Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

Das kostenlose Glossar zum Thema Arbeitsschutz. Finden Sie über 400 Begriffsklärungen und mehr als 1.200 Schlagwörter zu den Themen Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebsanweisung, Betriebsarzt, Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Gesundheitsförderung und vieles mehr.

Gabelstapler

Flurförderzeuge mit kraftbetriebenem Fahrwerk und mit Einrichtungen zum Anheben oder Stapeln von Lasten werden Gabelstapler genannt.

Galvanotechnik

Galvanisieren bedeutet Abscheiden von Metallen aus einem Elektrolyten. Zur Galvanotechnik gehören Vor- und Nachbehandlungsverfahren wie Schleifen, Entfetten, Beizen von Oberflächen usw. In den zahlreichen Verfahrensvarianten können gefährliche Stoffe mit nahezu jeder Eigenschaft vorkommen.

Gase

Gase sind Stoffe, deren kritische Temperatur unter 50 °C liegt oder deren Dampfdruck bei 50 °C mehr als 3 bar beträgt (BGR 500 Kapitel 2.31 und 2.33).

Gasflaschen

Durch die Aufhebung der Druckbehälterverordnung hat sich die zu Grunde liegende Rechtssystematik geändert. Gasflaschen werden als ortsbewegliche Druckgeräte bezeichnet, das Inverkehrbringen wird durch die Verordnung über ortsbewegliche Druckgeräte (OrtsDruckV) EG-einheitlich geregelt, hinsichtlich des innerbetrieblichen Einsatzes unterliegen sie als Arbeitsmittel bzw. überwachungsbedürftige Anlagen der Betriebssicherheitsverordnung (vgl. Artikel "Druckgasbehälter").

Gebäudereinigung

Die Reinigung von Gebäuden umfasst alle Arbeiten, die erforderlich sind, um Gebäude in einem Zustand zu erhalten bzw. in einen Zustand zu versetzen, der die Gebrauchsfähigkeit sowohl in hygienischer als auch in sicherheitstechnischer und ästhetischer Hinsicht gewährleistet. Zur Gebäudereinigung zählen hauptsächlich Glas- und Fassadenreinigung, Industriereinigung, Krankenhausreinigung und die Innenreinigung von Räumen, die dem Aufenthalt von Menschen zu privaten oder beruflichen Zwecken dienen, einschließlich der Beseitigung von Abfällen.

Gefährdung

Gefährdung ist ein Zustand oder eine Situation, die bei jedem Arbeitsprozess entsteht. Die Gefährdung entsteht durch das räumliche und/oder zeitliche Zusammentreffen einer Person mit einem Gefährdungsfaktor. (Abbildung)

Gefährdungsbeurteilungen

Gefährdungsbeurteilung ist ein Prozess, der ein Ermitteln und Bewerten der Gefährdung umfasst. Die Gefährdungsbeurteilung kann nach normativen Beurteilungskriterien (z. B. Grenzwerte) und/oder nach subjektiven Beurteilungskriterien (z. B. Eintrittswahrscheinlichkeit, voraussichtliche Schwere eines möglichen Gesundheitsschadens) erfolgen. Gefährdungsbeurteilungen sind für ein definiertes Arbeitssystem vorzunehmen.

Gefährdungsermittlung

Gefährdungsermittlung ist ein analytischer Prozess, in dem Gefährdungsfaktoren und ihre Gefahrenquellen (Ursachen) ermittelt werden. Bei der systematischen Analyse werden Gefährdungsfaktoren mit ihren Gefahrquellen und Entstehungsbedingungen identifiziert, ohne diese dabei zu bewerten. Dies geschieht erst in der Gefährdungsbeurteilung, die sich an die Gefährdungsermittlung anschließt.

Gefahrenanalyse

Die Gefahrenanalyse ist ein Begriff aus den Europäischen Richtlinien nach Artikel 95 des EG-Vertrages. Diese Richtlinien und die darauf beruhenden nationalen Rechtsvorschriften sollen den europäischen Binnenmarkt fördern und Handelshemmnisse beseitigen, die z. B. infolge unterschiedlicher Sicherheitsanforderungen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union an Bau und Ausrüstung von Produkten, wie Maschinen, Einrichtungen und anderen technischen Geräten, entstehen können. Deshalb sind in diesen Richtlinien grundlegende Sicherheitsanforderungen an die Beschaffenheit der Produkte festgelegt. Sie gelten einheitlich in allen Mitgliedstaaten für alle Produkte, die auf den europäischen Binnenmarkt gebracht werden sollen. Kein Produkt darf wegen seiner Beschaffenheit in einem Mitgliedstaat nicht zugelassen werden, wenn es diesen grundlegenden Sicherheitsanforderungen entspricht.

