Glossar

Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit

Das kostenlose Glossar zum Thema Arbeitsschutz. Finden Sie über 400 Begriffsklärungen und mehr als 1.200 Schlagwörter zu den Themen Arbeitssicherheit, Arbeitsmedizin, Betriebsanweisung, Betriebsarzt, Brandschutz, Gefährdungsbeurteilung, Gesundheitsförderung und vieles mehr.

Balanced Scorecard

Die Balanced Scorecard (BSC) ist eine Methode der Unternehmensführung mit Hilfe von wenigen, aber entscheidenden Kennzahlen. Sie geht von einem ausgewogenen (balanced) Satz von Zielkennzahlen eines Unternehmens bzw. betrieblicher Aktivitäten aus. Diese betreffen vier Kategorien: Finanzen, Kundenbeziehungen, interne Prozesse sowie die Innovations- und Lernfähigkeit.

Bandsägemaschinen, Tischbandsägemaschinen

Bandsäge- und Tischbandsägemaschinen (Abbildung) sind Holzbearbeitungsmaschinen, deren Schneidwerkzeug aus einem langen und schmalen, gezahnten Stahlband besteht. Dieses wird über Umlenkrollen mit großem Durchmesser angetrieben und geführt. Bandsägemaschinen eignen sich vor allem für ungerade Schnitte an Werkstücken.

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit setzt einen umfassenden Zugang zu und eine uneingeschränkte Nutzung von allen gestalteten Lebensbereichen voraus.

Bauarbeiten

Bauarbeiten im Sinne der UVV "Bauarbeiten" sind Arbeiten zur Herstellung, Instandhaltung, Änderung und Beseitigung von baulichen Anlagen einschließlich der hierfür vorbereitenden und abschließenden Arbeiten. Zu den Bauarbeiten zählen auch Arbeiten unter Tage, Arbeiten in Bohrungen, Rohrleitungsbau-, Ausbau-, Gebäudereinigungs-, Schornsteinfeger- und Montagearbeiten an baulichen Anlagen sowie Isolierarbeiten. Stahl-, Stahlverbund- und Metallbauten werden den baulichen Anlagen zugerechnet.

 

Die Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" gilt jedoch u. a. nicht für Arbeiten an fliegenden Bauten und das Anbringen, Ändern, Instandhalten und Abnehmen elektrischer Betriebsmittel an Freileitungen, Oberleitungsanlagen und Masten.

 

Zu den vorbereitenden und abschließenden Arbeiten gehören z. B. Einrichten und Räumen von Baustellen einschließlich Bereitstellung, Aufstellung, Instandhaltung und Abbau der Gerüste, Geräte, Maschinen und Einrichtungen.

Bauaufzüge

Vorübergehend errichtete Aufzugsanlagen, die ausschließlich der Beförderung von Gütern bei Bauarbeiten dienen, werden als Bauaufzüge bezeichnet. Das Lastaufnahmemittel kann in Fahrbahnen geführt werden wie bei Anstell-, Anlege-, Schnellbau- und Schachtgerüstaufzügen. Das Lastaufnahme- oder das Anschlagmittel, am Tragmittel hängend, kann aber auch ungeführt sein wie bei Seilrollen-, Schwenkarm-, Rahmenstützen- oder Doppelrahmenstützenaufzügen mit Ausleger oder bei Schwenkarmaufzügen.

Baugruben und Gräben

Baugruben sind durch Aushubarbeiten hergestellte flächenorientierte Aufgrabungen bzw. Vertiefungen im Boden. Unter Gräben versteht man durch Aushubarbeiten hergestellte längenorientierte Aufgrabungen bzw. Vertiefungen im Boden, z. B. zur Aufnahme von Ver- oder Entsorgungsleitungen sowie Leitungen der Telekommunikation.

Baugruppen

Baugruppen sind in der Richtlinie 97/23/EG - Druckgeräte-Richtlinie (DGRL) definiert als mehrere Druckgeräte, die von einem Hersteller zu einer zusammenhängenden funktionalen Einheit verbunden werden.

Bauhof

Bauhöfe sind zentrale Stützpunkte eines Betriebsdienstes für die Unterhaltung von Straßen, Kanalisation, Gleisanlagen oder Gewässern. Es gibt dort ein Lager für Ausrüstung, Geräte und Fahrzeuge sowie Reparaturwerkstätten. Größere Bauhöfe verfügen üblicherweise über Kfz-Werkstatt, Schlosserei, Schreinerei, Streustofflager, Schilderlager, Magazin für Kleingeräte, Spezialgeräte für die besonderen Einsatzbereiche mit entsprechenden Unterstellmöglichkeiten sowie einen Freilagerplatz. Hinzu kommen Büros und ein Sozialbereich mit Toiletten, Wasch-, Umkleide- und Kleidertrockenraum. Im Bereich des öffentlichen Dienstes gibt es kommunale und staatliche Bauhöfe.

Baustellen

Im Gegensatz zu stationären Betrieben sind Baustellen vorübergehend errichtete Arbeitsstätten, bei denen die Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen ständig wechseln. Dazu kommt das Zusammenwirken vieler verschiedenartiger Betriebe. Dies erfordert eine durchdachte Organisation, Koordination und Arbeitsvorbereitung.

Becherwerke

Becherwerke (Elevatoren) gehören zu den als Stetigförderer bezeichneten Fördereinrichtungen. Es gibt sie in offener und in geschlossener Bauweise.

Befähigte Personen

Befähigte Personen werden in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) definiert als Personen, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln verfügen. Die Befähigte Person ersetzt im Wesentlichen den aus den bisherigen Vorschriften bekannten "Sachkundigen".

