Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

Das kostenlose Glossar zum Thema Arbeitsschutz. Finden Sie über 400 Begriffsklärungen und mehr als 1.200 Schlagwörter zu den Themen Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebsanweisung, Betriebsarzt, Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Gesundheitsförderung und vieles mehr.

Fachausschüsse, Fachgruppen

Die Unfallversicherungsträger (gewerblichen Berufsgenossenschaften (BG) und Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand) fördern die Gemeinschaftsaufgaben auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes durch zeitweilig eingerichtete Fachausschüsse, Fachgruppen und andere Präventionsausschüsse (Koordinierungsausschüsse, Ausschüsse mit besonderen Themenfeldern). Diese Ausschüsse werden von der Abteilung Sicherheit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) koordiniert. Leitung und Geschäftsführung liegen bei den hierfür bestimmten gewerblichen BG oder bei der DGUV.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit

Fachkräfte für Arbeitssicherheit sind Personen, die den Unternehmer beim Arbeitsschutz und der Unfallverhütung unterstützen.

Fachvereinigung Arbeitssicherheit

Die Fachvereinigung Arbeitssicherheit e. V. (FASI) ist der Dachverband von drei technisch-wissenschaftlichen Fach- und Berufsverbänden:

  • Verein Deutscher Gewerbeaufsichtsbeamter e. V. (VDGAB)
  • Verein Deutscher Revisionsingenieure e. V. (VDRI)
  • Verband Deutscher Sicherheitsingenieure e. V. (VDSI).

 

Im VDGAB haben sich die staatlichen Gewerbeaufsichtsbeamten und im VDRI die Aufsichtspersonen (Technische Aufsichtsbeamte) und anderen Präventionsexperten der Berufsgenossenschaften und anderen Unfallversicherungsträger zusammengeschlossen, während im VDSI betriebliche und freiberufliche Fachkräfte für Arbeitssicherheit vereint sind.

Fahrgemeinschaft

Beschäftigte, die mit anderen berufstätigen oder versicherten Personen gemeinsam ein Fahrzeug zur Fahrt von der Wohnung zum Arbeitsplatz oder zurück benutzen, bilden eine Fahrgemeinschaft. Alle Teilnehmer einer Fahrgemeinschaft sind während der gesamten Fahrt in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Dies gilt auch, wenn Umwege im Rahmen der Fahrgemeinschaft zurückgelegt werden müssen. Die Länge des Umweges ist unerheblich, er muss nur für einen der Mitfahrer zum Arbeitsweg zählen. Es genügt für den Versicherungsschutz auch, wenn nur Teile des Arbeitsweges gemeinsam zurückgelegt werden.

Fahrgerüste

Unter Fahrgerüsten versteht man im Sinne der zurückgezogenen "Berufsgenossenschaftlichen Regeln für Sicherheit und Gesundheit im Gerüstbau - Fahrgerüste" fahrbare Gerüste und fahrbare Arbeitsbühnen. Beides sind Konstruktionen, die durch Rollen auf ebener Standfläche horizontal verfahrbar sind. Sie werden für Arbeiten an hoch gelegenen Stellen eingesetzt.

Fahrlässigkeit

Fahrlässigkeit ist im Bürgerlichen Gesetzbuch folgendermaßen definiert (§ 276 I 2 BGB): "Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt." Wird diese Sorgfalt in besonders grobem Maße verletzt, werden also selbst einfache, jedem einleuchtende Überlegungen nicht angestellt, dann spricht man von grober Fahrlässigkeit.

 

Der Begriff "Fahrlässigkeit" hat in vielen Gebieten unseres Rechtssystems eine wichtige Bedeutung, z. B. im Straf- und Zivilrecht, im Ordnungswidrigkeitenrecht und im Verkehrsrecht. Auch im Sozialversicherungsrecht und im System der gesetzlichen Unfallversicherung spielt er eine wesentliche Rolle. Hier ist die Frage, ob fahrlässiges Verhalten vorgelegen hat, in folgenden Fällen von Bedeutung:

 

1. Wenn es um die Ahndung von Verstößen gegen die Unfallverhütungsvorschriften und die Anordnungen von Aufsichtspersonen (Technische Aufsichtsbeamte) geht.