Gefahrenbewusstsein

Gefahrenbewusstsein, also das Wissen über mögliche Einwirkungen, die den Menschen schädigen können, ist eine wesentliche Voraussetzung für sicheres Verhalten. Jedes Gefahrenbewusstsein ist subjektiv unterschiedlich empfundenes Erleben und abhängig von der Persönlichkeit des Einzelnen. Ein Teilaspekt des Gefahrenbewusstseins ist die Gefährdungseinschätzung: das Bewusstsein über eine ganz spezifische, abgrenzbare Gefahr. Von Gefährdung spricht man im Allgemeinen, wenn Gefahr und Mensch räumlich und zeitlich zusammentreffen.

Gefahrensignale

Der Mensch kann viele Gefahren am Arbeitplatz und im privaten Bereich mit seinen Sinnesorganen wahrnehmen. Die Fähigkeit dazu ist jedoch von vielen Faktoren abhängig. Eine wichtige Rolle spielen die Umgebungsverhältnisse (Beleuchtung, Lärm usw.), die Tageszeit, das Alter und der Gesundheitszustand, die Ausbildung und die Erfahrung, die Konzentration und die Ermüdung, die Adaption und die Gewöhnung usw. Zur Warnung vor Gefahren, die der Mensch nicht mit seinen Sinnesorganen wahrnehmen kann, z. B. geruchlose Gase oder radioaktive Strahlen, müssen technische Einrichtungen eingesetzt werden.

 

In Abgrenzung zu den Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnungen am Arbeitsplatz und in anderen Bereichen des täglichen Lebens (z. B. Verkehrszeichen, Feuermelder), die ständig auf bestimmte Gefahren, Verhaltensweisen, Gebote und Verbote hinweisen, machen Warneinrichtungen auf besondere Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit aufmerksam. Es wird unterschieden in:

 

Gefahrensignale: Signale, die den Beginn und gegebenenfalls die Dauer und das Ende einer Gefahrenlage anzeigen. Je nach Intensität und Einwirkungsmöglichkeit wird weiterhin zwischen Warn- und Notsignal differenziert.

 

Warnsignale sind Signale, die die Möglichkeit oder das tatsächliche Vorhandensein einer Gefahrenlage anzeigen und die Aufforderung beinhalten, geeignete Maßnahmen zur Eindämmung oder zur Verringerung der Gefahr zu treffen bzw. die persönliche Verhaltensweise darauf einzustellen.

 

Notsignale sind Signale, die den Beginn oder das Vorhandensein eines Notzustandes mit einer unmittelbaren Schädigungsmöglichkeit anzeigen und die Aufforderung an Personen enthalten, diesen Notzustand zu beseitigen und/oder den Gefahrenbereich zu verlassen, ohne eine Schreckreaktion herbeizuführen.

Gefahrensymbole

Gefahrensymbole sind international festgelegte bildliche Warnzeichen zur Kennzeichnung gefährlicher Stoffe. Bei der Kennzeichnung von gefährlichen Stoffen wird nach der Gefahrstoffverordnung auf die Hauptgefahren durch ein oder mehrere Gefahrensymbole und Gefahrenbezeichnungen (Abbildung) hingewiesen. Sie erscheinen auf dem Gebinde als schwarzer Aufdruck auf orangefarbigem Grund.

Gefahrklasse und Gefahrtarif

Die Berufsgenossenschaften haben zur Einstufung der Betriebe und Betriebsteile Gefahrklassen nach dem Grad der dort jeweils vorliegenden Unfallgefahren gebildet (§ 157 SGB VII). Sie berücksichtigen die unterschiedliche Unfallbelastung der jeweiligen Branche und Tätigkeit und damit das Kostenrisiko der einzelnen Gewerbezweige in der Unfallversicherung. Nach der Veranlagung zur Gefahrklasse richtet sich u. a. die Beitragshöhe des Unternehmens an seine Berufsgenossenschaft.