Begasungen

Begasungen mit giftigen, sehr giftigen Stoffen und Zubereitungen werden zur Schädlingsbekämpfung (Entwesung, Entseuchung), zur Qualitätssicherung und zur Sterilisation/Desinfektion (Entkeimung) durchgeführt. Dabei werden unter dem Begriff "Begasung" alle Arbeiten zur Verwendung eines Begasungsmittels erfasst - von den Vorbereitungsarbeiten, dem Einbringen des Begasungsmittels über die Begasung selbst bis hin zur Lüftung und Freigabe der begasten Räume.

Begleitende Hilfe im Arbeitsleben

Die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben umfasst alle Maßnahmen und Leistungen, die erforderlich sind, um schwerbehinderten Menschen die Teilhabe am Arbeitsleben und damit an der Gesellschaft zu sichern und Kündigungen zu vermeiden.

Begünstigende Bedingungen

Begünstigende Bedingungen sind zufällige, nicht voraussehbare Konstellationen im Moment oder Verlauf der Entstehung des Gesundheitsschadens und können deshalb nicht in die Gefährdungsbeurteilung einbezogen werden (Abbildung). Sie führen zur Erhöhung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Gesundheitsschadens und somit zum Wirksamwerden der Gefahr.

Behälter und enge Räume

Behälter und enge Räume können Apparate, Kessel, Tanks, Kanäle, Gruben, Brunnen, Schächte, Hohlräume, fensterlose Bauwerke, Rohrleitungen o. ä., sogar Bereiche im Freien sein. Kennzeichnend ist, dass auf Grund der räumlichen Enge, der enthaltenen Stoffe oder der Einrichtungen und des geringen Luftaustausches das üblicherweise an Arbeitsplätzen herrschende Gefahrenpotenzial deutlich überschritten wird.

Behelfsgerüste

Behelfsgerüste (Abbildung) sind hoch gelegene Arbeitsplätze, die aus zwei Stehleitern und einer Gerüstbohle als Belagfläche bestehen. Sie dürfen nur für leichte Arbeiten geringen Umfangs, in geringer Höhe und mit wenig Materialbedarf, z. B. kleinere Maler-, Installations- und Ausbesserungsarbeiten, eingesetzt werden.

Beinaheunfall

Beinaheunfälle werden gelegentlich auch near-misses, near-accidents oder critical incidents genannt. Wie bei Unfällen so handelt es sich auch bei Beinaheunfällen um Ereignisfolgen, die von einem als normal und sicher angesehenen Sollablauf abweichen. Von Unfällen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie nicht zum Systemversagen oder zu einer Verletzung führen. Beinaheunfälle sind gewissermaßen Vorboten von Unfällen. Der Unfall tritt dann aber doch nicht ein, weil im letzten Moment korrigierende Maßnahmen ergriffen werden, die einen sicheren Systemzustand wieder herstellen. Straucheln z. B. ist ein Beinaheunfall, der aber nicht zum Sturz (Unfall) führt, weil die Person durch Ausgleichsbewegungen den stabilen Systemzustand (Gleichgewicht) wieder herstellen kann. Ob sich die Ereignisse in einer Situation zu einem Beinaheunfall oder einem Unfall mit Personenschaden entwickeln, hängt häufig auch stark vom "Zufall" ab: Der von einem Baugerüst fallende Gegenstand führt nur dann zu einer Verletzung, wenn sich just in diesem Moment eine Person genau an der Aufschlagstelle aufhält.

Beizen und Brennen von Oberflächen

Beizen ist das Entfernen von Oxiden und anderen Metallverbindungen von der Oberfläche durch chemische oder elektrolytische Behandlung. (Das Entlacken von Oberflächen findet sich unter dem Stichwort Abbeizmittel, es sind die Anforderungen der TRGS 507 zu beachten.) Brennen ist das Beizen von Kupferwerkstoffen mit salpetersäurehaltigen Lösungen. Als Beizmittel werden verdünnte Säuren mit Zusatzstoffen, z. B. Schwefel-, Salz-, Phosphor-, Fluss- oder Salpetersäure, eingesetzt. Aluminium-Werkstoffe werden in Natronlauge gebeizt.

 

Sparbeizen greifen das Grundmaterial weniger an, weil sie Hemmstoffe (Inhibitoren) enthalten. Bei den Inhibitoren handelt es sich vorwiegend um Dibenzoylsulfoxid und Hexamethylentetramin. Spezialbeizen für Leichtmetalle können arsen- oder quecksilberhaltig sein. Beim Beizen von Kupfer-, Nickel- und Messingwerkstoffen können außer den genannten Säuren auch Chromsäuren und Chromate eingesetzt werden.

 

Dekapieren ist ein kurzzeitiges Beizen zum Aktivieren der Oberfläche. Dekapierlösungen bestehen im Allgemeinen aus verdünnten anorganischen Säuren; jedoch können auch cyanidhaltige Zusätze verwendet werden. Aluminium wird alkalisch dekapiert.

Belastung, Beanspruchung

Belastungen sind äußere Einwirkungen auf den Menschen, Beanspruchungen sind die Reaktionen des Menschen auf solche Belastungen (DIN EN ISO 6385:2004). Die Belastungen wirken nicht unmittelbar, sondern werden über persönliche Ressourcen und individuelle Voraussetzungen sowie externe Ressourcen (z. B. Tätigkeits-, Handlungs-, Entscheidungsspielraum) in ihren Beanspruchungsfolgen beeinflusst. Rückkopplungen von Beanspruchungsprozessen wirken auf Belastungsfaktoren modifizierend ein.

 

Eine Gesamtbelastung ergibt sich aus einer Vielzahl einzelner Belastungsfaktoren und wirkt somit als Belastungskombination. Belastungen und Beanspruchungen am Arbeitsplatz können physischer (körperlicher), psychischer (geistig-seelischer) oder psycho-sozialer Art sein (Abbildung).

 

Das Anfang der 70er Jahre entwickelte und ursprünglich mechanistisch definierte Belastungs-Beanspruchungs-Konzept wurde vielfach von den in den Arbeitswissenschaften zunehmend interdisziplinär zusammenwirkenden Teildisziplinen aus Ingenieur-/Naturwissenschaften, Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie, Arbeitssoziologie bzw. weiteren Sozialwissenschaften erweitert.