 

2. Wenn es um Fragen zivilrechtlicher Haftung und strafrechtlicher Verantwortung geht, die sich im Zusammenhang mit einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit stellen.

 

3. Wenn über den Anspruch auf Entgeltfortzahlung nach selbst verschuldeter Arbeitsunfähigkeit entschieden werden soll.

Fahrradverkehr

Immer mehr Beschäftigte fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit. Gründe für diese Entwicklung sind z. B. ein gesteigertes Umweltbewusstsein, wirtschaftliche Vorteile und Gesundheitsaspekte.

 

Für den Arbeitgeber bieten sich Vorteile durch den Fahrradverkehr: Radfahren fördert die Gesundheit der Arbeitnehmer. Darüber hinaus benötigt das Fahrrad wenig Parkfläche. Auch für manche (inner-)betrieblichen Wege ist das Fahrrad sinnvoll.

Fahrtreppen, Fahrsteige

Fahrtreppen (Rolltreppen) sind kraftbetriebene umlaufende Stufenbänder, Fahrsteige stufenlose Bänder zur Beförderung von Personen. Sie verbinden zwei auf gleicher oder unterschiedlicher Höhe liegende Verkehrsebenen.

Fahrzeug-Instandhaltung

Die Fahrzeug-Instandhaltung umfasst die Instandsetzung, Änderung, Ergänzung und Demontage von Fahrzeugen, Fahrzeugteilen sowie die dazu benutzten Anlagen und Einrichtungen.

Fahrzeuge

Fahrzeuge im Sinne der Unfallverhütungsvorschrift (UVV) "Fahrzeuge" sind maschinell angetriebene, nicht an Schienen gebundene Landfahrzeuge und ihre Anhänger. Hierzu gehören u. a. Personenkraftwagen, Lastkraftwagen, Speziallastkraftwagen (z. B. Feuerwehrfahrzeuge, Kommunalfahrzeuge) sowie Kraftomnibusse, Zugmaschinen, einspurige Kraftfahrzeuge (z. B. Krafträder) und deren Anhänger, nicht aber z. B. Erdbaumaschinen und Flurförderzeuge.

Farbenblindheit

Der normale Farbensinn des menschlichen Auges kann in Abhängigkeit von der Leuchtdichte und des Farbspektrums der Lichtquelle etwa 200 bis 300 Farbtöne unterscheiden, die sich aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau zusammensetzen. Können einzelne Farben oder Mischfarben von Personen nicht oder nur zum Teil wahrgenommen werden, wird dies als Farbenblindheit oder Farbenfehlsichtigkeit bezeichnet. Man unterscheidet zwischen angeborener und erworbener Störung des Farbensehens.

 

Störungen der Farbwahrnehmung sind entweder durch Veränderungen der Sehfarbstoffe, der Signalverarbeitung in den Photorezeptoren und den nachgeschalteten Nervenzellen oder der spektralen Durchlässigkeit des optischen Systems des Auges bedingt. Im Allgemeinen sind bei den angeborenen Farbsinnstörungen beide Augen betroffen.

 

Angeborene Farbenfehlsichtigkeiten sind in der Bevölkerung wesentlich häufiger anzutreffen als erworbene und lassen sich wie folgt gliedern:

 

Totale Farbenblindheit (Monochromasie): Bei der totalen Farbenblindheit können nur Abstufungen zwischen Schwarz und Weiß wie bei einem Schwarzweißfoto wahrgenommen werden. Bunte Farben erscheinen als Graustufen. Totale Farbenblindheit kommt in der Bevölkerung mit weniger als 0,01 % vor und ist meistens mit einer Störung der Adaptationsfähigkeit des Auges (Anpassung an die Helligkeit) verknüpft. Deshalb tragen diese Personen auch bei normalem Tageslicht starke Sonnenbrillen zur Vermeidung von Blendung.