 

Der Gefahrtarif ist die Zusammensetzung aller für die Berufsgenossenschaft festgesetzten Gefahrklassen. Dieser Tarif ist mindestens alle sechs Jahre neu aufzustellen. Hierzu werden über einen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren die für jede Betriebsart oder Betriebsteilart gezahlten Entschädigungen des Unfallversicherungsträgers für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten bewertet.

Gefährliche Arbeiten

Der Begriff "gefährliche Arbeiten" ist nicht eindeutig definiert. Allgemein versteht man darunter Tätigkeiten, bei denen wegen besonderer Gefahren oder Arbeitsbedingungen die Wahrscheinlichkeit, sich zu verletzen, zu erkranken oder psychisch oder physisch besonders belastet zu werden, größer als "normalerweise" ist.

 

Ebenso kann man darunter auch Tätigkeiten verstehen, bei denen schon durch geringfügiges Fehlverhalten Sach- und Personenschaden bei Dritten entstehen kann. Dies bedeutet z. B., dass für die Ausführung gefährlicher Arbeiten Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, besondere Kenntnisse, Erfahrungen, Fertigkeiten, der Einsatz spezieller Werkzeuge, Schutzausrüstungen oder Hilfsmittel erforderlich sind. Für bestimmte Personengruppen, z. B. werdende oder stillende Mütter, Jugendliche, leistungsgewandelte Personen sind gefährlichen Arbeiten durch - an den Arbeitgeber gerichtete - Beschäftigungsverbote oder -beschränkungen gekennzeichnet.

Gefährliche Stoffe

Gefährliche Stoffe und Zubereitungen im Sinne des § 3a des Chemikaliengesetzes und der Gefahrstoffverordnung weisen mindestens eines von 15 Gefährlichkeitsmerkmalen auf. Die Gefährlichkeitsmerkmale sind:

  • explosionsgefährlich
  • brandfördernd
  • hochentzündlich
  • leichtentzündlich
  • entzündlich
  • sehr giftig
  • giftig
  • gesundheitsschädlich
  • ätzend
  • reizend
  • sensibilisierend
  • krebserzeugend
  • fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch)
  • erbgutverändernd
  • umweltgefährlich.

 

Bis auf Ausnahmen sind gefährliche Stoffe/Zubereitungen an Gefahrensymbolen und R- und S-Sätzen zu erkennen. Wichtige Vorschriften für das Inverkehrbringen von gefährlichen Arbeitsstoffen sind die Gefahrstoffverordnung bzw. die EU-Stoff- und die Zubereitungsrichtlinien.

Gefahrstoffe

Gefahrstoffe sind Stoffe und Zubereitungen, die mindestens eines der 15 Gefährlichkeitsmerkmale besitzen. Ferner zählen dazu diejenigen Stoffe, Zubereitungen oder Erzeugnisse, die explosionsfähig sind, auf sonstige Weise chronisch schädigend sind oder aus denen beim Umgang gefährliche Stoffe oder Zubereitungen entstehen oder freigesetzt werden; außerdem Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse, die erfahrungsgemäß Krankheitserreger übertragen können.

Gefahrstoffverordnung

Die neue "Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen" (Gefahrstoffverordnung - GefStoffV) vom 23. 12. 2004 gilt für das Inverkehrbringen von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen und dient zum Schutz der Beschäftigten und anderer Personen vor Gefährdungen ihrer Gesundheit und Sicherheit. Sie ist am 1. 1. 2005 in Kraft getreten.

Genehmigungsbedürftige Anlagen

Genehmigungsbedürftige Anlagen sind solche Anlagen, bei deren Errichtung oder Betrieb schädliche Umwelteinwirkungen hervorgerufen werden können. Im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) sind dies Einwirkungen, die nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft herbeizuführen, d. h. auf Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter einwirkende Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Umwelteinwirkungen.

 

Für die Errichtung und den Betrieb solcher Anlagen besteht die Pflicht, eine behördliche Genehmigung einzuholen.

Genomanalysen

Die Gesamtheit der Gene (Erbfaktoren) in einem Organismus wird als Genom bezeichnet. Genomanalysen (genetische Analysen bzw. DNA-Analysen) sind demnach Analysen der Gene.

Geräte- und Produktsicherheitsgesetz

Das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) ist aus der Zusammenlegung von Gerätesicherheitsgesetz und Produktsicherheitsgesetz entstanden und erfasst vom Industrieroboter über Büromöbel bis hin zur Blumenerde alle Verbraucherprodukte und technischen Arbeitsmittel.