 

Belastungen bestehen in unterschiedlicher Art, Dauer, Intensität und Kombination (Mehrfachbelastungen) an jedem Arbeitsplatz. Unter dem Blickwinkel der Prävention interessieren Belastungskombinationen, die zu Über- oder Unterforderung führen können, um Maßnahmen für eine optimierte Arbeitsgestaltung ableiten zu können. In diesem Sinne unterscheidet man folgende Belastungsfaktoren:

  • Belastungen aus der Arbeitsaufgabe
  • mechanische Gefährdungen
  • elektrische Gefährdungen
  • chemische Gefährdungen
  • biologische Gefährdungen
  • Brand- und Explosionsgefährdungen
  • Gefährdungen durch spezielle physikalische Einwirkungen (z. B. Lärm, Hitze, Kälte, Vibrationen, elektromagnetische Felder, optische Strahlung)
  • Gefährdungen durch Organisationsmängel
  • Gefährdungen durch Mängel in der Arbeitsplatzgestaltung
  • Gefährdungen durch Mängel in der Arbeitszeitgestaltung
  • Gefährdungen durch psychische Belastungen
  • Gefährdungen durch psycho-soziale Belastungen
  • sonstige Gefährdungen (z. B. betriebliche/überbetriebliche Rahmenbedingungen)
  • nicht arbeitsbedingte Belastungsfaktoren.

Belastungserprobung

Die Belastungserprobung ist eine Maßnahme der medizinischen Rehabilitation. Der Begriff stammt aus dem Unfallversicherungsrecht und bezeichnet eine berufliche Rehabilitationsmaßnahme nach Arbeits- und Wegeunfällen. Sie dient vor allem der Feststellung der gesundheitlichen Belastbarkeit für eine spätere berufliche Bildungsmaßnahme oder Arbeitstätigkeit.

Beleuchtung

Beleuchtung ist die Ausrüstung eines Raumes, Verkehrsweges usw. mit Lichtquellen. An Arbeitsplätzen ist die Beleuchtung so zu gestalten, dass sie möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und mit Einrichtungen für eine der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten angemessenen künstlichen Beleuchtung ausgestattet sind. Eine gute Beleuchtung ist ein wesentlicher Faktor für die Arbeitsqualität, die Produktivität und das Wohlbefinden der Beschäftigten. Fenster oder Oberlichter, die das Tageslicht möglichst blendfrei einlassen, sind dabei im allgemeinen vorzuziehen. Tageslicht enthält das volle Strahlungsspektrum und lässt dadurch die Farben an den Arbeitsplätzen und ihrer Umgebung unverändert.

 

Die Allgemeinbeleuchtung muss in allen Arbeitsbereichen und auf den Verkehrswegen eine sichere Orientierung ermöglichen. Die Beleuchtungsanlagen sind so auszuwählen und anzuordnen, dass sich dadurch keine Unfall- oder Gesundheitsgefahren ergeben können. Die Beleuchtung muss der Art der Sehaufgabe entsprechen und nach gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltet sein.

 

Als Beleuchtungseinrichtung wird die Gesamtzahl der Leuchten in einem Raum verstanden. Die Nennbeleuchtungsstärke ist die mittlere Beleuchtungsstärke (Abbildung) einer Arbeitsstätte oder einer bestimmten Raumzone, für die die Beleuchtungseinrichtung ausgelegt ist. Sie wird in Lux (lx) gemessen.

Benzine

Benzine sind komplexe Kombinationen von ca. 150 flüssigen, wasserhellen, brennbaren und feuergefährlichen Kohlenwasserstoffen; sie bestehen in erster Linie aus Paraffinen, Cycloparaffinen, aromatischen und olefinhaltigen Kohlenwasserstoffen. Infolge der wechselnden Zusammensetzung lässt sich weder ein genauer Siedepunkt, Flammpunkt oder eine genaue Dichte angeben. Der Siedebereich liegt in der Regel zwischen 60-210 °C. Nach den Siedebereichen unterscheidet man beispielsweise Petrolether (25-80 °C), Siedegrenzenbenzine (60-140 °C), Testbenzine (130-220 °C).

Benzol

Chemische Formel: C~6H~6. Synonyme: Phenylwasserstoff, Krystallbenzol, Benzen. Benzol ist ein farbloser aromatischer Kohlenwasserstoff, der in Wasser unlöslich und leicht entzündlich ist. Benzol ist der Grundkörper der aromatischen Verbindungen für viele organische Synthesen. In Testbenzinen und anderen Kohlenwasserstoffen, z. B. in Lacken oder Holzschutzmitteln, ist Benzol nur als technische Verunreinigung enthalten.

Beratende Ingenieure

Die Beratenden Ingenieure beraten Arbeitgeber, schwerbehinderte Menschen und das betriebliche Integrationsteam - in der Regel bestehend aus der Schwerbehindertenvertretung, dem Beauftragten des Arbeitsgebers, dem Betriebs- oder Personalrat - sowie andere mit der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben befasste Personen in technisch-organisatorischen Fragen der Beschäftigung. Sie unterstützen sie durch die Erarbeitung von konkreten Lösungsvorschlägen in Problemfällen.

Bergaufsicht

Bergaufsicht ist die staatliche Überwachung aller Betriebe, die unter den Geltungsbereich des Bundesberggesetzes fallen. Die Überwachung erstreckt sich auf sicherheitstechnische, arbeits- und umweltrechtliche Bestimmungen sowie die bergrechtlichen Erlaubnis- und Genehmigungsverfahren und stützt sich dabei auf die Allgemeine Bundesbergverordnung sowie die Bergverordnungen der Bundesländer.