 

Farbenfehlsichtigkeit: Umgangssprachlich werden Störungen der Farbwahrnehmung häufig ungenau als "Farbenblindheit" bezeichnet. Die Fehlsichtigkeit kann dadurch bedingt sein, dass zwar drei funktionstüchtige Empfängersysteme für die drei Grundfarben vorhanden sind, jedoch für bestimmte Farben eine Unterempfindlichkeit besteht; es ist auch möglich, dass eine Grundfarbe ganz fehlt. Von den betroffenen Personen werden nur solche Farbempfindungen wahrgenommen, die sich durch die additive Mischung von nur zwei Farbreizen ergeben. Die durch die Störungen bedingten Beeinträchtigungen der Farbwahrnehmung werden in zwei Untergruppen unterteilt:

  • Rot-Grün-Schwäche in Form der Rotschwäche oder Rotblindheit und der Grünschwäche oder Grünblindheit;
  • Blau-Schwäche oder Blaublindheit.

 

Bei herabgesetzter Grünempfindlichkeit werden die Farben Grün mit Gelb und Braun mit Rot verwechselt. Bei der Rotschwäche ergeben sich die Verwechslungsfarben Grün mit Grau und Violett mit Blau und bei der Blauschwäche z. B. Grün mit Blau.

 

Angeborene Störungen des Farbensinnes kommen bei Männern sehr viel häufiger vor als bei Frauen. Die bei weitem häufigste Störung ist die Grünschwäche bzw. Grünblindheit. Sie liegt etwa bei 6 % aller Männer und bei nur etwa 0,3 % aller Frauen vor. Eine Rotschwäche bzw. Rotblindheit haben etwa 2 % der Männer und nur 0,1 % der Frauen. Blauschwäche oder Blaublindheit treten nur sehr selten auf.

 

Die angeborene Fehlsichtigkeit vererbt sich geschlechtsgebunden. Farbenblinde Männer vererben sie über normal farbensehende Töchter an ihre Enkel.

 

Erworbene Farbenfehlsichtigkeiten sind im Allgemeinen bedingt durch Schädigungen der Netzhaut, der optischen Bahnen zwischen Netzhaut und Hirnrinde und betreffen oft nur Teile des Gesichtsfeldes.

Farbgestaltung

Sinn einer bewussten Farbgestaltung in den Betrieben ist es, das Wohlbefinden an den Arbeitsplätzen zu steigern, Unfallgefahren zu vermindern und die Arbeitsatmosphäre zu verbessern. Farben dienen außerdem als Ordnungs- und Orientierungsfaktor, als Warnelement und zur Sicherheitskennzeichnung.

Fässer

Fässer sind bauchige oder zylindrische Gefäße zum Transportieren und Lagern von Stoffen. Grundsätzlich sind alle Gebinde, auch leere, so zu kennzeichnen, dass der Inhalt eindeutig identifiziert werden kann. Lässt sich der Inhalt nicht oder nicht mehr eindeutig feststellen, ist für den weiteren Umgang mit dem Gebinde davon auszugehen, dass im Innern explosionsfähige Atmosphäre vorhanden ist und entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen. Es empfiehlt sich, gereinigte Fässer besonders zu kennzeichnen und getrennt von den anderen zu lagern.

Fehlerstromschutzeinrichtungen

Fehlerstromschutzeinrichtungen (FI-Schutzschalter bzw. PRCD) sind kompakte und hochwirksame Schaltgeräte in elektrischen Anlagen, die Personen oder Tiere bei indirektem Berühren spannungsführender Teile schützen. Solche Gefahren können bei fehlerhafter Isolierung einer Anlage oder eines Betriebsmittels auftreten. Gehäuse oder andere leitfähige Teilen können dann unter Spannung stehen.

Fertigteilbau

Unter Fertigteilbau versteht man die Errichtung von Bauten aus Betonfertigteilen oder Fertigteilen aus anderen Baustoffen, z. B. aus Holz oder Kunststoff.

 

Die Errichtung von Bauwerken, deren tragende Konstruktionen aus vorgefertigten großformatigen Wand- und Deckenelementen bestehen, die an der Baustelle zusammengefügt werden, wird als Großtafelbauweise bezeichnet. Bei der Skelettbauweise besteht die tragende Konstruktion aus nicht flächenausfüllenden Bauteilen. Sie können durch Verbände, Wandscheiben oder Deckenplatten stabilisiert werden.

Feuerverzinken

Feuerverzinken (Stückverzinken) ist ein Schmelztauchverfahren, bei dem Werkstücke in geschmolzenes Zink getaucht werden, um sie zu überziehen.