 

Verbraucherprodukte sind nach dem GPSG alle Produkte, die für Verbraucher bestimmt sind oder unter vernünftigerweise vorhersehbaren Bedingungen von Verbrauchern benutzt werden können, selbst wenn sie nicht für diese bestimmt sind. Auch Produkte, die dem Verbraucher im Rahmen der Erbringung einer Dienstleistung zur Verfügung gestellt werden, fallen unter Verbraucherprodukte, so z. B. die zur Selbstbedienung durch den Kunden vorgesehene Brotschneidemaschine beim Bäcker oder der Föhn zum Selberföhnen beim Frisör.

 

Technische Arbeitsmittel sind Produkte, die ausschließlich bei der Arbeit verwendet werden. Auch Zubehörteile und Schutzausrüstungen fallen hierunter. Voraussetzung ist, dass die Produkte keine Verbraucherprodukte sind.

Gerüste

Gerüste sind Baukonstruktionen, die mit Belagflächen veränderlicher Länge und Breite an der Verwendungsstelle aus Gerüstbauteilen zusammengesetzt, ihrer Bestimmung entsprechend verwendet und wieder auseinander genommen werden können. Sie werden nach ihrem Verwendungszweck in Arbeitsgerüste, Schutzgerüste und Traggerüste unterteilt. Von diesen Gerüstarten nehmen die Traggerüste hinsichtlich ihrer Konstruktion und Verwendung als Tragkonstruktion für noch nicht selbst tragende Bauteile eine Sonderstellung ein, während sich Arbeits- und Schutzgerüste im Wesentlichen nur durch die Dimensionierung ihrer Beläge bzw. der Gestaltung des Seitenschutzes unterscheiden. Letztere werden in den Vorschriften weitgehend gemeinsam behandelt.

Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz

Die Gesellschaft für Qualität im Arbeitsschutz mbH (GQA) ist eine unabhängige Gesellschaft des Verbandes Deutscher Sicherheitsingenieure e. V. (VDSI).

 

Sie bietet überbetrieblichen sicherheitstechnischen Diensten und Fachabteilungen eine umfassende Qualitätsberatung an.

Gesundheit

"Gesundheit" und "Krankheit" bilden die einander gegenüberliegenden Endpunkte eines Kontinuums. Die Position einer Person auf diesem Kontinuum hängt von mehreren Aspekten ab: dem Ausmaß empfundener Schmerzen, der Notwendigkeit präventiver bzw. therapeutischer Maßnahmen, dem Ausmaß der Beeinträchtigung von Lebensaktivitäten und der Prognose (durch einen Experten, z. B. Arzt).

 

Es gibt verschiedene Ansätze, die sich darum bemühen, "Gesundheit" und "Krankheit" zu definieren und voneinander abzugrenzen.

Gesundheitsbericht

Unter Gesundheitsbericht (Gesundheitsberichterstattung, betriebliche Epidemiologie) versteht man allgemein die statistische Analyse von Gesundheitsdaten einer bestimmten Population (Bevölkerung, Bevölkerungsgruppe, Branche, Belegschaft). Dazu werden Daten aus verschiedenen Quellen herangezogen und zusammengeführt. Ziel dabei ist, Hinweise auf gesundheitliche Problembereiche und mögliche Ursachen zu erhalten, Schlussfolgerungen zu ziehen und Handlungsbedarf aufzuzeigen. Für die erwerbstätige Bevölkerung werden die Daten meist region- oder branchenbezogen erfasst.

 

Bei der betrieblichen Gesundheitsberichterstattung findet die Analyse der Gesundheitsdaten auf betrieblicher Ebene statt. Der betriebliche Gesundheitsbericht ist wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz.

Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz

Mit dem In-Kraft-Treten des Gesundheitsreformgesetzes (1989) wurden in § 20 Sozialgesetzbuch Teil V (SGB V) (Gesetzliche Krankenversicherung) die Krankenkassen dazu aufgefordert, Gesundheitsförderung und Krankheitsverhütung in ihr Programm aufzunehmen. In § 20 heißt es u. a.: "Krankenkassen sollen den Ursachen von Gesundheitsgefährdung und Gesundheitsschäden nachgehen und auf ihre Beseitigung hinwirken." Im Weiteren heißt es, dass die "Krankenkassen bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren mit den Unfallversicherungsträgern zusammenarbeiten und diese über Erkenntnisse, die sie über Zusammenhänge zwischen Erkrankungen und Arbeitsbedingungen gewonnen haben, unterrichten sollen". Diesen Vorgaben entsprechend wurde auch der Zuständigkeitsbereich der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung erweitert. So heißt es im § 1 SGB VII, dass "mit allen geeigneten Mitteln Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten" sind, und weiter im § 14 Abs. 2 SGB VII, dass "bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren die Unfallversicherungsträger mit den Krankenkassen zusammenarbeiten".

