Schäume überwiegend auf der Basis dieser Stoffgruppe hergestellt. Ähnliches gilt für die Herstellung von PUR-Schaumstoffen, -Elastomeren, -Duromeren und -Klebstoffen. Aliphatische Isocyanate werden meist verwendet, wenn die Produkte keine Verfärbungen (Vergilbung) auf Grund von Licht- oder Wärmeeinwirkung zeigen sollen, z. B. für Lacke.

 

Die technisch wichtigsten Isocyanate sind Toluoldiisocyanat (TDI), Hexamethylendiisocyanat (HMDI) und Methylendiphenylisocyanat (MDI).