 

Voraussetzung für das Feuerverzinken sind metallisch blanke Oberflächen. Die Werkstücke müssen daher in einem Entfettungsbad vorbehandelt werden. Danach werden sie in einer verdünnten Salzsäure gebeizt. Beim Verzinken von Gusseisen, Temperguss, siliciumhaltigen Stählen und anderen Werkstoffen wird dem Beizbad Flusssäure zugesetzt.

 

Nach dem Beizen erfolgt eine Flussmittelbehandlung (Fluxen). Hierdurch erreicht man beim Eintauchen in das flüssige Zink eine letzte Feinreinigung und Aktivierung der Oberfläche. Flussmittel werden auf verschiedene Art und Weise eingesetzt. Sie können z. B. flüssig oder in Pulverform aufgesprüht werden; das Verzinkungsgut kann auch durch eine auf dem Zinkbad schwimmende Flussmitteldecke hindurchgetaucht werden. Als Flussmittel (Fluxmittel) werden verwendet: Zinkammoniumchlorid, Salmiak, Zinkchlorid, Kochsalz sowie Mischungen dieser Salze.

 

Nach dem Entfetten und dem Beizen erfolgt jeweils ein Spülbad mit Wasser, um das Verschleppen von Entfettungsmitteln zu vermeiden. Nun folgt das eigentliche Verzinken im Zinkbad. Abschließend werden die verzinkten Teile in ein Wasserbad gegeben. Varianten sind möglich.

 

Bei Schmelzverfahren, bei denen Bandmaterial kontinuierlich verzinkt wird (Sendzimirverfahren, heute Bandverzinken im Durchlaufverfahren), finden keine Beiz- und Flussmittelvorbehandlungen statt. Der Werkstoff durchläuft verschiedene Öfen, in denen die anhaftenden Oxide durch Glühbehandlungen in reduzierender Atmosphäre entfernt werden. Erst danach wird das Bandmaterial (Bandstahl, Draht u. Ä.) kontinuierlich durch das Schmelzbad gezogen.

 

Die Temperatur der Zinkbäder liegt im Allgemeinen bei 450 °C. Sie darf diesen Wert nicht überschreiten, weil Zink sonst das Eisen des Behälters angreift.

Feuerwehren

Die Feuerwehren sind Einrichtungen zur Brandbekämpfung und zur Hilfeleistung bei anderen öffentlichen Notständen. Die Feuerwehren sind von den Gemeinden einzurichten. Die Rechtsgrundlagen dafür enthalten die jeweiligen Landesgesetze über den Brandschutz und die Hilfeleistung der Feuerwehr. Der Bund hat kein Mitwirkungsrecht auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens, außer im Rahmen des Katastrophenschutzes (Zivilschutz).

Flammpunkt

Der Flammpunkt ist die niedrigste Flüssigkeitstemperatur bei Normaldruck, bei der sich unter festgelegten Bedingungen Dämpfe in solcher Menge aus der Flüssigkeit entwickeln, dass über dem Flüssigkeitsspiegel ein durch Fremdzündung entzündbares Dampf/Luft-Gemisch entsteht. Der Flammpunkt steht dabei in engem Zusammenhang mit dem Siedepunkt.

Flexible Fertigungssysteme

Als flexibles Fertigungssystem (FFS) bezeichnet man die Verkettung von mindestens zwei Bearbeitungszentren (BAZ) durch ein automatisiertes Materialflusssystem und ein zentrales Steuersystem mit Einrichtungen für Werkzeugwechsel und -bereitstellung sowie weiteren automatisierten Systemen (z. B. zum Entgraten, Reinigen, Beschichten und Messen). Diese flexible Verknüpfung ermöglicht es, dass auch kleine Losgrößen oder Einzelstücke in beliebiger Reihenfolge, ggf. auch gleichzeitig, bearbeitet werden können.