 

Die Ursachen der zu bekämpfenden Gesundheitsstörungen müssen nicht zwingend arbeitsbedingt sein. Betriebliche Gesundheitsförderung (betriebliche Gesundheitsüberwachung) bedeutet nur, dass Maßnahmen gegen Gesundheitsstörungen im Rahmen des Betriebs und für die Belegschaft getroffen werden.

Gesundheitsschaden

Ein Gesundheitsschaden ist eine Verletzung (Unfall) und/oder eine arbeitsbedingte Erkrankung. Die Entstehung von Gesundheitsschäden veranschaulicht das Denkmodell.

Gesundheitszirkel

Gesundheitszirkel sind betriebliche Gesprächskreise und damit eine spezielle Form der Gruppenarbeit. Sie setzen sich aus einem ausgebildeten (häufig externen) Moderator (z. B. Beauftragter der Krankenkasse) sowie acht bis zwölf Teilnehmern zusammen. Die Teilnahme ist freiwillig.

 

Betriebliche Gesundheitszirkel sind ein Instrument des betrieblichen Gesundheitsschutzes sowie der betrieblichen Gesundheitsförderung (Primärprävention). Sie ergänzen und unterstützen die Arbeit der Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit und geben dem Unternehmer, den Führungskräften und dem Betriebsrat wichtige Einblicke in die Arbeitsbedingungen vor Ort.

Gewalt am Arbeitsplatz

Unter Gewalt am Arbeitsplatz wird der tätliche Übergriff oder dessen Androhung verstanden. Dieses gilt sowohl für Übergriffe durch Kollegen als auch durch Dritte.

 

Nach der Definition der International Labour Organization (ILO) ist Gewalt am Arbeitsplatz: "Jede Handlung, Begebenheit oder von angemessenem Benehmen abweichendes Verhalten, wodurch eine Person in Verlaufe oder in direkter Folge ihrer Arbeit schwer beleidigt, bedroht, verletzt, verwundet wird."

Gewerbeaufsicht

Unter Gewerbeaufsicht versteht man die staatliche Überwachung der Einhaltung von insbesondere arbeits- und immissionschutzrechtlichen Bestimmungen in allen Betrieben und Dienststellen. Diese Überwachung wird von den Gewerbeaufsichtsämtern (Ämter für Arbeitsschutz) ausgeübt, bei denen hierfür entsprechend ausgebildete Beamte der verschiedenen technischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen als Gewerbeaufsichtsbeamte tätig sind. Die Wahrnehmung der Gewerbeaufsicht ist Angelegenheit der Bundesländer; Rechtsgrundlage ist das Arbeitsschutzgesetz (§§ 21 bis 23). Hier wird auch bestimmt, dass die Gewerbeaufsicht die Arbeitgeber bei der Erfüllung der Arbeitsschutzpflichten zu beraten hat.

 

Die Gewerbeaufsichtsbeamten haben das Recht, die Betriebe jederzeit unangemeldet zu betreten und zu besichtigen. Sie können durch Verfügungen die Maßnahmen anordnen, die zum Schutz der Beschäftigten und auch Dritter erforderlich sind. Sie können verlangen, dass ihnen die Aufzeichnungen mit den Ergebnissen der Prüfungen, die nach der Betriebssicherheitsverordnung an den im Betrieb verwendeten Arbeitsmitteln und Anlagen durchzuführen sind, am Betriebsort zur Verfügung gestellt werden.

GHS

Das Global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS - Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals) ist ein weltweit vereinheitlichtes System zur Einstufung und Kennzeichnung von chemischen Stoffen und Gemischen. Seine Kernelemente sind einheitliche Einstufungskriterien, einheitliche Piktogramme und einheitliche Sicherheitsdatenblätter. GHS wird voraussichtlich 2009 durch eine entsprechende EU-Verordnung in Europa eingeführt.