Berufsgenossenschaften

Berufsgenossenschaften (BG) sind die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für Gewerbe und Landwirtschaft. Zurzeit bestehen 23 gewerbliche und 9 landwirtschaftliche BG. Für Arbeiter und Angestellte im öffentlichen Dienst sowie bei der Deutschen Post und der Deutschen Telekom, der Deutschen Bahn und bei den Feuerwehren gibt es die Unfallkassen und weitere Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand (zurzeit 27) für Gemeinden, Städte, Länder und Behörden des Bundes sowie für ehemalige Bundesbehörden.

 

Die gewerblichen BG sind fachlich nach Branchen gegliedert und umfassen jeweils Unternehmen gleicher Gewerbezweige. Durch die Gliederung nach Gewerbezweigen wird gewährleistet, dass auch branchenspezifische Unfallrisiken berücksichtigt werden können. Berufsgenossenschaften sind Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung, d. h. sie führen die ihnen durch Gesetz übertragenen Aufgaben in eigener Verantwortung ihrer Organe - jedoch unter staatlicher Aufsicht - durch. Die staatliche Aufsicht bezieht sich auf die Beachtung von Gesetz und Satzung sowie bei Maßnahmen der Unfallverhütung und Ersten Hilfe auch auf Umfang und Zweckmäßigkeit.

 

Die Organe der Selbstverwaltung sind Vertreterversammlung und Vorstand, die sich aus Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer paritätisch zusammensetzen. Die Führung der laufenden Verwaltungsgeschäfte obliegt einem hauptamtlichen Geschäftsführer.

Berufshilfe

Die Berufshilfe gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung, die nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit zur Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit eines Verletzten/Erkrankten erbracht werden (Wiedereingliederung ins Arbeitsleben).

Berufskrankheiten

Berufskrankheiten (Abbildung) sind Krankheiten, die nach den allgemein anerkannten Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft bei Berufstätigen durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen sie bei ihrer Tätigkeit in erheblich höherem Maße als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind. Berufskrankheiten werden von der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates näher bezeichnet. Sie sind in der Anlage 1 der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) aufgelistet. Merkblätter und wissenschaftliche Begründungen zu den Berufskrankheiten finden sich im Internet bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

 

Zu den häufigsten anerkannten Berufskrankheiten zählen nach wie vor die Lärmschwerhörigkeit (BK 2301), die Asbestose (BK 4103), die Hauterkrankung (BK 5101) und die Silikose (BK 4101).

Berufsunfähigkeit

Bei Berufsunfähigkeit kann der bisherige Beruf auf Grund von Krankheit oder Behinderung nicht länger ausgeübt werden. Seit dem 1. Januar 2001 gibt es die Berufsunfähigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung nur noch in Form der teilweisen Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit.

Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen

Einrichtungen, bei denen ein Schaltvorgang durch Veränderung optischer, elektromagnetischer, elektrostatischer oder anderer Felder ausgelöst wird und die damit eine Schutzfunktion ausüben, werden als berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen (BWS) bzw. als nicht mechanisch betätigte Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion bezeichnet (z. B. Lichtschranke, Ultraschall-Schutzeinrichtung).

 

Der Schaltvorgang, der beim Eindringen eines Körperteils oder Gegenstands in das von der Einrichtung gebildete Schutzfeld ausgelöst wird, verhindert die gefährliche Bewegung, z. B. einer Maschine, oder unterbricht sie. Diese Einrichtungen schützen nicht vor wegfliegenden Teilen, Spritzern u. Ä.

 

Man unterscheidet verschiedene Ausführungen von berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen:

  • Die optoelektronische Schutzeinrichtung zur Flächenüberwachung (AOAPD = active opto-electronic area protection device) sendet radiale Lichtimpulse aus. Treffen diese im Schutzfeld (programmierter Bereich) auf einen Gegenstand, werden sie reflektiert. Über die Messung der Lichtlaufzeit wird die Position des Gegenstandes ermittelt. Dem Schutzfeld kann ein so genanntes Warnfeld vorgelagert werden. Hierdurch sind auf die Situation abgestimmte Sicherheitsreaktionen möglich. Bei mobilen Systemen kann z. B. ein Warnsignal ertönen und die Geschwindigkeit reduziert werden. Das Bremsen bis zum Stillstand erfolgt, falls eine Person oder ein Gegenstand vom Schutzfeld erfasst werden. Diese Systeme (Laserscanner) werden z. B. als Anfahrschutz bei Flurförderzeugen im Regalgang, bei fahrerlosen Transportsystemen, an Hängebahnen und Fördereinrichtungen eingesetzt. Bei stationären Anlagen können ebenfalls Warneinrichtungen (akustisch, optisch) aktiviert werden, während die Anlage weiterläuft. Falls die Person oder der Gegenstand sich dem Gefahrbereich weiter nähert und in das Schutzfeld eindringt, wird die gefährliche Bewegung oder die gesamte Anlage abgeschaltet. Diese Systeme dienen z. B. als Personenschutz an Roboteranlagen, automatisierten Fertigungssystemen, verketteten Anlagen und Bearbeitungszentren.
  • Die optoelektronische Schutzeinrichtung zur Schutzfeldüberwachung (AOPD = active opto-electronic protective device) sendet geradlinige Lichtimpulse aus, die entweder als Einzelstrahl(en) als "Lichtschranke" oder "Lichtgitter" Teile des Schutzfeldes oder als Lichtbündel (ein oder mehrere) als "Lichtvorhang" das ganze Schutzfeld abtasten. Die Unterbrechung des Strahlenganges im festgelegten Schutzfeld gibt ein Stoppsignal an die Steuerung. Diese Systeme werden hauptsächlich an stationären Maschinen (z. B. an Pressen) als Zugangs- oder Bereichssicherung eingesetzt.

Beryllium und seine Verbindungen

Chemische Formel: Be. Beryllium gehört zur Gruppe der Erdalkalimetalle; es ist silberweiß, sehr hart, leicht oxidierbar, thermisch und elektrisch sehr leitfähig und wird durch Elektrolyse von Berylliumnatriumfluorid gewonnen.