Flucht- und Rettungspläne

Nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) hat der Arbeitgeber einen Flucht- und Rettungsplan aufzustellen, wenn Lage, Ausdehnung und Art der Benutzung der Arbeitsstätte dies erfordern. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn der Betrieb baulich so gestaltet ist, dass im Gefahrfall Probleme bei der Evakuierung und Rettung von Personen auftreten können (z. B. Nähe explosions- oder brandgefährdeter Anlagen, enge Zufahrten oder lange Anfahrten für Rettungsfahrzeuge), wenn die räumliche Ausdehnung des Betriebs dies erfordert (z. B. großflächige Arbeitsstätten, Hochbauten oder Hochhäuser) oder wenn durch die Art der Nutzung eine erhöhte Gefährdung gegeben ist (z. B. erhöhte Brand- oder Explosionsgefahr, regelmäßige Anwesenheit betriebsfremder oder ortsunkundiger Personen). Der Flucht- und Rettungsplan soll zu den Notausgängen weisen und enthält Angaben, wie sich die im Betrieb befindlichen Personen im Gefahrfall in Sicherheit bringen und gerettet werden können. Er ist an geeigneter Stelle im Betrieb auszuhängen oder auszulegen sowie regelmäßig zu aktualisieren.

Fluorchlorkohlenwasserstoffe

Unter die Sammelbezeichnung Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) fallen niedere Kohlenwasserstoffe, in denen Wasserstoffatome durch Chlor- und Fluor-Atome ersetzt sind. Unter Druck weisen die verflüssigbaren Gase oder niedrig siedenden Flüssigkeiten eine hohe chemische und thermische Beständigkeit auf. Sie dienen u.a. als Treibmittel für Spraydosen, als Kältemittel und zum Schäumen von Kunststoffen sowie als Metallentfettungs- und Chemisch-Reinigungsmittel (FCKW dürfen seit 1993 nicht mehr in Chemischreinigungsbetrieben eingesetzt werden).

Fluorwasserstoff (Flusssäure)

Chemische Formel: HF. Synonyme: Hydrogenfluorid, Fluorwasserstoffgas. Fluorwasserstoff ist eine farblose, stechend riechende, bei ca. 20 °C siedende Flüssigkeit, die an feuchter Luft stark raucht. Sie ist in jedem Verhältnis mit Wasser und mit vielen organischen Flüssigkeiten mischbar. Wässrige Lösungen werden als Flusssäure bezeichnet. Flusssäure wird zur Oberflächenbehandlung von Glas und Metallen eingesetzt oder zu Fluoriden verarbeitet. Fluorwasserstoff wird zur Herstellung technischer Fluoride und organischer Fluorchemikalien verwendet. Es ist zudem in Reinigungsmitteln sowie Holzschutzmitteln enthalten.

Flurförderzeuge

Als Flurförderzeuge werden Gabelstapler, Elektrokarren, Portalhubwagen, Heberoller, Schlepper, Handhubwagen und Handstapler bezeichnet. Sie werden für den innerbetrieblichen Transport eingesetzt und sind oft mit Einrichtungen zum Heben von Lasten ausgerüstet.

Flüssiggas

Unter "Flüssiggas" versteht man die verflüssigten brennbaren Gase Propan, Propen (Propylen), Butan, Buten (Butylen) und deren Gemische. International ist die englische Bezeichnung LPG ("Liquefied Petroleum Gas") üblich.

Flüssiggasanlagen

Eine Flüssiggasanlage umfasst nach BGV D 34 „Verwendung von Flüssiggas“ die zur Entleerung aufgestellten und angeschlossenen Flüssiggasbehälter (ortsfeste Behälter oder Transportbehälter) bis zur Hauptabsperreinrichtung (Versorgungsanlage) und das weiterführende Leitungsnetz mit Ausrüstungsteilen und den Gasverbrauchseinrichtungen (Verbrauchsanlage).

Flüssigkeitsstrahler

Flüssigkeitsstrahler sind Maschinen, Einrichtungen oder Anlagen, bei denen die Flüssigkeit im freien Strahl über Geräte, die mit Düsen versehen sind, oder über andere Einrichtungen mit geschwindigkeitserhöhenden Öffnungen austritt. Flüssigkeitsstrahler bestehen meistens aus Spritzeinrichtungen (Spritzpistolen, Spritzrohre), Hochdruckleitungen, Druckerzeuger, Erhitzer, Sicherheitseinrichtungen und Mess- und Regeleinrichtungen.

Förderschnecken

Förderschnecken oder Schneckenförderer sind Fördermittel und gehören zur Gruppe der Stetigförderer.