Gießereien

Gießereien sind Betriebe, in denen Gussstücke aus Eisen und anderen Metallen hergestellt werden. Gießen ist ein Umformverfahren, bei dem Metalle oder auch andere Werkstoffe, z. B. Kunststoffe, in flüssigem Zustand in vorbereitete Hohlräume, die Gießformen, gegossen werden, darin erstarren und so ihre endgültige Form oder eine Form für die nachfolgende Weiterverarbeitung annehmen. Beim Schmelzen ist auf trockene Einsatzstoffe und hohl- und sprengkörperfreie Schrotte zu achten (Explosionsgefahr). Gießereimaschinen sind insbesondere Sandaufbereitungsmaschinen, Sandmischmaschinen, Kernform- und Formmaschinen, Kokillengießmaschinen, Schleudergießmaschinen und Strahlmaschinen.

GISBAU

GISBAU ist die Kurzbezeichnung für das Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft.

GISCODE/Produkt-Code

Der GISCODE des Gefahrstoff-Informationssystems der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (GISBAU) ist ein Codierungssystem, das chemische Produkte bestimmten Produktgruppen zuordnet. GISCODE-Gruppen enthalten Produkte, die auf Grund ihrer ähnlichen Zusammensetzung und Anwendung gleiche Gefährdungen aufweisen und somit identische Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln erfordern. Anhand des Codes kann sich der Verarbeiter eines Einzelprodukts Informationen bis hin zu Betriebsanweisungsentwürfen beschaffen.

Gitterroste

Gitterroste sind Konstruktionen, bei denen die tragenden Elemente (in der Regel Metallprofile) kreuzweise so angeordnet sind, dass sie einerseits sicher begehbar sind, andererseits Stoffe oder Gegenstände von definierter Größe hindurchfallen können.

Gleisbauarbeiten

Unter Gleisbauarbeiten fallen neben den Arbeiten zur Herstellung, Instandhaltung, Änderung und Beseitigung von Gleisanlagen z. B. Brückenbauarbeiten über und unter Gleisen, Hochbau-, Kabel-, Korrosionsschutzarbeiten neben Gleisen, Arbeiten an Wegübergängen und Versorgungsleitungen und Schneeräumarbeiten.

Gratifikationskrisenmodell

Das Modell (Abbildung) beruflicher Gratifikationskrisen (Siegrist, 1996), auch als ERI-Modell (Effort-Reward-Imbalance-Modell = Verausgabungs-Belohnungs-Ungleichgewicht-Modell) bezeichnet, bildet psychosoziale Belastungen ab, die eine gefährdende Wirkung auf die Gesundheit haben können.

 

Arbeitsplätze, die durch hohe berufliche Verausgabung und gleichzeitig geringe Belohnung gekennzeichnet sind, können negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

 

Das Modell gehört ebenso wie das Anforderungs-Kontroll-Modell zu den Modellen, die die Entstehung psychischer Belastungen erklären und aus denen Möglichkeiten der Prävention abzuleiten sind.

Grundsätze der Prävention

Die Unfallverhütungsvorschrift (UVV) "Grundsätze der Prävention" (BGV A1) ist die Basisvorschrift für die berufsgenossenschaftliche Prävention. Sie hat zum 1. Januar 2004 die UVV "Allgemeine Vorschriften" (VBG 1) abgelöst und gilt für alle Unternehmer und deren Beschäftigte (Versicherte) im Bereich der gewerblichen Wirtschaft. Die Vorschrift regelt deren Rechte und Pflichten im Bereich von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Gründungen, Unterfangungen

Gründungen, Unterfangungen im Sinne der DIN 4123 sind Maßnahmen zur sicheren Errichtung von neuen baulichen Anlagen im Bereich bestehender Anlagen.

GS-Zeichen

Das GS-Zeichen (Abbildung) hat sich seit seiner Einführung 1977 zu einem weltweit anerkannten Sicherheitszeichen entwickelt. Mit dem GS-Zeichen ("Geprüfte Sicherheit") dürfen technische Arbeitsmittel und verwendungsfertige Gebrauchsgegenstände versehen werden, wenn

  • nach einer Prüfung eines Baumusters (Baumusterprüfung) durch eine zugelassene, unabhängige Stelle diese bestätigt, dass das Produkt den sicherheitstechnischen Anforderungen entspricht
  • Kontrollen durch die Prüf- und Zertifizierungsstelle stattfinden, damit nur dem Baumuster entsprechende Produkte in den Verkehr gebracht werden (Fertigungskontrolle).