 

Beryllium findet Verwendung für die Herstellung von temperaturempfindlichen, korrosionsbeständigen, harten Legierungen (z. B. auch für "funkenarme" Werkzeuge aus Be-Cu-Legierung), als Fensterfolie für weiche Röntgenstrahlen und als Neutronenbremse in Kernreaktoren.

Beschäftigungsbeschränkungen

Zum Schutz bestimmter Personengruppen werden Beschäftigungsbeschränkungen bzw. -verbote erlassen, wenn die Maßnahmen des normalen Arbeitsschutzes nicht ausreichen. Das Mutterschutzgesetz regelt Beschäftigungsbeschränkungen bzw. -verbote für schwangere Frauen und Mütter, das Jugendarbeitsschutzgesetz für Kinder und Jugendliche. Aber auch einzelne Unfallverhütungsvorschriften (UVV) und behördliche Arbeitsschutzvorschriften enthalten hierüber Angaben.

Beschwerderecht

Zu den Rechten der Beschäftigten gehört ein außerbetriebliches Beschwerderecht in Bezug auf Sicherheit und Gesundheitsschutz gegenüber den zuständigen Behörden (§ 17 Abs. 2 ArbSchG). Zweck dieser Regelung ist die Sicherstellung der Autonomie der Beschäftigten im Arbeitsprozess, die Stärkung ihrer Eigenverantwortung und die Herstellung einer Transparenz der Arbeitsbedingungen. Dieses Recht gilt gleichermaßen für Beschäftigte der Privatwirtschaft sowie des öffentlichen Dienstes.

Besonders gefährdete Arbeitnehmer

Nach der Richtlinie 89/391/EWG (Arbeitsschutz-Rahmenrichtlinie) muss der Arbeitgeber über eine Evaluierung der am Arbeitsplatz bestehenden Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit auch hinsichtlich der besonders gefährdeten Arbeitnehmergruppen verfügen. Die Richtlinie definiert jedoch nicht genauer, wer hierzu eigentlich gehört.

 

Zu den Gruppen, für die aufgrund ihrer persönlichen Voraussetzungen die Arbeit an bestimmten Arbeitsplätzen mit einem höheren Risiko verbunden ist als für andere, sind z. B. zu rechnen:

  • Jugendliche
  • werdende Mütter
  • behinderte Menschen
  • ältere Arbeitnehmer.

Betonpumpen

Mit Betonpumpen (Abbildung) wird Beton durch Rohr- oder Schlauchleitungen zur Verwendungsstelle gefördert. Bei hoch oder entfernt liegenden Verwendungsstellen kann dies mit Hilfe eines kraftbetriebenen Verteilermastes erfolgen, der als ausfahrbare, schwenkbare Einrichtung zur Führung der Betonförderleitung dient. Pumpe und Verteilermast bilden bei vielen Anlagen eine Einheit.

Betriebliches Eingliederungsmanagement

Seit dem 1. Mai 2004 verpflichtet § 84 des Sozialgesetzbuchs IX - "Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen" - den Arbeitgeber, ein "betriebliches Eingliederungsmanagement" für Beschäftigte vorzuhalten, die länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind. In diesem Beitrag werden unter dem betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) nur Maßnahmen im Sinne des SGB IX verstanden. Selbstverständlich gibt es auf betrieblicher Ebene daneben andere und weiterführende Aktivitäten, die der (Wieder)Eingliederung von Beschäftigten an den Arbeitsplatz dienen.

 

Insbesondere auf Grund seiner systematischen Stellung im Gesetz ist umstritten, ob das BEM sich ausschließlich mit schwerbehinderten Beschäftigten oder mit allen Beschäftigten befasst. In der Fachliteratur überwiegt die Meinung, dass sich das BEM auf alle Beschäftigten unabhängig von ihrer (Schwer)Behinderteneigenschaft bezieht; dieser Auffassung folgen auch diese Ausführungen.

Betriebs-/Dienstvereinbarungen

Betriebs- oder Dienstvereinbarungen sind das Ergebnis betrieblicher Verhandlungen zwischen Betriebs- oder Personalrat und dem Arbeitgeber, ggf. auf der Basis von Einigungsstellen oder als Resultat arbeitsgerichtlicher Verfahren. Sie basieren auf Regelungen des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) oder der Personalvertretungsgesetze (PersVG) und können erzwingbarer oder freiwilliger Natur sein. Verbindliche öffentlich-rechtliche oder tarifvertragliche Regelungen können durch diese Vereinbarungen im Sinne einer Absenkung von festgelegten Schutzniveaus nicht durchbrochen werden, wohl aber zu Gunsten der Beschäftigten verbessert werden.

Betriebsanleitungen

Betriebsanleitungen, Gebrauchsanleitungen oder Aufbau- und Verwendungsanleitungen (z. B. bei Gerüsten) sind Informationen des Herstellers (bzw. des in der EU niedergelassenen Bevollmächtigten) einer Einrichtung, eines verwendungsfertigen technischen Erzeugnisses, von Stoffen oder Zubereitungen zum sachgerechten und bestimmungsgemäßen sowie sicheren Betreiben bzw. Verwenden dieser Produkte. Sie sind Bestandteil der Lieferung eines Produkts, z. B. einer Maschine, und werden am Produkt angebracht oder diesem beigefügt. Form und Ausführlichkeit sollen auf die Eigenart des Produkts und die voraussetzbare Sachkunde des Benutzers abgestimmt sein.

 

Nach der EG-Maschinenrichtlinie bzw. der Maschinenverordnung soll die Betriebsanleitung eine Grundlage für die sichere Benutzung eines Erzeugnisses schaffen. Der Betriebsanleitung kommt deshalb eine zentrale Bedeutung im Zusammenhang mit der Produkthaftung zu.