Förderung gesundheitsbewussten Freizeitverhaltens

Sicherheitsarbeit im Betrieb kann eine Fülle außerberuflicher Themen und Lebensbereiche aufgreifen. Zu diesen zählen der Freizeitsektor (Urlaub, Hobby, Sport usw.) sowie die alltägliche Lebensführung (Arbeiten in Haushalt und Garten, Umgang mit Maschinen und Geräten, Versorgungstätigkeiten usw.). Auch die Teilnahme am Straßenverkehr gehört dazu.

 

Ziel einer solchen Sicherheitsarbeit ist es, bei Mitarbeitern die Bereitschaft und Fähigkeit zu stärken, in Bereichen des außerberuflichen Lebens Aspekte des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes zu berücksichtigen. Sie will zu einer umfassenden sicherheits- und gesundheitsbewussten Lebensführung beitragen. Diese kommt auch dem Betrieb direkt zugute, da Fehlzeiten und Produktionsausfälle vermindert werden.

 

Eine solche Sicherheitsarbeit verwirklicht das häufig geforderte Prinzip der Ganzheitlichkeit: Der Mitarbeiter wird nicht nur als Mitarbeiter gesehen, sondern als Mensch, der auch ein außerberufliches Leben führt und seine Identität behält, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt.

 

Gefahrenbewusstsein im privaten Lebensbereich kann außerdem Gefahrenbewusstsein am Arbeitsplatz fördern. Außerbetriebliche Sicherheitsthemen aufzugreifen, kann deshalb auch innerbetriebliches Sicherheitsverhalten stärken. Eine solche Ausweitung der Sicherheitsarbeit auf den privaten Bereich ist schon auf Grund der Unfallsituation wichtig: Im Freizeit-, Verkehrs- und Privatbereich ereignen sich deutlich mehr Unfälle als am Arbeitsplatz.

 

Beruflicher und privater Bereich sind eng miteinander verwoben. Das Erleben des Menschen weist ganzheitliche Züge auf. Privates kann in Berufliches hineinwirken und umgekehrt. Sorgen und Belastungen aus dem einen Bereich können sich auf Verhalten und Erleben im anderen auswirken.

 

Die Sorge des Beschäftigten um die eigene Familie kann stärker für die Prävention genutzt werden. So lässt sich z. B. die Aufgeschlossenheit der Mitarbeiter für Sicherheitsprobleme im Straßenverkehr vielleicht nachhaltiger fördern, wenn man Fragen der Verkehrssicherheit von Kindern aufgreift, als wenn man sich auf das Thema Wegeunfälle beschränkt.

Formaldehyd

Chemische Formel: CH~2O. Synonyme: Ameisenaldehyd, Ameisensäurealdehyd, Methanal, Methylaldehyd, Oxomethan. Formaldehyd ist bei Raumtemperatur ein farbloses, stechend riechendes Gas. In der Regel ist es als wässrige 30-50 %ige Lösung im Handel. Formaldehyd wird zur Herstellung von Kunststoffen, zum Desinfizieren, Sterilisieren und als Konservierungsmittel, z. B. in Dispersionsfarben, eingesetzt. Darüber hinaus ist es in Holzleimen und Reinigungsmitteln enthalten.

Forsten

Rund drei Zehntel der Gesamtfläche Deutschlands sind Wald. Etwa 34 % des Waldes befinden sich in Besitz von Bund und Ländern, knapp 20 % sind Körperschaftswald (Gemeinden, Gemeindeverbände, Kirchen und kirchliche Anstalten), und 46 % sind Privatwald.

 

Der Wald stellt auf Grund der räumlichen Ausdehnung keinen festumrissenen Arbeitsplatz dar. Witterungseinflüsse wie Regen, Hitze, Kälte, Schnee und Wind sind Begleiterscheinungen bei der Arbeit, die auch Einfluss auf die Gefährdung haben. Schwierige Gelände (Hanglagen) sind keine Seltenheit. Nässe und Kälte beeinflussen die Bodenbeschaffenheit und damit auch die Arbeitsbedingungen. Äste, Wurzeln und Höhlen von Tieren bilden natürliche Stolperstellen am Arbeitsplatz.

Fräsmaschinen

Fräsmaschinen sind Werkzeugmaschinen mit rotierenden Werkzeugen (Fräsern) zur spanenden Bearbeitung von Werkstücken.

