Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

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Häfen

Häfen sind natürliche oder künstliche Anker- bzw. Anlegeplätze für Schiffe, die gegen Sturm und Brandung schützen. Sie dienen als Knotenpunkte von Wirtschaft und Verkehr dem Güterumschlag. Als Standort von Dienstleistungsbetrieben im Verkehr sowie von Industrie- und Gewerbeunternehmen sind an Häfen besondere sicherheitstechnische, arbeitshygienische und umweltbezogene Anforderungen zu stellen.

Handbetriebene Transportmittel

Handbetriebene Transportmittel dienen der Beförderung von Gegenständen mit Muskelkraft.

Handschutz

Handschutz umfasst alle technischen und organisatorischen Maßnahmen (z. B. Schutzeinrichtungen an Maschinen) sowie Persönliche Schutzausrüstungen (PSA), die Hände vor Schäden durch äußere Einwirkung schützen. PSA sind in diesem Fall Schutzhandschuhe.

Handwerkzeuge

Handwerkzeuge sind Werkzeuge für die Arbeit mit der Hand.

Härten von Metallen

Beim Härten werden Werkstoffe thermisch oder thermochemisch behandelt. Je nach Verfahren erfolgt die Wärmebehandlung z. B. in Salzschmelzbädern und in Öfen mit Schutz- und Reaktionsgasen. Anschließend werden die Werkstoffe an der Luft, in Wasserbädern, Ölbädern oder Salzwasserbädern abgekühlt (Abschreckung). Weitere Verfahren sind z. B. das Vergüten oder die Wärmebehandlung in Salpeterbädern.

Hautschutz

Bei sehr vielen Tätigkeiten wird die Haut (Abbildung), vor allem an Händen und Unterarmen, derart stark belastet, geschädigt oder sensibilisiert, dass manifeste Hautkrankheiten entstehen können, die zu Arbeitsunfähigkeit oder sogar zur Tätigkeitsaufgabe führen. So stellen die Hautkrankheiten seit vielen Jahren die am meisten zur Anzeige gebrachte Berufskrankheit dar. Ursache sind nicht nur direkte mechanische, physikalische oder chemische Einflüsse am Arbeitsplatz, sondern auch Schädigungen der Haut durch längeren Feuchtkontakt, längeres Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe oder häufige bzw. intensive Hautreinigung (Abbildung).

Hebebänder

Hebebänder sind Anschlagmittel, die aus Gurtbändern unterschiedlicher Werkstoffe so hergestellt werden, dass sie die Aufnahme von großen Lasten ermöglichen. Sie werden insbesondere durch Vernähen oder mittels einer anderen gleichwertigen Verbindung von gewebten Gurtbändern aus synthetischen Fasern hergestellt. Hebebänder, die aus endlos gelegten synthetischen Fasern (Gelege) bestehen und durch einen gewebten Schlauch oder ein vernähtes Gewebe ummantelt sind, bezeichnet man als Rundschlingen. Hebebänder aus Stahldraht oder Stahlgelenkketten werden nur zu Sonderzwecken, insbesondere zur Verwendung im Warmbereich, hergestellt.

Hebebühnen

Der Begriff Hebebühnen umfasst eine Vielzahl verschiedener Hebeeinrichtungen, z. B. Hubstapler, Hebeböcke, Sackheber. Hebebühnen sind:

  • Hubarbeitsbühnen (Hebebühnen, die als Lastaufnahmemittel eine Arbeitsbühne für Montage-, Instandhaltungsarbeiten oder ähnliche Arbeiten haben);
  • Hubladebühnen (Hebebühnen, die mit einem Fahrzeug verbunden sind und zu dessen Be- und Entladung dienen);
  • Kippbühnen (Hebebühnen zum einseitigen Anheben von Lasten);
  • Fahrzeug-Hebebühnen (Hebebühnen zum Anheben von Fahrzeugen).

Heben und Tragen

Unter Heben und Tragen werden manuelle Tätigkeiten verstanden: Gegenstände von Hand anheben und absetzen, halten, umsetzen und tragen. Das Ziehen und Schieben von Lasten ist zwar auch eine manuelle Tätigkeit, es gelten dabei aber z. T. andere biomechanische Gesetzmäßigkeiten als beim Heben und Tragen. In der EG-Richtlinie zur manuellen Handhabung von Lasten 90/269/EWG und in der nationalen Umsetzung der Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV) wird aus der Sicht der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes von einer manuellen Handhabung von Lasten gesprochen, wenn in Abhängigkeit von der Last (Gewicht und Größe), dem erforderlichen körperlichen Kraftaufwand, den ergonomischen Arbeitsbedingungen (Körperhaltung, Bewegungsraum) usw. ein Risiko für die Sicherheit und eine Beeinträchtigung der Gesundheit, insbesondere der Wirbelsäule zu erwarten sind.