Betriebsanweisungen

Betriebsanweisungen sind Anweisungen und Angaben des Unternehmers oder Betreibers von Einrichtungen, technischen Erzeugnissen, Arbeitsverfahren, Stoffen oder Zubereitungen an die Beschäftigten mit dem Ziel, Unfälle und Gesundheitsrisiken vermeiden. Sie regeln arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen das Verhalten im Betrieb und sind die Grundlage für Unterweisungen. Sie können darüber hinaus dem Umweltschutz und Sachschadenschutz dienen.

Betriebsärzte

Betriebsärzte sind vom Unternehmen bestellte, fest eingestellte oder frei praktizierende Ärzte, die den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung beraten und unterstützen sollen.

 

Als Betriebsarzt dürfen nur Personen bestellt werden, die berechtigt sind, den ärztlichen Beruf auszuüben und die über die erforderliche arbeitsmedizinische Fachkunde verfügen. Diese Forderung erfüllt z. B. derjenige, der die Gebietsbezeichnung "Arbeitsmedizin" oder die Zusatzbezeichnung "Betriebsmedizin" führt. Ein Betriebsarzt kann haupt- oder nebenberuflich beschäftigt werden; der Unternehmer kann auch freiberufliche Ärzte oder überbetriebliche arbeitsmedizinische Dienste in Anspruch nehmen.

Betriebsbeauftragte

Betriebsbeauftragte sind Personen, die vom Unternehmer für einen bestimmten Aufgabenbereich bestellt werden und dort Pflichten im Arbeits- und Umweltschutz wahrnehmen. Für den Bereich des Arbeitsschutzes entspricht diese Beauftragtenfunktion der Aufgabe der Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Außerdem gibt es für diesen Bereich die Sicherheitsbeauftragten, die dort allerdings nur eine helfende und unterstützende Aufgabe haben und keine Betriebsbeauftragten in diesem Sinn sind. Weitere Betriebsbeauftragte im Arbeitsschutz sind die Strahlenschutzbeauftragten (Radioaktive Stoffe, Röntgenstrahlen) und die Laserschutzbeauftragten (Laserstrahlung). Für den Umweltschutz gibt es als Betriebsbeauftragte je nach Aufgabenbereich mehrere unterschiedliche Umweltbeauftragte. Sie sind z. B. für Immissionsschutz, Störfälle, Gewässerschutz und Abfälle zuständig. Ihre Aufgabe ist es, die Gesetzesanforderungen zum Umweltschutz in ihrem Bereich in die Praxis umzusetzen. Darüber hinaus gibt es z. B. die Gefahrgutbeauftragten, die der Unternehmer bestellen muss, wenn er als Absender, Verlader, Beförderer, Befüller usw. am Gefahrguttransport beteiligt ist.

Betriebsbegehungen

Betriebsbegehungen sind Verfahren zur vorausschauenden Gefährdungsermittlung, bei der Gefährdungen zunächst im Überblick ermittelt werden. Es werden Erkenntnisse für eventuell notwendige weitere, tiefgründigere Gefährdungsermittlungen, wie die objektorientierte oder arbeitsablauforientierte Gefährdungsermittlung gewonnen. Betriebsbegehungen sind damit Bestandteil einer systematischen innerbetrieblichen Sicherheitsarbeit. Sie werden immer von Angehörigen des eigenen Betriebs durchgeführt, im Unterschied zu den Betriebsbesichtigungen der Aufsichtspersonen (Technische Aufsichtsbeamte) oder Gewerbeaufsichtsbeamten (Gewerbeaufsicht) im Rahmen der überbetrieblichen Überwachungs- und Beratungstätigkeit der Berufsgenossenschaften und Gewerbeaufsichtsämter (Ämter für Arbeitsschutz).

Betriebsklima

Der Begriff Betriebsklima stellt eine umgangssprachliche Zusammenfassung von Fachtermini dar, die sich mit der subjektiven Wahrnehmung und Bewertung von Unternehmen durch ihre Beschäftigten befassen. In der Literatur findet man dafür die Begriffe Organisationsklima und den engeren Begriff Arbeitszufriedenheit. In den letzten Jahren haben die Begriffe Organisations- und Unternehmenskultur zur Beschreibung der Verhältnisse in Unternehmen Bedeutung gewonnen.

Betriebsrat, Personalrat

Der Betriebsrat ist die gewählte Interessenvertretung der Arbeitnehmer eines Betriebs. Rechtsgrundlage ist das Betriebsverfassungsgesetz. Im öffentlichen Dienst werden die Aufgaben, Rechte und Pflichten des Betriebsrats vom Personalrat entsprechend dem Personalvertretungsgesetz wahrgenommen.

Betriebssicherheitsverordnung

Die Betriebssicherheitsverordnung (Abbildung) (BetrSichV) stützt sich auf das Arbeitsschutzgesetz (insbesondere im 2. Abschnitt) und auf das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (insbesondere im 3. Abschnitt). Sie verfolgt das Ziel eines deregulierenden, geordneten und einheitlichen Anlagensicherheitsrechts (Abbildung)durch die Elemente

  • der einheitlichen Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel (wie in § 5 des Arbeitsschutzgesetzes vorgegeben)
  • der sicherheitstechnischen Bewertung für den Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen
  • der vorgegebenen Schutzmaßnahmen und Prüfungen
  • der Mindestanforderungen an die Beschaffenheit von Arbeitsmitteln, soweit sie nicht schon europäisch oder spezialgesetzlich geregelt sind.

Betriebssport

Präventive Gestaltung des Vereinsbetriebes - Sicher und Gesund zum Erfolg (BGI 895)

BG-Regelwerk

Die gewerblichen Berufsgenossenschaften geben neben den BG-Vorschriften (Unfallverhütungsvorschriften) eine große Zahl weiterer Schriften zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit heraus. Diese Schriften enthalten anschauliche und praktische Hinweise für den Umgang mit bestimmten Arbeitsmitteln und das Verhalten von Beschäftigten an bestimmten Arbeitsplätzen. Ziel ist es, die Forderungen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes leicht verständlich und überall umsetzbar zu machen.