Fremdfirmeneinsatz

Wenn ein Unternehmen an ein anderes Unternehmen Arbeiten vergibt, die im eigenen Betrieb oder auf eigenen Baustellen bei einem Kunden durchgeführt werden sollen, dann wird die beauftragte Firma als Fremdfirma tätig. In der Regel wird hierfür ein Werkvertrag abgeschlossen. Fremdfirmen führen Spezialarbeiten wie Bauarbeiten, Reparatur und Wartungsarbeiten oder ausgelagerte Tätigkeiten durch. Dazu gehören innerbetrieblicher Transport, Reinigungsarbeiten oder Bewachung. Fremdfirmen, teilweise auch Kontraktoren genannt, sind also Unternehmen, die nicht zum eigenen Betrieb gehören, dort aber durch ihre Arbeitnehmer oder den Unternehmer selbst vereinbarte Arbeiten verrichten lassen. Das beauftragende Unternehmen definiert die Anforderungen, auch die an die Sicherheit und den Gesundheitsschutz. Im Gegensatz zur Arbeitnehmerüberlassung erhalten die Arbeitnehmer der Fremdfirma, das heißt die Fremdfirmenmitarbeiter, ihre Arbeitsanweisungen weiterhin von ihrem Arbeitgeber, also der Fremdfirma, sofern die Regelung der Zusammenarbeit zwischen dem Auftraggeber und der Fremdfirma nicht etwas anderes vorgibt oder Gefahr im Verzug ist. Fremdfirmen arbeiten selbstständig und in eigener Verantwortung.

Fruchtschädigende Stoffe

Fruchtschädigend (entwicklungsschädigend) sind Stoffe und Zubereitungen, die bei Einatmen, Verschlucken oder Aufnahme über die Haut nicht vererbbare Schäden der Nachkommenschaft hervorrufen oder deren Häufigkeit erhöhen (§ 4 Nr. 13a GefStoffV). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bezeichnet als "fruchtschädigend" im weitesten Sinne jede Stoffeinwirkung, die eine veränderte Entwicklung des Organismus hervorruft und zu bleibenden Schäden der Leibesfrucht oder zum Tod führt. Als fruchtschädigend eingestufte Stoffe sind im Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungsgefährdender Stoffe nach Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG bzw. nach Gefahrstoffverordnung und TRGS 905 ausgewiesen. Dieses Verzeichnis ist auf der Internet-Seite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht.

Füllanlagen

Füllanlagen werden in der Betriebssicherheitsverordnung definiert als:

 

1. Anlagen, die dazu bestimmt sind, dass in ihnen Druckbehälter zum Lagern von Gasen mit Druckgasen aus ortsbeweglichen Druckgeräten befüllt werden.

 

2. Anlagen, die dazu bestimmt sind, dass in ihnen ortsbewegliche Druckgeräte mit Druckgasen befüllt werden.

 

3. Anlagen, die dazu bestimmt sind, dass in ihnen Land-, Wasser- oder Luftfahrzeuge mit Druckgasen befüllt werden.

Fußböden

Fußböden in Räumen dürfen keine Stolperstellen haben; sie müssen eben und rutschhemmend ausgeführt und leicht zu reinigen sein. Als Stolperstelle gilt hier allgemein ein Höhenunterschied von mehr als 4 mm. Für Arbeits-, Lager-, Maschinen- und Nebenräume gilt dies insoweit, als es betrieblich möglich und aus sicherheitstechnischen oder gesundheitlichen Gründen erforderlich ist.

 

Standflächen an Arbeitsplätzen müssen unter Berücksichtigung der Art des Betriebes und der körperlichen Tätigkeit der Beschäftigten eine ausreichende Wärmedämmung aufweisen. Schäden müssen unverzüglich ausgebessert werden. Schlüpfrige und glatte Stellen sind, soweit es die Betriebsverhältnisse gestatten, abzustumpfen.

Fußschutz

Unter Fußschutz versteht man Schuhwerk mit besonderen schützenden Bestandteilen (Abbildung). Welche Ausführung der Benutzer benötigt, richtet sich nach dessen Einsatzbereich und den möglichen Gefährdungen der Füße.