Heftgeräte

Heftgeräte werden zum Zusammenheften von Werkstoffen, z. B. Papier, Leder, Textilien, Folien, mit Verbindungsmitteln verwendet. Zum einen gibt es Geräte, die mit Gegenlager ausgerüstet sind und über ein Treibmittel (Druckluft, elektrische Energie, Feder, Hebelsysteme) betrieben werden, zum anderen gibt es Heftgeräte, bei denen Muskelkraft direkt oder über Schubelemente auf die Verbindungsmittel einwirkt, z. B. Bürohefter. Letztere fallen nicht unter die nachstehenden Bestimmungen.

Heimarbeit

Heimarbeiter ist, wer in einer selbst gewählten Arbeitsstätte, meist in der eigenen Wohnung, allein oder mit seinen Familienangehörigen im Auftrag eines Arbeitgebers arbeitet. Heimarbeit ist jede Art von Arbeit, gewerbliche Arbeit ebenso wie Büroarbeit.

Hepatitis

Als Ursache einer Hepatitis (Leberentzündung) kommen toxische Einflüsse, Bakterien und Virusinfektionen in Frage. Die wichtigsten toxischen Einflüsse sind Alkohol, bestimmte Medikamente (Sulfonamide), Gifte ( z. B. Knollenblätterpilz) oder Lösemittel (z. B. Tetrachlorkohlenstoff). Von weitaus größerer Bedeutung sind allerdings Viren. Deshalb wird im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff Hepatitis meist mit Virushepatitis gleichgesetzt, obwohl Viren nur eine der möglichen Hepatitis-Ursachen darstellen. Die durch sehr unterschiedliche Viren hervorgerufenen Hepatitiden werden vereinfachend nach dem Alphabet benannt. Bisher bekannt sind Hepatitis A bis G sowie neuerdings GB. Zahlenmäßig und auch prognostisch am bedeutsamsten sind in Deutschland die Hepatitis A, B und C.

Hersteller, Händler

Hersteller im Sinne des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes und Produkthaftungsgesetzes ist, wer gewerbs- oder geschäftsmäßig ein Produkt herstellt oder ein Produkt in den Verkehr bringt und hierbei durch seine Tätigkeit die Sicherheitseigenschaften des Produkts beeinflusst.

 

Als Hersteller gilt auch jeder, der im Rahmen eines Gewerbes oder Geschäftsbetriebs seinen Namen, seine Marke oder ein anderes unterscheidungskräftiges Kennzeichen anbringt und sich dadurch als Hersteller ausgibt oder der das Produkt wiederaufarbeitet. Hat diese Person ihren Sitz nicht innerhalb der Europäischen Gemeinschaft oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, so gilt der Vertreter des Herstellers als Hersteller. Wenn auch kein Vertreter festgestellt werden kann, gilt der Einführer des Produkts als Hersteller.

 

Einführer ist jede im Europäischen Wirtschaftsraum niedergelassene natürliche oder juristische Person, die ein Produkt aus einem Drittland in den Europäischen Wirtschaftsraum einführt oder dies veranlasst. Bevollmächtigter ist der, der vom Hersteller schriftlich dazu ermächtigt ist, in seinem Namen zu handeln.

 

Händler ist, wer gewerbs- oder geschäftsmäßig ein Produkt in den Verkehr bringt, ohne durch seine Tätigkeit Sicherheitseigenschaften des Produkts zu beeinflussen.

Hitzearbeiten

Als Hitze wird ein Klimazustand definiert, bei dem auf Grund äußerer Wärmebelastungen die Abfuhr der im menschlichen Körper erzeugten Wärme erschwert oder unmöglich ist. Hitze hängt ab

  • von der Art der Wärmeübertragung durch Strahlung, Strömung (Konvektion oder Leitung)
  • vom Ausmaß der Wärmebelastung und ihrer Dauer
  • vom Arbeitsenergieumsatz (bei muskulärer Arbeit entstehende Wärme) und
  • von der Bekleidung.

 

Hitzearbeitsplätze sind Arbeitsplätze, an denen durch Überforderung der Entwärmungsmechanismen infolge kombinierter Belastung aus Wärmezustand, Umgebungswärme und Arbeitsenergieumsatz am Arbeitsplatz Gesundheitsschäden entstehen können.

 

Zu den Hitzearbeitsplätzen zählen u. a. die Arbeitsplätze von Schmelzern, Eisengießern, Handflämmern, Schmieden, Vulkaniseuren, Ofenmaurern bei Heißreparaturen und das Befahren von Dampfkesseln unter Hitzeeinwirkung.

Hobelmaschinen

Hobelmaschinen sind Holzbearbeitungsmaschinen, die dazu verwendet werden, mittels ihrer auf Wellen befestigten Messer spanabhebend glatte Holzoberflächen zu erzielen.