 

Die Berufsgenossenschaften unterscheiden BG-Regeln, BG-Informationen und BG-Grundsätze.

BG-Vorschriftenverzeichnis

Das BG-Vorschriftenverzeichnis enthält die Auflistung aller Unfallverhütungsvorschriften (UVV) der Unfallversicherungsträger und zusätzlich Erläuterungen zum Ordnungssystem. Herausgeber ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

BGAG - Institut Arbeit und Gesundheit

Das BGAG - Institut Arbeit und Gesundheit ist ein Institut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Es unterstützt die gewerblichen Berufsgenossenschaften durch Qualifizierung, Forschung und Beratung auf dem Gebiet der Prävention. Das BGAG hat seinen Sitz in der BG-Akademie für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz Dresden.

BGIA - Institut für Arbeitsschutz

Das BGIA - Institut für Arbeitsschutz ist ein Institut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Es unterstützt die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand durch Forschung, Entwicklung und Untersuchung, Prüfung von Produkten und Stoffproben, betriebliche Messungen und Beratungen, Mitwirkung bei der Normung und Regelsetzung sowie Bereitstellung von Fachinformationen und Expertenwissen auf dem Gebiet der Prävention. Im Rahmen von Prüfungen von Produkten und Qualitätssicherungssystemen wird das BGIA außerdem für Hersteller tätig.

BGR 500

Mit Inkrafttreten der BG-Vorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A 1) zum 1. Januar 2004 wurden zahlreiche Unfallverhütungsvorschriften des so genannten Maschinenaltbestandes außer Kraft gesetzt. In der BG-Regel BGR 500 "Betreiben von Arbeitsmitteln" sind die erhaltenswerten Inhalte der zurückgezogenen Unfallverhütungsvorschriften (Prüf- und Betriebsbestimmungen) zusammengestellt.

Bildschirmarbeitsplätze

Bildschirmarbeitsplätze sind Arbeitsplätze, einschließlich der unmittelbaren Arbeitsumgebung, die mit Bildschirmgeräten sowie gegebenenfalls mit Zusatzgeräten ausgestattet sind. Die Arbeitsaufgabe und die Arbeitszeit am Bildschirm bestimmen überwiegend die Tätigkeit der Beschäftigten. Mit Anzeigegeräten ausgerüstete Führerstände von Fahrzeugen und Arbeitsplätze mit Überwachungsmonitor gelten nicht als Bildschirmarbeitsplatz.

Biologische Arbeitsstoffe

Gemäß der Biostoffverordnung (BioStoffV) sind biologische Arbeitsstoffe Mikroorganismen, einschließlich gentechnisch veränderter Mikroorganismen, Zellkulturen und humanpathogener Endoparasiten, die Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können.

 

Auch transmissible, spongiforme Enzephalopathien erzeugende Agentien, die beim Menschen eine Krankheit bewirken können (z. B. der BSE-Erreger) zählen zu den biologischen Arbeitsstoffen. Unter Mikroorganismen versteht die BioStoffV alle mikrobiologischen Einheiten, die zur Vermehrung oder zur Weitergabe genetischen Materials fähig sind. Das sind Bakterien, Pilze und deren Sporen, Viren, Algen, Protozoen. Hinsichtlich ihrer infektiösen Eigenschaften werden biologische Arbeitsstoffe gemäß der BioStoffV in vier Risikogruppen (Abbildung) eingeteilt.

Biologische Grenzwerte

Der "biologische Grenzwert" ist in der Gefahrstoffverordnung definiert als der Grenzwert für die toxikologisch-arbeitsmedizinisch abgeleitete Konzentration eines Stoffes, seines Metaboliten (das heißt Umwandlungsprodukts) oder eines Beanspruchungsindikators im entsprechenden biologischen Material, bei dem im Allgemeinen die Gesundheit eines Beschäftigten nicht beeinträchtigt wird. Die Untersuchung biologischen Materials (z. B. Blut, Harn) der Beschäftigten auf Einhaltung biologischer Grenzwerte oder anderer biologischer Werte bezeichnet man als Biomonitoring. Der Begriff "biologischer Grenzwert" löst den zuvor im Gefahrstoffrecht verwendeten Begriff "Biologischer Arbeitsplatztoleranzwert" (BAT) ab. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft verwendet in der MAK- und BAT-Werte-Liste weiterhin den Begriff "Biologischer Arbeitsstofftoleranzwert". Daneben führt sie für einige wenige Stoffe wie Blei "biologische Leitwerte" (BLW) an, die als Anhalt für zu treffende Schutzmaßnahmen herangezogen werden können. Sie erfüllen nicht die oben genannte Definition, weil auch bei Einhaltung eines BLW eine Beeinträchtigung der Gesundheit möglich ist.

Biomechanik

Die Biomechanik ist ein Teilgebiet der Ergonomie. Sie befasst sich mit der Mechanik des lebenden menschlichen Körpers. Die Biomechanik verwendet zur Beschreibung und Beurteilung von Körperhaltungen, von Körperkräften und -momenten, von Bewegungsabläufen und zur Ermittlung der energetischen Anforderungen an den körperlich arbeitenden Menschen Gesetze aus der technischen Mechanik, der Statik, der Dynamik, der Schwingungslehre, der mechanischen Energetik usw. und wendet diese auf den menschlichen Körper (Knochen, Sehnen, Muskeln usw.) an. Mit Hilfe mathematischer Verfahren werden so z. B. der anatomische Aufbau sowie die mechanischen Eigenschaften und Verhaltensweisen des menschlichen Körpers analysiert und beschrieben.

Biotechnologie

Biotechnologie ist die integrierte Anwendung von Biochemie, Mikrobiologie und Verfahrenstechnik mit dem Ziel, das Potenzial der Mikroorganismen technisch zu nutzen.