Holzbearbeitungsmaschinen

Holzbearbeitungsmaschinen im Sinne der Unfallverhütungsvorschrift sind Werkzeugmaschinen, Werkzeugmaschinen-Kombinationen oder Einrichtungen, die zum Teilen, Spanen, Umformen, Beschichten oder Verbinden von Holz bestimmt sind. Auch holzähnliche Werkstoffe können mit diesen Maschinen be- bzw. verarbeitet werden.

Holzschutzmittel

Bei der Behandlung von Holz werden je nach angestrebter Schutzwirkung verschiedene Präparate eingesetzt: Holzschutzmittel, Brandschutzmittel, Wetterschutzmittel und Holzveredelungsmittel. Holzschutzmittel dienen dem chemischen Holzschutz. Sie können sowohl vorbeugend als auch bekämpfend eingesetzt werden. Die heute üblichen Holzschutzmittel enthalten meist eine Kombination verschiedener Wirkstoffe, gelöst in Wasser oder organischen Lösemitteln. Dazu kommen weitere Komponenten wie Netzmittel, Fixiermittel, Korrosionsinhibitoren, Farbstoffe, Pigmente und Bindemittel.

Holzstaub

Holzstäube entstehen bei der Be- und Verarbeitung von Holz und Holzwerkstoffen. Sie sind im Gemisch mit Luft explosionsfähig. Wichtiger für den Gesundheitsschutz ist, dass Tätigkeiten mit Stäuben von Harthölzern (z. B. Eiche und Buche) als krebserzeugend der Kategorie 1 oder 2 der TRGS 906 "Verzeichnis krebserzeugender Tätigkeiten oder Verfahren nach § 3 Abs. 2 Nr. 3 GefStoffV" eingestuft sind. Die anderen Holzstäube sind krebsverdächtig (K3).

Hybride Gemische

Hybride Gemische sind Staub/Luft-Gemische bei gleichzeitigem Vorhandensein von brennbaren Gasen bzw. brennbaren Dämpfen. Sie können z. B. bei der Verarbeitung lösemittelhaltiger Produkte auftreten oder wenn bei der Überhitzung von Stäuben Schwelgase gebildet werden.

Hydraulik-Schlauchleitungen

Schlauchleitungen sind Schläuche, die funktionsfähig mit Schlaucharmaturen verbunden sind. Schläuche sind flexible, rohrförmige Halbzeuge, die aus einer oder mehreren Schichten und Einlagen aufgebaut sind; Schlaucharmaturen sind Anschluss- oder Verbindungselemente von Schläuchen. Schlauchleitungen werden häufig verwendet, um mittels Flüssigkeiten Energie zu übertragen (Hydraulik).

Hydrazinhydrat

Chemische Formel: N~2H~4H~2O (wässrige Lösung mit 64 % N~2H~4). Konzentrierte Hydrazinlösungen sind farblose, stark alkalisch reagierende Flüssigkeiten, die an der Luft rauchen. Der Geruch ist dem des Ammoniaks ähnlich.

 

Hydrazin ist mit Wasser und Methanol in jedem Verhältnis mischbar. Es ist ein starkes Reduktionsmittel. Im Kontakt mit Schwermetallen bzw. deren Oxiden kann es katalytisch zu Stickstoff, Ammoniak und ggf. Wasserstoff zersetzt werden. Unterhalb von 35 °C ist kein explosionsfähiges Hydrazinhydrat-Dampf/Luft-Gemisch möglich.

Hygiene

Unter Hygiene versteht man generell die Lehre von der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und der Verhütung von Krankheiten. Mit dieser sehr breit gefassten Definition erstreckt sich die Hygiene auf alle Faktoren, die auf die Gesundheit einwirken und die sowohl natürlichen als auch sozialen Ursprungs sein können. Als Grundbereiche der Hygiene werden unterschieden: Umwelthygiene, Sozialhygiene und Individualhygiene.

 

Am Arbeitsplatz wirken zahlreiche Faktoren, die sich aus den genannten Grundbereichen ergeben, zusammen auf den Menschen ein, so dass die Arbeitshygiene (auch Industriehygiene) einen eigenen, umfassenden Teilbereich darstellt. Ihre Zielsetzung ist die Vermeidung gesundheitsschädlicher und die Schaffung gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen (Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz). Somit erstreckt sie sich auf sämtliche Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz wie Beleuchtung, Lüftung, Lärm, Klima, gefährliche Stoffe, Strahlung, Vibrationen, physische und psychische Belastungen.

 

Die Arbeitshygiene umfasst demnach das Voraussehen, Erkennen, Ermitteln, Bewerten und Überwachen aller Belastungen am Arbeitsplatz, die direkt oder indirekt die Gesundheit beeinträchtigen können. Zur Arbeitshygiene gehören auch vorbeugende technische und arbeitsmedizinische Maßnahmen des Arbeitgebers zur Reduktion aller Belastungen, die von Arbeitsstoffen, Arbeitsmitteln und Arbeitsstätten ausgehen können.