Blei und Bleiverbindungen

Chemische Formel: Pb. Blei und seine Verbindungen sind hier besonders wegen des Umgangs mit bleihaltigen Gefahrstoffen aufgeführt. Bleihaltige Stoffe wurden u.a. bei der Herstellung von Pigmenten in Anstrichstoffen und Legierungen eingesetzt, deren Entfernung hohe Gesundheitsgefährdungen auslösen kann. Nach Anhang IV der Gefahrstoffverordnung gelten für Bleikarbonate und Bleisulfate Herstellungs- und Verwendungsverbote.

Blickverfolgung

Mit einem Blickverfolger können die Blickbewegungen einer Person aufgezeichnet werden. Es gibt inzwischen unterschiedliche Systeme, die für unterschiedliche Fragestellungen geeignet sind. Im Wesentlichen besteht ein Blickverfolger aus zwei Kameras. Die so genannte Szenenkamera zeichnet die Umgebung auf, auf die die Person schaut, und die so genannte Augenkamera zeichnet die Pupille auf. Aus dem Zusammenspiel der Szenenkamera und der Augenkamera kann berechnet werden, wann eine Person wie lange wohin geschaut hat. Mit dem Blickverfolger lässt sich also die visuelle Informationsaufnahme detailliert untersuchen.

Blitzschutz

Blitzschutz soll bauliche Einrichtungen und Menschen gegen die thermischen, elektromagnetischen und elektrodynamischen Wirkungen eines Blitzschlages schützen. Zum gefahrlosen Auffangen und Ableiten des Blitzes in die Erde werden Blitzschutzeinrichtungen und -anlagen eingesetzt.

Bockgerüste

Unter Bockgerüsten versteht man Arbeitsgerüste mit einer maximalen Belaghöhe von 4,00 m, bei denen der Belag auf Gerüstböcken aus Holz oder Metall liegt. Sie müssen über einen Brauchbarkeitsnachweis verfügen.

Bohrmaschinen

Bohrmaschinen sind Werkzeugmaschinen zum Herstellen und Weiterbearbeiten von Löchern mit Hilfe eines meist zweischneidigen, rotierenden, spanabhebenden Werkzeugs (Bohrer). Sie verfügen über Spindeln zur Werkzeugaufnahme. Man unterscheidet ortsfeste (stationäre) Bohrmaschinen (z. B. Tischbohrmaschinen, Säulenbohrmaschinen) und Handbohrmaschinen (Abbildung), die von Hand geführt oder in einer Halterung befestigt werden. Den Handbohrmaschinen ähnlich sind Schrauber, Schlagschrauber, Gewindeschneider und Bohrhämmer. Für die Massenfertigung werden mehrspindelige Bohrmaschinen oder Bohrautomaten eingesetzt. In spezieller Bauform werden Schlagbohrmaschinen zum Bohren von Beton, Stein oder anderen harten Werkstoffen verwendet. Für Arbeiten unter besonderen Umgebungsverhältnissen, z. B. bei Explosionsgefahr, sind spezielle Bauarten erforderlich, z. B. mit Druckluftantrieb.

Brandschutz

Unter Brandschutz wird die Brandverhütung und die Brandbekämpfung verstanden. Häufig erfolgt aber eine Untergliederung nach den Begriffen vorbeugender und abwehrender Brandschutz.

Brandschutzbeauftragter

Ein Brandschutzbeauftragter hat die Aufgabe, die betrieblichen Verantwortlichen hinsichtlich des Brandschutzes zu unterstützen und zu beraten. Er soll insbesondere die Einhaltung der Brandschutzanforderungen für den laufenden Betrieb und den vorbeugenden Brandschutz insgesamt befördern.

Brennbare Flüssigkeiten

Brennbare Flüssigkeiten weisen einen Flammpunkt von nicht mehr als 100 °C auf und besitzen einen Dampfdruck bei 50 °C von nicht mehr als 3 bar.

Brückeninstandhaltung

Brücken sind dynamischen Belastungen und Witterungseinflüssen ausgesetzt. Zur Gewährleistung der erforderlichen Stand- und Verkehrssicherheit müssen Brückenbauwerke daher regelmäßig überwacht, geprüft und instand gesetzt werden. Dazu werden ortsfeste, stationäre oder ortsveränderliche Einrichtungen zur Brückeninstandhaltung benutzt. Diese gibt es in ortsfester, stationärer oder ortsveränderlicher Form.

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) untersteht unmittelbar dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von 75 in Deutschland auf dem Gebiet des Arbeits- und Gesundheitsschutzes tätigen Organisationen, Verbände und Behörden. Dazu zählen die Arbeitgeberverbände, die Gewerkschaften, die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und Krankenversicherungsträger, Ministerien des Bundes und der Länder sowie weitere staatliche Stellen, Hochschuleinrichtungen, die Überwachungsorganisationen sowie die Berufs- und Fachverbände des Arbeitsschutzes. Im Mittelpunkt steht die Gemeinschaftsaufgabe, die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Deutschland zu verbessern.

Bundesverband der Unfallkassen - BUK

Der Bundesverband der Unfallkassen e. V. (BUK) wurde 1936 als Arbeitsgemeinschaft der gemeindlichen Unfallversicherungsträger gegründet und war bis Anfang Juni 2007 der Dachverband der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand.

 

Seit dem 1. Juni 2007 werden die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand und die gewerblichen Berufsgenossenschaften von einem gemeinsamen Spitzenverband vertreten. Dieser trägt den Namen Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

Büroarbeitsplätze

Büroarbeitsplätze sind allgemein die Arbeitsplätze in der Verwaltung. Arbeitsmittel bei Büroarbeitsplätzen sind z. B. Bürotische, Stühle, Büromaschinen und in zunehmendem Maß Bildschirmgeräte; viele Büroarbeitsplätze sind heute Bildschirmarbeitsplätze. Zur Arbeitsumgebung zählen z. B. Beleuchtung und Klimafaktoren.